„Kamerat Minisder! Wir geloben dich dem Eit!“

Montagsgemachter Verteidigungsminister Mario Kunasek sieht das Bundesheer als letzte Schule“ …

Eine vollkommene rechte Sichtweise. Ist er selbst doch ein Paradebeispiel dieser Organisation, die ihm Ausbildungsplatz weit über die Schulpflichtjahre in Österreich hinaus war.

Und weil er selbst ein rechtes Beispiel für dieses Letztschulmodell ist, möchte er jetzt eine „Rekrutenschule“ installieren. Nur eine „Rekrutenschule“, aber keine für „Rekrutinnen“. Das ist aus der Gesinnung heraus verständlich. Frauen brauchen keine Schule. Wie beispielsweise eine Suppe aus nichts zu kochen ist, das Rezept dafür werden ihnen ihre Kameraden vorlesen, ihnen aufgeschrieben von ihren Ausbildern: „Zu kohhn vom „Prenssup nimsd du ein groses dopf und dan duds du steln dem dopf auf die hert, wo du machts auf den feur.“ Und so weiter.

Und wenn es gilt, mit den „Rekruten“ den Eid für eine bevorstehende Angelobung beispielsweise in einem kosmopolitischen Dorf im Steiermärkischen zu üben, wird einst Kamerad Verteidigungsminister selbst sich seiner Ausbildungszeit wohl sentimental erinnern und auf den Kasernenhöfen den „Rekruten“ den Eid in seiner selbst geschriebenen Fassung

„Kamerat Minisder! Wir geloben dich dem Eit!

vorlesen, diesen mit ihnen üben, damit am Tage der Angelobung kein falsches Deutsch zu vernehmen ist, und das Volk als Angelobungspublikum für ihn Partei nimmt, wie habe er doch in kurzer Zeit das Bundesheer zu einer Schule der …

Es wird sich also, kurz gesagt, gar recht viel verändern, in diesem Land. Auch den Angelobungen wird ein gar recht neues Protokoll des Ablaufes geschrieben werden. Nach dem Eid, der mit den Worten „Tanke dich Kamerat Minisder“ geschlossen wird, singen parteinehmendes Volk und Rekruten gemeinsam zum gemütlichen Ausklange das zuvor mit dem Kameraden Verteidigungsminister eingeübte Lied der Nation:

„Ja, das Schreiben und das Lesen“.

Und wenn eine Angelobung in der kosmopolitischen Hauptstadt des Steiermärkischen abgehalten werden wird, wird auch der Bundeskanzler und sein montagsgemachter Kanzleramtsminister einst es sich nicht nehmen lassen, daran teilzunehmen. Der Bundeskanzler an der Kanone mit dem Schöpfer in der Hand, zufrieden bei jedem Schöpfen aus der Kanone ein „Sehr gut“ dazu verteilend, gefolgt von einem „Recht so“ aufmunternd hinterher … und sein Kanzleramtsminister verteilt Ansteckkornblumen an das parteinehmende Volk und blaublümelnde Edelweiße an die Rekruten, während die Rekrutinnen in Uniformschürzen stolz ihre Kameraden anhimmeln, wie einst so recht erst im Jahr ’18 …

Mario Kunasek - Kamerad hinterm Edelweiß

 

2 Gedanken zu „„Kamerat Minisder! Wir geloben dich dem Eit!“

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