Hintergrund, Untergrund, Abgrund von „Der Pragmaticus“

In einem von 618 Menschen bewohnten österreichischen Almdorf die Sommerfrische 2026 zu verbringen, erscheint als ein für die Erholung verlockender Ort, aber bereits mit dem ersten Einkauf in dem von Franca Fucks geführten Adeg ist es mit der Erholung vorbei; verantwortlich dafür die zwei einzigen in diesem einzigen Geschäft mit einer Tabaktrafik im Dorf zum Verkauf angebotenen Produkte: die Krone des österreichischen Qualitätsjournalismus und Der Pragmaticus

Die Krone des österreichischen Journalismusstandards hätte den Erholungswert nicht gemindert, diese Tageszeitung ist im Land immer und überall, kaum daß zwei oder drei Häuser versammelt zu einem Ort, steht mitten unter ihnen ihr Verkaufsständer …

Aber „Der Pragmaticus“ als einzige Alternative zur Lektüre in diesem Almdorf, der macht den Aufenthalt in diesem Almdorf sofort erholungswertlos, mehr, unbehaglich. Er führt zwar nicht dazu, das Almdorf sofort zu verlassen, jedoch zur Obacht, zur Beobachtung der Menschen in diesem Dorf im Gebirge, die neben der einen Tageszeitung nur noch den Pragmaticus kaufen und wohl auch lesen, die Tageszeitung für das, was schon am jeweiligen Drucktag nicht zu behalten ist, und den Pragmaticus für das Vertiefende, zum Eintauchen in das tiefste Wissen …

Es muß doch das Tiefste sein, das zum Weltgeschehen aus Österreich aus über den Tag hinaus im Pragmaticus geschrieben wird, schreiben doch in dem bedeutende Menschen, derart werden sie in der Nummer 6 vorgestellt, unter anderen:

Es ist dabei nicht wichtig, was diese für den Pragmaticus schreiben, sondern daß sie für den Pragmaticus schreiben, soher dem Pragmaticus zum Anstrich der Seriösität verhelfen, darüber hinaus, der Pragmaticus wieder einmal die unheilsame Verflechtung in Österreich aufzeigt, mit einer Gesinnung — Freilich, auch die Ausgabe 6 kann nicht ganz verbergen, seinen gesinnungsgemäßen Hintergrund, seinen Gesinnungsuntergrund, seinen Gesinnungsabgrund. Allein schon die Schlagzeile „Da hilft nur noch die Kettensäge“ in der Ausgabe vom Juli 2026 offenbart seine Gesinnung —

geschrieben von Jan Kluge von der Agenda Austria,

von der Agenda Austria, von deren medialen Vernetzungen in Österreich wurde bereits erzählt, deren Agenda die Agenda der Milliardenschweren … Jan Kluge gehört zu den Hochgebildeten, so ist es für ihn menschgemäß, seinen Kettensägenartikel für die Aktion des Pragmaticus „Neustart für Österreich“ hochliterarisch zu beginnen, mit dem Prozeß von Franz Kafka, mit der Verhaftung von Josef K. „Neustart für Österreich“, als wäre Österreich ein Häftling, für dessen Neustart der Pragmaticus sich zu seinem Bewährungshelfer selbst erwählt, der sich schon um seinen Neustart Gedanken macht, ehe Österreich aus seiner Haft entlassen — „Neustart“ ist in Österreich die Bewährungshilfe, Straffälligenhilfe … Was für eine Bewährungshilfe, nicht nur weltiterarisch, sondern auch weltphilosophisch, so wird der Häftling einem gedeihlichen Neustart entgegensehen können, wenn er einst aus deren Haft entlassen …

(1) Kurz vor dem Erklimmen des Podiums: Philosoph Konrad Paul Liessmann (links), Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle, Pragmaticus-Chefredakteur Andreas Schnauer und Agenda-Austria-Direktor Franz Schellhorn. (2) Ex-Innenminister Wolfgang Peschorn (rechts), neben ihm: Anti-Korruptions-Experte Martin Kreutner und Sozialpolitik-Experte Martin Gieltsmann. (3) Schauplatz mit Ausblick. (4) Geopolitik-Influencer Andreas Grassl (Mitte) und Pragmaticus-Herausgeber Michael von Liechtenstein.

Das Pragmaticus-Expertenforum zu „Neustart für Österreich“

Über hundert Gäste drängten sich am 8. Juni in der Wiener Eventlocation k47.wien […]

„1000 Ideen für Österreich“ — Oh, was für Ideen der Pragmaticus für sogleich veröffentlichungswert hält, etwa diese:

Statt einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt (ORF) sollten Privatsender die gewünschten Formate übernehmen: Nachrichten, Kultur und Informationsangebote werden ausgeschrieben und aus der Haushaltsabgabe finanziert. Medienanbieter können sich auf Basis transparenter Qualitätskriterien um einzelne Sendungen bewerben. So entsteht Wettbewerb um die beste Umsetzung des öffentlichen Auftrags. Das schafft mehr Effizienz, höhere Qualität und eine stärkere Kontrolle über öffentliche Mittel.

„Fakten gibt es auch im TV“. Derart bewirbt der Pragmaticus in dieser Ausgabe ganzseitig sich selbst. „Der Pragmaticus bei ServusTV“

Magnetisch würde bei einer solchen Umsetzung dieses Vorschlags auch dieser Privatsender angezogen werden, und wohl reichlich Zuschläge erhalten, bürgt dieser doch bereits heute für „Fakten“, für die gar persönlich Männer der Faktenehre stehen, beispielhaft Kubitschek,

Bhakdi,

Tichy,

Christian Zeitz,

Bernhard Heinzlmaier, der eine recht besondere Laufbahn durchlief und sich selbst zum „Erzbischof“ …

Der Herausgeber, das ist auch zu erwähnen, von dem Pragmaticus ist Prinz Michael von und zu Liechtenstein … Und wenn Michael Liechtenstein „Grußworte“ richtet, dann aus höchstem Anlaß, etwa zur Vergabe von dem „Hayek Lifetime Achievement Award“ an einen Höchstgestellten,

an Peter Thiel, und die Verleihung menschgemäß nur im Besitze der Liechtensteins seienden

„prachtvollen Gartenpalais“ selbst, ein Palais, das immer wieder Veranstaltungsort für die Rechthöchsten zur Vernetzung …

Was beim Blättern dieser Ausgabe in der Almdorftabaktrafik mit Lebensmittelgeschäft sonst noch …

Für diese Ausgabe gibt Mathias Binswanger an, er lese Aphorismen Lec und Dávila, auch von Nicolás Gómez Dávila, und mit diesem darf er, Binswanger, sich einem recht elitären Kreis zuzählen …

Peter Hajek macht es für alle, Umfragen, aber nicht nur Umfragen, in diesem Sommer sucht er wissenschaftlich das Publikum für den derzeitigen Bundeskanzler in Österreich „Stocker sucht Wahl“ aus. Vielleicht hat er, Hajek, auch schon das Bewerbungsvideo des derzeitigen Bundeskanzlers für die parteiliche Sommertour 2026 wissenschaftlich begleitet, so professionell dieses …

Michael Köhlmeier beweist ein weiteres Mal, wieviel er von jenen versteht, die Märchen erzählen, wie nah ihm Märchenfiguren …

Für den Pragmaticus zu schreiben, wie sehr kann Michael Köhlmeier verstanden werden, ist doch der Pragmaticus ein recht geschätzter Gesprächspartner, zu dem bedeutende Schreiber eigens anreisen, etwa aus Amsterdam …

Es hätte ohne Risiko gewettet werden können, daß auch Christian Ortner für den Pragmaticus schreibt, der in dieser Ausgabe vorgesellt als „Journalist und Publizist in Wien und gilt als neoliberaler Bösewicht“ … Eine der wenigen Edelfedern in diesem Land muß doch bis in den letzten Weiler auf dem Land verschickt werden … Seine Schlagzeile für diese Ausgabe „So viel ich, ich, ich, ich war noch nie“ —

ob es eine wiederverwerte Kapitelüberschrift aus seiner „Prolokratie“ ist?

Was der Ausgabe fehlt, ist das Gesicht von dem Pragmaticus, das doch vom Fernsehen her recht bekannt ist, der Anstaltspragmaticus eines Privatsenders kommt in dieser Ausgabe gar nicht vor und zu Wort, sein Gesicht ziert nicht einmal das Titelblatt der Ausgabe 6, auf dem ist ein gezeichneter Bauer mit einer Mistgabel abgebildet, wie viele mehr in diesem Dorf, in jedem Dorf in Österreich hätte es angespornt, animiert, den Pragmaticus zu kaufen, wenn auf dem Titelblatt Roger Köppel mit Mistgabel und an seiner Seite resch im Dirndl die blonde Schildmaagd Eva Vlaardingerbroek