Von Bruno Kreisky wird auch das nicht wenigen noch in Erinnerung sein, daß seine Telefonnummer im Telefonbuch stand, um mit ihm sprechen zu können, ohne Umwege, direkt, persönlich, ohne vorheriges Ausfüllen eines um teures Steuergeld erstellten Fragebogens, der dann noch wieder um teures Steuergeld geprüft, ausgewertet werden mußte, um dann Ausgewählte auf Steuergeldtelefonkosten anzurufen oder auf Steuergeldportokosten brieflich zu kontaktieren, daß sie ausgewählt seien, mit Bruno Kreisky zu telefonieren. Sie konnten ihn einfach direkt, persönlich, ohne Umwege und auf eigene Telefonkosten anrufen, und dabei erfuhr der Bundeskanzler, was er in Konferenzräumen und in Sitzungen wohl nicht erfuhr, direkt, persönlich, ohne Umwege, was die Menschen wirklich beschäftigt, was sie bewegt …
Freilich war es ein PR-Gag, aber ein PR-Gag, aus dem etwas entstand, das bis heute in Österreich einen wichtigen Bestand hat: die Volksanwaltschaft.
Das Bundeskanzleramt hat einen YouTube-Kanal, und auf diesem bewirbt es seit dem 14. Mai 2026 die Sommer-Tour der Ex-Wetteransagerin mit Christian Stocker — wie viele wohl von den 57 Menschen, die das Video bis heute, 30. Mai 2026, auf YouTube gesehen haben, werden dazu animiert worden sein, den um teures Steuergeld erstellten und um teures Steuergeld noch zu prüfenden Fragebogen zu ihrer vollständigen Durchleuchtung auszufüllen, um direkt, persönlich, ohne Umwege für die Sommertour 2026 der Ex-Wetteransagerin mit Christian Stocker ausgewählt und also zu dieser auf Steuergeldkosten eingeladen zu werden?
Zum Bewerbungsvideo des Christian Stocker auf YouTube sind „Kommentare deaktiviert“. Das dürfte vielleicht dem Steuergeldsparwillen geschuldet sind, denn auch und noch einen Fragebogen zu erstellen zu dem Zweck der Prüfung, wer könnte ausgewählt werden, einen Kommentar zu schreiben, wem könnte die Kommentarfunktion aktiviert werden, dürfte doch in Zeiten der Sparnotwendigkeiten als eine nicht zu verantwortende Ausgabe …
Dem Bewerbungsvideo von Christian Stocker für die Sommertour 2026 der Ex-Wetteransagerin fällt das Verdienst zu, Bruno Kreisky indirekt in Erinnerung gebracht zu haben, und zwar dadurch, daß im Video aus dem Bundeskanzleramt Österreichs ein Bild von einem Bundeskanzler zu sehen ist, in dessen Amtszeiten war Bruno Kreisky Staatssekretär, Außenminister …
Ach, Erinnerungen, es fällt noch eine, von einem Mann, der aber nicht auf den Sommer wartete, sondern schon im Mai vor sechs Jahren auch in Österreich unterwegs war, direkt, persönlich, ohne Umwege und ohne teuren Steuergeldfragebogen, allerdings nicht ohne von den Menschen etwas zu fordern, um mit ihm direkt, persönlich, ohne Umwege — die Wege zu beflaggen, auf eigene und nicht Steuergeldkosten …
Oh, Erinnerungen, freilich war er, der auch einmal im Bundeskanzleramt war, im Sommer ebenfalls unterwegs, beispielsweise vor sieben Jahren zur Rosshütte, auf dieser Wanderung führte er viele Gespräche, direkt, persönlich, ohne Umwege und ohne Steuergeldfragebogen, um zu erfahren, was sie wirklich beschäftigt, was sie bewegt … Es wurde, jedenfalls ist nichts bekannt darüber, nicht einmal abgefragt, ob sie für eine Wanderung in guter körperlicher Verfassung … Enstand beispielsweise aus dieser Sommertour 2019 des ohne Umwege Direkten und Persönlichen etwas, das heute noch Bestand hat, gar einen wichtigen Bestand?
Im Bewerbungsvideo für die Sommertour 2026 mit der Ex-Wetteransagerin im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs ist Christian Stocker mit einem von ihm in seinen Händen haltenden Papier zu sehen, und dieses Papier wiederum erinnert an ein Foto, das nicht im Bundeskanzleramt aufgenommen wurde, aber es zeigt einen Mann, der auch einmal im Bundeskanzleramt war, es zeigt ihn mit einem flatternden Papier …
Das Bewerbungsvideo für die Sommertour 2026 mit der Ex-Wetteransagerin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks der Republik Österreich ruft weiter in Erinnerung,
wie sehr Christian Stocker es am ohne Umwege Direkten, Persönlichen gelegen ist, wie recht viel ihm zum ohne Umwege Direkten, Persönlichen einfällt, so etwa beispielhaft zu Beginn des Jahres 2026 mit der Volksbefragung zur Verlängerung des Wehrdienstes, denn das, was er dazu in Konferenzräumen, Sitzungen direkt, persönlich ohne Umwege erfuhr, war —
Wie aus einem PR-Gag vor weit einem halben Jahrhundert etwas wurde, das heute noch in Österreich von Bedeutung ist, daran erinnerte Hans Werner Scheidl vor acht Jahren in der Tageszeitung „Die Presse“, am 2. August 2018:
Da gibt es aber auch eine Behörde, die im fashionablen Palais Rottal (Singerstraße) residiert. Haben Sie es schon erraten? Und das kam so: Als Bruno Kreisky 1970 Kanzler wurde, ließ er als PR-Gag verkünden, dass er im Wiener Telefonbuch stehe: „Kreisky, Dr. Bruno, Wien XIX, Armbrustergasse 15, 37 51 18“ (später übrigens 37 12 36). Mit der Zeit wurde das aber denn doch äußerst lästig. Die Leute probierten einfach aus, ob „der Alte“ wirklich abhob. Ehekräche sollte er schlichten, Beschimpfungen wegstecken, Lob einheimsen, Bitten um Beförderungen etc. Seine Mitarbeiter erinnern sich an eine Regennacht, in der sie mit ihm an einer Rede gearbeitet hatten. Um Mitternacht rief eine alte Dame an, weil der Regen durchs schadhafte Dach in ihr Haus drang. Kreisky mobilisierte die Döblinger Feuerwehr. Schließlich wurde es dem Geplagten zu bunt. Er entrierte im Parlament die Installierung eines „Ombudsmans“ nach skandinavischem Muster. Daraus wurde letztlich die Volksanwaltschaft. Mit drei Personen. Von jeder Partei einer, wie das halt so üblich ist in Österreich.





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