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Harald Vilimsky - Holding Banner

Es gibt Bilder, die sind in das sogenannte kollektive Gedächtnis eingekocht.

Das Halten einer Fahne etwa ist ein derart eingekochtes Bild. In den Gedächtnistopf hinzugefüllt.

Über die Zeit haben sich viele Teile vom Bild abgelöst. Mehr noch. Derart aufgelöst, daß nicht mehr zu sehen ist, wer je die Fahne hält. Mehr noch. Ist die Gärung so weit fortgeschritten: es nicht mehr festzustellen, daß je ein mit seinem Namen bestimmter Mensch zu identifizieren ist, der die Fahne hält. Mehr noch. Die Umwandlung längst schon vollkommen abgeschlossen ist.

Gewonnen daraus zu achtundachtzig Prozent das Halten der Fahne. Ein Stoff, losgelöst, abgelöst, unabhängig geworden von seinen einstigen Ingredenzien, der schmeckt, immer noch schmeckt, nach so langer Zeit, und das Seltsame daran, es so vielen nicht bitter schmeckt, obgleich ein Stoff, gewonnen aus dem Bittersten, das je als Zutat zum Einkochen genommen ward.

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Eingekochtes, das so vielen so schmackhaft ist, wird menschgemäß fleißig und tüchtig gelöffelt. Und seltsam daran auch, dieser Gedächtnistopf müßte doch längst leergelöffelt sein. Er ist es aber nicht. Auch scheint es, daß die vielen trotz der ständigen und unaufhörlichen Topfnascherei sich davon noch immer nicht überessen haben, diesen Stoff nicht längst überhaben.

Die Gärung ist wohl doch nicht vollkommen abgeschlossen. Es fehlen noch die zwölf auf einhundert Prozent, um ein gänzlich reines Halten der Fahne gewonnen zu haben — —

Dann erst wird es wieder derart bitter schmecken, daß es auch die vielen nur noch würgen wird, auch sie schließlich es nur noch ausspucken werden können, mehr noch, ausspucken werden müssen, wie einst, um am Bittersten nicht zugrunde zu gehen.

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Ein Gedanke zu „Holding Banner

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