Norbert Hofer: „Herr Webhofer, wenn Sie mit mir diskutieren, müssen Sie sich vorbereiten auch.“

Markus Fink - Mauerhochzieher - zärtlich von Norbert Hofer und He Chr Strache in deren Mitte genommen

Keine Sorge, so die unmittelbare Reaktion von Klaus Webhofer darauf, er bereite sich schon vor.

Und genau diese Art von Vorbereitung, nicht nur von einem Klaus Webhofer, bereitet Sorge. Ist eigentlich schon Anlaß, derartige Sendungen nicht mehr sehen zu wollen. Es ist aber ein Fluch der Technik, derartige Sendungen noch Tage nach der ersten Ausstrahlung ansehen zu können, der technischen Verlockung am Ende also doch noch zu erliegen, immer wieder, gegen alle Vorsätze.

Rund eine Stunde Klaus Webhofer und Norbert Hofer …

Es wird gar nicht gewußt, was aus dieser Stunde, und eine Stunde ist lang, genommen werden soll, um zu zeigen, wie sehr diese Weise von Vorbereitung nur noch Sorge bereiten kann. Das Resümee ist nicht falsch, also zu sagen, auch über diese großspurig „Klartext“ benannte Sendung vom 15. September 2016, schlimmer als die Befragten sind die Befragenden, die meinen, sich vorbereitet zu haben. Es ist schon eine Vorbereitung. Das ist wahr. Sie bereiten vor, daß solche Kandidaten und solche Kandidatinnen und solche Parteien Zulauf, Stimmengewinne …

Daß diese Sendung sowohl He.-Chr. Strache als auch Norbert Hofer empfehlen, erstaunt nicht, von dem Noch-Obmann gar als „sehenswertes Interview“ angechräht wird, ja, die zwei Herren haben sofort recht verstanden, wie gut ihnen diese Sendung …

he-chr-strache-und-norbert-hofer-empfehlen-sendung-mit-klaus-webhofer

Wie sah, um es an dieser Sendung aktuell beispielhaft abzuhandeln, die Vorbereitung von Klaus Webhofer in bezug auf den wohl wesentlichesten Punkt, nämlich auf das hoferisch verantwortete Parteiprogramm aus? Webhoferisches Larifari. Was hätte er alles zu diesem befragen und aufzeigen können …

Klaus Webhofer habe sich die Website des Sankt-Georgs-Orden angesehen und meint, einen Widerspruch zur identitären Parlamentspartei zu erkennen. Nun, auf dieser Website kann eines gelesen werden: Sehnsucht nach einem Habsburgerreich. Schlimmer noch und rührend zugleich: das virtuelle Leben in einem Habsburgerreich. Unbehandelt blieben auch die Deckungsgleichheiten in gesellschaftspolitischer Hinsicht zwischen seiner Partei und dem Orden des Anführers Karl Habsburg. Norbert Hofer durfte sich unwidersprochen harmlos als „Mitglied“ dieses Ordens darstellen. Er ist Ehrenritter. Und wer sonst noch in diesem Orden mit dabei ist, kann hier gelesen werden: Österreichische Verfassung wird von Norbert Hofer, Ehrenritter des St. Georgs-Ordens, selektiv geachtet …

Norbert Hofer konnte unwidersprochen behaupten, er hätte die meisten Stimmen bekommen in seiner Wahl zum NR Präsidenten III … Kornblumenland Österreich: 80,3% wählten „Nazi-Blume“-Träger zu ihrem Präsidenten …

Was wäre zu Visegrád alles zu sagen gewesen

Was wäre zu Rußland …

Und so weiter und so fort.

Diese österreichische Art der Vorbereitung, nicht nur von einem Klaus Webhofer, schließt wohl auch ein, gewisse Fragen erst gar nicht zu stellen. Etwa die Frage, wer auf hoferische Einladung in das österreichische Parlament …

Und so weiter und so fort.

Es sollte in dieser Applaussendung für Norbert Hofer um die Bundespräsidentschaftswahl gehen. Eine Wahl als Fiasko. Und das ist Anlaß zur größten Sorge. Nicht weil die hoferische Partei, wie Robert Menasse irrtümlich meint, es geschafft habe, die Demokratie zu zerstören, sondern, so stellt es sich bei Betrachtung der unheilvollen Vorgänge gerade um diese Wahl unweigerlich dar, es in Österreich offensichtlich einen unbewußten Willen zur forcierten Zerstörung der Demokratie gibt, zum alleinigen Heil der identitären Parlamentspartei.

Und mit einem Schriftsteller kann abschließend noch einmal zu dieser Applaussendung zurückgekehrt werden. Wie unwidersprochen nett kann Norbert Hofer über Kunst und Kultur sprechen … Und dabei hätte Klaus Webhofer ein weiteres Mal auf das hoferische Programm …

Damit es aber nicht ganz so unlustig endet. Es hat mit dieser Sendung auch nur insofern etwas zu tun, als Norbert Hofer als Reaktion auf eine sogenannte Publikumsfrage wirsch antwortete, Menschen würden etwas nachplappern, das sie irgendwo lesen … damit hat Norbert Hofer ein recht wahres und schönes Selbstportrait gezeichnet. Er plappert, um sein Wort zu verwenden, nach, was er halt irgendwo liest – die Pointe dazu: Was ist der Unterschied zwischen Ösi und Norbert Hofer?

3 Gedanken zu „Norbert Hofer: „Herr Webhofer, wenn Sie mit mir diskutieren, müssen Sie sich vorbereiten auch.“

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