ÖVP: „Geeint im Haß“ – Kurzens „Demagogie“ und vom geringen „Feingefühl für Zwischentöne“

Es langen seit dem 17. Mai 19, also seit dem österreichischen Ibizatag, E-Mails ein, von denen die eine oder andere nicht fehlen dürfen, in einer Chronik der Wirklichkeit.

Von einer wurde schon berichtet, die sich mit der nun gewesenen identitären Regierungspartei beschäftigt, was zu dieser zu sagen ist, und nicht erst seit dem Ibizatag 17. Mai 19, sondern seit langer, langer Zeit.

Von einer anderen ist in diesem Kapitel zu berichten. Schlecht gesagt. Eine andere ist als Kapitel in die Chronik aufzunehmen.

„in den letzten tagen hatten wir außergewöhnliche politische ereignisse in österreich. die diskussionen im parlament waren nahezu frei von unfairen geschrei. aber es wurde im rahmen dieser turbulenzen etwas wichtiges gar nicht bemerkt und es reagierte darauf keine analystin, journalistin oder politikerin:  
die entscheidende, meiner meinung nach fatale, sequenz geschah nach der abwahl von herrn kurz, als er vor versammelten fans seinen ‚wahlkampf‘ startete. er sagte:
‚… und nicht nur; dass die koalition zu ende war, die freiheitliche partei hat sofort eine neue koalition gebildet, nämlich mit der sozialdemokratie, GEEINT IM HASS AUF DIE VOLKSPARTEI ….‘
siehe und höre oe24.1at/kurz kampfansage , von minute 1:41 – 1:53.
diese art der schon bösartigen demagogie muß klar aufgezeigt werden; natürlich meine ich, dass demagogie auch von den anderen häufig gepflegt wird und nicht selten bösartig wird und gezielt feindbilder produziert und attackiert;
aber in diesem fall verwendet ein ‚braver‘, konservativer, christlicher bundeskanzer – als solcher auch ‚verkauft‘ von seiner christlich-sozialen partei –  neben der falschaussage der ‚koalition‘ (wenn er einen üblichen parlamentarischen vorgang beschreibt) die formulierung einer koalition des hasses … oder … ‚geeint im haß‘; es ist ein schüren von primitiven gefühlen gegen die dadurch produzierten feindbilder.
dieses spielen auf der klaviatur der gefühle, dieser griff in die unterste emotionale schublade, die mit dieser bemerkung die innersten und unbewußten saiten von ‚hass als zerstörerisches gefühl‘ oder ‚die hass-brigaden der  IS‘ und ähliches anklingen läßt, desavoiert alle und alles. diese sprache aktiviert unreflektierte meinungen, ängste und einstellungen in unserer persönlichen schmuddelkiste und unsere niedrigsten instikte werden wachgeküßt.
und leider hat niemand (journalistin, moderatorin, politikerin, politologin etc. ) das in den folgenden kommentaren aufgezeigt oder angesprochen. vielleicht zeigt das auch, wie unaufmerksam wir sind, wie wenig feingefühl wir für diese zwischentöne haben, wie wohl wir wissenschaftlich alle wissen, dass sich die entscheidenden manipulationen und tiefgehenden einflüße auf diesen ebenenen abspielen.
laßt uns einmal imaginieren was wir zu menschen oder gruppen, die ‚geeint im hass‘ sind, assoziieren? assoziale terroristen? wölfe? unmenschen? monster? untermenschen? gefahr? angst?  
vielleicht macht diese einwurf es möglich, dass doch einige konsequenter, radikaler und vorallem ‚ganzheitlicher‘ situationen und menschen erkennen,  wahrnehmen und darauf reagieren und vor allem agieren. können wir solche feindseligen aussagen von öffentlichen personen, noch dazu in diesen positionen, einfach zu stehen lassen?“

Dieses Kapitel müßte nicht länger sein als die oben zitierte E-Mail, müßte nicht mehr umfassen als die oben zitierte E-Mail, weil diese bereits alles umfaßt, was zu dieser „gefallenen“ Partei mit ihrem Sebastian Kurz einfallen kann. Formal könnte gesagt werden, die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz ist am 27. Mai 19 gefallen, als sie als Regierungspartei demokratisch abgesetzt wurde, formal könnte gesagt werden, Sebastian Kurz ist am 27. Mai 19 gefallen, als er als Bundeskanzler demokratisch abgesetzt wurde, tief gefallen aber ist die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz in Wahrheit aber bereits an dem Tag, als Sebastian Kurz mit seiner ihm jasagerisch hörigen Partei eine Koalition mit der identitären Parlamentspartei einging, tief gefallen zum 18. bereits im Dezember 17.

Es sind jedoch einige Anmerkungen diesem Kapitel hinzufügen.

Auch mit dieser in der oben zitierten E-Mail angesprochenen Rede vor seinen Ergebenen versucht Sebastian Kurz weiter das Märchen von der „guten inhaltlichen Arbeit“ der gewesenen schwarzidentitären Regierung aufzusagen. Wer aber dem kurzischen Märchen nicht zuhört, sondern sich dem zuwendet, was in dieser kurzen Zeit von siebzehn Monaten an „inhaltlicher Arbeit“ durch diese nun gewesene schwarzidentitäre Regierung in Österreich passiert ist, wird zum Märchenerzähler mit Fontane sagen: Ach, Luise, laß … das ist ein zu weites Feld. Und dafür, dafür hat Sebastian Kurz so vieles „in Kauf genommen“, so vieles „runterschlucken“ müssen in den „zwei Jahren“, die bei weitem nicht einmal zwei Jahre waren.

Auch dafür ist eine Chronik brauchbar, nachlesen zu können, wann was und wie passierte, wie oft ist es im Nachhinein schwierig festzustellen, wann wer was wurde. Sebastian Kurz wurde mit seiner ersten Rede am 18. Mai 19 endgültig zum Märchenerzähler. Auch zu dieser gibt es ein Kapitel. Mit einer Vorstellung, was würde Kurz für „seine Arbeit“ noch alles in Kauf nehmen, noch alles runterschlucken. Ein derart grauenvolles Märchen hätten nicht einmal die Grimms schreiben können. Als Tiefgefallener bleibt ihm auch nichts anderes mehr, als weiter Märchenerzähler zu bleiben.

In einem Märchen ist es, weil in einem Märchen alles surreal ist, weil in einem Märchen alles Wirklichkeit ist, was nicht Wirklichkeit ist, weil in einem Märchen alles wahr ist, was nicht wahr ist, in einem Märchen ist also alles glaubwürdig, auch das, nicht gewußt zu haben, nicht zu wissen, die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz nicht gewußt hat, nicht weiß, mit wem sie sich auf eine Regierung einließ. Außerhalb des Märchens wird es seit je gewußt. Allein schon ein einziger Blick auf das Umfeld von dem nun gewesenen Vizekanzler wäre ausreichend gewesen. Und außerhalb des kurzischen Märchens war und ist es nicht überraschend, daß diese Ibizamethode zum Einsatz kam, außerhalb des kurzischen Märchens ist diese Methode nur folgerichtig allein schon aufgrund des Umfelds der gewesenen identitären Regierungspartei

2 Gedanken zu „ÖVP: „Geeint im Haß“ – Kurzens „Demagogie“ und vom geringen „Feingefühl für Zwischentöne“

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