Leopold Figl war nie im Konzentrationslager …

Leopold Figl und Ludwig Wittgenstein in der Kundmanngasse… jedenfalls nach der Gedenktafel in der Kundmanngasse 24 auf der Landstraße, im dritten Wiener Gemeindebezirk, wo er, so steht es auf der Gedenktafel, von „1937 bis 1946 wohnte“, der Glückliche …

Und es ist ein architektonisches Glück, mit Blick auf das Wittgenstein-Haus in der Kundmanngasse 19 zu wohnen.

Er wohnte also von 37 bis 46 in der Kundmanngasse, also durchgehend neun Jahre.

Es ist eine doch recht genaue Tafel nach österreichischer Art. Denn. Von seiner Zeit von 38 bis 43 in den Konzentrationslagern von Flossenbürg und Dachau kann nicht gesagt werden, er hätte dort gewohnt. Fünf Jahre in den Konzentrationslagern müssen nicht erwähnt werden, wenn er einen ordentlich ausgefüllten Meldezettel auch für diese Jahre ausgestellt als Hauptwohnsitz auf die Kundmanngasse gehabt haben wird.

Gedenktafeln können schon zu Fragen anregen. Dafür werden diese wohl angebracht werden. Oder doch für etwas ganz anderes?

Was will also beispielsweise mit dieser Figl-Gedenktafel ausgesagt werden, welche Botschaft meißelte Franz Aufhauser in seine?

Figl war nie in einem Konzentrationslager?

Leopold Figl - Kundmanngasse 24 - Gedenktafel

Figl war nie in einem Konzentrationslager, also hat es nie Konzentrationslager im deutschen reich der madigen zwölf Jahre gegeben, auf jeden Fall nicht in den fünf Jahren zwischen 38 und 43?

Figl war doch im Konzentrationslager, nämlich in der Kundmanngasse 24, aber die Konzentrationslager müssen nicht extra mit ihren Namen angeführt werden. Weil eben in dieser Zeit ein jedes Haus, eine jede Wohnung in Deutschland und in Österreich, die in einem Staat konzentriert, für madige sieben Jahre zu einem reich zusammengepfercht waren, ein Konzentrationslager war?

Oder es ist schlicht und ergreifend, um mit dem zurzeitigen Pferdeminister zu sprechen, eine Gedenktafel ganz im Sinne von Leopold Figl. Toten Menschen und toten Reichen soll nichts Schlechtes nachgesagt werden. Um es so kurz wie schlicht zu wiederholen, da es hierzu ohnehin längere Kapitel gibt, Leopold Figl selbst war ein Mann dieser Maxime, einem Nationalratspräsidenten nach 45 nachzusagen, er sei ein „rassistischer Antisemit“ gewesen, das hat sich ein Leopold Figl nicht erlaubt, so fein christlich wie er war.

Und diesem ersten Nationalratspräsidenten nach den madigen sieben Jahren des deutschen reiches in Österreich wird aus dieser fein christlichen Partei bis zu diesem Tage nur das Beste nachgesagt. Freilich kommt jetzt, da der Opportunismus der Stunde es dringend gebietet, den Antisemitismus zu exportieren, ein wenig Kritik auf …

Aber sonst ist diese gar so fein christliche Partei noch weiter ganz erfüllt von dem „ökonomischen Antisemiten“, der der erste Nationalratspräsident nach dem Tod des deutschen reiches in Österreich war und einen recht feinen christlichen Sinn für das Soziale hatte, der göttlich einzig wußte, was die Menschen brauchen, nämlich nur das, was er ihnen zugesteht.

Leopold Figl war nie im Konzentrationslager

Und im Namen der Ökonomie den Menschen alles zu nehmen, was ihnen nur genommen werden kann, dies aber nicht brutal auszusprechen, sondern es so wolkig darzustellen, wie es nur wolkig dargestellt werden kann, ganz nach dem Vorbilde etwa der Figl-Gedenktafel, ist nur, kurz gesagt, recht und billig, in Wahrheit ist es nur recht und christlich – und es wird, wie festgestellt werden kann, hier schon lange nicht mehr von der Zeit gesprochen, in der die Figl-Gedenktafel irgendwann in der Vergangenheit nach 46 angebracht wurde, sondern von Österreich im Jahr 18 –, der Ökonomie alles zu opfern, das Menschen je nur weggenommen werden kann, ist nichts, das der Ökonomie schlecht nachgesagt werden kann, denn eines dürfen die Menschen, wenn ihnen alles genommen, behalten, das feine Christliche, und wer bisher noch nicht zum feinen Christlichen Zuflucht gefunden hat, darf, und daran arbeitet die zurzeitige christidentitäre Regierung in Österreich unentwegt, nun nackt vor den Herrn hinknien, um das feine Christliche zu empfangen, das wärmt, wenn der Ofen kalt ist, das sättigt, wenn die Vorratskammer leer ist, das ein Dach über dem Kopf ist, wenn auf der Straße zu schlafen und ein Einkaufswagen der Kleiderschrank ist.

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