Adolf Hitler, Lothar Höbelt, Herausgeber Andreas Mölzer: "Als wir …"

Der erste Buchtitel nach dem 8. Mai 45 von Adolf Hitler hätte wohl nicht anders gelautet, als ebendieser vom Herausgeber Andreas Mölzer: „Als wir ‚befreit‘ wurden … Ausgebombt, gefangen, vertrieben, vergewaltigt – Zeitzeugen berichten über Krieg und Nachkriegszeit“ …

Bekanntlich hat Adolf Hitler nach dem 8. Mai 45 kein Buch mehr geschrieben; es war die Lektüre seines ersten Buches schon zu viel, oder zu wenig und zu ungenau, wenn bedacht wird, daß Adolf Hitler nach seinem ersten Buch das noch werden konnte, was er wurde, aber nicht durch die Stimmen der Wählenden.

Das Buch mit diesem Titel wurde aber herausgegeben, mitgeschrieben hat nicht Adolf Hitler, sondern Otto Scrinzi … Den Namen Adolf Hitler im Zusammenhang mit diesem Buch zu nennen, daß Adolf Hitler nach dem 8. Mai 45 wohl an so einem Buch sofort als Autor beteiligt gewesen wäre, dient zur Verdeutlichung, was von diesem Buch zu halten ist.

Es ist ein Entlastungsbuch für Täter, von Menschen, die diesem Massenmordregime, die dieser Massenverbrechensdiktatur pflichtfreiwillig dienten, wie etwa Otto Scrinzi. Und wie Otto Scrinzi dieser Gesinnung, der er pflichteifrig diente, über Jahrzehnte nach dem 8. Mai 45 die Treue hielt, das ihm eine Ehre war, hätte wohl auch Adolf Hitler seiner Gesinnung treu und ehrenreich weitergemacht.

Und mit dabei: Lothar Höbelt, der beteiligt, beteiligt auch an diesem Buch, an diesem Entlastungsbuch, an diesem Verteidigungsbuch für Täterinnen.

Lothar Höbelt, der dieser Tage Mittelpunkt, wieder einmal Mittelpunkt von Diskussionen und Aufregungen ist, Lothar Höbelt, für den das Wort ergriffen wird, weil, so sagen es die für ihn Einspringenden, die „Freiheit der Lehre“ bedroht sei, als ob es bei Lothar Höbelt je um „Lehre“ … die Freiheit der Leere kann, darf selbstverständlich auch Lothar Höbelt nicht genommen werden, und nimmt spricht Lothar Höbelt je seine Freiheit seiner Leere ab, nur, die Leere ist kein Studienfach, die Leere ist keine Lehre, die Leere ist weder in Schulen noch in Universitäten zu lehren.

Es wurde, muß eingestanden werden, das Buch aus einem recht international renommierten Hause – wie auch anders, Lothar Höbelt als international renommierter Historiker publiziert nur in international renommierten Anstalten – nicht aufgeschlagen. Es reicht die zurzeitige Ankündigung, um zu wissen, was zu erwarten ist, eine Gesinnungsentlastung, eine Gesinnungsverteidigung.

„Als wir ‚befreit‘ wurden …
Ausgebombt, gefangen, vertrieben, vergewaltigt – Zeitzeugen berichten über Krieg und Nachkriegszeit
In ‚Als wir ,befreit‘ wurden …‘ zeichnen Andreas Mölzer, Lothar Höbelt, Erich Reiter, Otto Scrinzi u. a. ein umfassendes Bild über das Ende des Zweiten Weltkrieges und der Besatzungszeit in Österreich. Daneben kommen 50 Zeitzeugen zu Wort, um über ihre persönlichen Erlebnisse im Bombenterror der Alliierten, in der Kriegsgefangenschaft oder beim Einmarsch der Roten Armee zu schildern.“

Die Befreiung von Österreich in Anführungszeichen. Dazu muß nichts geschrieben werden. Das zeigt bereits deutlich auf, in welche Gesinnungsrichtung es geht. Ein SA-Sturmführer und Assistent am Institut für Erb- und Rassenbiologie als Mitbetätiger an diesem Buch ist so, als hätte Adolf Hitler selbst an diesem Buch … Oder meinen Sie, Adolf Hitler hätte den 8. Mai 45 nicht ebenso als „Niederlage“ empfunden, wie von Lothar Höbelt geleert.

„Gefangen“ … Welchen Gefangenen in Österreich in diesem Buch wohl die Anteilnahme gilt? Dazu muß auch nichts geschrieben werden.

„Vertrieben“ … Wer wurde aus Österreich vertrieben? Es wurde aus Österreich nicht vertrieben, sondern es kamen nach dem 8. Mai 45 viele Menschen nach Österreich aus jenen Ländern, die davor von Otto Scrinzi und seinem Führermassenmörder und Führermassenverbrecher …

Dieses Buch, an dem auch der Universitätsleerende Lothar Höbelt mitwirkte, erinnert an ein Buch, das auch nach dieser Methode arbeitet. Zeugen aufmarschieren zu lassen. Im Buch „Freispruch für Hitler“ werden ebenfalls Zeugen aufgerufen, Zeugen vom Gesinnungsschlage Otto Scrinzi, die ebenfalls pflichtfreiwillig …

Der vor kurzem in Ungarn verstorbene Herausgeber dieses Buches mit seinem ihn dazu ermutigenden Beichtvater war ein Leben lang besessen von der Umdeutung der Geschichte nach seiner Gesinnung, aber er war nicht der einzige in Österreich, es gibt auch noch andere, die dafür nie verurteilt wurden, gegen die nie ein Antrag auf Anklage gestellt wurde, vielleicht, weil sie selbst Anträge stellen, nicht an die Staatsanwaltschaft, sondern im …

Sie irren sich aber vollkommen, wenn Sie meinen, es wird hier dem Verschweigen das Wort geredet. Selbstverständlich soll und mehr noch muß die Geschichte erforscht, erzählt werden, was bei der Befreiung von Österreich passierte, auch das Schreckliche, auch das Ungeheuerliche, auch das Verbrecherische, aber nicht von einem Adolf Hitler, in diesem Buch vertreten durch Otto Scrinzi.

Adolf Hitler selbst hätte auch die Gelegenheit gehabt, seine Geschichte zu erzählen, sich zu verteidigen, in Nürnberg, aber er zog es vor, wie sein ganzes Leben lang die Verantwortung zu fliehen, auch im Untergang, auch in der von ihm angeführten massenverbrecherischen und massenmörderischen Katastrophe in jedweder Hinsicht, er amputierte sich selbst von „seinem Volke“ und Jahrzehnte später spüren immer noch Menschen gesinnungsvoll den amputierten Hitler als Phantomschmerzen, unter denen aber jene zu leiden haben, die nicht diese Phantomschmerzen …