„Wiener Gürtel auf Ibiza“ – Sebastian Kurz in seiner letzten Rolle

Es sei für ihn, der bis zum diesem Film als Kleindarsteller sich und seine Familie durchbrachte, eine aufregende Zeit gewesen, plötzlich als Hauptdarsteller für einen Film engagiert zu werden.

Es sei eine lange, anstrengende, aber spannende Drehzeit gewesen. Immerhin dauerte die Filmfertigstellung vom 18. Dezember 17 bis 17. Mai 19 …

Es werde für ihn, so der Hauptdarsteller, aber der letzte Film gewesen sein, seine letzte Rolle. Es sei für ihn eine schöne Erfahrung gewesen. Nun aber gelte es, sich dem zu widmen, das im Leben das Wichtigste sei, der Familie.

Besonders freue er sich auch noch auf seinen letzten Auftritt anläßlich der Premiere von „Wiener Gürtel auf Ibiza“. Denn das werde ihm die Gelegenheit geben, sich ganz recht herzlich bei der Hofburg Film zu bedanken, die ihm zutraute, eine derart große Rolle spielen zu können.

„So eine Veränderung haben wir nicht gewollt!“

So unglaublich das klingen mag, aber die unglaubliche Aussage des zurzeitigen Bundeskanzlers in Österreich fordert die Erde selbst heraus, mit einer ihrer Natur widersprechenden Aktion darauf aufmerksam zu machen, derartige Ansichten, die auch noch durch Wahlen bestätigt werden, werden ihr Aussehen derart verändern, daß sogar Menschen sagen werden: „So eine Veränderung haben wir nicht gewollt!“

Bei wem der Kanzler am 26. Mai sein Kreuz macht

Dem zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich ist die EU ein solches Anliegen, daß er beim Wahlkampfauftakt seiner Partei für die EU-Wahl 2019 eindringlich appellierte, die EU nicht den Chaoten zu überlassen.

Da er um die Kraft der positiven Formulierung weiß, will er, wird gemunkelt, kurz vor der Wahl mit einem letzten Plakataufgebot alles daran setzen, zu verhindern, daß die EU Chaoten überlassen wird. So jung an Jahren er ist, so reich an Erfahrungen mit Chaotinnen ist er. Und dem gilt sein Kampf, den Menschen, die Erfahrungen zu ersparen, die er mit diesen schon erleiden mußte.

Darüber hinaus scheint, so jedenfalls der Eindruck, ihm, dem Bundeskanzler, die EU, doch eine wahre Herzensangelegenheit zu sein, so wie es seiner Regierungspartnerin Europa ist …

Odin-Wiesinger-Medaille als Zierde auf dem Schreibtisch des Gouverneurs Robert Holzmann der österreichischen Nationalbank

Nun, da Odin Wiesinger in den oberösterreichischen Landeskulturbeirat einzieht, stellt sich die Frage nicht mehr, ob Robert Holzmann seine Odin-Wiesinger-Medaille in die Nationalbank mitnehmen wird oder nicht. Wer würde diese nicht mitnehmen? Um stolz zu zeigen, von einem derart bestätigten Künstler ein Werk zu besitzen.

Die Odin-Wiesinger-Medaille wird wohl einen Ehrenplatz auf dem Schreibtisch des Nationalbank-Gouverneurs bekommen, ab dem Herbst 19 dann zu bestaunen, von allen, die zu ihm kommen, von nah und fern.

Robert Holzmann, Franz-Dinghofer-Preisträger, Leopold-Kunschak-Preisträger, wie schon einmal anerkennend erwähnt, die ideale österreichische Besetzung für die Position eines Gouverneurs, Odin Wiesinger, Erschaffer der Franz-Dinghofer-Medaille, die ideale Besetzung für …

Und Odin Wiesinger selbst? Er mit seinem Logo, das berühmt ist, von Oberösterreich bis nach Neuseeland, weltweit also, wird sich nun wohl denken, am Ende habe es sich doch der ausbezahlt, immer treu an der Seite von Menschen zu gehen, die der Kunst so recht zugetan, ein Sieg der Ausdauer … vielleicht hängt in seinem Atelier eine Weisheit es längst vergangenen Volksjahren: „Unsere Ehre heißt Ausdauer.“

Wie sind die Menschen in Oberösterreich nun gar zu beneiden, zieht doch mit Wiesinger ein Mann in den Landeskulturbeirat ein, der nicht nur weiß, den Pinsel zu schwingen, den Hammer zu führen, auch mit dem Worte kann er Bilder schaffen, oh, aus dem Steinbruch der Sprache Figuren erschaffen, und sie werden seine Wortschöpfungen von Angesicht zu Angesicht …

Odin Wiesinger, nicht nur eine ideale österreichische Besetzung für einen Landeskulturbeirat, sondern auch der ideale Interviewpartner für den ORF, mit dem sich der ORF jedwede Distanzierung sparen kann … Es werden sich nun noch weitere Künstlerinnen seines Gesinnungsschlages finden, mit denen den Anfängen einer Distanzierungsorgie gewehrt werden kann, die drohte auf Österreich zu kommen …

Darüber hinaus ist die Besetzung von Wiesinger recht stimmig. Die rechte Kunst zur rechten Literatur zur rechten Zeit, Haimbuchner selbst wird es vielleicht selbst zu Genießen wissen, unter einem rechten Bilde recht passende Verse …

Es gibt noch einen Mann, dessen Leitspruch „Unsere Ehre heißt Ausdauer.“ sein dürfte. Wohin, das fällt zu den zurzeitigen Besetzungen ein, wird dieser Mann von der schwarzidentitären Regierung berufen werden? Es dürfte bei diesem Mann schwierig sein, er soll ein Philosoph sein. Anderseits. Für einen Menschen mit solch einer ständig bewiesenen Ehre wird es sich etwas Staatshöchstes finden lassen. Beweist doch gerade die zurzeitige schwarzidentitäre Regierung, eine Kreativitätspotenz zu haben, die an die von Wiesinger allemal heranreicht …

Darüber hinaus. Ein Philosoph wurde ja in der schwarzidentitären Regierung untergebracht. Es gibt hierfür schon Erfahrungen, Vorgehensweisen, so wird es nicht so schwierig sein, einen zweiten … fragen Sie den Innenminister …

Kurz rechnet in einer Ausstellung mit Österreich ab: Der ORF distanziert sich von den provokanten und politischen Aussagen kurzischen Kabinetts. Aber wie Sie wissen, darf Parteipolitik alles und der öffentlich-rechtliche Rundfunk künstliche Meinung wiedergeben.

Ehe es ein Aufheulen gibt, das stimme nicht, das sei so nie gesagt worden, im ORF, von Clarissa Stadler, es gäbe auch keine Ausstellung von Kurz, in der er mit Österreich abrechne, gleich zu Beginn deshalb die Wiedergabe des Originals vom Montag, 6. Mai 19, das aber nichts kenntlich machen würde:

„Böhmermann rechnet in einer Ausstellung mit Österreich ab. Der ORF distanziert sich von den provokanten und politischen Aussagen Böhmermanns, aber wie Sie wissen, darf Satire alles und der öffentlich-rechtliche Rundfunk künstlerische Meinung wiedergeben.“

Was das für eine Distanzierungsorgie wäre! Würde im ORF das immer gleich nach einem Beitrag mit „provokanten und politischen Aussagen“ von Personen aus dem Kabinett Kurzens gesagt werden. Allerdings. Zutreffend ist „provokante Aussagen“, ungenau ist „politische“, zutreffend „parteipolitische Aussagen“. Das heißt nicht, Parteipolitik könne nichts mit Politik zu tun haben, aber zur Zeit hat Politik nur recht besonders mit Parteipolitik zu tun, ist Politik abgeschafft und ersetzt durch totale Parteipolitik …

Was das für eine Distanzierungsorgie wäre.

Was der ORF wiedergeben muß, sind die künstlichen Meinungen (künstlich im Sinne von nachgeredet) des schwarzidentitären Kabinetts, das darüber hinaus an den ORF auch die Erwartung hat, der ORF hat sich von diesen nicht zu distanzieren, sonst gibt es Folgen …

Was das für eine Distanzierungsorgie wäre.

Es wird wohl schon daran gearbeitet, dem ORF zu helfen, diesem die Mühe abzunehmen, sich distanzieren zu müssen, wenn ein Künstler … es müssen ja auch nicht Künstlerinnen zu Wort kommen, von denen gewußt wird, sie verursachen nur Arbeit, Distanzierungen formulieren zu müssen, aufsagen zu müssen, Sendezeit zu verschwenden … Nicht, daß keine künstlerischen Meinungen im ORF mehr vorkommen sollen, aber von Satirikerinnen, die so provokant sind wie das schwarzidentitäre Kabinett …

Ach, wäre es bloß so einfach, daß es „acht Millionen debile“ Österreicherinnen und Österreicher wären. Alles wäre damit erklärt. Alles verständlich, verstehbar. Aber es sind keine „Debilen“. Wobei Böhmermann allerdings zu fragen ist, der in diesem Interview meint, Menschen seien nicht Ratten zu nennen, worin genau der Unterschied bestehe zwischen „Ratten“ und „Debile“. Für die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen, auf die auch Böhmermann fixiert ist, gab es in der Behandlung von Menschen, die ihnen entweder „Ratten“ oder „Debile“ waren, keinen Unterschied …

Auf die „Debilen“ ist Böhmermann aber nur gekommen, weil ihm Christian Konrad mit den sechseinhalb Millionen „Debilen“ von Professor Schuster gekommen ist, Schuster hat die konradschen „Landsleute“ so bezeichnet, und nicht Thomas Bernhard, was Konrad „erschüttern“ sollte, ist, immer noch nicht unterscheiden zu können, zwischen Bühnenfigur und … weiter sollte Konrad „aufregen“, mit nichts Neuem aufwarten zu können, sondern nur mit seit Jahrzehnten Vermodertem Fragen zu stellen. Mit einem hat Böhmermann in seiner Antwort darauf recht, das Rad der Zeit habe sich tatsächlich weitergedreht, aber es seien inzwischen nicht acht Millionen, weil es schon damals nicht sechseinhalb Millionen waren, das Rad der Zeit hat sich weitergedreht, inzwischen ist einer, der oben auf dem Balkon mit ausgestrecktem Arm brüllend stand, zurzeitiger Vizekanzler in Österreich, der meint, es werde nach ihm geschrien, aber es schreien keine Millionen nach ihm … ein Blick in die Meinungsumfragen dazu reicht … Figuren, wie er, werden gemacht, an Montagen hinter verschlossenen Türen in voller Gleichgültigkeit gegenüber Möglichkeiten, die Wahlergebnisse auch anbieten …

PS „Kurz rechnet in einer Ausstellung mit Österreich ab.“ Das ist eine falsch formulierte Zeile in der Kapitelüberschrift. Die Ausstellung einer Abrechnung wird es erst geben, wenn die Menschen in Österreich zusammengerechnet haben werden, was ihnen das Ausmalen des Kabinetts mit der Kurzfarbe kostete. Und das kann dauern, die Abrechnung der Kosten von dem ersten und damals noch schüsselschwarzen Kabinett ist bis heute noch nicht fertig ausgestellt.

PPS „Kurz rechnet in einer Ausstellung mit Österreich ab.“ Das ist insofern nicht falsch formuliert, als Kurz sich immer selbst ausstellt, und er dabei stets mit dem Österreich nachredend abrechnet, das seine Kumpane (und es sind vor allem Kumpane recht laut zu hören, weniger Kumpaninnen) gesinnungsgemäß gegen ihr Österreich ausgetauscht wissen wollen.

Verwachsen, aber mit einem einzigen Mund

Ein Raumpfleger findet im Papierkorb einer Redaktion ein zusammengeknülltes und also zum Wegwerfen bestimmtes Blatt Papier. Offensichtlich einen Artikel. Einen viel zu lang geratenen Artikel. Fast alle Sätze sind durchgestrichen. Nur ganz wenige Sätze sind nicht dem Streichen zum Opfer gefallen. Der Raumpfleger nimmt diesen radikal zusammengestrichenen Artikel mit. Er will diesen seiner Tochter als Beispiel zeigen, wie erfahrene Journalistinnen ihre Artikel bearbeiten, ehe diese in Druck gehen. Er will den radikal gekürzten Artikel seiner Tochter geben, die sich bei ihrem Vater stets darüber beklagt, daß ihr Professor sie immer schelte, ihre Artikel würden ihr immer viel zu lang geraten, es gelänge ihr nicht, das Wesentliche herauszuarbeiten, es gelänge ihr nicht, ihre Artikel auf das Entscheidende zu beschränken. Deshalb will der Raumpfleger, dessen Tochter Publizistik studiert, den radikal gekürzten Artikel zeigen, damit sie sieht, wie erfahrene Journalistinnen ihre Artikel so lange bearbeiten, bis nur noch das Entscheidende und das Wesentliche …

Der Raumpfleger streicht das zusammengeknüllte Blatt mit dem radikal gekürzten Artikel glatt, er schreibt die nicht durchgestrichenen Sätze fein säuberlich ab, und da er kein Blatt Papier hat, schreibt er die übriggebliebenen Sätze auf die Seite des 10. Mai 19 in seinen Kalender. Zuerst will er seiner Tochter das Blatt mit dem radikal zusammengestrichenen Artikel zeigen, und dann das Ergebnis, den endgültigen und also auf das Entscheidende und auf das Wesentliche beschränkten Artikel.

Gleich nach der Begrüßung beginnt seine Tochter zu erzählen, wieder einmal, auch heute habe der Professor ihr vorgehalten, ihr Artikel sei wieder viel zu lang, er könne das Wesentliche, das Entscheidende aus ihrem Artikel nicht sofort herauslesen

Der Raumpfleger hört ihr zu, wie immer, aber er nickt nur, gibt ihr nicht das Blatt mit dem radikal gekürzten Artikel, zeigt ihr nicht sein Kalenderblatt mit der von ihm fein säuberlich abgeschriebenen Essenz des auch einem erfahrenen Journalisten in ersten Entwürfen viel zu lang geratenen Artikels:

Die Thesen von Kurzens Tingel-Tangel-Leiter
Strache zum Antifaschismus
Es ist die Ära der Denkwerkstätten. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) richtete einen Thinktank ein. Dafür abgestellt wurde ein Dienstposten, der mit Heinz-Christian Strache besetzt wurde. Die antifaschistische Plattform Stoppt die Rechten hat nun zu Strache recherchiert und einige bemerkenswerte Informationen herausgefunden. Strache weiter, dass die Frage erlaubt sein muss, ob „der neue Faschismus nicht auch wie ein falscher Prophet unter dem Deckmantel des ‚Antifaschismus‘ daherkommen könnte“.

Später, beim Zubereiten des Abendessens wirft der Raumpfleger mit den Kartoffelschalen auch den radikal gekürzten Artikel weg. Das Kalenderblatt mit seiner fein säuberlichen Abschrift freilich wirft er nicht weg, ist auf dem doch auch notiert, wie viele Stunden er an diesem Tag gearbeitet hat. Das muß er sich merken, das braucht er ja noch, für die Abrechnung.

Beim Essen dann fragt der Raumpfleger seine Tochter, die er immer fragt, wenn ihm etwas seltsam, unerklärlich vorkommt, warum denn wer eine Denkstatt zusätzlich dafür brauche, dafür ein Dienstposten geschaffen werde müsse, nur um das ohnehin Eigengesagte noch einmal gesagt zu bekommen, das komme ihm vor, als wären sie verwachsen, mit vielen Händen, mit vielen Beinen, mit vielen Rümpfen, aber mit einem einzigen Mund …