Veränderte Zeiten brauchen andere Wahlkämpfe, andere Wahlsendeformate …

Zuerst wurde gedacht, Martin Ehrenhauser nimmt sich die Möglichkeit, als Kandidat die Positionen von „Europa anders“ einem breiten Publikum vorzulegen, beinahe wäre auch das Wort von einer „skurrilen“ oder kontraproduktiven Aktion ausgesprochen worden …

Aber ein paar Stunden später, eine Nacht später wird gedacht, es war im Grunde doch die richtige Entscheidung. Denn die traditionelle Herangehensweise, Parteien, die noch nicht in einem Gremium vertreten sind, untereinander diskutieren zu lassen, ist überholt. Parteien, die noch in keinem Gremium vertreten sind, treten nicht an, um sich gegenseitig Stimmen abzuwerben, gegeneinander ihre Argumente vorzuhalten. Sie treten an, um zu zeigen, daß sie andere Argumente haben als die Parteien, die bereits in Gremien vertreten sind, in Gremien gewählt worden sind. Das Abwägen der Argumente der Parteien, die noch nicht in Gremien gewählt worden sind, gegen die Argumente der Parteien, die bereits in Gremien gewählt worden sind, ist für Wählerinnen und Wähler aber nur seriös in einer direkten Diskussion aller Parteien möglich. Die noch nicht in Gremien gewählten Parteien haben zusätzlich nicht die Möglichkeit, den Parteien, die im konkreten Fall in den letzten Jahren im europäischen und/oder im österreichischen Parlament saßen, ihre Argumente unmittelbar vorzulegen, diese herauszufordern, ihnen ihre Politik vorzuhalten, von ihnen Antworten einzufordern, aber auch Erklärungen über das von ihnen zwar Versprochene aber nicht Umgesetzte, über ihre Versäumnisse, ihre Fehlentscheidungen und so weiter und so fort.

Es bedarf hier längst eines anderen Sendeformats.

Denn, so wie es jetzt immer noch gehandhabt wird, hinterläßt es doch stets das Gefühl, es sollen Parteien, die in noch keinem Gremium vertreten sind, in einer „Freakshow“ vorgeführt werden, ihnen von Anfang an allein durch das Sendeformat Bedeutungslosigkeit unterstellt werden. In einer direkten Auseinandersetzung, an der alle kandidierenden Parteien teilnehmen, bekämen auch diese Parteien und ihre Argumente ein anderes Gewicht, menschgemäß nicht alle ein positives, denn vor allem jene von „EU-Stop“ und „Rekos“ blieben auch dann, was sie sind, freakige. Aber allen zur Wahl zugelassenen Parteien die Möglichkeit zu geben, etwa im staatlichen Fernsehen auf gleicher Augenhöhe einander zu begegnen, ist das Gebot der Stunde, ist der Tribut an heutige Gegebenheiten. Und nebenher, freakiger als viele Argumente beispielsweise der freiheitlichen Gemein-Schaft sind jene von „EU-Stop“ und „Rekos“ allemal nicht, und doch braucht nach dieser überholten Herangehensweise der Diskussionsrunden im staatlichen Fernsehen die freiheitliche Gemein-Schaft nicht bei den Parteien, die bislang in keinem Gremium vertreten sind, Platz zu nehmen, obgleich sie argumentativ mehr in eine ganz eigene Runde gehörten – nur mit „EU-Stop“ und „Rekos“.

Soher gesehen, war es durchaus richtig, zu gehen.

Veränderte Zeiten brauchen auch veränderte Wahlkämpfe, andere Sende- und Schreibformate der Wahlberichterstattung – und das um so mehr, da die Rahmenbedingungen nicht nur im staatlichen Rundfunk nach wie vor unangemessen für nicht wenige zu Wahlen zugelassene Parteien sind …

 

Ein Gedanke zu „Veränderte Zeiten brauchen andere Wahlkämpfe, andere Wahlsendeformate …

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