Passagen in einem Roman

Es gibt Passagen in einem Roman, vor allem in solch einem Roman wie diesem, die und der nicht gelesen oder überlesen werden, die vergessen sind, sogar von jenem Menschen, der diese Chronik der Wirklichkeit schreibt.

Aber dann kann das Unwahrscheinliche geschehen.

Bis dann, eines Tages, im November 2019 werden es zwei Jahre her sein, daß dieses Kapitel geschrieben wurde, oder Hunderte von Seiten später, von einer Person, die darin vorkommt, daran erinnert wird, daß es dieses Kapitel in dieser Chronik gibt. Diese Passage also doch wenigstens ein Mensch gelesen hat, nämlich die Person, die selbst darin vorkommt.

Während sich also in Österreich seit dem 17. Mai 2019 alles um ein, kurz gesagt, Video dreht, schickt sie am 21. Mai 2019 eine E-Mail, mit dem Anliegen, dieses Kapitel zu löschen.

Sie setzt eine Frist. Wenn das Kapitel, das von ihr „Eintrag“ und „Artikel“ genannt wird, nicht gelöscht werden würde, sie sich „genötigt sieht, weitere gerichtliche Maßnahmen einzuleiten.“

Es ist ihr dafür zu danken, an dieses Kapitel erinnert zu haben.

Denn sie gibt damit Gelegenheit, einmal darauf eingehen zu können, auf das schon lange einmal eingegangen werden wollte. Wie muß ein Kapitel geschrieben werden, wie ist ein Roman zu schreiben, damit dieser von Lesenden so verstanden wird, wie es die Intention ist, daß dieser von Lesenden zu verstehen ist.

Dieses Kapitel hat die Intention verfehlt, wenn sogar die Person, die darin vorkommt, es anders gelesen hat, als es die Intention war.

Um ein stetes Beispiel vor Augen zu haben, beim Schreiben eines Kapitels noch mehr darauf zu achten, sich noch mehr zu bemühen, es so zu verfassen, daß es von den Lesenden so gelesen wird, wie es gemeint ist, vor allem von Lesenden, die selbst in einem Kapitel vorkommen, wird dieses Kapitel nicht aus dem Roman herausgerissen. Aber das gesamte Kapitel wird durchgestrichen. Das gesamte Kapitel ist nun durchgestrichen, als deutliches Zeichen dafür, daß das Kapitel schlecht geschrieben wurde.

Das ist menschgemäß zu wenig, das Kapitel nur durchzustreichen. Es muß, um es zukünftig vermeiden zu können, auf den Grund gegangen werden, wie konnte es geschehen, daß die Person selbst, die in diesem Kapitel vorkommt, es derart anders las, als es inhaltlich geschrieben ist.

In Ihrer E-Mail vom 21. Mai 2019, mit der sie zum Ausdruck bringt, es würden „Vermutungen und Behauptungen“ aufgestellt werden, schreibt sie:

„Ich bin und war zu keiner Zeit Mitglied in der FPÖ und lehnte sowohl Politik als auch Führung dieser Partei in den vergangenen Jahren mehrmals entschieden und öffentlich ab, was Ihnen offenbar entgangen sein dürfte. Nicht nur Linke finden widerlich, was dort passiert.“

Das wurde auch nicht behauptet, nicht einmal vermutet. Wie in diesem Kapitel gelesen werden kann, falls sich je noch wer die Mühe machen wollte, ein schlecht geschriebenes und durchgestrichenes Kapitel zu lesen. Es wird zwar von einer Frau und ihrem „Parteikameraden“ geschrieben, aber damit ist ganz und gar nicht sie gemeint. Auch wenn das inhaltlich deutlich hervorgeht, ist es, muß jetzt nach Erhalt ihrer E-Mail gesagt werden, schlecht geschrieben.

Weiter schreibt sie in ihrer E-Mail vom 21. Mai 2019:

„Als Journalistin habe ich stets unter meinem Klarnamen agiert und stehe vollinhaltlich zu den von mir verfassten Artikeln, welche auch im Internet jederzeit abrufbar sind. Zu keinem Zeitpunkt habe ich unter dem Decknamen ‚Jana Jung‘ etwas verfasst und war auch niemals für das von Ihnen angesprochene Medium ‚unzensuriert‘ tätig.“

Von ihren „verfassten Artikeln“ ist in dem Kapitel keine Rede. Und doch muß es bei ihr so angekommen sein, als wäre von ihren „verfassten Artikeln“ … ja, schlecht geschrieben.

Ganz schlecht geschrieben wurde, sie würde als „Jana Jung“ Kommentare … das hätte anders formuliert werden müssen, etwa so: Jana Jung unterzeichnet ihr Posting auf FPÖ unzensuriert mit:

„Beste Grüße, VR“.

Jana Jung gibt damit selbst einen starken Hinweis darauf, daß es ein Pseudonym ist von …

„Allein die von Ihnen kolportierte Behauptung, ich würde für besagtes Medium tätig sein, erfüllt die oben genannten Tatbestände, erschwerend natürlich die Vermutung, dort unter einem Deckmantel zu agieren, ohne dass dies der Fall wäre oder Beweise hierfür ausreichend vorliegen, was die journalistische Sorgfalt jedoch gebieten würde.“

Es wurde in diesem Kapitel nicht einmal geschrieben, sie würde für „unzensuriert.at tätig“ sein. Wenn sie mit „tätig“ meint, niemals bei Unzensuriert angestellt gewesen zu sein, ist dem nicht zu widersprechen, kann und will dem auch nicht widersprochen werden.

Genauso wird aber sie nicht widersprechen können, für Unzensuriert unter ihrem „Klarnamen“ Kommentare verfaßt zu haben, der letzte bekannte „Gastkommentar“ ist vom 31. August 2018 über „Die Musikbranche im politischen Mistkübel“. Eine „Kritik“ von ihr veröffentlicht am 28. August 2018 — na, daß da niemand komme und Unzensuriert auffordere, ihre „Kritik“ zu löschen …

In einem weiteren Posting vom 17. November 2017 führt „Jana Jung“ aus, die ihr Posting (auf unzensuriert „Kommentare“ genannt) mit „VR“ in ihrer Grußformel, wie oben geschrieben, am 17. November 2017 schließt:

„Da ich es selber geschrieben habe, weiß ich ganz was es war. Einmal in der Jungen Freiheit, im Eckart oder bei bmw nachfragen […]“

Es ging in diesem Kapitel, um es zusammenzufassen, also nur um die „Buchvorstellung“ durch Unzensuriert. Von dieser „Buchvorstellung“ und von den „Kommentaren“ dazu wurde erzählt, schlecht erzählt, muß jetzt gesagt werden. Die Verfasserin dieses Buches steht nicht im Mittelpunkt. Es wird in diesem Kapitel auch darauf hingewiesen, was alles „nicht wesentlich ist“. Wesentlich ist nicht das Buch, wesentlich ist nicht, wessen Pseudonym „Jana Jung“ ist, wesentlich sind … aber seit dem 17. Mai 2019 ist auch das nicht mehr wesentlich, welche Verbindungen es gibt, wie in diesem Kapitel angesprochen, zwischen dem für kurze, sehr kurze Zeit gewesenen Vizekanzler in Österreich und …

Dieses Kapitel hätte auch ohne diese E-Mail vom 21. Mai 2019 durchgestrichen werden können, bereits am 17. Mai 2019. Weil es unwesentlich geworden ist, unwichtig geworden ist, Heinz-Christian Strache wieder das ist, was er immer war, nämlich Heinz-Christian Strache, und weiter nichts. Aber in einer Chronik der Wirklichkeit hat es weiterhin seinen berechtigten Platz, auch dieses Kapitel, wenn einmal gefragt werden sollte, wie war das in den ersten zwei Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts, vor allem in Österreich …

Einen bemerkenswerten Satz schreibt sie noch in ihrer E-Mail vom 21. Mai 2019:

„Ich freue mich immer über mediale Verbreitung meines Buches oder Menschen, die sich für mich in die Presche werfen. In diesem Fall habe ich allerdings auch das Medium „unzensuriert.at“ zur Löschung des Beitrages aufgefordert, welche dieser auch sogleich nachkam.“

Auch das ist unwesentlich, erfahren zu wollen, wann sie Unzensuriert dazu aufgefordert habe. Die „Buchvorstellung“ vom 17. November 2017 wurde tatsächlich von Unzensuriert gelöscht. Wann Unzensuriert dazu aufgefordert wurde, wann Unzensuriert dieser Aufforderung zur Löschung nachkam, wird nicht gewußt, denn darüber gibt es in ihrer E-Mail vom 21. Mai 2019 keine Auskunft.

Wesentlich daran aber ist. Wer ein Buch veröffentlicht, hat sich freiwillig in die Öffentlichkeit begeben, will selbst und freiwillig das öffentliche Interesse auf sich ziehen, ist zum öffentlichen Interesse geworden, und kann soher nicht mehr bestimmen, wer darüber schreiben darf, wer darüber nicht schreiben darf, wer etwas veröffentlicht lassen darf, wer etwas nicht veröffentlicht lassen darf. Von daher ist es mehr als unverständlich, daß Unzensuriert die „Buchvorstellung“ gelöscht hat. Darüber hinaus. Was müßte selbst Unzensuriert noch alles löschen, damit keine Verbindung mehr zwischen der Verfasserin, die das, wie es scheint, plötzlich nicht mehr will, und Unzensuriert hergestellt werden kann?

PS Vielleicht ergibt sich einmal die Gelegenheit, das aufzuklären, weshalb Jana Jung mit „VR“ unterzeichnet, wenn sie einander in der Fuhrmanngasse zufällig begegnen. Schließlich schrieben beide schon – Jung und Rosenkranz – für den Eckart.

Womit nicht gesagt wird, sie sind für den Eckart „tätig“ im Sinne von einem Dienstverhältnis.

PPS Bei der Adresse Fuhrmanngasse 18 fällt unweigerlich der Verein „Friedenswerk“ ein, dessen Obfrau die Schreiberin der E-Mail vom 21. Mai 2019 … Wird berücksichtigt, was sie über diese Partei schreibt, „in den vergangenen Jahren mehrmals entschieden und öffentlich“, wie sie in ihrer E-Mail vermerkt:

„[…] FPÖ und lehnte sowohl Politik als auch Führung dieser Partei in den vergangenen Jahren mehrmals entschieden und öffentlich ab, was Ihnen offenbar entgangen sein dürfte. Nicht nur Linke finden widerlich, was dort passiert.“

dann könnte noch etwas zur zurzeitigen dritten Nationalratspräsidentin aus dieser Partei des „Widerlichen“ und deren Verbindungen zu …

2 Gedanken zu „Passagen in einem Roman

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