Hat der Geehrte, Armin Thurnher, sich selbst geehrt?

Bedankt sich der Geehrte Armin Thurnher bei sich selbst.jpg

Hat der Geehrte, Armin Thurnher, sich selbst geehrt? Und die Frage ist hinzuzufügen: Hat der Geehrte, Armin Thurnher, sich dann auch noch bei sich selbst bedankt, daß er mit sich selbst geehrt hat?

Es hätte durchaus nachgefragt werden können, ob das Jury-Mitglied Armin Thurnher mitstimmte oder gar nicht daran teilnahm, als es darum ging, ihm, Thurnher, den Bruno-Kreisky-Preis für das publizistische Gesamtwerk …

Nun, wie das tatsächlich war, wie der geehrte Juror sich dabei wirklich verhielt, das ist nicht weiter wichtig, das wird auch nicht bemäkelt. Es will bloß dieses Farbfleckerl aufbewahrt gewußt werden.

Dieses Farbfleckerl auf dem Sittenbild. Und was zu diesem Sittenbild des Landes so alles einfällt beim Lesen, auch beim Lesen der Preisrede des Geehrten, des „Doyen des österreichischen Journalismus“ … was für ein Glück, ihn, Thurnher, als aktiven Journalisten zu haben, was für ein wohltuender Gegensatz zum „bürgerlichen Gewissen der österreichischen Publizistik“

Zuerst fiel dazu ein, ob nicht alle diese Farbpatzer zusammen ein Gesamtbild der Sitten in diesem Land malen, der Sitten, die das Erstarken der identitären Kraftlackerln so recht begünstigten und weiter begünstigen

Und dann beim Lesen der Preisrede drängte sich die Erinnerung an eine Betriebsrätin auf, die in einem ihrer jährlichen Leistungsberichte in der Belegschaftsversammlung nicht vom eigenen Betrieb, nicht von der eigenen Betriebsratsarbeit sprach, sondern eine Rede zur Lage der Welt hielt. Der Geehrte spricht viel von der Welt, von der Sozialdemokratie, von der Sozialdemokratie in anderen Ländern, und dabei von den Männern der Vergangenheit, und der österreichischen Sozialdemokratie rechnet er es wohl hoch an, nicht diesen fatalen Willen eines Schröders, eines Blairs … Dieses Verdienst ist wohl mehr einem Land geschuldet, in dem es nicht so offen und klar die Gemeinheit, aber unter der Tuchent … gefederter Neoliberalismus, wie es eben gemeiniglich so gemütlich gefällt auf österreichische Bauernart … In einem Land, in dem sich sogar ein Führender aus der Industriellenvereinigung beispielsweise in der Pressestunde streckenweise anhören kann, als wäre er ein Sozialdemokrat oder gar noch …

Der Doyen spricht von Bruno Kreisky, von seinen sozialdemokratischen Nachfolgern im Kanzleramt nicht, nein, doch, er sagt: „… lieber Alfred Gusenbauer, ich habe zu danken.“ Er spricht viel etwa von Donald Trump, er weiß viel Konkretes zu berichten, aus anderen Ländern, er bleibt sehr im Allgemeinen, mit dem Österreich gemeint sein könnte … ein Doyen ist eben zu interpretieren, wie ein Kardinal, der von seiner Kanzel herab spricht, oder eine Kammerschauspielerin, die das Käthchen von Heilbronn gibt … Konkret spricht er etwa an die von Donald Trump geplanten Streichungen von Subventionen für Kultur und Medien … Konkretes, das aus Österreich zu berichten wäre, zu Kultur und Medien … ein Doyen ist auch ein vornehmer Mensch, er läßt die anderen das Konkrete sprechen, die haben schließlich einen Plan, gar einen sozialdemokratischen Plan A: Kunst und Kultur machen keine Arbeit mehr. Endlich.

Zu den Medien fällt ihm doch etwas Konkretes ein, das mit Österreich zu tun hat, die Familie Dichand und die „Krone und ihre noch widerlicheren Enkel“ … Ein Doyen ist kein Marktschreier, und das macht es verständlich, daß er hier nicht lobend erwähnte, den sozialdemokratischen Plan der Förderung, ach, wie löblich, nicht nur im Vergleich mit Trump: Österreich heute: Krone der Kultur

Der Geehrte fragt: „Warum scheint Politik nach Art Bruno Kreisky aus einer anderen Epoche zu stammen?“ Er fragt nicht, aus welcher Epoche stammt die Parteipolitik von Christian Kern … aus der Zeit, als es „Ostarbeiter“ … er hätte auch fragen können, wie bastelt sich der derzeitige sozialdemokratische Kanzler seine Welt? Dann könnte eine Antwort lauten: Die kronenreale Welt des Christian Kern … und ein bißchen imperialgelbliches Holz gehört auch zum Weltbasteln dazu, das aber wird beim gemeinschaftlichen Basteln von der sozialdemokratischen und christschwarzen Regierung eingesetzt: 300 Jahre Ahnherrin der Integration in Österreich

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