Vor 80 Jahren mußte Robert Musil als Flüchtling fort aus Österreich – III. Wiener Gemeindebezirk, Landstraße: Einst und zurzeit

Wien ohne Robert Musil - Landstraße

Im August 18 werden es achtzig Jahre her sein, daß Robert Musil den dritten Bezirk verlassen mußte, im April 18 sind es sechsundsiebzig Jahre her, daß Robert Musil

Migration ist des Menschen Heimat

in der Schweiz verstarb, nur vier Jahre nach der Flucht.

In der Rasumofskygasse wohnt Robert Musil. Gleich in der Parallelgasse Kundmanngasse baut Ludwig Wittgenstein sein Haus. So ist es einst. „Die Fackel“ von Karl Kraus wird in der Hinteren Zollamtsstraße gedruckt, auch der Verlag „Die Fackel“ hat hier seinen Sitz.

Einst durch den dritten Bezirk zu spazieren, und dabei einem Musil, einem Wittgenstein, einem Kraus im Vorbeigehen zu begegnen, für sich ihre Werke in Erinnerung zu rufen …

Und nun? Zur Zeit? Wer kann jetzt entgegenkommen, wenn der Tag noch schlechter werden soll, als er vielleicht ohnehin schon ist? Der zurzeitige Vizekanzler. Und im Vorbeigehen fallen keine Werke ein, Werke sind keine bekannt, höchstens recht zu vergessende Sprüche, und diese sind nicht einmal von ihm selbst, bloß nachgeredet, wie etwa der von „Ehre, Freiheit, Vaterland“ …

Wer kann noch gesehen werden? Etwa der Mann, der nun auch ein zurzeitiger Minister ist, und ab und an im Kino gesehen wurde, als er noch kein zurzeitiger Minister war. Ob er jetzt noch in das Kino auf der Landstraße gehen wird, als zurzeitiger Minister? Einerlei. Er vergällt auch so jetzt jeden Kinobesuch. Jeder Kinobesuch erinnert, ihn im Kino gesehen zu haben und sofort – an keine Werke erinnert er – fällt sein Gesetzeswurf ein, den er kaum zum zurzeitigen Minister gemacht …

Wer kann noch gesehen werden? Täglich und zu jeder Tageszeit Touristinnen über Touristinnen in der Löwengasse, vor dem Kitschreichbaumhaus, und es muß auf dem Boden kriechend vorbei an diesem Haus, um nicht gegen den eigenen Willen auf Hunderten und Hunderten Fotos der Touristen …

Erst in der Rasumofskygasse kann wieder in den aufrechten Gang gewechselt werden.  Gelassen im aufrechten Gang kann weiterspaziert werden, die Kundmanngasse unbekümmert erreicht werden. Denn. Hier ist niemand. Keine Fotos werden gemacht, in der Kundmanngasse, nicht von sich und schon gar nicht von sich mit dem Wittgenstein-Haus.

Was es einst in der Rasumofskygasse nicht gab, war das häßlichste Auto der Welt, und dieser Tage ist es erfreulich, es macht zwar den Tag nicht besser, daß – einen Superlativ hat es sich nicht verdient – das häßliche Auto nicht auf der Straße steht, sondern in einer Garage in der Rasumofskygasse. Es wurde einmal der Fehler durch Neugier begangen, durch die Glastüre in die Garage zu blicken; es kann aus Fehlern gelernt werden, in diesem Fall wenigstens, einen zweiten Blick wird es nicht geben.

Josef Weinheber - Selbstmord April 1945

Es ist aber keine Verklärung. Es wäre einst im dritten Bezirk … es wird schon gewußt, es haben auch andere auf der Landstraße  gewohnt, und diesen Menschen zu begegnen hätte einst den Tag auch nur schlechter gemacht, als er vielleicht ohnehin schon war. Etwa gleich um die Ecke von der Rasumofskygasse einem Josef Weinheber, von dem die Mannen und Frauen der identitären Regierungspartei dieser Tage noch ganz angetan sind. Wie auch anders? Mit seinen „Verwicklungen“ – oh, unschuldiger Mann, werden sie wohl recht seufzen und untereinander seine Gedichte tauschen …

Es sagt wohl viel aus, über Wien, über Österreich, daß es ein Denkmal beispielsweise für Josef Weinheber im Schillerpark im ersten Wiener Bezirk gibt, aber für Robert Musil, der siebzehn Jahre im dritten Bezirk wohnte, nicht ein Denkmal, nicht einmal im dritten Bezirk, aber für Ludwig Wittgenstein in ganz Wien ebenfalls nicht …

Wittgenstein-Haus im dritten Wiener Gemeindebezirk - Landstraße, einst und zur Zeit

 

Wer gegen Tiere gut ist, ist kein guter Mensch.

 

pogrom against Roma the fourth in the last six - june 18.png

Wer gegen Tiere gut ist, ist kein guter Mensch.

Arthur Schopenhauer aber schrieb:

Wer gegen Tiere grausam ist, ist kein guter Mensch.

Oder er schrieb:

Wer gegen Tiere grausam ist, kann kein guter Mensch sein.

Das verleitet zu manchen Variationen seines Satzes; eine weitere könnte lauten …

Wer gegen Tiere gut ist, ist ein grausamer Mensch.

Wer gegen Tiere gut ist, kann nur ein grausamer Mensch sein … kann auch ein grausamer …

Ukraine: Paramilitaries broadcast live pogrom against Roma on Facebook, the fourth in the last six weeks – Romea.cz

Es fällt immer wieder auf, wie Menschen, beispielsweise auf der Plattform des Unternehmens Facebook, die lieblichsten, die lustigsten, die herzigsten Tiervideos verbreiten, ganz gerührt diese kommentieren, ihre große Liebe zu den Tieren bezeugen, ihre Hingabe zu den Tieren, ihre Sorge um Tiere äußern, während sie gleichzeitig alles verbreiten, was gegen Menschen an Bösartigem, Hässlichem nur verbreitet werden kann, kurz gesagt, alles gegen Menschen, das unter Begriffen wie „Rassismus“, „Antisemitismus“, „Antiziganismus“ bekannt ist, nur verbreitet werden kann.

Wer zu Tieren gut ist ist nur ein grausamer Mensch

Und in diesem oben verlinkten Video ist das exemplarisch zu sehen. Wie lieb die Männer zu einem Kätzchen sind, während sie …

Auch im brutalen Vorgehen gegen Menschen, auch beim Zerstören von dem, was Menschen nicht haben, bleibt stets Zeit, gut gegen Tiere zu sein, bleibt stets Zeit, ein Tier vorsichtig in Sicherheit zu bringen, zärtlich ein Tier zu streicheln.

Diesmal ist es aus der Ukraine. Ein anderes Mal ist es aus …

Dann ist es wieder einmal aus …

So universell es ist, gut gegen Tiere zu sein, die nicht zur Nahrungskette des Tieres Mensch gehören, so universell ist es gleichzeitig, grausam gegen Menschen …

In Österreich, es muß gar nicht gesagt werden, von welcher Partei besonders, sind es Menschen aus dieser, von Parteispitzen bis zum einfachen Mitglied, die ihre Tierliebe immer und überall verbreiten, während sie …

Bei solchen Bildern, wie diesmal aus der Ukraine, ist es schon ein Segen, daß die Menschen, um die es hier geht, in Österreich vergessen werden, würde in Österreich an sie erinnert werden, ist zu befürchten, es wäre keine Erinnerung in festlichem Hofburgakt zu ihrem Wohl …

Wer zu Tieren gut ist ist auch nur ein grausamer Mensch.png

NS Es kommt schon mal vor, in Österreich, auch in Österreich, daß an die Menschen, um die es hier geht, erinnert wird. Dann wird es staatstragend. Anfragen werden im österreichischen Parlament gestellt. Anfragen, die auf recht ehrenwerten Quellen basieren, denen nur gesinnungsgemäß treu …

Und das ist keine Überraschung. Österreich hat, wie es gerade in diesem Ultragedenkjahr 18 so kurz wie schlicht recht oft beteuert wird, eine Verpflichtung gegen die Vergangenheit …

Von den Tagesordnungen der Konzerne

Tagesordnungen - Sitzungen von Hartz IV bis Göring

In der „Anstalt“ stand am 24. April 2018 auf der Tagesordnung: Hartz IV.

Es wurde auch vom „Stammbaum“ von Hartz IV berichtet.

Wer dabei war, damals, 2002, als Hartz IV …

Diese Arbeitsgruppe hatte wohl auch viele Sitzungen, mit ordentlich geschriebenen Tagesordnungen, und bestimmt waren die Herren – und weil es bereits das Jahr 2002 ist, war auch eine Frau dabei  – und auch die Frau hübsch und elegant angezogen, wie damals – weil es erst das Jahr 1933 ist, waren es nur Herren –  die Herren mit ihren Vatermördern zu einer Sitzung gingen in das Reichstagspräsidentenpalais, zu Hermann Göring.

Die Aufzählung des Stammbaumes in der Anstalt am 24. April 2014 war rasch. Aber ein Unternehmensname blieb sofort hängen: BASF.

Ein Herr von BASF ist 2002 dabei, ein Herr von BASF ist 1933 dabei.

BASF von 1933 bis …

Wenn es also darum geht, etwas zu ersinnen, etwas auszumachen, das für die Menschen nichts Gutes bedeutet, dann sind sie stets dabei, die Konzerne, ob in einer Massenmorddiktatur, ob in einer Demokratie …

Und es kam nichts Gutes für die Menschen in Deutschland ab 1933, als die Konzernherren fertig waren mit der Abarbeitung ihrer Tagesordnung.

Und es kam nichts Gutes für die Menschen in Deutschland ab 2002, als die Konzernbevollmächtigten fertig waren mit der Abarbeitung ihrer Tagesordnung.

Freilich, wenigstens kein Krieg, jedenfalls nicht in den Ländern der Europäischen Union, wenigstens kein Krieg in Deutschland, wenigstens auch keine Vernichtungslager. Wenigstens keine Massenverbrechen. Wenigstens keine Massenmorde. Wenigstens keine Zwangsarbeit.

Es kam Hartz IV. Bloß Hartz IV. Hartz IV, die Bloßstellung des Menschen, der kein Konzernherr ist, dessen Kinder keine Konzernerbinnen sind. Das Gute bleibt in den Konzernen, das Bloße draußen den Menschen: das konzernmäßig zugestandene nackte Überleben.

Und wenn Sie die Fakten zur Sendung vom 24. April 2018 lesen, überlesen Sie nicht das wichtige Wort „Waschmaschine“.

Was für ein literarisches Wort. Was für ein lebenswichtiges Wort: Waschmaschine.

Einmal für den Menschen, dem trotz Hartz IV gerade noch eine Lebensfristungsduldung großzügig zuerkannt ist, und einmal für die Konzerne. Aber was für ein Unterschied allein bei der Waschmaschine. Den Unterschied Waschmaschine würde jeder Mensch gern an Geld und vor allem Einfluß haben.

In „Die Tagesordnung“ beschreibt Éric Vuillard diesen Unterschied Waschmaschine …

„Sie heißen BASF, Bayer, Agfa, Opel, I.G. Farben, Siemens, Allianz, Telefunken. Unter diesen Namen kennen wir sie. Kennen sie sogar bestens. Sie sind hier, unter uns und zwischen uns. Sie sind unsere Autos, unsere Waschmaschinen, unsere Reinigungsmittel, unsere Radiowecker, unsere Hausversicherung und die Batterie in unserer Uhr. Sie sind überall, in Gestalt von Dingen. Unser Alltag ist der ihre. Sie heilen und bekleiden uns, fahren uns über die Straßen der Welt und lullen uns ein. Und die an jenem 20. Februar im Reichtagspräsidentenpalais versammelten vierundzwanzig Biedermänner sind nichts anderes als ihre Bevollmächtigten, der Klerus der Großindustrie; Hohepriester des Ptah. Reglos verharren sie dort, wie vierundzwanzig Rechenmaschinen an den Toren zur Hölle.“

Es darf hinzugefügt werden:

„Sie sind unser“ Hartz IV.

Stammbaum Hartz IV

Für Menschen, für die „Rechenmaschinen“ Hartz IV ausspucken, ist Hartz IV nicht „eine alltägliche Episode“ wie für Konzerne, und das nicht erst seit 1933, sondern seit … der erste Paragraph der Konzerngründungsurkunden …

„Dieses Treffen vom 20. Februar 1933, in dem man einen einmaligen Moment der Arbeitgebergeschichte sehen könnte, ein unerhörtes Zugeständnis an die Nazis, ist für die Krupps, die Opels und die Siemens nicht mehr als eine alltägliche Episode des Geschäftslebens, ein banales Fundraising. Sie alle sollten das Regime überleben und in Zukunft mit ihren jeweiligen Erträgen noch weitere Parteien finanzieren.“ 

NS In Österreich will nun die schwarzidentitäre Regierung ebenfalls, kurz zusammengefaßt, ein Hartz IV, also sechzehn Jahre später als in Deutschland … In welchen Sitzungen mit welchen Firmen und mit welcher Tagesordnung das wohl … Bisher war es mit der „Tagesordnung“ von Eric Vuillard noch lustig, also Österreich betreffend, wie im Kapitel gelesen werden kann:

Auf der Tagesordnung: kurz, Österreich

Holding Banner

Harald Vilimsky - Holding Banner

Es gibt Bilder, die sind in das sogenannte kollektive Gedächtnis eingekocht.

Das Halten einer Fahne etwa ist ein derart eingekochtes Bild. In den Gedächtnistopf hinzugefüllt.

Über die Zeit haben sich viele Teile vom Bild abgelöst. Mehr noch. Derart aufgelöst, daß nicht mehr zu sehen ist, wer je die Fahne hält. Mehr noch. Ist die Gärung so weit fortgeschritten: es nicht mehr festzustellen, daß je ein mit seinem Namen bestimmter Mensch zu identifizieren ist, der die Fahne hält. Mehr noch. Die Umwandlung längst schon vollkommen abgeschlossen ist.

Gewonnen daraus zu achtundachtzig Prozent das Halten der Fahne. Ein Stoff, losgelöst, abgelöst, unabhängig geworden von seinen einstigen Ingredenzien, der schmeckt, immer noch schmeckt, nach so langer Zeit, und das Seltsame daran, es so vielen nicht bitter schmeckt, obgleich ein Stoff, gewonnen aus dem Bittersten, das je als Zutat zum Einkochen genommen ward.

Holding flag

Eingekochtes, das so vielen so schmackhaft ist, wird menschgemäß fleißig und tüchtig gelöffelt. Und seltsam daran auch, dieser Gedächtnistopf müßte doch längst leergelöffelt sein. Er ist es aber nicht. Auch scheint es, daß die vielen trotz der ständigen und unaufhörlichen Topfnascherei sich davon noch immer nicht überessen haben, diesen Stoff nicht längst überhaben.

Die Gärung ist wohl doch nicht vollkommen abgeschlossen. Es fehlen noch die zwölf auf einhundert Prozent, um ein gänzlich reines Halten der Fahne gewonnen zu haben — —

Dann erst wird es wieder derart bitter schmecken, daß es auch die vielen nur noch würgen wird, auch sie schließlich es nur noch ausspucken werden können, mehr noch, ausspucken werden müssen, wie einst, um am Bittersten nicht zugrunde zu gehen.

Holding Banner

 

„Was bringt die Oper für das Deutsche Volk?“

FPÖ unzensuriert - Was bringt die Oper dem Deutschen Volk

Es gibt wohl im Jahr ’18 keinen besseren Tag als den 20. April, um Einsicht zu zeigen, sich selbstkritisch zu hinterfragen.

Und wer weiß um die Bedeutung dieses Tages recht besser Bescheid als die Website der identitären Regierungspartei?

„Interessant finden wir die Tatsache, dass viele, die behaupten, dass sie die Oper nicht mögen, diese nie in ihrem Leben besucht haben. Sie verstehen nicht, welche spannende und beeindruckende Erfahrung das darstellt. Das bedeutet, dass wir in der Welt der Vorurteile leben. Wir verstehen nicht, wie viele Schubladen wir in unseren Köpfen haben, die unser Denken bestimmen. Wir teilen die Wirklichkeit in einfache Kategorien ein. Als verantwortungsbewusste Menschen müssen wir unsere Vorurteile immer hinterfragen und uns darum bemühen, vorschnelles Urteilen ohne eigene Erfahrung zu vermeiden und einzelne Erfahrungen nicht zu verallgemeinern.“

Das schreibt FPÖ unzensuriert am 20. April ’18. Ist das nicht eine hervorragende Selbsterkenntnis? Ist das nicht eine hervorragende selbstkritische Befragung und Hinterfragung des eigenen Tuns? Gerade an diesem verhängnisvollen Datum.

Es gibt diese Tage der kritischen Selbstbefragung, ab und an. Und dann kommen wieder die Tage des gesinnungsgemäßen Alltags. Die Gegenwart lehrt, solche Tage der Erkenntnis gehen vorüber, bleiben ohne Konsequenzen, ändern die Handlungsweisen nicht im geringsten …

Das lehrt nicht nur die Gegenwart. Das lehrt auch die Vergangenheit. Am 20. April ’18 fragt FPÖ unzensuriert, ob denn die Oper „Schnee von gestern“ sei.

„Interessant finden wir die Tatsache, dass viele, die behaupten, dass sie die Oper nicht mögen, diese nie in ihrem Leben besucht haben. Sie verstehen nicht, welche spannende und beeindruckende Erfahrung das darstellt. Das bedeutet, dass wir in der Welt der Vorurteile leben. Wir verstehen nicht, wie viele Schubladen wir in unseren Köpfen haben, die unser Denken bestimmen.

Das lehrt auch die Vergangenheit. Was für „beeindruckende Erfahrung“ die Oper für den Mann war, der am 20. April, um mit Martin Heidegger zu sprechen, in die Welt geworfen wurde, machten Millionen von Menschen nicht in der Oper, sondern draußen vor der Tür …

Nächte der Oper

Im Jahr ’38 kehrte der am 20. April Geworfene zurück in seine Oper. Auftakt der Nächte der Oper für lange, lange sieben Jahre. Für die Oper im Haus mit von innen verschlossenen Türen, wo mit Operndegen gemordet und Kunstblut verspritzt wird, verkleidete sich sogar der Geworfene, zog einen Frack über den Soldatenrock, während draußen vor der Tür wirkliches Menschenblut zur Sintflut ward.

Kurier - Was Hitler von der Oper lernte

Der Geworfene, ein Pendler zwischen den Opern. Kaum ist die Tieflandvorstellung in Wien vorüber, muß der Frackverkleidete nach Berlin, zu einer Lohengrinvorstellung, mit dem „großen Staatsmann“ aus Ungarn, nein, nicht mit Viktor Orbán, der wohl davon träumt, daß auch von ihm einst so gesprochen wird, wie er über den Mann an der Seite des Geworfenen spricht. Und er, Orbán, kann sich berechtigte Hoffnung darauf machen, wird er doch in der Gegenwart gewürdigt, sogar von Menschen, kurz gesagt, die nicht von ihm abhängig sind …

„Oper. Vollkommen unbedeutend. Was bringt die Oper für das Deutsche Volk? Bereichert es uns in militärischer, materieller, geistiger Form (in Form von Intelligenz) oder schiebt sie gar die Ausländer ab? Die Oper ist ein Paradebeispiel für abgehobenes Menschentum. Abgehoben nicht an Intelligenz oder höherem Geiste, wie der klassische Operngänger gerne glauben soll. Dekadentes Schauspiel. Kreischende Furien auf der Bühne. Der Inbegriff vom Spiessertum. Gutsituierte ‚Geister‘, sich gegenseitig falsch-lächelnd zum Intellektuellen ernennend, sinnieren in des tieferen Sinn des erlebten Spiels. Woher tiefer Sinn kommen soll fragt niemand.“

Das ist der Kommentar von einem Menschen, der sich für die Website der identitären Regierungspartei „politisch Verfolgter“ nennt, von ihm auf FPÖ unzensuriert geschrieben am 21. April ’18.

„Was bringt die Oper für das Deutsche Volk?“ Politisch Verfolgter urteilt hart über die Oper. Und es ist wahr, lehrt die Vergangenheit, die Oper hat, so wie sie vom Geworfenen und seinen Kameraden und Kameradinnen verstanden wurde, nichts Positives gebracht, nur Verheerung, Not, Elend, Tod, Untergang. Der Geworfene und sein Opernreich haben die Oper und also die Hochkultur nicht mißverstanden, sondern blutig genau verstanden und ihre Massenblutkonsequenzen daraus gezogen, die Hochkultur sinkt herab zum Niedrigsten, das Niedrigste steigt auf zur Hochkultur, die Hochkultur nie versiegende Quelle des Barbarischen, die Hochkultur liefert den Treibstoff für Panzer, die Hochkultur die Stahlschmiede für Bomben …

Die Tagesordnung - Krupp - Opel - BASF - Bayer - Siemens - AllianzGöring an der Seite des Geworfenen mit dem ungarischen Staatsmann in der Lohengrinvorstellung … ob er, Göring, Jahre zuvor, nach seiner Sitzung am 20. Februar ’33 mit den vierundzwanzig Herren zur Feier der für alle Seiten erfolgreichen Verhandlung noch in die Oper ging?

In den folgenden zwölf Jahren, während draußen die Welt in wirklichem Blut ersoff, den vierundzwanzig Herren ihre Tresore zu gigantischen Geldarchen drinnen in ihren Villen wurden, werden sich die vierundzwanzig Herren mit Frack und Vatermörder wohl oft in die Oper begeben haben und also sich der Hochkultur hingegeben haben. Während für die Menschen draußen Morden und Ermordet-Werden auf der Tagesordnung stand, stand für die Herren Siemens, Krupp, Opel, Flick, um nur drei namentlich von diesen vierundzwanzig Herren zu nennen, auf dem Theaterzettel vielleicht Tiefland, Rienzi, Lohengrin … Wie die übrigen Herren hießen, Éric Vuillard nennt sie alle beim Namen …

„Was mich betrifft so ist es mir einerlei was Junge von der Oper bzw.von Klassischer Musik halten . ich werde wie schon Jahrzehnte in der Vergangenheit auf in der Zukunft meinen Vier Lebens Säulen treu bleiben die da wären :
Kunst, Geschichte, Literatur und Klassische Musik . Und wenn es wer nicht ausprobiert ?“

FPÖ unzensuriert - Oper Schnee von gestern

Das schreibt Eugens-rache am 21. April ’18 auf FPÖ unzensuriert in seinem Kommentar und bedankt sich artig für „diesen sehr Gut geschriebenen Artikel“ … Ja, Menschen der Hochkultur auf der FPÖ unzensuriert, auch wenn sie wohl keine geldvollgestopften Tresore wie die Herren „im Nirwana der Industrie und Finanz“ haben werden …

Oh, Hochkultur, ewige Quelle, aus der das Barbarische in Fontänen … das lehrt weiter die Gegenwart. Auch Eugens-rache bleibt ihr treu, von dem erst ein Hochkulturkommentar gezeigt werden durfte, Seite an Seite mit dem „politisch Verfolgten“, der sich verfolgt sieht wie Gerd Honsik … 

Oh, Prinz Eugen von Savoyen, Ahn‘ der Hochkultur …

FPÖ unzensuriert - Eintrittspreise zu hoch

Es klagt FPÖ unzensuriert, die Eintrittspreise für die Wiener Staatsoper seien zu hoch, nun, wer die Preisstaffelung der Oper kennt, wird leicht zur Meinung gelangen, die Verantwortlichen der Website der identitären Regierungspartei waren selbst noch nie … Aber Eintrittspreise können leicht gesenkt werden, hierzu reicht es oft schon, die Steuer zu senken. Aber das ist der zurzeitigen schwarzidentitären Regierung kein Anliegen, hingegen die Steuersenkung für Beherbergungsbetriebe sehr wohl. Wenn sie wenigstens zum Schlafen Theater, Kinos aufsuchte und nicht Pensionen, Hotels, dann wäre die Umsatzsteuer ebenso schnell gesenkt wie für das Campieren …

Daran ließe sich beinahe ein Unterschied zwischen Gegenwart und Vergangenheit festmachen. In der Vergangenheit: Vatermörder der Hochkultur, in der Gegenwart: Schlafende der Hochkultur …

Auf der Tagesordnung: kurz, Österreich

Kurt Schuschnigg auf der Tagesordnung

Es gibt Bücher, die sind nicht zu zitieren, Bücher, von denen nur gesagt werden kann, diese sind zu lesen.

L’ordre du Jour von Éric Vuillard gehört zu diesen Büchern.

Es gibt Bücher, die sind nicht zu besprechen, über die keine Kritik zu schreiben ist, diese sind zu einfach nur zu lesen.

Die Tagesordnung gehört zu diesen Büchern.

Das Buch ist nicht zu lesen, weil in diesem sehr viel über Österreich im Jahr ’38 zu erfahren ist, sondern ausschlaggebend ist das Wie. Die Einbettung dieser Zeit in die Zeit davor und in die Zeit danach. Es geht also weit über die massenmordblutige Posse des deutschen reiches hinaus.

Auch wenn es von Männern erzählt, die auf ihre tatsächlichen Größen reduziert sind, während diese in Österreich im Jahr ’18 noch immer behandelt werden, als hätten sie Größe gehabt.

Auf der Tagesordnung:

  • Kurt Schuschnigg, österreichischer Bundeskanzler und kleiner Rassist und hasengefügige Adlige
  • Österreichischer Bundespräsident, Trottel von Miklas
  • Guderian, der Panzerstaugeneral
  • Hitler, das Untier
  • Krupp, Opel, BASF, Bayer, Siemens, Allianz, die heute noch der Menschen Alltag im Griff haben

Mehr als zu sagen, dieses Buch zu lesen, ist nicht zu sagen.

Vielleicht noch. Von Guderian wurde in einem Kapitel schon erzählt, von den Menschen, die durch die Geschichte draußen vor der Tür zu bleiben haben …

Vielleicht noch. Von den Vorgängern des österreichischen Bundeskanzlers im Jahr ’18 wurde auch schon erzählt …

Vielleicht noch. Die treffendsten Erzählungen zu Österreich sind nicht aus Österreich, wie schon Retour à Reims

Vielleicht noch. Auch davon wird erzählt, dass die Gründe für die policy of appeasement so hehre nicht waren, wie es sonst oft darzustellen versucht wird … und auch in der Gegenwart wird zu oft eine Politik der Beschwichtigung betrieben, wobei zu fragen, ob den Nachgebenden selbst ihre Gründe hierfür im ganzen Ausmaß bewußt sind

Vielleicht noch. Gerade im Erinnerungsjahr ’18 ein Buch zur Anleitung im Umgang mit Gegenwart und Zukunft …

Vielleicht noch. Um den tatsächlichen Stellenwert eines Menschen zu bestimmen, reicht es schon, wie im Fall Schuschnigg die Entfernung des Blattes, zu erzählen, wie eine Fotografie für die Propaganda manipuliert wird, um diesen, kurz gesagt, gewichtiger erscheinen zu lassen …

Mit dem herumfliegenden Papier Kurt Schuschnigg nur ein Blatt in einem schwarzgemusterten Raum …

PS Es scheint für Wikipedia das geschönte, also dem hasenfüßigen Adligen schmeichelnde Foto angemessener zu sein als das … das wird in Österreich auf viel Zustimmung stoßen, und macht auch ein wenig verständlich, weshalb Wikipedia gerade in Österreich eine reichlich genutzte Quelle ist – und Metapedia …

Kurt Schuschnigg Wikipedia

 

 

Prinz Eugen Savoyen, Gebirgsjäger

Prinz Eugen Odal Rune EdelweissPrinz Eugen von Savoyen genießt in Österreich nach wie vor hohes Ansehen.

Insbesondere bei Menschen, die der identitären Regierungspartei angehören.

Wenn an das Beherrschen der deutschen Sprache gerade in diesen Jägerschaften gedacht wird, kann leicht der Verdacht aufkommen, das hohe Ansehen von Prinz Eugen ist dem geschuldet, daß er die deutsche Sprache nicht beherrschte.

Von Prinz Eugen heißt es, er konnte weder die deutsche Sprache lesen noch schreiben, Prinz Eugen Savoyen Gebirgsjäger Division 7kaum, daß er Deutsch sprechen konnte.

Prinz Eugen also so etwas wie ein Trostheiliger der Sprachunmächtigen … auch ohne Beherrschen der deutschen Sprache zu Macht und Reichtum – ein Hoffnungsheiliger der Sprachunmächtigen,

„Kamerat Minisder! Wir geloben dich dem Eit!“

Österreich, Platz der schlampigen Erinnerungen

die stets nach der deutschen Sprache kreischen, hysterisch fordern, welche Menschen die deutsche Sprache zu erlernen haben, welche Menschen nach den Sprachen zu selektieren sind.

Das Ansehen von Prinz Eugen hat in Österreich Tradition. Eine Tradition, die auch gewahrt wurde, als Österreich für madige sieben Jahre anders hieß. In dieser Zeit war Prinz Eugen ein Gebirgsjäger der siebenten SS-Division. Und deren Abzeichen war das Edelweiß und die Odal-Rune.

Das hat Kontinuität, in Österreich.

Daß der Parteimaler der identitären Regierungspartei sich Odin und nicht Gebirgsjäger nennt, obgleich er ihre Rune als Logo – wer kann eines Künstlers tiefe Seele schon ergründen

Vielleicht nennt sich der Gesinnungsmaler nicht Gebirgsjäger, weil die Partei, der er mannigfach künstlerische Pflicht erfüllt, sich auch nicht Gebirgsdivision der Freiheit nennt, obgleich sie, wenn sie die Kornblume ablegt, zu deren Edelweiß greift …

Das Ansehen von Prinz Eugen uPrinz Eugen T-Shirtngemindert. Wessen Name auf T-Shirts gedruckt, der genießt wahres Ansehen, wie eben Prinz Eugen. Auch mit seinem Namen werden T-Shirts zum Verkauf angeboten. Die Damen und Herren der identitären Regierungspartei treten nicht auf, gewandet in T-Shirts.

Vielleicht ist dies dem geschuldet, noch nicht das rechte gefunden zu haben. Obgleich, wie gewußt wird, ab und an nach T-Shirts gesucht wird. Vielleicht ist dieses eines, das ihr zur Berufskleidung werden könnte: ist doch auf diesem zum Verkauf angebotenen T-Shirt alles aufgedruckt, was teure Tradition: Prinz Eugen, Edelweiß, Rune,Prinz Eugen Edelweiß

Kurz hat es gedauert, bis „Treue, Ehre“ in Österreich wieder offener Wahlspruch

Odal-Rune des Gesinnungsmalers

He.-Chr. Strache, FPÖ – Runen von 1989 bis 2015

auch Ehre und Treue fehlen nicht …

Prinz Eugen in Österreich traditionell recht hohes Ansehen