„dreist“

Eine der Strippen — und sie dürfen, da sie sich selbst dermaßen charakterisieren, so genannt werden — hält am 22. November 2024 auf der Konzernplattform X Beate Meinl-Reisinger vor, sie „leugnete es dann dreist“ … Und die Strippe meint, einfach wie kurz gesagt, Beate Meinl-Reisinger einer Lüge überführt zu haben, indem sie zwei Interviews „dreist“ schneidet … Gesinnungsgemäß hat die Strippe selbst weder die zwei Interviews „dreist“ geschnitten noch Beater Meinl-Reisinger einer Lüge überführt.

Die Strippe macht bloß, was von einer Strippe einzig zu erwarten ist, sie verbreitet, was ihr vorgegeben.

Das „dreist“ geschnittene und nun mehr als zwei Jahre später von der Strippe verbreitete Video ist von „FPÖ TV“, vom 21. August 2022. Der gesinnungsgemäße Gehorsam veranlaßte „FPÖ TV“ wohl dazu, „dreist“ zu handeln, erregte sich darüber doch schon am 4. August 2022 dieser Partei Festungsoberster: „Das ist ja ungeheuerlich.“ Die gesinnungsgemäße Pflicht gebietet es Hannes Amesbauer, sogleich zu unterstützen, und auch Christopher Holper: „Und sowas sitzt im Parlament…… Frechheit…….“

Michael Schnedlitz gesinnungspflichtig seine Meldung auf der Website seiner Parlamentspartei am 18. August 2022, die am 24. November 2024 nach wie vor zu lesen ist, und drei Tage später der „dreist“ gesinnungspflichtige Schnitt von „FPÖ TV“. Einfallsreich wie nur Menschen aus dieser Parlamentspartei sein können, wird aus diesem Wort aus den eigenen Reihen eine Parole für die Nationalratswahl am 29. September 2024:

„Volkskanzler statt Volksverräter“, verlautbart auch von Michael Schnedlitz …

Für das „dreist“ geschnittene Video zieht „FPÖ TV“ aus dem Interview vom 17. August 2022 („Krone“, Katja Wagner im Gespräch mit Beate Meinl-Reisinger) heraus: „Nein. Nein. Ich würde niemals in meinem Leben einen Menschen ‚Volksverräter‘ nennen.“ Was Beate Meinl-Reisinger unmittelbar weiter dazu sagte, wird von „FPÖ TV dreist“ verschwiegen. Beate Meinl-Reisinger erklärte ausführlich zum Vorhalt von Katja Wagner, sie hätte Menschen, die die „FPÖ wählen, gegen Sanktionen“ seien oder „Impfgegner“ seien, „Volksverräter“ genannt:

Katja Wagner: In einem Interview, daß Menschen, die die FPÖ wählen, gegen Sanktionen sind oder Impfgegner sind, die nannten sie „Volksverräter“.

Beate Meinl-Reisinger: Nein. Nein. Ich würde niemals in meinem Leben einen Menschen Volksverräter nennen. Ich habe Folgendes gesagt, und das sage ich sehr bewußt. Ich weiß, das ist hart. Die FPÖ, und ich kann ihnen die Mails zeigen, bei egal welchem Thema, die bieten ja inhaltlich nichts, außer daß sie sich auf Themen draufsetzen, die bewußt, wo sie wissen, da kann man spalten, da hat man bald beim Populismus über 50 % dafür und 50 % dagegen. Das ist das Ziel. Das ist etwas übrigens, was der Kreml, was Rußland schon lange befeuert. Wie wir wissen durch Desinformationskampagnen, durch russische Trollfabriken, durch auch die systematische Finanzierung von extrem rechten Parteien in Europa, übrigens auch mit guten Verbindungen zur FPÖ, durch Freundschaftsgruppen, durch Freundschaftsverträge, und der macht das ja deshalb, um Europa zu destabilisieren. Und die FPÖ, man kann auch sagen, sind „nützliche Idioten“, lassen sich vor den Karren spannen, eigentlich die Propaganda Putins hier zu machen, hier zu spalten.

Warum ich den Begriff verwendet habe, ist weil in all diesen Themen, egal ob das jetzt ist Europa oder in der Pandemie oder beim Thema, jetzt auch in der Frage Sanktionen, sehr viele in Foren, in Mails, in sozialen Medien uns, die wir sagen, moment, wir müssen unabhängiger werden von Rußland, wir müssen selbstbewußter und geeinter als Europa auftreten, wir müssen weltoffen bleiben und eine starke Wirtschaft sein, sehr oft „Volksverräter“ sagen. Ich kann Ihnen die Mails zeigen – Tausende. Und ich finde eigentlich umgekehrt, was die FPÖ macht, ist eigentlich ein Verrat an Österreich, an unseren Werten. Und ich habe es zugespitzt und gesagt, ein Verrat am Volk. Was hat uns den stark gemacht, auch nach 45, eine starke Wirtschaft, eine innovative Wirtschaft, eine weltoffene Wirtschaft, ein Land, das stark auch eingebettet ist in Europa und Handel betreibt mit der ganzen Welt. Und daher auch immer diese Weltoffenheit hat und diese eigene Stärke Europas nicht als Spielball der Mächtigen in den USA oder in Rußland oder in China, aber Österreich ist zu klein allein, und diese Stärke ist etwas, die wird meines Erachtens angegriffen. Ich finde das immer bemerkenswert, wenn gerade die FPÖ gerne die österreichische Fahne weht und sagt, sie sind die einzigen Patrioten. Das ist zutiefst antipatriotisch, was sie machen, das ist gegen die Interessen unseres Landes. Gegen die Interessen der Wirtschaft, gegen die Interessen der Menschen, die gut davon leben wollen, sich was aufbauen wollen, und auch gegen die europäischen Interessen, daß man nicht Spielball ist, verlängerter Arm, eine Gaskolonie Rußlands und mehr oder weniger davon abhängig ist, ob ein Diktator den Gashahn auf- oder zudreht.

Ich weiß, daß das sehr zugespitzt ist und ich weiß, das es hart ist. Aber manchmal muß man, finde ich, genau diesen den Spiegel vors Gesicht halten und sie auch mit den eigenen Worten konfrontieren, die sie nämlich jederzeit, und wir wissen, wie das mittlerweile ist, wie das gepusht wird von Seiten auch gerade der FPÖ in den sozialen Medien, die Spaltung sucht, die Aggression sucht. Und deshalb habe ich den Begriff verwendet, aber ich würde niemals Menschen als so was bezeichnen.

Ich finde, es völlig legitim zu sagen, ich bin gegen die Sanktionen, ich halte es für falsch, aber als Partei das zu machen, dieses Spiel zu spielen, das halte ich tatsächlich für schändlich.

Das ist die ausführliche und von „FPÖ TV dreist“ verschwiegene Erklärung der Beate Meinl-Reisinger zu dem Interview vom 3. August 2022 („oe 24“), in dem sie sagte:

Gehilfen, vor allem von rechtsradikaler Seite in Europa, in Österreich halt die FPÖ, ich höre es auch von den Impfgegnern. Das sind ja „Volksverräter“ meiner Meinung nach, weil sie eigentlich sich quasi vor den Karren spannen lassen, von jemand, der ein Interesse daran hat, Europa und Österreich zu schaden, schwächer zu machen. Und das passiert schon sehr lange, und das meine ich mit einem Ende der Naivität. Es ist kein Zufall, wenn die gleichen Narrative in allen diesen Blogs auftauchen, es ist kein Zufall, wenn auf einmal Figuren aufpoppen und alle das Gleiche sagen und bedienen. Und da braucht man übrigens auch einen gut funktionierenden Nachrichtendienst und einen Staatsschutz. Und darum ist es auch so fatal, daß bei uns das BVT so zerschossen wurde, und der offensichtlich noch nicht als Staatsschutz wieder dort ist, wo er sein sollte.

Es gibt von Beater Meinl-Reisinger hierzu noch ein Interview, ein Jahr später, vom 7. August 2023 („Zeit im Bild“), das weder „FPÖ TV“ verwendet noch die Strippe verbreitet, und das kann verstanden werden, spricht doch Beate Meinl-Reisinger in diesem Interview vom „Lernen“ — ein Wort, obgleich ein deutsches Wort, das weder „FPÖ TV“ noch eine der Strippen kennt, und sie, „FPÖ TV“ und die Strippen, würden es als „dreist“ anprangern, wenn von ihnen verlangt werden würde, zu lernen, wenigstens etwas, doch noch zumindest ein wenig zu lernen. Und mit dem, was Beate Meinl-Reisinger innerhalb eines Jahres gelernt hat, soll dieses Kapitel enden:

Susanne Schnabl: Sie haben Herbert Kickl ja ziemlich hart auch „Volksverräter“ genannt in bezug auf Rußland.

Beate Meinl-Reisinger: Nicht ihn, die FPÖ, das ist nicht unwichtig. Weil die Frage ist immer, sagt man das über einen Menschen oder sagt man das in bezug auf Rußland, richtig. Weil ich der Meinung bin, daß diese Propaganda, die die FPÖ für Putin in Österreich macht, und Sie wissen, wir stellen uns immer noch die Frage, hat die FPÖ dafür was bekommen. Das ist nicht patriotisch und das verrät auch unsere Werte. Aber ich sage Ihnen auch, was ich letztlich gesagt habe. Ich habe das damals bewußt verwendet, im Sommergespräch bin ich das ja gefragt worden, und ich habe gesagt, ich habe das verwendet, weil von rechter Seite das sehr oft mir entgegengehalten wird, daß ich eine „Volksverräterin“ wäre, und daher habe ich diesen Begriff verwendet. Ich finde mittlerweile, weil Sie vom Stil gesprochen haben, daß das falsch war, daß ich das verwendet habe. Denn es gibt ja dieses Zitat: Wenn man mit Ungeheuern kämpft, sollte man aufpassen, nicht selbst eines zu werden. Also nur weil sich Rechtsextreme, Rechtspopulisten einer solchen Sprache bedienen, sollten wir das nicht auch machen. Das habe ich jetzt gelernt.

Der Mann mit Geschichte

Doch nach dieser Wahl […] Optionen aus […] So verordnet Bundespräsident […] sogenannte Sondierungsgespräche. Alle Parteien sollen aus der Blockadesituation herausfinden.

Das war vor fünfundzwanzig Jahren. Wird in der Fernsehdokumentation „Schicksalstage Österreichs -Die schwarz-blaue Wende“ am 16. November 2024 berichtet. Nicht Alexander Van der Bellen, sondern Thomas Klestil war Bundespräsident.

Fündundzwanzig Jahre später, im Oktober 2024, sagt Alexander Van der Bellen:

Eine klassische Pattsituation Das führt mich, das führt uns alle, unweigerlich zur Frage: Wie kommen wir aus dieser Pattsituation heraus? Mit wem sollte er dann sondieren […]

Liebe Österreicherinnen und Österreicher, wie gesagt, bisher war es üblich, den Wahlsieger mit der Führung von inhaltlichen Gesprächen zu beauftragen. Aber wie Sie sehen, die Lage ist diesmal alles andere als üblich.

Daher bitte ich die Vorsitzenden der drei stimmenstärksten Parteien, Herbert Kickl, Karl Nehammer und Andreas Babler, Gespräche miteinander auf Parteichef-Ebene zu führen und verlässlich zu klären, ob und welche wechselseitige Zusammenarbeit grundsätzlich vorstellbar ist oder wäre.

Ich werde die drei Vorsitzenden Ende nächster Woche einladen, vom Ergebnis zu berichten.

Ja, das ist neu in der Vorgangsweise. 

Aber notwendig, um aus der Pattsituation herauszukommen. Und zwar, ohne wertvolle Zeit zu verlieren. Wir brauchen Klarheit. Und wenn wir etwas nicht brauchen,  sind es leere Kilometer. Sogenannte Sondierungsgespräche […]

Und fünfundzwanzig Jahre zuvor:

Sondierungsgespräche
Im Auftrag des Bundespräsidenten: Suche nach einem Ausweg aus dem Patt nach der Wahl

„Regierungsbildung
Insbesondere 1999/2000 – Diskussionspapier Nr. 80-R-2000
o. Univ. Prof. Dr. Manfried Welan, Institut für Wirtschaft, Politik und Recht,
Universität für Bodenkultur Wien“

Vor fünfundzwanzig Jahren also bereits eine „Pattsituation“, und des Bundespräsidenten „verordnete Sondierungsgespräche“ mit allen Parteien, nicht nur mit den drei stimmenstärksten Parteien nur auf „Parteienchef-Ebene“, und Thomas Klestil hätte die Sondierungsgespräche auch einfach kurz Gespräche nennen können, denn in wie immer genannten Gesprächen geht es stets um dasselbe: eine Situation klären, eine Meinung erkunden, bestimmte Verhältnisse abschätzen und beurteilen …

Weder das „Patt“ noch die „Gespräche“ sind also neu, also alles andere als unüblich in diesem Land, und wer wüßte das nicht besser als Alexander Van der Bellen, der Mann mit Geschichte; er führte vor fünfundzwanzig Jahren selbst Gespräche, weil ein Bundespräsident Gespräche nicht nur zwischen den drei stimmenstärksten Parteien — Und der Auftrag fünfundzwanzig Jahre später des Alexander Van der Bellen an die drei stimmenstärksten Parteien auf „Parteichef-Ebene“ ist, zu klären, „welche wechselseitige Zusammenarbeit grundsätzlich vorstellbar ist oder wäre.“ Also hat er, Alexander Van der Bellen, nichts anderes als „inhaltliche Gespräche“ geordert, Sondierungsgespräche, die, einfach wie kurz Gespräche zu nennen sind; was sollte auch sonst als Inhaltliches besprochen und also sondiert werden, wenn es um „Zusammenarbeit“ …

Nach diesen Gesprächen hat Bundespräsident Thomas Klestil Viktor Klima mit der Regierungsbildung beauftragt, das Ergebnis ist bekannt, besonders für den Mann mit Geschichte, es wird natürlich auch Menschen in Österreich geben, denen das Ergebnis nicht bekannt ist, das ist eine Eigenschaft besonders von Männern, die für sich die Beschreibung in Anspruch nehmen dürfen, das zu sein: der Mann ohne Geschichte …

Alexander Van der Bellen hat nun im Oktober 2024 den Obmann der zweitstimmenstärksten Partei mit der Regierungsbildung beauftragt, im Gegensatz zu vor fünfundzwanzig Jahren,

vor fünfundzwanzig Jahren hat die zweitstimmenstärkste Partei den Obmann der drittstimmenstärksten Partei zum Bundeskanzler gemacht, obwohl der Bundespräsident mit der Regierungsbildung den Obmann der stimmenstärksten Partei beauftragte.

Wie viele Herauswindungen werden fünfundzwanzig Jahre später wieder zu den in so kurzer Zeit schon bisherigen noch öffentlich geturnt werden, um am Ende dann wieder ein Ergebnis zu propagandieren, in dem die Turnenden einzig allein ein positives sehen können werden wollen —

„Das wars“

Dann wird es ein schwieriger Flug werden, den dieses Flugzeug dann, dieses Koalitionsflugzeug, das momentan für mein Gefühl ein bißchen herumirrt auf dem Vorfeld und die Startbahn noch gar nicht einmal für sich entdeckt hat. Also hoffen wir, daß das tatsächlich eine, doch, ja, dann nicht verlorengeht, als Orientierung.

So schließt am 15. November 2024 Martin Engelberg seine Erzählung von den Erosionen in Österreich, und dann trägt er seine zweite Analyse

Das andere Thema. USA. Und jetzt auch schon die Bestellungen, die Donald Trump, der gewählte Präsident, also auch gemacht hat. Und auch da wieder möchte ich das gar nicht kommentieren, im einzelnen, wo diese Bestellungen gut sind oder nicht. Das, was mir da auffällt, ist diese unglaubliche Arroganz, die in Europa besteht, auch in Österreich, wenn man sich die Diskussionssendungen anschaut, gegenüber den USA, meistens von Leuten, die wirklich von den USA keine Ahnung haben, nicht verstehen, wie da die Dynamik auch in Amerika lauft. Also, ich kann zumindest behaupten von mir, daß ich doch, ich weiß nicht, die letzten Jahrzehnte immer mehrmals pro Jahr in den USA bin und mit vielen Leuten dort in Kontakt bin. Also man darf das nicht unterschätzen diese Problematik, diese Angst vor den Demokraten, und auch da wieder, daß sozusagen der Wille aufgezwungen wird den Menschen, das ist in Amerika ein sehr, sehr hohes Gut, daß Leute nicht, also daß Leute das Gefühl haben, sie wollen nicht vom Staat zu irgendwelchen Dingen gezwungen werden, natürlich auch keine hohen Steuern und eine Erhöhung der Sozialleistungen.

Also alles das ist in Amerika ein ganz ganz großes Thema. Das Zweite ist einfach diese Immigration, genauso wie in Europa auch in den USA, und die Demokraten, die da praktisch die Grenzen fast geöffnet haben, und das eine große Belastung in Amerika ist, als große Herausforderung gesehen wird. Das Dritte, was in den USA wirklich gravierend geworden ist, ist dieses ganze Thema der Wokeness, der Political Correctness, diese Gender Verrücktheiten, also alles das ist, quält die Amerikaner wirklich zu Tode, und da ist der Trump fast so etwas wie ein Befreiungsheld.

Wir haben das ja auch schon in Europa, auch in Österreich schon das Thema, aber jedenfalls wenn jetzt so eine Disruption kommt, also eine Gegenreaktion, eine disruptive Gegenreaktion, so wie sie eben Trump und diese Administration jetzt macht, das ist das, gehört auch zu den Eigenarten der USA, das so anzugehen.

Es könnte an dieser Stelle bereits beendet werden, Martin Engelberg weiter erzählen zu lassen. Es komme jetzt, so Engelberg, zu einer „Disruption“, also zu einer Störung, zu einem Zusammenbruch, zu einer Zerrüttung eine „disruptive Gegenreaktion“, so Engelberg, mache „Trump und diese Administration“, also eine zerstörerische

Für solch eine Zerstörung, für solch einen Zusammenbruch, für eine derartige Zerrüttung, für solch eine Spaltung spricht Engelberg das sein Wort

aber ein wenig Platz ist ihm noch für seine Erzählung einzuräumen, deren Höhepunkt sein Traum von einem Mann für Österreich, einfach wie kurz gesagt, der sehr, sehr …

Also ein Elon Musk, der möglicherweise da reinfahrt in die Bürokratie, in die staatlichen Bürokratien, das wird den Leuten in den USA, glaube ich, sehr viel besser gefallen als den europäischen Moralisten, und wir sitzen aber da im bequemen Fauteuil und tun also moralisieren, was in Amerika passiert, und vergessen vielleicht dabei oder übersehen dabei, daß möglicherweise uns ein Elon Musk hier sehr, sehr gut täte. Also ich glaube, wenn wir die österreichischen Bürokratien da durchforsten wollte, wäre das vielleicht einmal eine gar nicht so schlechte Idee.

Jedenfalls, nochmals gewiß nicht im Detail sozusagen diskutieren, inhaltlich, politisch. Was mich halt von der Dynamik her wirklich stört, ist, dieses wirklich selbstgefällige zurücklehnende Kommentieren, abfällige Kommentieren von dem, was in den USA abgeht.

Ich glaub, da sollten wir als Europäer mehr Demut haben und auch anerkennen, daß jedenfalls die USA momentan auf der Überholspur sind und, so wie die Aktienmärkte und die Märkte es zeigen, ist ein unglaublicher Optimismus da, daß es unter Trump noch viel besser wird, während wir in Europa und gerade auch in Österreich und in Deutschland ja wirtschaftlich sehr, sehr stagnieren. Also da fordere ich doch ein bißchen mehr Demut und, ja, Beruhigung auf unserer Seite ein. Ich denke, das wars […]

„[E]in Elon Musk hier sehr, sehr gut täte“, so sieht es Martin Engelberg. Wer könnte das in Österreich sein? Wer könnte in Österreich all das abdecken, was „ein Elon Musk“ abdeckt, zum Beispiel auch den Antisemitismus? Martin Engelberg muß dabei doch an einen österreichischen Menschen denken, ist er doch gegen einen „importierten Antisemitismus, wie beispielsweise seinem Interview mit dem „Rotary Magazin“ vom 1. Dezember 2023 zu entnehmen ist:

Hubert Nowak: Bei pro-palästinensischen Demonstrationen in Europa sahen zuletzt viele, auch der Deutsche Vizekanzler Robert Habeck, einen importierten Antisemitismus. Haben die recht?
Martin Engelberg: Ja, überhaupt keine Frage! Unser Nationalratspräsident Sobotka hat schon zweimal wissenschaftliche Umfragen in Auftrag gegeben, und da kommt zutage, dass der Antisemitismus bei Menschen mit türkischem oder arabischem Background rund doppelt so hoch ist wie im Rest der Bevölkerung. Wir haben beim traditionellen Antisemitismus aus meiner Wahrnehmung erfreulicherweise einen langsamen, aber doch klaren Rückgang.
Martin Engelberg: Anderseits werden in Ländern wie Syrien oder Ägypten die klassischen alten europäischen antisemitischen Stereotype, wie Blutrünstigkeit, Kindermord und weitere gepflegt und jetzt mit den Flüchtenden sozusagen reimportiert.
Hubert Nowak: Welche Auswirkungen wird das auf die Migrationspolitik haben?
Martin Engelberg: Ich glaube, dass wir in ganz Europa vor diesem Problem stehen. Wir können das nicht weiter zulassen. Wir müssen strenger werden. Das betrifft nicht nur den Antisemitismus, sondern auch die Ablehnung des Staates, unserer Zivilisation, unseres Rechtssystems.
Martin Engelberg: Also, Ungarn hat, glaube ich, die viertgrößte jüdische Gemeinde in Europa. Ich habe nicht gehört, dass es in den mittel-osteuropäischen Ländern jetzt eine besondere Bedrohung gegeben hätte. Die haben natürlich auch kaum Moslems. Das ist eben die andere Seite der sehr restriktiven Zuwanderungspolitik zum Beispiel Ungarns.

Wie es um den Antisemitismus von dem Mann bestellt ist, der solch ein Mann wäre, so Martin Engelberg, der „uns hier sehr, sehr gut täte“, muß nicht „im Detail“ ausgeführt werden; zu dem gibt es eine reichliche Berichterstattung, die leicht aufzufinden ist. Nur ein „Detail“ soll herausgegriffen werden. Genauer, auf einen Namen verwiesen werden, der eingesetzt wird, wenn es gegen jüdische Menschen geht, antisemitische Menschen sich dabei aber herausreden wollen können, nicht antisemitisch zu seien. Nichts davon will hier zitiert werden. Nur das, dieser Mann sieht Donald Trump nicht —

“One thing that scares the system, that scares the machine, is that Donald Trump is not a puppet.

und zwar deshalb, weil es zu lustig ist, wenn etwa an „Russland setzt Elon Musk und Donald Trump als Schach­figuren ein“ in der „Republik“ vom 9. November 2024 … Das ist nur ein Beitrag von vielen Beiträgen in vielen Medien mit „Details“, auf die Martin Engelberg gar nicht eingehen will, würde er dann doch mit seiner Analyse eingehen —

Es sieht ganz danach aus, als hätte Wladimir Putin Elon Musk in den letzten Jahren rekrutiert. Das «Wall Street Journal» berichtete, dass es bereits 2022 bestätigte Kontakte zwischen Putin und Musk gab. Es scheint also, als hätte der Kreml Musk geraten: «Wenn Sie wirklich mit Ihrer Raketen­firma zum Mars wollen, müssen Sie zuerst die Regulierung abbauen. Und dafür muss die Grösse der US-Regierung reduziert werden.» Russland scheint sowohl Elon Musk als auch Donald Trump als Schach­figuren einsetzen zu wollen, um seine Ziele zu erreichen.

Es müssen nach Österreich keine „Schachfiguren“, keine „Marionetten“ geholt werden, sie sind schon da, sie kommen aus Österreich, sie sitzen im Parlament, wenn auch die eine oder der andere es nicht mehr ins Parlament schafft,

es ist alles schon da, in Österreich, auch das Handzeichen, das Engelsbergs Hier-sehr-sehr-gut-täte-Mann zeigt, ein Handzeichen, das in Österreich längst schon heimisch,

ein Einheimischer Österreichs auch ihr Geist …

„Ich denke, das wars“

Ich habe da eine Umfrage gesehen vor kurzem, wo nicht einmal 50 % der Österreicher sagen, leistungsbereit und willig sind oder sich auch als beruflich erfolgreich sehen wollen, also das heißt, wir haben da wirklch ein großes Problem, und wir tun sozusagen als Staat auch viel dafür, diese Leistungsbereitschaft, das Interesse gar nicht entstehen zu lassen.

Vor kurzem hat also Martin Engelberg, erzählt er am 15. November 2024, eine Umfrage gesehen; er sagt aber nicht, welche Umfrage er gesehen hat, er sagt aber auch nicht, von wann, von wem, von wann und mit wie viel Befragten diese Umfrage ist, die er gesehen

Gelesen werden können Umfragen und Studien zur Leistungsbereitschaft, es gibt also nicht nur die eine von Martin Engelberg gesehene, wo immer er diese auch sah, vielleicht sah er sie bei seiner letzten Wegfahrt vom Parlament in der Straßenbahn auf dem Infoscreen —

Es gibt zum Beispiel eine zu lesende Umfrage aus dem Jahr 2022 für Österreich, mit dem Ergebnis, daß 27 % Leistungsbereitschaft für äußerst wichtig, 48 % für sehr wichtig und 21 % für eher wichtig einstufen.

Es gibt zum Beispiel eine zu lesende Umfrage aus dem Jahr 2024 für Österreich, mit dem Ergebnis, daß 48 % Leistungsbereitschaft als gesellschaftlichen Wert für sehr wichtig und 39 % für eher wichtig einstufen.

Das von ihm Gesehene ist Martin Engelberg Grundlage seiner beeindruckenden Analyse am 15. November 2024:

Ich möchte da gar nicht im Detail darauf eingehen, wie das ablauft und wie da die Dynamik ist. Ich glaube, was sozusagen das Wichtigste ist, eigentlich das Bewußtsein dafür, worum es da geht. Und das ist ja nicht wenig. Wenn wir da analysieren, wie die gesellschaftliche Dynamik da in Österreich ist, dann, glaube ich, haben wir doch deutliche Signale einer Erosion in bestimmten Richtungen vor uns. Das eine ist eine Leistungs-Erosion und das andere ist eine Werte-Erosion, also wir verlieren da komplett den Bezug dazu, was, wie wir unseren Wohlstand sozusagen erreichen oder erreicht haben, und den Bezug dazu, daß das eben nur über Leistung geht. Ich habe da eine Umfrage gesehen vor kurzem …

Für die „Werte-Erosion“ bezieht sich Martin Engelberg aber auf keine von ihm irgendwo und irgendwann gesehene Umfrage —

Und auf der anderen Seite diese Werte-Erosion, nämlich, daß wir zugelassen haben, daß das Sprechen der deutschen Sprache, eine ordentliche Erziehung, ein Anerkennen der westlichen Werte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, vor allem auch Frauenrechte, also alles das, daß wir nicht mehr einfordern, daß wir in dieser Gesellschaft das so erodieren lassen. Und ich glaube, da ist eine hohe, jetzt, ja, Alarmismus muß man fast sagen, Alarmstimmung in der Bevölkerung, und auch da wieder, was auch immer und wie auch immer diese Regierung zustandekommt, glaube ich, muß das adressiert werden.

Welchen Stellenwert diese von ihm geseheen Werte in Österreich tatsächlich haben, kann beispielsweise in diesen zwei oben genannten Umfragen ebenfalls gelesen werden, wie den zwei Abbildungen zu entnehmen ist. Kurz zusammengefaßt: weder eine Erosion, wie sie Engelberg sieht, der Leistungsbereitschaft noch eine Erosion, wie sie Engelberg sieht, der Werte.

Am Ende verabschiedet sich Martin Engelberg, nachdem er von so vielem, das er gesehen hat, am 15. November 2024 erzählt hat, mit: „Ich denke, das wars …“

Das gute Deutsch von Österreich, die gute Bildung von heute

Michael Pollak schreibt in der blinden Passagierin, also in der „Heute“, am 14. November 2024 — eine blinde Passagierin der öffentlichen Verkehrsmittel ist sie, genaugenommen, nicht, denn sie versteckt sich nicht, genauer wäre es also von einer Schwarzfahrerin zu sprechen, also in der Schwarzfahrerin von heute schreibt Michael Pollak:

Der Text stammt aus einem Geografie-Schulbuch für die 5. Schulstufe. Von den 94 Wörtern hat der Lehrer 28 Worte angestrichen – etwa jedes vierte Wort wird von der Mehrheit seiner Klasse nicht verstanden.

Wenn für einen Moment angenommen wird, Michael Pollak oder bereits Thomas Walach, von dem er den Text übernahm, hat die Wörter richtig gezählt, dann weiß er, Michael Pollak, einfach wie kurz gesagt, nicht, wie richtig gerundet wird. Bis zur Ziffer 4 wird abgerundet, ab der Ziffer 5 wird aufgerundet. Korrekt wäre also von ihm gewesen, abzurunden: etwa jedes dritte Wort … Oder er rundete großzügig auf, weil es ihm weniger dramatisch klingen wollte: „etwa jedes vierte …“

Aber es hapert bereits beim Zählen. Michael Pollak oder bereits Thomas Walach zählt „94 Wörter“ und „angestrichen“: „28 Wörter“. Ohne Titel sind es 93 Wörter und angestrichen: 31 Wörter. Es muss also weder abgerundet noch aufgerundet werden: jedes dritte Wort … Angestrichen sind von Thomas Walach aber bereits Wörter, die mehr als einmal vorkommen — Der Titel des Textes wird von Michael Pollak oder bereits von Thomas Walach nicht mitgezählt, mit diesem sind es 98 Wörter. Vielleicht werden Texte in der Klasse von Thomas Walach ohne Titel gelesen, und deshalb werden die fünf Wörter des Titels nicht mitgezählt; das wird von Michael Pollak oder bereits von Thomas Walach nicht aufgeklärt. Die Zählschwäche und die Rechenschwäche könnten vielleicht auch etwas mit dem Nichtverstehen der deutschen Sprache zu tun haben, wer selbst Wörter nicht versteht, kann auch nicht verstehen, daß ein und dasselbe angestrichene Wort selbst in einem derart kurzen Text mehr als einmal vorkommt und streicht es daher jedes Mal an, wenn es …

Ende August 2024 hat Michael Pollak bereits darüber geschrieben: „Deutschtest schon für Dreijährige – sonst droht Strafe“. Die „Diskussion“ darüber ist nicht zu Ende, wie am 9. November 2024 etwa auch „Mein Bezirk“ zu entnehmen ist: „Diskussion um Sprachprüfung von Dreijährigen in Wien“. Das schon vor sieben Jahren in „Österreich GmbH“: „Deutschtest für Dreijährige“

Die künftige Koalition zieht das Tempo an. Am Dienstag trifft sich wieder die Hauptgruppe mit ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache. Danach präsentieren die beiden Chefverhandler das Bildungspaket, das bereits fertig ist.
Sprachtests. ÖVP und FPÖ setzen bereits vor dem Kindergarteneintritt an: Im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung sollen Dreijährige
„standardisierten Sprachstandserhebungen“ unterzogen werden.

Das gute Deutsch von Österreich wird jetzt wohl endlich nach so vielen Jahren Dreijährigen beigebracht werden, damit sie bereits als Dreijährige ebenso akkurat das beste Deutsch — exemplarisch dafür ein paar Wörter aus der Ausgabe vom 13. November 2024:

Wie Babler fordert auch Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) hatte ja eine klare Haltung seines Koalitionspartners. Dornauer soll sich beim Landesparteirat am Montag oder bei einem Landesparteivorstand der Vertrauensfrage stellen wird.

Würg! Würg! Würg!

… auf den Platz gestellt … in Wien und in anderen Bundeshauptstädten, immer wird er kritisiert, er schaut scheiße aus, oder, der lebt ja gar nicht mehr …

Die Sendung am 12. November 2024 hat zu Tage gebracht, daß sie nicht nur, was Gags betrifft, seit langer Zeit schon in Rente, und in bezug auf Gags in Rente zu sein, heißt, bloß noch selbst zu applaudieren, lustig zu sein, und das letzte Glück im Rentenleben ist, es ist vollkommen gleichgültig, was für eine Gewürge etwa ein Rentner wie Grissemann … die Briefträgerin bringt trotzdem die Rente zu jedem Monatsersten in die Hütte in den Bergen hinauf —

die Sendung am 12. November 2024 mit den Gagsrentnern hat zur Nacht gebracht, das zweite letzte Glück im Rentnerdasein etwa eines Grissemann, das selbst nicht mehr zu hören, was herausgewürgt wird … Bundeshauptstädte — in ÖsterreichSein Buddy wird es vielleicht nicht immer mehr, ab und an aber doch noch hören, was er, sein Buddy, von sich gibt, und es sich wohl hoch anrechnen, solch einen gebildeten Buddy zur Seite —

was aber das größte Glück im Rentendasein ist, kann nicht so leicht gesagt werden, gewiß, die pünktlich hinaufgebrachte Rente ist ein Glück, ein Glück ist gewiß auch, in Rente noch ein Studioleben bildungsbefreit, das größte Glück jedoch wird wohl sein, daß alle anderen in der Bundeshauptstadt und in den Landeshauptstädten für die beiden Rentner, wie es die zwei bosom buddies geworden, was sie sind, unfreiwillig arbeiten, ihnen Gags frei Studioberghütte liefern; ohne diese säßen sie bloß da mit einem Knebel im Mund, würgten und außer Würggeräusche —

Franz Antel ohne Stolz: „Wir sind eben schon wieder einmal befreit worden“

Es gibt den Antel-Bockerer und es gibt den Kehlmann-Bockerer.

Wenn aber heute vom „Bockerer“ gesprochen, geschrieben wird, wird heute nur noch vom Antel-Bockerer geredet, geschrieben, und gezeigt wird heute, im Fernsehen, bloß noch der Antel-Bockerer, der 1981 in die Kinos kam,

„Der Bockerer“ von Franz Antel, dessen Reaktion darauf, er sei ein „Nazi“, als er in den fünfziger Jahren Hans Weigel vorwarf, ein „mieser Jude“ zu sein, sei gewesen, „stolz“ sei er darauf …

Und Friedrich Torberg habe Franz Antel in den fünfziger Jahren Antisemitismus vorgeworfen.

Mit Friedrich Torberg beginnt die Geschichte vom „Bockerer“, der bei Torberg „Neidinger“ heißt, über den Friedrich Torberg einige Szenen schrieb, und sich durch Becher und Preses bestohlen fühlte, weshalb er wegen Verletzung seiner Urheberschaft klagte; den Prozeß verlor Friedrich Torberg.

Im Oktober 1948 wird „Der Bockerer“ von Ulrich Becher und Peter Preses im „Neuen Theater an der Scala“ in Wien, auf der Wieden, im vierten Bezirk, uraufgeführt. Friedrich Torberg, und mit ihm Hans Weigel, bekämpft nicht nur Bertolt Brecht, sondern auch die „Scala“. Weil es in deren Augen, einfach wie kurz gesagt, ein „kommunistisches Theater“ ist. Mit ihrer Hetze sind sie dabei äußerst erfolgreich. Sie, die „CIA-Agenten“ vom „Forvm“, werfen u. a. den Schauspielerinnen und Schauspielern der „Scala“ vor, „kommunistische Agenten“ zu seien. Um es kurz zu machen. Bereits 1956, ein Jahr nach dem sowjetischen Abzug aus Österreich, wird der Theaterbetrieb eingestellt, Förderungen gibt es für die „Scala“ keine, auch nicht mehr von der kommunistischen Partei. Engagements gibt es für Mitglieder des Ensembles in Österreich keine mehr, einige von ihnen kommen im „Berliner Ensemble“ unter, etwa Karl Paryla, gegen den Torberg und Weigel ein „Auftrittsverbot bei den Salzburger Festspielen“ durchsetzen.

Nur nebenbei, was wieder alles sofort möglich war, als die Österreichischen wieder ganz unter sich waren, etwa einen Massenmordgehilfen des Österreichers mit einem höchsten Staatsehrenzeichen zu würdigen,

einer Bildhauerin Skulptur ganz im Familiensinne des Österreichers öffentlichen Raum zu geben …

Und ebenfalls nur nebenbei, in Deutschland wird, etwa auch zur Zeit des Errichtung der Berliner Mauer“ allenthalben ein „Brecht-Boykott“ propagandiert – ohne Erfolg aber; in Deutschland hätten Torberg und Weigel mit ihrer Hetze keinen Erfolg für sich buchen können. Nur in Österreich sind sie erfolgreich; was für weitere Karrieren hätten sie — wären sie ohne ihre Gnade der richtigen Geburt gewesen — sonst wohl noch gemacht haben können?

Sollte auch darüber nachgedacht werden, weshalb der Antel-Bockerer sein Geschäft in der Garbergasse hat und nicht wie der Kehlmann-Bockerer in der Paniglgasse auf der Wieden? Die Wieden zu bürgerlich, zu adelig für einen Karl Bockerer? Die Mariahilf hingegen?

„Der Bockerer“ mit seinen vier Teilen von Franz Antel ist, könnte einfach wie kurz gesagt werden, ganz im Sinne und ganz im Geiste Torbergs und Weigels, die Fortführung ihres Kampfes gegen den Kommunismus Die Teile II bis IV von Franz Antel sind dermaßen unerheblich, bedeutungslos, was aber kein Wunder ist, fehlt ihnen doch jedwede Unterlage eines Ulrich Becher und eines Peter Preses, deren Vorlage bereits für den „Bockerer I“ von Franz Antel zu einer süßlichen Liebesgeschichte und zu einer mehr als fragwürdigen Aufklärung über die madigen sieben Jahre der massenmörderischen und massenverbrecherischen Diktatur des Österreichers in Österreich mißbraucht wird, daß von diesen drei Teilen es gar nicht je zu sprechen lohnt.

An dem Drehbuch des „Bockerer I“ — nur von diesem wird von jetzt an noch gesprochen werden — soll, auch wenn er im Vorspann nicht angeführt ist, H. C. Artmann ebenfalls mitgeschrieben haben. Ob es H. C. Artmann selbst verhinderte, genannt zu werden, als ihm vielleicht einleuchtete, klar wurde, woran er da mitarbeitete?

Es ist bald wieder der 9. November, und deshalb ist es die richtige Zeit, in der Vornacht vom Bockerer zu reden, der in der Nacht lebte, sein Sohn mit Pflastersteinen in den Straßen selbst in dieser Nacht des 9. Novembers —

In diesem November, sechsundachtzig Jahre später, drängt es wieder Menschen auf die Straße —

Natürlich kommt Franz Antel nicht umhin, die Bösartigkeit des österreichischen Menschen zu zeigen, es sind auch zum Straßenwaschen gezwungene jüdische Menschen zu sehen, auch beispielhaft eine Arisierung, aber die Massenmorde an jüdischen Menschen werden ausgeklammert, im Fokus ist der Krieg, ein Schwelgen in Original-Aufnahmen, das aus dieser Zeit nur nationalsozialistisches Material sein kann —

Es wird in diesem Film kein jüdischer Mensch erschossen. Dafür, und diese Szene mutet sonderlich an, schießt der SS-Mann Gstettner auf aufgehängte tote Schweine, in einer Halle, in der neben ihm jüdische Menschen das Blut von Schweinen auflecken müssen. Soll diese Szene gar stellvertretend für den Holocaust stehen, oder soll — das will nicht einmal gedacht werden, wenngleich es nicht ausgeschlossen werden kann, daß gerade das manche oder gar viele beim Sehen dieser Szene sich denken werden …

Im Fokus der Krieg, im Fokus die rührselige Liebesgeschichte, und im Fokus der Widerstand des Eisenbahners Hermann, der — ja, „Konzentrationslager“ wird gesagt — im Konzentrationslager Dachau getötet wird, nicht in einem „Vernichtungslager“, sondern im „Konzentrationslager Dachau für politisch Verfolgte“; er wird also nicht ohne Grund verfolgt und getötet, und nicht einfach nur deshalb ermordet, weil er ist

Und im Fokus auch die Homosexualität des SS-Mannes Gstettner, gespielt von Michael Schottenberg, und des Gestapo-Mannes Lamm, gespielt von Klaus-Jürgen Wussow, und auch darüber will gar nicht nachgedacht werden, was Franz Antel damit —

Je mehr über den Antel-Bockerer nachgedacht werden könnte, desto abgründiger würde dieser erscheinen. Das Harmlose an dem Antel-Bockerer ist noch, daß Karl Bockerer, gepielt von Karl Merkatz, mundelt, zumindet zweimal sogar mehr oder weniger wörtlich … Wie wenig aufklärend oder sogar anti-aufklärerisch dieser Film ist, soll zum Schluß exemplarisch die Rede vom SS-Mann Gstettner in der Gegenüberstellung vorführen.

Im Antel-Bockerer Michael Schottenberg:

Gstettner, SS: Wirst a Hetz hobn in Rußland.
Sein nächster Liebhaberkamerad: Auf diese Partisanen bin i goar nit schoarf.
Gstettner: Aber Blödsinn, die gibts in Woarheit über kurz oder long gor nimma mehr. Liquidation. Vastehst. Alle verdächtigen Elemente im besetzten Gebiet zack weg.
Liebhaberkamerad: Ja, aber wie?
Gstettner: Zammfangn, in einen Heereslaster, je mehr, desto besser, Türe zu, Motor anlassn. Sobald der Motor lauft, blast Gast in das hermetisch Abgeschlossene in das Innere des Wagens. Nach zwanzig Minuten sind alle erledigt, bis höchstens a poar Weiba, die Ludern sind zach.
Liebhaberkamerad: Des is a deutsche Technik.
Gstettner: Umsiedlung heißt die Aktion. Die Trotteln glauben, sie werden per Heereslaster woanders hinbracht. Kleider, Wertgegenstände abliefern, sicherstellen, Ringe, Goldzähne etc. an das Finanzministerium. Das is halt das Fade an der ganzen Geschichte. Aber sonst wirst a Riesenhetz hobn in Rußland.

Im Kehlmann-Bockerer erzählt Gstettner, gespielt von Walter Kohut, dasselbe, aber nicht auf dem Bahnhof, sondern im Café Tosca, kurz bevor Karl Bockerer sich mit seinem Sohn Hansi auf Vermittlung von Hatzinger im Café Tosca zum Abschied treffen. Gstettner und Hansi spielen eine Partie Billard, und bei dieser berichtet Gstettner:

Hansi: Heil Hitler, Ferdinand.
Gstettner: Heil Bockerer Hans. Wann fährst denn?
Hansi: Heute nacht, 2 Uhr zehn, das Gepäck ist schon auf der Ostbahn. Der Mutter hab ich schon Adieu gsagt, und wie ich mit meinem Alten steh‘, das weißt ja. Ist über Nacht gekommen, die Gschicht bei mir. Komm, jetzt setzen wir uns. Erzähl mir was von den Russen. Gib mir ein paar Tipps.
Gstettner: Du weißt ja noch gar nicht, wohin du kummst.
Hansi: Gar nix weiß i. Aber ich habe nie damit gerechnet, daß ich eingezogen werd.
Gstettner: Fährst vielleicht nicht gern?
Hansi: Aber selbstverständlich, ich bin doch begeistert. Also wos geht vor an der Ostfront, erzähl.
Gstettner: Es gibt nicht viel zu dazöhln. Wirst schon selber draufkommen. Kumm, mochma a Billardpartie.

Hansi: Schau, Ferdl, da sind so viele Gerüchte im Umlauf über diese Partisanen oder wie die heißen. Du weißt eh, die russische Zivilbevölkerung. Sag einmal, wie hobts ihr eigentlich als SS das Problem gelöst?
Gstettner: Partisanen? Damit hob i eigentlich nicht viel zu tun gehobt. Mehr Infanterieangelegenheit. Du wirst damit warscheinlich zu tuan hobn. Dei Stoß.
Hansi: Eigentlich merkwürdig, daß diese Bolschewisten, diese Untermenschen die Courage habn, so an hirnrissigen Widerstond zu leisten.
Gstettner: Brauchst ka Ongst hobn, wir ramen schon auf, wir Einsatztruppen unterm Kaltenbrunner, auf den können wir stolz sein, auf den Kaltenbrunner, wir in der Ostmark.
Hansi: Sag mal, was habt ihr Einsatztruppen eigentlich für a Funktion?
Gstettner: Liquidation der verdächtigen Elemente im besetzten Gebiet. Verdächtig sind alle, vastehst, Russen, Polen, Juden, die gonzen Viecher mit an Wort. Es gibt natürlich verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel a Lostwogen. A gonz gewöhnlicher Heereslostwogen, äußerlich gar nichts dron zu bemerken. Und wast wos in Wirklichkeit is?
Hansi: Na, wos denn?
Gstettner: A ambulante Gaskammer.
Hansi: In an Lastwogen?
Gstettner: Ja, die Untermenschen werden einmal einepfercht in den Wogn, je mehr, desto besser, wonn die Tür zu is, der Motor rennt, dann strömt automatisch Gas in das hermetisch abgeschlossene Innere des Wogens. Automatisch. Dulli. Wos? Sobald ma donn beim Massengrob anglongt san, Viertelstund, zwanzig Minuten, je nachdem, Löschkolk usw. vurbereitet, san die meisten eh schon hin, bis auf a poar Weiba holt. Des is dei Stoß.
Hansi: Frauen sind da auch dabei?
Gstettner: Frauen, Kinder. Spül, spül, spül.

Gstettner: Daß ma wieder mol a offenes Bier kriagt. So a Urlaub is a Freud.
Hansi: Sag einmal, sind das alles Spione, die ihr da vergasts?
Gstettner: Jeder einzelne. Wie spülst denn, wos host denn, du woarst doch früha a Koryphäe beim Billard.

Hansi: I hab geglaubt, eure Spione, die werden erschossen.
Gstettner: Ja, was auch viel mehr nach meinem Gusto is. I hob dir ja gsogt, wir haben verschiedene Möglichkeiten.

Gstettner: Die Vertülgung als solche is gonz anfoch. Normalerweise hot man sie […] gführt, ausziehn lossn, gleih Wertgegenstände abliefern und donn habn wirs einepfeffert, wonn ana nit glei hin woar, donn hat er an Gnodenschuss krieagt. Kompliziert is es erst nochher wordn. Die gonze Kleidung, Wertgegenstände ordnen und plangemäß abliefern, waggonweis habn wir es verfrachtet, die Wertgegenstände wie Goldzähne usw. ans Finanzministerium, alles plangemäß, fost nie, daß in meiner Abteilung amoil a Unterschlagung vorkommen war, alles hoch anständige Burschen.

Gstettner: Ah, schwoche Nerven? Reisefieber?
Hansi: Nein, nein, schlecht is mir von dem Zeug, dem Süßen.
Gstettner: I muaß gehn, i hob noch a Rendezveus, mit ana Jüdin. Also, reiß di zsamm, vielleicht sehn wir sich in Stalingrad. Heil Hitler.
Hansi: Heil Hitler.


Der Antel-SS-Gstettner erzählt von „Partisanen“, von Frauen zwar auch, aber nicht von „Juden …“ Es werden halt, werden wohl Zusehende denken können, „Partisaninnen“ sein, die zu … so sei es halt in einem Krieg …“

Der Kehlmann-SS-Gstettner ist konkret, er zählt auf: „Juden, Polen, Russen, oder mit einem Wort, wie er sie nennt: „die ganzen Viecher“. Der Kehlmann-SS-Gstettner zählt auf: „Frauen, Kinder“ —

Am Ende des Antel-Bockerers wieder Original-Aufnahmen, diesmal des zerstörten Wiens, Frau und Kind sind u. v. a. m. zu sehen, wie sie Aufräumarbeiten —

und dazu erzählt eine Stimme aus dem Off von dem Ersparen des Weges nach Stalingrad und wieder zurück, vom Kampf des Österreichers, „aber hinhalten haben wir unseren Schädel müssen“ —

Off-Stimme: Kommen sie jetzt zu uns, die Russen, überall kann man sie sehen, überall in Wien, überall. Wir sind eben schon wieder einmal befreit worden.

Wie anders hingegen das Ende des Kehlmann-Bockerers, in dem Karl Bockerer einem aus der psychiatrischen Anstalt Steinhof entsprungenen Österreicher, der, Alois Selchgruber, von sich meint der Überösterreicher zu sein, ihm alles vorhält, was ihm vorzuhalten ist, seine Verbrechen, ihn einen „Massenmordfabriksdirektor“ … Der Kehlmann-Bockerer endet nicht mit

„Wir sind eben schon wieder einmal befreit worden.“

Catholics and protestants and rest of christians choose their abyss

Calvinist Viktor Orbán wollte unbedingt

ein Vorzeigeministrant sein und

gratulierte Donald Trump vor allen anderen zum Wahlsieg, zu dem

haben laut Nachwahlbefragungen christliche Wählerinnen und Wähler maßgeblich beigetragen. Demnach stimmten 54 % der Katholiken für den Republikaner und 61 % der Protestanten und übrigen Christinnen und Christen. Mehr als 60 % der jüdischen und muslimischen Wählerinnen und Wähler stimmten hingegen für die Demokratin Kamala Harris.

„Religion aktuell“, 6. November 2024

Das muß nicht weiter kommentiert werden, es kommentiert sich von selbst. Das ist nur festzuhalten, wer mit mehr als sechzig Prozent für die Demokratie stimmt, wer mit vierundfünfzig und einundsechzig Prozent für …

NS Und in Österreich haben vor allem christliche Männer wieder einen christlich getragenen leader, dem sie vertrauen können, von dem sie meinen, er sei ihnen ein Partner, weil sie mit ihm

against woke agenda teilen, oder zumindest meinen, er teile mit ihnen irgendwas, er, der das Teilen nur in einer Form kennt: sich mitteilen.

O.’s priests don’t pray the rosary in their mess consecrations

Es wird schon so sein, daß in den Messen der Samensegnung O.s Glaubensbrüder keinen Rosenkranz beten, was aber sein kann, ist, daß sie Rosenkränze mit sich führen, ihnen die beads of rosary in ihren mess consecrations volksdienstliche Geräte sind —

Ein Bericht darüber, was O.s Brüder im Glaubensgeiste tun, wenn sie keinen bead beten, ist heute, 5. November 2024, zu hören, in der Radiosendung „Religion aktuell“:

Nach Ungarn. Wo die Erzdiözese Kalocsa-Kecskemét unter der Leitung von Kardinal Balázs Bábel offenbar massive Schwierigkeiten mit der Sexualmoral ihrer Pfarrer hat. Ein Priester ist ausgeflogen, weil er an homosexuellen Orgien teilgenommen hat. Ein anderer steht vor Gericht wegen sexuellen Mißbrauchs von Minderjährigen. Gegen einen weiteren wird ermittelt und wieder ein anderer Pfarrer steht in Verdacht, sich an Kindern vergangen zu haben. Vor kurzem ist auch noch der Sekretär der Bischofskonferenz von Kalocsa-Kecskemét, Tamás Tóth, zurückgetreten. Er soll mindestens einen Pfarrer gedeckt haben.

Ernst Gelegs aus Budapest: Sodom und Gomorra kommen einem in den Sinn, wenn man die Ereignisse der Erzdiözese Kalocsa-Kecskemét verfolgt. Begonnen hat alles damit, daß ein Journalist eines regierungsunabhängigen Online-Mediums die homosexuellen Ausschweifungen eines prominenten und bei der Orbán-Regierung sehr beliebten Pfarrers aufgedeckt hat. Er hat den Pfarrer auf Videos homosexueller Orgien erkannt und darüber in seinem Online-Portal berichtet. Viele Medien haben diese Story übernommen. Der Orbán-Regierung waren diese Berichte so peinlich, daß Ministerpräsident Viktor Orbán auf seiner Facebook-Seite sämtliche Fotos löschen ließ, die ihn mit dem Pfarrer zeigten. Kardinal Bábel hat an das Online-Portal einen Brief geschrieben, worin er volle Aufklärung und Transparenz verspricht. Kaum war der Brief verschickt, ist bekanntgeworden, daß die Staatsanwaltschaft gegen zwei Pfarrer ermittelt, und zwar wegen sexuellen Mißbrauchs von Minderjährigen. Gegen einen Pfarrer ist bereits Anklage erhoben worden, gegen den zweiten wird noch ermittelt, eine Anklage soll aber unmittelbar bevorstehen.

Das Pikante daran ist, daß dieser Pfarrer eine großangelegte Kampagne über die Sexualerziehung von Jugendlichen initiiert, und dafür von der Orbán-Regierung eine Förderung in der Höhe von knapp zweihunderttausend Euro erhalten hat. Aber es kommt noch dicker. Kürzlich ist wieder ein bei der Regierung beliebter und hoch angesehener Pfarrer ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, er soll Minderjährige für Sex bezahlt haben. Und zu allem Überfluß ist jetzt auch noch der Sekretär der Bischofskonferenz von Kalocsa-Kecskemét, Tamás Tóth, zurückgetreten. Ihm wird vorgeworfen, daß er das sexuelle Fehlverhalten von mindestens einem Pfarrer gewußt und zu vertuschen gesucht habe. Tóth hätte Nachfolger von Kardinal Bábel werden sollen. Daraus wird jetzt sicher nichts.

„Tonart F – Macht euch bereit“ – Heldenplatz, im November ’24

Außerdem wurden dort drei Hakenkreuze mit der Überschrift „es ist an der zeit (sic) macht euch bereit“ entdeckt[.]

Woher sie es haben, die Losung, die Parole „Macht euch bereit“, ist nicht schwer herauszufinden, die es auf eine Info-Tafel des S-Bahnhofs Waidmannslust schrieben, sie verrieten es durch die drei Hakenkreuze selbst, wollten es treustolz zu ihrer Ehre verkündet wissen.

nun öffnet die tore und macht euch bereit (lied der motorflieger)
Walter von Müller
flieger sind sieger – neue fliegerlieder,
1941 G SV193 SoldVaterl, TextNoten, 2 Strophen, Tonart: F, Einzigartig

Die Parole „Macht euch bereit“, ein Lied, 1941, festgehalten in „Deutsches Lied“, ist am 28. Oktober 2024 zu lesen, und von einem recht besonderen Lied ist auf dieser Website auch zu lesen, das Männer singen, auf Begräbnissen in Wien, im September in ihrem Jahr ’24, alte Männer, die ahnen, sie sind keine Burschen mehr, aber Burschen wollen sie bleiben, dabei recht gebildet aber, als hätten sie Jahrzehnte der Wissensanhäufung hinter sich

Jene, die im September 2021 auf die Info-Tafel „Macht euch bereit“ mit drei Hakenkreuzen schrieben, müssen recht gebildet sein, vielleicht in steter Verbindung mit gebildeten alten Herren, Burschen, eingeschult, belehrt von alten narbenveredelten Herren in Schaften, die unter Burschen sich selbst wieder recht jung, so recht als Burschen

Es ist nicht das einzige Lied, wie desselben Tages aus dem „Handbuch deutscher Musiker 1933-1945“ zu erfahren ist, das die Parole „Macht euch bereit“ zu singen aus längst verwichener Zeit in die Gegenwart …

K. Fiebig: (Morgenlied) Auf, auf, macht euch bereit (T. E. Leibi)

Wenn am letzten Tage des November in ihrem Jahr ’24 am Heldenplatz in Wien die Losung „Macht euch bereit“ gar vorgetragen, gesungen wird, dann wohl in „Tonart F“ … Was sich die Burschen, seien sie nach Jahren tatsächlich Burschen, seien sie im Gemüte noch Burschen, vom „Morgen“ erhoffen, ist nicht das, was sie sich von ihrem „Morgen“ ersehnen; was sie vom „Morgen“ bekommen werden, in der Gegenwart, ist das, was ihre Vorgängerinnen von der „großen Zeit“ bekamen, und das hat John Heartfield bereits vor 87 Jahren in einer Montage deutlich vor Augen geführt, im Jahr 1937, dazu reichte ihm die Bildunterschrift:

„Macht euch bereit, macht euch bereit, jetzt segeln wir in die GROSSE ZEIT!“

Darüber ist ein Segelschiff zu sehen, dessen Segeln sind „Brotkarte“, „Fettkarte“ … in diesem Segelschiff wieder am Heldenplatz im November ’24 zum Anstellen um Brot …