Portschyland

„Das Burgenland zigeunerfrei.“

„St. Pölten nicht nur judenfrei, sondern auch zigeunerfrei.“

Das sind lediglich zwei Beispiele. Das eine von Wiedergängerinnen monarchisch österreichischer Vergangenheit aus dem Burgenland, die bereits als „illegale Nationalsozialisten“ ihre Auslöschungsphantasien in der Nachfolge propagandierten, das andere aus 1941 aus St. Pölten, wo Oberbürgermeister Emmo Langer im Stadtrat vor seinem Schöpfer die Meldung machte: „St. Pölten nicht nur judenfrei, sondern auch zigeunerfrei“ …

Weshalb diese Beispiele? Von denen viele aufgezählt werden könnten. Weil es den Wiedergängern nicht nur stets um ein „judenfreies“, sondern auch immer um ein „zigeunerfreies“ Land ging, das für sie gesinnungsgemäß Deutschland war, das heute als Österreich bekannt vielen aber immer noch gesinnungsgemäß Deutschland.

Wenn also in Österreich im Gedenken stets nur von „Antisemitismus“ und „Rassismus“ aber ohne „Antiziganismus“ gesprochen wird, wie auch in diesem Jahr 2020 wieder, kurz ist das her, daß es wieder so war, weiter nur davon, daß gegen Antisemitismus und Rassismus anzukämpfen ist, ohne aber ausdrücklich zu sagen, es ist gegen Antisemitismus, gegen Antiziganismus und gegen Rassismus anzukämpfen, bei dieser Vergangenheit und bei dieser Gegenwart für die Menschen, von denen Länder „freigemacht“ werden sollen, von denen Städte, Dörfer „gesäubert“ werden sollen, dann muß gesagt werden, das ist nur ein Zwei-Drittel-Ankämpfen, ein Ankämpfen mit halber Kraft, ein Zwei-Drittel-Ankämpfen ist ein Null-Ankämpfen, ein Ankämpfen mit halber Kraft ist ein Ankämpfen mit Null-Kraft.

Deshalb sind die zwei Beispiele, zwei Beispiele von zu vielen Beispielen durch die Jahrhunderte in Europa und also auch in Österreich, hervorzuheben.

Auch wenn es eine Wiederholung ist. Aber es kann nicht oft genug wiederholt werden, vor allem mit Blick auf die Gegenwart der Menschen in Europa, zu denen Ende Februar 2020 wieder in die Volksoper strömen werden, zu einer Aufführung, angeworben durch das nicht in Anführungszeichen gesetzte Wort „Zigeuner“ von den Operettenmacherinnen …

Nirgendwo wurde „judenfrei“ und „rassenfrei“ gefordert, stets aber „judenfrei“ und „zigeunerfrei“, und es ist nicht vorbei, weiter ist zu hören, „judenfrei“ und „zigeunerfrei“. Deshalb muß es auch stets heißen: gegen Antisemitismus, gegen Antiziganismus, gegen Rassismus.