Bundespräsidentschaftswahl in Österreich, 22. Mai 2016

 

Bundespräsidentschaftswahl 2016 Österreich - Den Kandidaten der dritten Systempartei auch nicht wählen

Die lustigste Erklärung zum Ergebnis der Bundespräsidentschaftswahl am 24. April 2016 ist wohl jene, es sei ein „ganzes System abgewählt“ worden. Damit will vor allem der hohe Stimmenanteil des Kornblumenträgers erklärt werden.

Diese Erklärung aber taugt nicht als Erklärung dafür, weshalb der Kornblumenträger auf den ersten Platz gewählt wurde. Oder höchstens dann, wenn gesagt wird, es war eine paradoxe Abwahl. Es ist doch tatsächlich paradox, ein System dadurch abzuwählen, daß der Kandidat einer Systempartei gewählt wird. Und seine Kornblumenpartei gehört seit Jahrzehnten zum österreichischen System. Das österreichische System ist seit Jahrzehnten, um es farblich auszudrücken, ein System von Rot und Schwarz und Blau.

Es scheint die Propaganda der Kornblumenpartei, keine Partei des Systems, keine Systempartei zu sein, zu wirken, oder die Faulheit, nachdenken zu wollen, hat weiter und beängstigend zugenommen, so daß nun schlicht nur noch nachgeplappert wird, es sei ein ganzes System abgewählt worden, während tatsächlich bloß ein Systemkandidat einer bloßen Systempartei gewonnen hat.

Und die Kornblumenpartei ist seit ihrer Gründung, seit ihrem Herauskriechen aus den materiellen und moralischen Trümmern nach 1945 fester Bestandteil des ganzen Systems in Österreich. Es stimmt für die Kornblumenpartei also ganz und gar nicht, daß sie nicht Urbestand dieses Systems ist, wie es ebenso nicht stimmt, daß die Kornblumenpartei je ausgegrenzt worden sei, wie sie stets vorgeben will und viele ihr nachzureden bereit sind.

Wie sehr die Kornblumenpartei mit ihrem Kornblumenträgerkandidaten unausgegrenzt ist und also zu diesem System gehört,

Für die … sprach EU-Abgeordneter Franz Obermayr, der insbesondere die gesellschaftliche Verankerung der … und ihre mehrmalige Regierungsbeteiligung in den Ländern und im Bund hervorhob.

wurde bereits vor langer Zeit einmal zusammengefaßt, so daß es nicht noch einmal wiederholt werden muß, sondern nur darauf verwiesen zu werden braucht: In Japan die Wahrheit, in Österreich

Der Kornblumenträgerkandidat selbst ist ein letzter schlagender Beweis, wie sehr er und seine Kornblumenpartei zu diesem System gehören. Durch dieses System wurde er, dieses System machte ihn zum Präsidenten. Und jetzt verspricht er viel, weil er auf der Präsidentenleiter noch ein paar Sprossen höher klettern möchte, das er bereits auf der Präsidentensprosse, auf der er noch systemgemäß abgesichert hockt und hocken bleiben wird, wenn es mit dem Hinaufkraxeln nicht funktioniert haben wird, nicht getan hat.

Kandidat und Partei der Kornblume sind nur eines, Garant und Garantin für das Fortbestehen dieses Systems mit einer Realpolitik, die lange schon für nichts mehr tauglich ist.

Wenn also in Österreich die Menschen tatsächlich das „ganze System“ abwählen wollen, dann müssen Sie nach den am 24. April 2016 zwei abgewählten Systemparteien am 22. Mai 2016 auch noch die dritte Systempartei abwählen.

NS Ein Absatz aus dieser Auflistung, wie sehr die Kornblumenpartei in das System involviert ist, soll doch gleich hier zitiert werden, und dieser betrifft nicht die Kornblumenpartei, sondern den Umstand, wie viele Jahre wieder vergeudet wurden, um eine Gegenwart zu vermeiden, in die heute europaweit mit hohem Tempo geschlittert wird; das wurde vor rund vierzehn Jahren geschrieben:

Wem es aber nicht egal ist, wie die politische Wirklichkeit in zehn bis fünfzehn Jahren in Europa sich uns präsentiert, wird zur Überzeugung gelangen, daß die Antwort jetzt gefunden werden muß, um genügend Zeit für die Entwicklung und Verbreitung einer Gegenvision zu haben, die für die Bürgerinnen und Bürger Europas eine (weil eine soziale und demokratische) unterstützenswerte Vision ist. Denn ein von Ihrem geträumten „Rechten Block“ regiertes Europa ist die denkbar schlechteste Zukunft.

3 Gedanken zu „Bundespräsidentschaftswahl in Österreich, 22. Mai 2016

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