Alexander Van der Bellen entläßt Sebastian Kurz nicht aus seinem Amt, dafür aber aus seiner Verantwortung und wird dabei auch noch zum ersten Kurz-Werbeträger

Es ist erstaunlich und auffällig, wie nun seitens der ÖVP die Zusammenarbeit, die guten Gespräche zwischen dem Bundespräsidenten und Sebastian Kurz hervorgehoben werden, beispielhaft in der gestrigen Nacht die Aussagen des Gernot Blümel im Fernsehen.

Aber es ist nicht unverständlich. Der Bundespräsident ist im Nu recht gut einsetzbar, als erster Werbeträger für Sebastian Kurz. Und der Bundespräsident tut auch alles dafür, erster Werbeträger für Sebastian Kurz zu sein, erster Reinwascher des Landes für Sebastian Kurz zu sein.

Der Bundespräsident präsentiert Sebastian Kurz als verantwortungsvollen Mann, mit dem er, der Bundespräsident, alles tun will, um das „Vertrauen wiederherzustellen“.

Das soll, wird der Bundespräsident sich wohl fragen lassen müssen, vertrauensbildend sein, mit einem Sebastian Kurz einen „Neubeginn“ machen zu wollen, mit einem also, der erst vor siebzehn Monaten einen „Neubeginn“ versprach, und nicht einmal zwei Jahre später steht das Land wieder davor, einen „Neubeginn“ zu brauchen. Das war wohl von Sebastian Kur gemeint, wenn er von „Veränderungen“ sprach. Die Veränderung von einem Neubeginn zum nächsten Neubeginn, und diesmal wirklich die große Veränderung, mit dem Bundespräsidenten als Werbeträger.

Das ist also gar nicht erstaunlich, daß die ÖVP nun die gute Zusammenarbeit, die guten Gespräche zwischen Sebastian Kurz und dem Bundespräsidenten derart herausstreicht.

Die Verantwortung, das darf nicht vergessen werden, für die Misere liegt bei Sebastian Kurz. Er hat schließlich mit Strache und seiner identitären Partei eine Koalition geschmiedet. Ohne Sebastian Kurz und seiner ihm hörigen ÖVP hätte es jetzt diese Misere, dieses Schlamassel, diesen Schaden, nicht gegeben. Ein solches Video von Strache, der nicht Vizekanzler ist, hätte nur eines, wenn es je dann veröffentlicht worden wäre, nur eines ausgelöst: Lacher, laute Lacher, sehr laute Lacher, Lacher über Lacher, die noch auf dem Mond zu hören gewesen wären, mehr aber nicht, sonst nichts.

Sebastian Kurz, der so gerne Chef spielt, ist aber kein Chef. Denn als Chef hätte er die Konsequenz ziehen müssen, und verantwortungsbewußt abtreten müssen. Aber er duckt sich weg, wie ein kleiner Angestellter und hofft darauf, es werde seine Verfehlung nicht entdeckt werden. Beinahe kann es verstanden werden, daß gleichzeitig der Bundespräsident sich an Sebastian Kurz hängt, ihn nicht entläßt, er müßte sich sonst wohl eingestehen, selbst gefehlt zu haben, mit seiner Akzeptanz dieser schwarzidentitären Regierung, zu schwach gewesen zu sein, zu wenig Einsatz gezeigt zu haben, um eine andere Regierungszusammensetzung in Österreich zu etablieren, mit der es nicht zu dieser jetzigen Misere, zu diesem Schlamassel, zu diesem Schaden gekommen wäre, die nicht, kurz zusammengefaßt, diesen jetzigen Schaden angerichtet hätte.

Diese Versäumnisse des Bundespräsidenten sind nicht mehr aus der Welt zu bringen. Vielleicht ist dem Bundespräsidenten jetzt wenigstens das noch möglich, sich nicht weiter als Kurz-Werbeträger verwenden zu lassen, sich nicht davon verführen zu lassen, daß Kurz und seine Gesellinnen ihm jetzt so schön tun, ihm derart schmeicheln. Der Bundespräsident sich jetzt an seine eigenen Worte für seine kommenden Auftritte erinnert, die er im Jahr 18 an die Jugend richtete, an die Jugend appellierte, sich nicht verführen zu lassen.

Das darf aber nicht mißverstanden werden. Es ist in keiner Weise eine Aufforderung an den Bundespräsidenten, zu handeln, tätig zu werden. Das ist auch vorbei, sich von dem derzeitigen Bundespräsidenten Taten, Handlungen zu erwarten. Er soll bloß damit aufhören, Werbeträger für Sebastian Kurz und seine Partei zu sein.

Das Handeln ist jetzt nur noch von den Wählerinnen zu erwarten. Die Wähler haben nun in jeder kommenden Wahl mit ihrer Stimmabgabe ein mehr als deutliches Votum abzugeben, vor allem der schwarzen Partei eine klare Absage zu erteilen, kurz und bündig:

Es ist vorbei!

Genug ist genug!

Ein Gedanke zu „Alexander Van der Bellen entläßt Sebastian Kurz nicht aus seinem Amt, dafür aber aus seiner Verantwortung und wird dabei auch noch zum ersten Kurz-Werbeträger

  1. Pingback: Kurzens Bote Wolfgang Sobotka – Österreich erlebt im Mai 19 die Zeugung einer Diktatur | Prono ever

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