Das schlimmste von allen Tieren ist, kurz gesagt, das autofahrende Tier

Seit der Überlandpartie am 1. Mai, bei der dem entzückenden Bericht über das radfahrende Pferd gelauscht werden durfte, sind wieder, wie festgestellt werden muß, ganz und gar nicht erfreuliche …

drei junge Menschen wurden ermordet

Menschen rissen der Bildung ihre Maske herunter und zeigten ihre Kruckenkreuznase des Antisemitismus und …

Menschgemäße Tage eben, menschgemäße Tage sind wieder vergangen, und menschgemäß ging es ebenfalls weiter mit innenpolitischen Wirren

kurz und sobotka - schwarz macht altWie gut ist es dann, auch dieses Wochenende neben Karl-Loisl Platz nehmen zu dürfen, über das Land fahren zu können, dabei dem auf der Rückbank bequem Sitzenden zuzuhören, erfreut darüber zu sein, schon am Freitag, dem 12. Mai, losgefahren zu sein, um nichts von dem mitzubekommen, was gerade an diesem Tag noch so plapp plapp plapp … wie angenehmer und vielsagender hingegen die Motorgeräusche, das Schnauben und Wiehern der radfahrenden Pferde, das Geschnatter der Gänse …

Und sogleich wird von ihm, kaum ist der Motor angelassen, sind die ersten Meter zurückgelegt, die Erzählung vom 1. Mai wieder aufgenommen und fortgesetzt, die von ihm abgebrochen wurde mit: „Aber da ist auch noch der Autofahrer.“

Aber da ist auch noch der Autofahrer. Haben wir den Mut, es zu bekennen: Er ist von allen Tieren der Landstraße vielleicht das schlimmste.

Ich spüre es an mir selbst. Wenn ich, mit beiden Füßen fest auf dem Boden und kühlem Kopf, mein Gewissen erforsche, stelle ich mit Entsetzen fest, daß ich selbst zuweilen dieses Tier bin … Und doch, verehrter Herr, bin ich in meiner generellen Lebenshaltung weder ein Snob, den der Anblick des Reichtums begeistert, noch ein Herzloser, den der Anblick der Armut beleidigt. Ohne Pose, ohne Literatur, ohne Hintergedanken im Hinblick auf die Karrieren, da ich mir keinerlei Pöstchen, keinerlei Mandat, keinerlei Orden erwarte, habe ich tiefstes Mitleid mit dem menschlichen Unglück. Jeden Tag empöre ich mich immer mehr darüber, daß die Männer, die an der Macht sitzen – egal, unter welchem Etikett, und sei es auch das röteste, sie an die Macht gelangen –, allein aus Liebe zur Macht die soziale Ungleichheit, die sorgfältig gezüchtet wird, zur ständig gleichen Regierungsmethode machen und daß sie ein leidendes Proletariat – das den Reichtum eines Landes erarbeitet, ohne daß man es jemals daran teilhaben läßt – unerbittlich in der härtesten, der ungerechtesten Versklavung halten. Und da der Reiche – mit anderen Worten: die Regierung – immer blind gegen den Armen ist, bin ich, ebenfalls blind und zu allen Zeiten, gemeinsam mit dem Armen gegen den Reichen, mit dem Niedergestreckten gegen den Niederstrecker, mit dem Kranken gegen die Krankheit, mit dem Leben gegen den Tod. Das ist vielleicht etwas zu sehr vereinfacht, von unreflektierter Parteilichkeit, wogegen es gewiß vieles einzuwenden gibt … Aber ich verstehe nichts von den Feinheiten der Politik. Und sie verletzen mich wie ein Unrecht.

Sobald ich aber im Automobil sitze, von der Geschwindigkeit mitgerissen und vom Schwindel ergriffen werde, erlöschen diese humanitären Gefühle. Ich spüre, wie sich in zunehmendem Maße dunkle Fermente von Haß in mir regen, ich spüre, wie die schweren Hefen eines schwachsinnigen Stolzes in mir gären und aufsteigen … Es ist wie ein verabscheuungswürdiger Rausch, der in mich fährt … Die schmächtige menschliche Einheit, die ich bin, verschwindet und weicht einer Art wunderlichem Wesen, in dem sich – oh, lachen Sie nicht, ich flehe Sie an! – die Pracht und Kraft der Elemente, der Naturgewalten verkörpern. Im Laufe dieser Seiten habe ich schon mehrmals von den Erscheinungsformen dieses kosmogonischen Größenwahns gesprochen.

Und da ich die Naturgewalt, der Wind, der Sturm, der Blitz bin, müßte Ihnen begreiflich werden, mit welcher Verachtung ich von der Höhe meines Automobils herab die Menschheit … was sage ich? … das gesamte meiner Allmacht unterworfene Universum betrachte. Doch welch erbärmliche Naturgewalt, da bereits ein kleiner Karren, der den Weg versperrt, genügt, um sie machtlos und kleinlaut zum Anhalten zu bringen … Welch erbärmliche Allmacht, da sie bereits ein Stein, der auf der Straße liegt, in den Straßengraben stürzen läßt!

Und dennoch … und dennoch.

Da ich die Naturgewalt bin, lasse ich nicht zu, kann ich nicht zulassen, daß sich auch nur das geringste Hindernis vor der Laune meiner Bewegungen aufrichtet. Es ist nicht nur unter der Würde einer Naturgewalt, daß sie anhält, wenn sie es nicht will, sondern es ist absolut lächerlich und ungebührlich, daß eine Kuh, ein Bauer, der sich auf dem Weg zum Markt befindet, ein Fuhrmann, der Mehl- oder Kohlesäcke in die Stadt befördert, daß all diese Leute, die niedrige alltägliche Arbeiten verrichten, sie zwingen, ihren unbesiegbaren, alles beherrschenden Lauf zu verlangsamen.

»Platz gemacht … Platz gemacht …. Hier kommt die Naturgewalt!«

Und ich bin nicht nur die Naturgewalt, bestätigt mir der Automobil-Club, mit anderen Worten,  die herrliche blinde und brutale Kraft, die verwüstet und zerstört, sondern ich bin auch der Fortschritt, flüstert mir der Touring-Club ein, mit anderen Worten, die organisierende und erobernde Kraft, die unter anderen zivilisatorischen Wohltaten auch den Familienpensionen im hintersten Winkel der Gebirge einen neuen Anstrich in Lackfarbe verleiht und hochmoderne water-closets samt Gebrauchsanweisung in den kleinen Hotels der entlegensten Provinzen verteilt …

»Also Platz gemacht für den Fortschritt! … Platz gemacht! Platz gemacht!«

Und siehe da!

Sobald die Sirene ertönt, kommen die Menschen aus ihren Häusern gestürzt, sie verlassen ihre Felder, rotten sich zusammen, verfluchen mich, zeigen mir die Faust, drohen mir mit Sensen und Mistgabeln, bewerfen mich mit Steinen. Seit Jesus ist das immer die gleiche Geschichte. Man opfert sich für die Menschen. Und was passiert? Man wird von ihnen gesteinigt, da die Verweichlichung der Zeit es nicht mehr erlaubt, daß sie einen kreuzigen!

Diese rückschrittliche Verstocktheit der Dorfbewohner, denen ich ihre Hühner, ihre Hunde, manchmal auch ihre Kinder überfahre, ist sie nicht im höchsten Grade beunruhigend, entmutigend, ja empörend, da sie nicht begreifen wollen, daß ich der Fortschritt in Person bin und daß ich für das Glück der Allgemeinheit arbeite? Angewidert von diesem Empfang, wütend über dieses Unverständnis, wie ich bin, könnte ich sie durchaus ihrem lächerlichen Schicksal überlassen, ihre trübselige Ruhe respektieren, mit einer regressiven Langsamkeit, dem gemäßigten Tempo einer alten Postkutsche durch ihre Dörfer und über ihre Landstraßen fahren … Aber nein … Ihre Beschränktheit darf mich nicht daran hindern, meine Mission des Fortschritts zu erfüllen … Ich werde ihnen das Glück bringen, auch gegen ihren Willen; ich werde es ihnen bringen, selbst wenn sie nicht mehr auf dieser Welt sind! …

»Platz gemacht! Platz gemacht für den Fortschritt! Platz gemacht für das Glück!«

Und um ihnen zu beweisen, daß es das Glück in Person ist, was da angefahren kommt, und um ihnen ein herrliches und dauerhaftes Bild von diesem leibhaftigen Glück zu hinterlassen, zermalme, überfahre, töte ich … Ich verbreite Schrecken! Alles ergreift Hals über Kopf die Flucht vor mir … Selbst die Telegraphenmasten werden von Panik ergriffen; die Bäume werden vom Schwindel gepackt … Die Häuser scheinen von Epilepsie geschüttelt … Auf den Feldern sehe ich Pferde vor dem Pflug sich so verrückt aufbäumen wie die steinernen Pferde vom Heldenplatz … Die Kühe stürzen in die Straßengräben … Und hinter dem Jupiter, dem Zusammenfüger des Staubs, der ich bin, wird die Landstraße übersät von zertrümmerten Fuhrwerken und totem Getier …

»Schneller! Noch schneller … Es naht das Glück!«

An dem Tag, als ich endlich über die triste Sankt Pöltner Landstraße und die trübseligen Öden des kreuzbuckeligen Waldviertels von meiner Reise zurückkehrte, da sah ich zwischen Stiftmelken,  Heiligenkreuzerhof und Kreuzbrünsting aus der Ferne eine Gruppe von Leuten, die sich sonderbar gebärdeten … Einer löste sich aus der Gruppe und gab mir ein Zeichen anzuhalten …

Mitten auf der Straße lag ein eingedrücktes, ganz verbogenes Automobil … Ein paar Schritte weit entfernt auf der Böschung lang ein kaum zwölfjähriges Mädchen mit zerschmetterter Brust und blutüberströmtem Gesicht … Eine Frau war über sie gebeugt und versuchte sie wieder ins Leben zurückzurufen.

»Jaqueline!« schrie sie. »Meine kleine Jaqueline!«

Ich trat heran, untersuchte das Kind, verabreichte ihm Äther- und Koffein-Injektionen in den Thorax, doch leider vergebens!

»Sie ist tot«, erklärte ich der Mutter.

Ihre Klageschreie wurden herzzerreißend. Da trat auch der Herr des umgestürzten Automobils heran. Er hatte keinerlei Verletzung …

Er war barhäuptig, da er bei dem Zusammenstoß seine Schirmmütze verloren hatte. Ein wenig Staub blondierte seinen schwarzen Bart …

»Seien Sie nicht traurig, gute Frau«, sagte er. »Was passiert ist, ist zweifellos unerfreulich, und vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich Ihr Kind nicht getötet hätte … Ich kann also mitfühlen mit Ihrem Schmerz … Ich selbst bin übringens in einer geradezu verdienstvollen Lage, denn die Affäre ist für mich, da ich versichert bin, ohne Bedeutung, und ich habe keinen Schaden …

Denken Sie doch nach, gute Frau. Ein Fortschritt stellt sich nie in der Welt ein, ohne daß dies ein paar Menschenleben kostet … Betrachten Sie die Eisenbahn, die Unterseeboote … ich könnte Ihnen noch schlagendere Beweise nennen … Aber reden wir über die Sache, die uns betrifft … Es ist doch evident, nicht wahr? … daß der Automobilismus ein Fortschritt ist, vielleicht der größte Fortschritt dieser bewundernswerten Zeit … Also erheben Sie Ihre Seele über dies banalen Alltäglichkeiten. Sagen Sie sich, daß der Automobilismus, auch wenn er Ihre Tochter getötet hat, allein in Österreich zweihunderttausend Arbeiter ernährt … zweihunderttausend Arbeiter, verstehen Sie? … Und die Zukunft? … Denken Sie an die Zukunft, gute Frau! Bald wird es überall Massenverkehrsmittel geben. Sie werden kleine Landstriche, die heute noch völlig isoliert sind, die nicht mal die geringsten Kommunikationsmittel besitzen, schon morgen mit allen Produktionszentren verbunden sehen … Sie werden in den toten Regionen neue Formen des Austauschs funktionieren, neue Quellen des Reichtums entstehen, ein ganz neues Leben aufkommen sehen, das bislang unbekannt war, das man sich nicht mal zu erhoffen wagte … Sagen Sie sich mit bestem Gewissen, daß Ihre Tochter sich dafür geopfert hat … daß sie eine Märtyrerin ist … eine Märtyrerin des Fortschritts … Und Sie werden getröstet sein …

Jetzt werde ich mir Ihren Namen und Ihre Adresse notieren … Schon heute abend werde ich an meine Versicherungsgesellschaft schreiben. Das ist eine ausgezeichnete Gesellschaft … Sie wird Ihnen eine kleine Entschädigung anbieten …

Eine Entschädigung in Relation zu Ihrem gesellschaftlichen Stand, versteht sich, der mir eher gering zu sein scheint …

Wie dem auch sei, seien Sie ganz beruhigt, sie wird die Sache in korrekter Weise regeln … Wer mehr zu bedauern ist, der bin ich … Sehen Sie meinen Wagen an … Ich werde die Eisenbahn nehmen müssen, um nach Kloster Neudorf zurückzukehren, was für einen wahren Automobilisten, wie ich es bin, immer eine Qual ist … Aber auch ich tröste mich, indem ich mir sage, daß ich für den Fortschritt und für das Glück der Allgemeinheit arbeite … Grüß Gott!«

Ich wollte einem so vollendeten Autofahrer nicht die Demütigung zumuten, mit der Eisenbahn nach Kloster Neudorf zurückzukehren. Ich bot ihm einen Platz in meinem Wagen an.

Und da die Mutter, immer noch über die Leiche ihres Kindes gebeugt, weiter schluchzte, meinte dieser herausragende Kollege, während er so bequem wie möglich neben mir Platz nahm, betrübt:

»Oh! … Wir werden noch große Mühe haben, die wahre Vorstellung vom Fortschritt zu verbreiten … unter diesen armen Leuten … Ihre Schä…«

Er sprach seinen Satz nicht zu Ende, der vollständig lauten müßte: »Ihre Schädel sind einfach zu hart!« Vielleicht befürchtete er, die kleine Bauerstochter, die da auf der Straße lag, könnte ihm zu leicht das Gegenteil beweisen …

Es wurde Zeit, daß ich wieder weiterfuhr … seit ich festen Boden unter meinen Füßen spürte, begannen meinen Ansichten eines Automobilisten nämlich zu wanken …. Und ich begann mich bereits mit einigem Entsetzen zu fragen, ob ich wirklich der Fortschritt und das Glück in Person war.

Noch ein Augenblick länger … und ich hätte dem Sprichwort über die Fauna der Landstraße gewiß hinzugefügt:

»Und dann kommt nichts … Und dann kommt immer noch nichts … Und dann kommt der Automobilist!«

„Ich weiß, ich gehöre nicht dazu.“

Heldenplatz Mai 2017 - Die Niederlage.jpg

Ach, Heldenplatzreden, wie schön der Heldenplatz redet, immer noch. Glücklich ist, wer die Scheinwerfer ausschalten kann, damit die nicht gesehen werden müssen, die weiter im Dunkeln sind.

Doron Rabinovici hat einen Text verfaßt, zum 8. Mai 2017. Er hat diesen – nach der nachträglichen Ansehung der Übertragung durch den österreichischen Rundfunk – nicht selbst auf dem Heldenplatz gesprochen. Wie muß ihm bei seinem Anlaßschreiben sein Schreibtisch zum Heldenplatz geworden sein …

Glücklich ist, wer sich nicht erinnern muß, an die, die im Dunkeln sind.

Ach, Heldenplatz, du Viktor-Adler-Markt.

Keiner und keine hat sich an die erinnert, die heute immer noch im Dunkeln sind, nicht einmal als Opfer des Nationalsozialismus erwähnt werden dürfen. Vielleicht wird gedacht, daß diese Menschen in der Vergangenheit zur Genüge schon auserwählt waren, nämlich von den Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, und darin von ihnen als einzige den jüdischen Menschen vollkommen gleichgestellt, aufgestellt zur völligen Vernichtung. Weder der Mauthausen-Komitee-Vorsitzende noch der Bundeskanzler noch der Vizekanzler noch die Vizebürgermeisterin noch der Kulturstadtrat erwähnten diese Menschen, die wohl dafür dankbar sein müssen, daß sie nicht mehr von allen „Zigeuner“ genannt werden, sondern so viele bereits „Roma“ und „Sinti“ sagen. Das soll ihnen wohl Aufmerksamkeit genug sein.

Was für ein Triumph der Niederlage des …!

Was hätte eine Zeitzeugin, eine „Zigeunerin“ – es kann nicht so geschrieben werden, als hätte sich für diese Menschen darüber hinaus, nicht weiter in Vernichtungslagern verschleppt zu werden, mehr geändert, bloß weil sie nun von nicht wenigen „Roma“ und „Sinti“ genannt werden – sagen können, hätte sie am 8. Mai 2017 auf dem Heldenplatz etwas sagen dürfen?

Sie hätte nur sagen können: „Ich weiß, ich gehöre nicht dazu.“ Aber ein Satz in der Gegenwart wäre eine Störung der schönen Heldenplatzfeier gewesen … Glücklich ist, wer die Vergangenheit hat.

Und so konnte die auftretende jüdische Zeitzeugin sagen: „Ich wußte, ich gehöre nicht dazu.“ Und die Fanfaren ertönten und allen schwoll der Kamm der Glückseligkeit ob ihrer …

Sie sprach auch von den Rassengesetzen im Nationalsozialismus, von den „Judengesetzen“, allein von „Judengesetzen“, als wären diese nicht auch und einzig noch gegen „Zigeuner“ …

Holocaust ist gleich Shoa und Porajmos

Porajmos und der christliche Ökumene-Anhänger Adolf Hitler unter dem Einfluß von Martin Luther

Promoting Luther`s teaching by Playmobil

Wie über Zigeuner geschrieben wird – einst und jetzt

Oh, Heldenplatz. Die Welt feiert Martin Luther. Österreich feiert Maria Theresia. Glücklich ist, wer das Dunkle ausblenden kann. Und deren Dunkles

Maria Theresia, Ahnherrin der Integration in Österreich

Die empörte Zurückweisung von Martin Luther

hat viel mit Menschen zu tun, die weiter im Dunkeln zu sein haben, und dort in der Finsternis sollen sie gehörig anständig dafür danken, heute „Roma“ und „Sinti“ genannt zu werden … glücklich ist, wer ein „neues Österreich“ sieht.

Ach, Heldenplatzreden. Ach, Doron Rabinovici. Und weil er so schön schreiben kann, weil seine Schreibe so ergreifend ist, sollen seine hehren Worte auch hier wiedergegeben werden, aber für jene Menschen, für die am 8. Mai 2017, auch in diesem Jahr kein einziger Scheinwerfer eingeschaltet war, keine einzige Kamera sie …

Ein Text ist und bleibt dann lebendig, wenn mit diesem gearbeitet wird. So wird Doron Rabinovici das auch als Schriftsteller verstehen, ihm vielleicht sogar ein Anlaß zur Freude, wenn auch nicht zu einem Fest sein, oder er wird es zumindest nachsehen können, die respektvollen Eingriffe zugunsten der Menschen, die Opfer waren, Opfer sind:

Das ist das Fest der Freude, denn glücklich ist, wer nicht vergisst: Das war der Tag, an dem der Sieg dem Krieg den Garaus machte. Das ist das Fest der Freude, weil damals dem Morden ein Ende bereitet wurde. Und zwar nicht nur am Schlachtfeld und nicht nur in den Lagern, sondern überall im ganzen Land wurde Schluss gemacht mit den Massakern. Wir feiern die Befreiung von Unrecht und Vernichtung. Wir freuen uns über den Frieden und wir erfreuen uns der Freiheit.

Das ist das Fest der Freude, die wir uns durch niemanden nehmen lassen, doch schon gar nicht von denen, die früher jeden 8. Mai hier mit rotschwarzgelben Schärpen aufmarschierten, um sich ausgerechnet an diesem Datum der Trauer hinzugeben und die Niederlage des nationalsozialistischen Reiches zu beweinen. Wer der Millionen Gefallenen ehrlich gedenken will, beklagt nicht den Ausgang, sondern den Ausbruch des Krieges. Am 8. Mai 1945 wurde mit dem Nationalsozialismus auch der Faschismus bezwungen. Die Niederlage der Nazis ist unser aller Triumph. Sie war die Voraussetzung für ein neues Österreich, für ein demokratisches Deutschland, für ein freies Italien, für ein unabhängiges Frankreich.

Sie ist die Grundlage des vereinten Europa jenseits von Antiziganismus, Antiromaismus, Antisemitismus und völkischer Propaganda. Hätte die Wehrmacht den Krieg gewonnen, wäre die Vernichtung dessen, was einst unwertes Leben und Untermensch genannt wurde, noch lange nicht beendet. Die Männer hätten vor allem Soldaten zu sein und die Frauen die Gebärkanonen für neue Regimenter. Von Stacheldraht wären wir umgeben und unsere Heimat läge im Schützengraben.

Da geht eine Grenze zwischen Faschismus und Demokratie. Es ist die Grenze auf Leben und Tod. Das ist die Außengrenze, die geschützt werden muss. Und jenen, die von Zeiten träumen, da sie unseren Nachbarn zum Flüchtling machten, sagen wir, aus dem Flüchtling machen wir nun unseren Nachbarn. Und jenen, die treuherzig behaupten, sie seien die Juden wie die Zigeuner von heute, denen sage ich: “Da irrt euch mal nicht, denn wir Juden wie die Zigeuner von heute, wir ducken uns nicht, wir kuschen nicht, wir feiern gemeinsam mit den Anderen, die aufstehen gegen den Hass.”

Denn wenn sie gegen Minderheiten hetzen, dann sollen sie wissen, die Minderheiten sind wir alle und wir sind längst die Mehrheit, doch eine, die nicht mehr schweigt. Wir leben die Vielfalt. Wir feiern Europa. Wenn sie nach einem starken Mann rufen, wählen wir die Demokratie. Wenn sie die Angst schüren, zeigen wir Zivilcourage. Wir alle sind die Helden für diesen Platz.

Übrigens, zum Schluß noch. Auf der Website des österreichischen Rundfunks gibt es viele Beiträge zum 8. Mai 2017. Rathkolb etwa, der über die Umbenennung des Heldenplatzes … glücklich ist, wer die Vergangenheit teilhell machen kann. Schüssel etwa, der sich erinnert an seine Geburt … das ist jener vor langer Zeit gewesene Kanzler aus der Kunschak-Partei, der mit der identitären Parlamentspartei … das ist die Partei mit einer recht extrem ausgeprägten Leidenschaft zu einer Frau aus … Im österreichischen Rundfunk sind technisch hoch versierte Menschen am Werk, die wissen, wer das Dunkle filmt, bekommt bloß ein finsteres Bild …

Im Verkehr der Radfahrer, der Hengst, die Radfahrerin, die Stute

Um nicht Täuschungen über den Fortschritt des Menschen zu erliegen, ist es von Zeit zu Zeit nützlich, besonders an einem ersten Mai, mit einem Menschen im Automobil mitzufahren und dabei von ihm sich erzählen zu lassen, wie es auf den Straßen zugeht, der  die Fauna der Landstraßen von seinen vielen Reisen bestens kennt …

Und während er beim Fahren über das Land diesmal vom Menschen auf dem Fahrrad erzählt, löst sich wieder einmal rasch die Täuschung auf, bereits in einer anderen Zeit zu leben, als in der, von der erzählt wird.

Sobald sich ein Mensch – und sei es auch der bezauberndste Mensch der Welt – auf ein Fahrrad schwingt, kann man sagen, daß er allein aufgrund dieses Umstandes zu einem Pferd mit all den behindernden und verrückten Kapricen, Sottisen und Kapriolen, mit all den tödlichen Gefahren des Pferdes wird … aber um wie vieles gefährlicher! Zu den Gefährlichkeiten des Pferdes, die er sich zu eigen macht, kommen beim Radfahrer noch persönlich hinzu, die aus dem Grunde konsekriert, legalisiert und unantastbar zu sind, weil er neben dem Pferd, zu dem er geworden ist, in den meisten Fällen auch ein Wähler ist … Kraft dieses Privilegs ordnet er sich niemals unter … Ist es nicht souverän, dieses Tier? Gehört ihm nicht alles? … Die Landstraße, das politische Schicksal des Abgeordneten, den er ernennt, die Mehrheit der Regierung, die er unterstützt? …. Ebensowenig wie den Schankwirt, der gläschenweise Krankheit und Tod kredenzt und auf dessen Schultern das gesamte Gesellschaftssystem ruht, darf man den Radfahrer belästigen. In seiner schikanierenden Wichtigkeit, der aggressiven Ausstrahlung seiner Würde gibt er immer allen anderen, den Fußgängern, den Fuhrwerken, den Autos,, den Tieren die Schuld … Er ist der Herr, der einzige Herr der Straße … Direkt vor der Motorhaube sieht man ihn wie er, die Hände in den Hosentaschen, die Mütze tief ins Genick geschoben, seine Brust- und Beinmuskeln spielen läßt oder zum Spaß Kurven Spiralen und Zickzack fährt, kurzum: lauter sinnlose und belästigende Aktionen vollführt, bei denen es ihm wie dem Hund passieren kann, daß er unter die Räder stürzt … Und dann bekommen Sie tausend Scherereien, die Sie ganze Monate Gefängnis und enormen Schadenersatz kostet.

Vor nicht allzu langer Zeit überhäufte man den Radfahrer mit all den Verwünschungen, mit denen man heute den Autofahrer überhäuft … daher müßte es zwischen ihnen eigentlich eine Art Brüderlichkeit, eine Solidarität der Landstraße geben. Aber der Radfahrer ist zum schlimmsten Feind des Autofahrers geworden. Er verbündet sich mit dem Haß des Bauern und entfesselt ihn bei Bedarf. Ich habe schon welche gesehen, die unbekümmert große Nägel vor ein Auto streuten und wiehernd lachten, wenn sie einen Reifen platzen hörten.

Je weiter ich im Leben voranschreite, desto klarer sehe ich, daß jeder eines jeden Feind ist. In den Augen zweier Menschen die einander begegnen, glüht die gleiche Begierde: die Begierde, sich gegenseitig umzubringen. Mag unser Optimismus auch Gesetze sozialer Gerechtigkeit und Menschenliebe erfunden haben, mögen auf die Monarchien auch Demokratien gefolgt, mögen an die Stelle Republiken auch Anarchien getreten sein, so wird doch, solange es auf Erden Menschen gibt, das Gesetz des Mordens in ihren Gesellschaften in gleichem Maße herrschen, wie es in der Natur dominiert. Es ist das einzige, das imstande ist, die Begierden zu befrieden, zwischen den verschiedenen Interessen zu entscheiden.

Aber ein einzelner Radfahrer – so bösartig er auch sein mag – ist nichts im Vergleich zu einer ganzen Horde von Radfahrern. Sobald diese die Landstraße beherrschen, ist es aus für Fußgänger, Fuhrwerke und Autos … Dann kann man nur noch nach Hause fahren …

Wieviel lieber ist mit da die Dreschmaschine, die die Landstraßen des Mostviertels versperrt, wieviel lieber sind mir da die zweitausend Schafe in der Ochsenschluchtklamm!

In Piber hat man mir den Wahlspruch der kaiserlichen Bereiter verraten: „Zuerst kommt Gott Vater … Dann kommt der Spanische Hofbereiteroffizier … Dann kommt das Pferd des Spanischen Hofbereitersoffiziers. Und danach kommt nichts …“

Hier folgt eine lange Aufzählung von Punkten. Dann fährt der Wahlspruch fort:

„Und dann kommt nichts … Und dann kommt immer noch nichts … Und dann kommt der Spanische Hofbereiter …“

Um die Tiere der Landstraße in der Rangfolge ihrer Meriten zu klassifizieren, schlage ich das folgende Sprichwort vor:

„Zuerst kommt Mutter Gans … Dann kommt die Ente … Dann kommt der Esel und das Maultier … Dann kommt das Schwein … Und danach kommt nichts … Und dann kommt immer noch nichts …“

Hier folgt eine lange Aufzählung von Punkten …

„Dann kommt die Kuh … Dann kommt der Hund … Dann kommt der Herr des Hundes …“

Dann weitere Punkte …

„Dann kommt das Huhn … Dann das Pferd … Dann kommt der Fuhrkutscher … Und dann kommt nichts ….“

Wieder eine endlose Folge von Punkten …

„Und dann kommt der Radfahrer!“

Dann kommt der Radfahrer … Das ist klar …

Aber da ist auch noch der Autofahrer …

So spannend und lustig er auch bitter zu erzählen weiß, wie es auf den Straßen zugeht, muß doch eingestanden werden, es wird ihm nicht lange mit der größten Aufmerksamkeit zugehört, denn allmählich gewinnt das Träumen über eine erhoffte Zeit, in der es anders sein wird, daß es einst besser …

Erster Mai - Der Radfahrer der Hengst.jpg

The time of hitlers, again – Trump, Erdoğan, Le Pen …

time of hitlers again - global

Wie wurde in den letzten Jahrzehnten mit Verwunderung und Erschütterung die Frage gewälzt, Eltern, Großeltern befragt, wissenschaftlich sozialbedingte, ökonomisch bedingte, historisch und national bedingte Erklärungen versucht, eine Antwort darauf zu finden, wie konnten nur so viele auf das österreichische Kasperle hereinfallen, das auf Bühnen herumhüpfte, krächzte, Grimassen schnitt, gestikulierte, mit aberwitzigen Inhalten – kurz: heftig zum Auslachen war, aber keinesfalls zum Ernst nehmen …

Nun, Jahrzehnte später, da die hitlers von damals glücklicherweise tot sind, können die Menschen von heute die Frage selbst beantworten, ohne die Wissenschaft zu bemühen, die ohnehin unglücklicherweise immer weniger bemüht wird … die Zeit der hitlers läutet wohl auch stets das Ende der wissenschaftlichen Zeit ein, und überbleibt ein Glaube an diffuse und gemeingefährliche Welterklärungen, das heißt, der Glaube an barbarische Weltzurechtlegungen.

Wie hüpfen, krächzen, gestikulieren, schneiden Grimassen, geben Aberwitze als Inhalte von sich beispielsweise Erdoğan, Trump, Le Pen und viele andere heutzutage – kurz: nicht einmal mehr zum heftigen Auslachen, denn eine Groteske ist nur beim ersten Mal zum Auslachen, und diese gab es schon einmal, nämlich mit den damaligen hitlers.

Auslachen heißt aber damals wie heute, den Auszulachenden keine Bedeutung zu geben, die Auszulachenden von den Bühnen zu lachen heißt, sie nicht zu wählen, sie in ihre erbärmlichen Geisterwelthöhlen zurück kriechen zu lassen, in denen sie ihre Aberwitze gegen die Steinmauern schreien können, dabei hüpfend, gestikulierend, Grimassen schneidend, aber ungesehen und ungehört und vor allem ungewählt.

Wenn hier von den hitlers gesprochen wird, dann sind damit nicht die historischen hitlers im Vergleich oder gar in Gleichsetzung mit den heutigen Kasperles gemeint, sondern der Typus hitlers, für den auch die massenverbrechenshistorischen hitlers stehen.

Es sollte aber, was dringender scheint, für damals ist es leider zu spät, umso dringlicher für heute, nicht auf die Bühnen geblickt werden, wo wenige Kasperles herumhüpfen, Aberwitze als Inhalte schreien, mit ihren Extremitäten fuchteln, stampfen, Grimassen schneiden, sondern in ihr Publikum, das die hitlers sind, sich ernst nehmen, statt sich selber auszulachen, und wenn sie nach ihrem Namen gefragt werden, mehr und mehr vorstellen mit: „Volk“, „Identitär Volk“.

NS Es hätten zu Erdoğan, Trump, Le Pen auch weitere genannt werden können, sogar welche aus der Geburtsprovinz des Kasperles – aber die sind nicht einmal erwähnenswert …

Wandergeselle Rathkolb, Irmgard Griss im politischen Wachkoma in Österreich, Scholle des Führers

Im Namen des Volkes Puls 4 Griss.jpg

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Für die geplante Sendung von der Fernsehfirma Puls 4 ab Mai 2017 muß kein eigenes Kapitel eröffnet werden. Es ist bloß ein weiteres Beispiel dafür, weshalb  auf dieses Land vortrefflich die Beschreibung paßt:

Österreich, Scholle des Führers.

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Nun wandert der Historikergeselle Rathkolb von Studio zu Studio, von Redaktion zu Redaktion, um zu erklären, wie das mit der Umfrage sei, an der er beteiligt war … ach, und ein ganzes Land, erschüttert über die Ergebnisse dieser Umfrage, lauscht seinen Ausführungen, sieht ihm bei seinem Zimmern einer gefälligen Erklärungstruhe …

Aber kann das Ergebnis überraschen, wenn nach dem „starken Mann“ gefragt wird?

Jedwede Frage einer Umfrage zeitigt Antworten. Vor allem, wenn verknappte Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind. Zwangsläufig kommen Antwortprozentzahlen dabei heraus.

Wie wäre wohl das Ergebnis ausgefallen, wäre nicht nach dem „starken Mann“ gefragt worden, sondern nach „Menschen mit Haltung“? Wenn also gefragt worden wäre, ob Sie Menschen mit Haltung in verantwortlichen politischen Positionen haben möchten. Menschen also, die ihr Amt kleiden und sich nicht vom Amt bekleiden lassen.

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Was heißt denn, nach dem „starken Mann“ zu fragen?

Nichts.

Es offenbart bloß eine schauerliche Denkweise derer, die die Umfrage durchführen. Es will gar nicht so weit gegangen werden, zu sagen, derartige Fragen nach dem „starken Mann“ erzählen im Grunde von der Sehnsucht der Befragenden nach einem „starken Mann“,  und vielleicht auch von ihrem Traum, da sie es sind, die nach dem „starken Mann“ fragen, selbst ein „starker Mann“ zu sein.

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Nach dem „starken Mann“ zu fragen, ist nichts anderes als die Fortschreibung autoritärer Denkungsart, die reaktionäre Einteilung in Stärke und Schwäche.

Als ob es darum noch ginge: stark und schwach, schwach oder stark …

Das Ergebnis einer auf einem sehr alten Weltbild fußenden Umfrage, wie es diese Umfrage ist, kann also nicht überraschen, noch erschüttern.

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Was nun auch so breit erschüttert und überrascht: vor zehn Jahren wären es noch weniger Menschen gewesen, die nach dem „starken Mann“ … Sind dieselben eintausend Menschen wie vor zehn Jahren telefonisch befragt worden? Kann alles, was in einer telefonischen Befragung gesagt wird, für bare Münze genommen werden, als Wahrheit und nichts als die Wahrheit? Wer kennt nicht die lästigen Umfrageanrufe, auf die als Reaktion es auch die Möglichkeit gibt, gleich die Teilnahme genervt abzulehnen, oder sich einen mit ernst wirkenden Antworten maskierten Spaß zu gönnen, Umfrageunternehmen eine lange Nase zu drehen – ganz gleich, ob Fragen gestellt werden nach Politik und Geschichte oder Waschpulver, Eislutscher oder Gummibärchen … Obwohl. Gerade bei Fragen nach der Politik ist es eine besondere Herausforderung, Antworten zu geben, die nicht die eigene Meinung widerspiegeln … Und bei den konkreten Fragen dieser speziellen Telefonumfrage kann es durchaus sein, daß Menschen noch nie über solche Fragen nachgedacht haben … wer fragt sich schon selber und hat dazu wohlüberlegte Antworten für sich, er oder sie wolle einen „starken Mann“ oder der Nationalsozialismus habe dies weniger oder das mehr für Österreich gebracht … Und dann passiert das, aus Höflichkeit, eine Reflexantwort, eine schnelle Wahl wie beim Wirten, zu essen habe er noch Frankfurter oder Debreziner, dann wird schnell entschieden, Debreziner zu nehmen, oder Frankfurter … Und mehr bieten Umfragefirmen bei Telefonumfragen auch nicht an, vielleicht noch Senf, ab und an auch noch Krenn …

Aber die Ergebnisse von Telefonbefragungen werden stets mit einem päpstlichen Ernst präsentiert und aufgenommen, als wären alle vor einer Frau Richterin gestanden und hätten unter Eid bei sonstiger Strafandrohung aussagen müssen …

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Es wird wohl nicht dokumentiert sein, ob und wie viele Menschen, die befragt wurden, es abgelehnt haben, die Frage nach dem „starken Mann“ zu beantworten, und das auch begründet haben, weil es etwa unsinnig sei nach dem „starken Mann“ zu fragen, weil es eine gänzlich falsche Fragestellung sei und so weiter und so fort.

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Ach ja, die geplante Sendung der Fernsehfirma mit dem Titel „Im Namen des Volkes“.

„Irmgard Griss führt als Vorsitzende durch die Verhandlung: ausgleichend, hinterfragend – aber auch mit der Möglichkeit zur Sanktionierung von Ausfälligkeiten und Polemiken, als echte Autoritätsperson.“

Ständig, und diese geplante Sendung ist das aktuellste Beispiel hierfür, wird der „starke Mann“ bedient, beworben, schmackhaft gemacht, und dann das große Erstaunen, die große Erschütterung, wenn in einer Umfrage ein hoher Prozentsatz einen „starken Mann“ …

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Es ist nachvollziehbar, wenn eine Fernsehfirma auf ihrer ständigen Jagd nach Quote auf die abstrusesten Sendungsideen verfällt, aber daß ein Mensch, der immerhin Bundespräsident werden wollte, also ein politisches Amt bekleiden wollte, bei solch einer Sendung mitmachen will und wird, das kann nur ein Mensch im politischen Wachkoma sein.

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Ein „Diskurs brisantester gesellschaftspolitischer Themen Österreichs“ als Puls-4-Verhandlung mit einer „echten Autoritätsperson“, die den „Vorsitz mit der Möglichkeit der Sanktionierung“ führt, und am Ende mit einer „Entscheidung im Namen des Volkes“ … das ist der Stoff, aus dem Satiren sind, in Österreich aber der Stoff, aus dem die Wirklichkeit ist.

25

„Im Namen des Volkes“ … in welcher Zeit, Entscheidungen respektive Urteile „im Namen des Volkes“ gefällt wurden, muß nicht besonders vermerkt werden …

Wie das Ergebnis der Umfrage nicht überraschen kann, überrascht es auch nicht, daß auf der Scholle des Führers derart unbekümmert für eine Sendung „Im Namen des Volkes“ als Titel genommen wird, ach, was für ein Fortschritt wird das sein, gesittet und ruhig werden nun die Entscheidungen „im Namen des Volkes“ verkündet werden, nicht wie seinerzeit brüllend von einem der in seiner Zeit vielen eine „echte Autoritätsperson“ war … und das ist kein Vergleich zwischen Irmgard Griss und Roland Freisler, keine Gleichstellung von Roland Freisler und Irmgard Griss …

Wenn Irmgard Griss wenigstens für einen Moment aus dem politischen Wachkoma herauskommen würde, fiele ihr vielleicht doch auf, die Unmöglichkeit an der Teilnahme an einer solchen Sendung, die für die unsägliche Kontinuität einer Denkungsart stehen wird, die einst den Nationalsozialismus hervorbrachte, und es sollte jeden Menschen davor schaudern, was dieses überholte „Im Namen des Volkes“-Geschwefel heute hervorbringen wird, was es heißt, diese überholte Denkungsart durch Mitwirkung zu bedienen, zu bewerben. Wie einst das Geschwefel vom Volke zum Nationalsozialismus führte, wird das heutige Geschwefel vom Volke zu etwas führen, das nichts Gutes sein wird, auch und vor allem nicht für das sogenannte Volk.

25.1

Irmgard Griss. Zu ihr ist nichts hinzuzufügen, was nicht bereits …

Hin- und Grisssichtl und das Verharren im Alten in Österreich

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Ach, wie recht doch der Wandergeselle hat, die Wichtigkeit der Bildung zu betonen, den Bildungsauftrag einzumahnen … ist es nicht schauerlich, wie die sogenannten unerreichbaren Bildungsfernen gemütlich und nostalgisch etwa von „Lieblingsnazis“ …

Alle wissen alles und alle tun nichts! Höchste Zeit zur Aufarbeitung der Aufarbeitung des Nationalsozialismus – Aber in der Gegenwart

Österreich, Scholle des Führers

Österreich - Scholle des Führers

1

Bereits mit dem ersten Bekanntwerden der Ergebnisse des Referendums in der Türkei war klar, es wird nicht lange dauern, und die Bildungsfrage wird bemüht werden. Und es hat nicht lange gedauert, hervorzuheben, es seien die sogenannten Bildungsfernen, die für ein Ja gestimmt hätten, für Recep Tayyip Erdoğan,  für einen „Führerstaat“, wie es in der Umsonst, die sich treffenderweise Österreich nennt, einer ihrer Herausgeber in seiner Analyse schreibt.

Auf der Scholle des Führers überrascht es nicht, daß ihm dazu sofort „Führerstaat“ einfällt.

2

Und mit dem Bekanntwerden, wie Menschen mit türkischer Staatsbürgerschaft, die in Österreich leben, abstimmten, nämlich beinahe drei Viertel stimmten mit Ja zu diesem unseligen Plan einer Verfassungsänderung in der Türkei, ging augenblicklich das Geheul los, wie können Türkinnen und Türken in Österreich nur dafür sein. In diesem Ausmaß. Was sind das nur für Menschen. Und sofort wurden Forderungen erhoben, diese alle müssen Österreich verlassen, solche Menschen hätten in einer Demokratie, wie sie Österreich ist, wobei nicht mehr klar ist, wird damit das Land oder die Umsonst gemeint, nichts verloren. Solche Menschen, die derart abstimmen, gehören bestraft; eine Strafaktion gehört her, wie sie gleich vom in Bestrafungen vernarrten Innenminister  kundgetan wurde, freilich nennt er es nicht so, bemäntelt sie mit dünnen sachlichen und rechtlichen Argumenten.

Auf der Scholle des Führers hätte es nicht überraschen dürfen, daß rund drei Viertel von den an diesem Referendum Teilnehmenden mit Ja stimmten. Sie haben dieses Land verstanden, die Atmosphäre auf der Scholle des Führers verleitet zu einem Ja. Sie sind integriert, auf eine schauerliche Art sind sie integriert, sie riechen den Lockduft des Führers, der über das ganze Land ausgebracht ist und unentwegt ausgebracht wird, und dieser mit dem Geruch der Jauche am besten beschreibbare Lockduft verströmt das Ja, das Ja, wie es der Österreichmann bezeichnet, zum „Führerstaat“.

3

Ein paar Tage nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses des Referendums in der Türkei nun die Veröffentlichung einer Umfrage in Österreich, es stellt sich die Frage, sind Türkinnen oder Österreicher befragt worden, nach dem Ergebnis der Umfrage fällt es schwer, ist es eigentlich schon unmöglich, zwischen türkischen und österreichischen Menschen zu unterscheiden, die zum Ergebnis hat:

„43 Prozent der Österreicher wünschen sich einen ’starken Mann‘ an der Spitze des Staates. Und immerhin noch 23 Prozent stimmen der Aussage zu: ‚Man sollte einen starken Führer haben, der sich nicht um ein Parlament und Wahlen kümmern muss.'“

Auf der Scholle des Führers ein Ergebnis, das nicht überrascht.

4

Unterfüttert ist die Veröffentlichung dieses Umfrage-Ergebnisses, auch keine Überraschung, mit der Bildungsfrage. Es sind menschgemäß die sogenannten Bildungsfernen, die „nach einem starken Mann“ lechzen.

Oliver Rathkolb, der nun medial fleißig die Fragen zu dieser Umfrage beantwortet, sieht einen „ganz klaren Bildungsauftrag“, er meint, „vor allem für das Bildungssystem ist das aber ein schlechtes Ergebnis.“ Die Lösung: er bräuchte einen „eigenen You-Tube-Kanal“. Weil, so meint er, „Historiker“ würden zwar brav bei Fernsehdokumentationen usw. helfen, aber damit nur jene erreichen, die ohnehin schon von ihrer Meinung überzeugt seien.

Was, es kann nicht anders gesagt werden, für ein Unsinn. Weshalb sollte es mit einem eigenen You-Tube-Kanal anders als beispielsweise mit Fernsehdokumentationen …

Was es allein alles auf You-Tube gibt … er, Rathkolb, ist Historiker, vielleicht ist die Gegenwart nicht so seines, zusätzlich einen Rathkolb auf You-Tube, nun, das wird es nicht bringen, vor allem nicht, wie er es bringt.

Der Mangel ist nicht die Bildung. Der „Bildungsauftrag“ wird, auch was den mit dieser Umfrage verbundenen Nationalsozialismus angeht, übererfüllt. Wie viele der täglichen Sekunden werden nicht darauf verwendet, auf mannigfache mediale Weise zu bilden?

Es herrscht ein Mangel an einem aufrechten Umgang. Es gibt ein Übermaß, sich vor dem Nationalsozialismus zu verbeugen, ein Entgegenkommen, eine Großzügigkeit, eine Nachsicht. Wenn dies in der Gegenwart belanglos, fruchtlos wäre, könnte es abgetan werden, sollen sich jene, die sich dieser perversen Nostalgie hingeben, sich daran erfreuen, wie sich andere an den sogenannten Evergreens etwa eines Peter Alexander erfreuen. Bedauerlicherweise aber ist dem nicht so, es hat Auswirkungen auf die Gegenwart, es wirkt heute, und die Nachsicht im Heute ist das Ungeheuerliche, das Verwerfliche …  Es mag schon sein, wie Rathkolb sagt, daß Menschen, die den Nationalsozialismus ablehnen, nicht so für autoritäre Systeme anfällig seien, aber es hindert sie nicht, bildungsbeflissen Empfehlungen abzugeben, die …

Oliver Rathkolb selbst ist dafür ein Beispiel, wie einerseits der Bildungsauftrag erfüllt wird, aber andererseits … hier reicht es auf das Karl-Lueger-Denkmal und den Wehrmann in Eisen hinzuweisen:

Das Lueger-Denkmal von Josef Müllner mit der Tafel auf Karl-Art von Oliver Rathkolb

„Wehrmann in Eisen“, Josef Müllner und das tourismusgerecht zugerichtete Wien

Zugespitzt könnte gesagt werden, Oliver Rathkolb verwechselt Bildungsauftrag und Bildung mit Indoktrination und Gehirndurchgriffsrecht.

5

Im Grunde ist diese Umfrage auch ein Beispiel dafür, wie sehr nicht das Bildungssystem versagt. Es werden die Signale wahrgenommen, die mit der Bildung ausgesandt werden. Das sind schauerliche Signale. Etwa in bezug auf den Nationalsozialismus. Dieser wird immer noch als eine Option behandelt und nicht als das, was er ist: ein Verbrechen. Wenn etwa gefragt wird, ob der Nationalsozialismus „sowohl Gutes als auch Schlechtes“ für Österreich gebracht habe. Als Gegenprobe. Oliver Rathkolb würde in einer Umfrage wohl nicht die Frage stellen, ob Sie glauben, daß eine kriminelle Vereinigung, beispielsweise die Mafia, „nur Schlechtes, großteils Schlechtes, großteils Gutes, nur Gutes“ …

6

Es sind nicht die sogenannten Bildungsfernen, die in Österreich die „Führer“ und die „Führerinnnen“ feiern, sie als Vorbilder hinstellen, aber die sogenannten Bildungsnahen wenden sich vor Ekel ab, wenn Menschen einem „starken Führer“ etwas abgewinnen können,  der ihnen doch stets schmackhaft gemacht wird. Nicht in Schmuddelblättern, sondern auf den Seiten der sogenannten Qualitätszeitungen in diesem Land.

Österreich, Platz der schlampigen Erinnerungen

Maria Theresia, Ahnherrin der Integration in Österreich

7

Wenn angenommen werden darf, daß das österreichische Parlament die Versammlung der sogenannten Bildungsnahen ist und darüber hinaus der Menschen, die bestens Bescheid wissen, die bestens informiert sind, die am meisten den Nationalsozialismus ablehnen und diesen auch kraft ihres Amtes ablehnen müssen, dann muß die Frage gestellt werden, zu was ist die Bildung nutze?

Kornblumenland Österreich: 80,3% wählten „Nazi-Blume“-Träger zu ihrem Präsidenten

Nach Einschätzung von Christine Nöstlinger ist das Parlament der Ort der „denkfaulen“ Wählenden

Die Kornblume von Norbert Hofer seit 107 Jahren Symbol für antiösterreichische Gesinnung

Die Menschen sind klüger, als Belehrer und Belehrerinnen sie haben wollen.

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Ach, es sind stets die sogenannten Bildungsfernen, die jene verhätscheln, die nicht zu hätscheln sind. Dazu reicht der Hinweis auf die Kapiteln über die Veranstaltung im letzten Jahr, im Vorort von Braunau …

Reist die feine Gesellschaft an, um ihrer Nathalie Holzmüller mit Wiener Handkuß beim Vortrag beizustehen?

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Ach, wie überrascht, über die hohe Zustimmung zu „Law and Order“. Ja, es sind die sogenannten Bildungsfernen, die unentwegt Gesetzesvorschläge formulieren, sie sind es, die im Parlament unentwegt Verschärfungsgesetzesinitiativen …

Österreich 2017: Strafen, Kerker, Verbote, Anhaltelager

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Ach, was für ein ungebildeter Pöbel, der einen „starken Mann“ … Ja, es ist der ungebildete Pöbel, für den ein Diktator einer ist, der als „Player“ einzubinden ist …

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Sagt das nicht auch sehr viel aus, wenn eine sogenannte respektive österreichische Qualitätszeitung ihren Bericht über diese Umfrage mit einem Bild von Vladimir Putin illustriert? Geradeso, als würde es in Österreich keinen Mandatar, keine Funktionärin geben, die nicht den „starken Mann“ geben wollte, weil sie, ach so gebildet, immun wären gegen die Verlockungen, den „starken Mann“ raushängen zu lassen?

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Ach, es sind stets die sogenannten Bildungsfernen, die dem „starken Mann“ huldigen, ihm Denkmäler errichten wollen …

Adolf-Hitler-Gedenkhaus in Westlake Hanoi, Vietnam

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Ach, wie das Bildungssystem versagt hat, wer bekommt den Auftrag, mit der jahrzehntelang kreisfahrenden Nationalikone der sogenannten Bildungsfernen mit dem Bedarf nach einem Diktator bildungsmäßig zu arbeiten …

Das Gift der verschuldeten Vermutungen

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Führerergeben wird in Österreich nach wie vor das Wort eines absolutistisch herrschenden Mannes – von irgendeinem Papst also – mit Sehnsucht und in völliger Verklärung der Landesidentität zitiert, Österreich sei eine Insel der Glückseligen. Tatsächlich aber ist Österreich eine Scholle des Führers, auf dieser schwarzbraunen Scholle des Führers wird seit Jahrzehnten die Bildungssaat ausgebracht, reichlich gedüngt, und was geerntet wird, nun davon erzählt auch diese aktuelle Umfrage. Es gibt nicht nur die Scholle des österreichischen Bildungsbauern, der darauf bedacht ist, sein Heu ins Trockene zu bringen, es gibt auch die Eisscholle, also eine Insel aus Eis. Österreich, eine Eisscholle des Führers, die mit einem sehr dünnen Zivilisationsboden provisorisch …

Häupl präsentiert erstes Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus im Wiener Rathaus

Antisemitismus-Komitee - Wiener Rathaus

Wiens Bürgermeister Michael Häupl hat übermorgen im Roten Salon des Wiener Rathauses das erste Monitoring-Komitee gegen Antiromaismus in Wien präsentiert. Dabei handelt es sich um VertreterInnen und ExpertInnen aller politischen Fraktionen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: Antiziganismus in Wien keine Chance geben.

„Antiromaismus ist immer noch ein aktuelles Thema. Als ÖsterreicherInnen wissen wir um unsere Geschichte, die nicht verleugnet werden kann“, so Häupl. Zudem betonte er die Wichtigkeit dieser parteiübergreifenden Initiative.

Ein Vorfall war unter anderem Anlass für die Gründung der Initiative. Ein Sinti-Bürger wurde im Rahmen eines Fußballspiels beschimpft, beleidigt und angepöbelt. Die Wiener Erklärung gegen Antiziganismus hat das Ziel, ein friedvolles Miteinander in der Stadt zu schaffen und den Respekt für andere Kulturen und Religionen zu fördern. Aufgabe des Komitees wird es sein, Empfehlungen über das Verhalten bei antiziganistischen Übergriffen abzugeben und Steuerungsgruppen einzurichten.

Entstehung der Antiziganismus-Arbeitsgruppe – ein Rückblick

Der Wiener Gemeinderat hat sich übermorgen dafür ausgesprochen, eine Arbeitsgruppe zur Bekämpfung von Antiziganismus in Wien einzurichten. Im Jänner übernächsten Jahres wurde die „Wiener Erklärung zur Bekämpfung von Antiziganismus“ veröffentlicht, die sich an ein Paper der in London gegründeten interparlamentarischen Koalition aus dem Jahr 2009 anlehnt. Darin wird unter anderem festgehalten, wie ParlamentarierInnen, Mitglieder der Regierung, die OSZE, der EU-Ministerrat sowie Führungspersönlichkeiten aller Glaubensrichtungen gegen Hass und Gewalt an romaischen BürgerInnen auftreten können.

Initiiert wurde der Arbeitskreis zur Bekämpfung von Antiromaismus übernächsten Jahres vom SPÖ-Landtagsabgeordneten und Wiener Gemeinderat Peter Florianschütz. Er wird das Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus auch künftig koordinieren. „Es ist unsere Aufgabe und Pflicht dafür zu sorgen, dass jedweder Antiromaismus entschieden bekämpft wird“, so Peter Florianschütz über das Leitmotiv des Antiziganismus-Komitees. (Claim News)

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