Von der langen, langen Wanderung der „Umvolkung“ nach Neuseeland

Es dürfen Hans Rauscher hehre Motive angerechnet werden, aber es kann ihm dennoch nicht nachgesehen werden, daß er hierfür ziemlich Verqueres vorbringt, und auch Beschönigendes, durch die zeitliche Abfolge.

„‚Identitäre‘ demonstrieren in Wien mit Slogan des Christchurch-Attentäters“

Das ist der Untertitel von „Ermutig vom politischen Klima?“ von Hans Rauscher am 22. März 2019.

In zeitlich korrekter Abfolge müßte der rauscherische Untertitel lauten:

„Christchurch-Attentäter“ mordet mit Slogan der Identitären und die Identitären demonstrieren in Wien mit ihrem Slogan, den sie von den Freiheitlichen lernten, die diesen wiederum …

Der Slogan allein reichte dem Mann aus Australien nicht, um zu morden. Eine Bildungsreise mußte davor gemacht werden. Bis nach Klagenfurt, Österreich. So entwickelt sich alles weiter. Hieß es früher, wer eine Reise mache, habe etwas zu erzählen, so heißt es nun, wer eine Bildungsreise tut, hat was zu schießen, und nicht nur Fotos …

„Am Donnerstagabend demonstrierte die rechtsextreme Gruppe Die Identitären in Wien mit einem bengalischen Feuer und einem großen Banner: ‚Gegen den Terror – Gegen den Großen Austausch!‘ Damit benutzt die IBÖ (Identitäre Bewegung Österreichs) den Titel des Manifests (‚Der Große Austausch‘) des Christchurch-Attentäters, der auf 74 Seiten seinen verschwörungstheoretischen Wahn ausließ.“

„Replacement“, der Slogan, ein vor Jahrzehnten in Österreich aufgebrachter, wieder prominent aufgebrachte Parole, der damals, soweit erinnerlich, um 1990 von einem Freiheitlichen, also vor bald dreißig Jahren — „Umvolkung“ …

Viel, viel später, weit über ein Jahrzehnt später tauchten in Europa Identitäre erstmals auf, und noch viel später in Österreich, also Identitäre außerhalb der Parlamente — außerparlamentarische Schülerinnen der Freiheitlichen, der Partei also, die von sich selbst durch ihren Bildungssprecher sagen läßt: „Die heutige FPÖ als eine identitäre, patriotische Partei …“

„Die heutige FPÖ als eine identitäre“ und eine „patriotische Partei“: das sind nicht zwei Seiten einer Medaille, also eine gefährliche identitäre Seite und eine harmlose patriotische Seite, sondern die einzigen zwei Farben ihrer Flagge zur Führung in den Abgrund. Denn. Der Patriotismus der zurzeitigen identitären Regierungspartei hat nichts mit den lieblichen Wandern am Nationalfeiertag zu tun, aber recht viel mit „Volksgemeinschaft“ …

Vor bald dreißig Jahren begann also mit einem Freiheitlichen die Vergiftung mit dem Geschwefel von der „Umvolkung“ („Replacement“. In Österreich ist es inzwischen lange schon Kulturgut geworden, das in vielfachen Variationen von „Umvolkung“ verbreitet wird, und es nicht nur mehr die Freiheitlichen, die das so leichthin verbreiten. In Österreich ist es Kulturgut und im Grunde schon Staatsräson, und das nicht nur, weil mit der FPÖ zur Zeit eine identitäre Partei in der Bundesregierung …

Was es vor dreißig Jahren nicht gab, das war beispielsweise das Jahr 2015, auf das sich die Identitären außerhalb der Parlamente und die Identitären innerhalb der Parlamente und vor allem innerhalb der zurzeitigen Regierung berufen, dieses Jahr, das vor allem einer Frau angelastet wird, die dafür, so die nicht mehr zu zählenden Forderungen, zur Rechenschaft gezogen werden sollte, freilich auf vollkommen rechtsstaatsfreie Weise …

Und Hans Rauscher schreibt weiter:

„Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) hat schon vorher die Ähnlichkeiten zwischen dem Text des Massenmörders und den Identitären analysiert. Die sagen dazu auf ihrer Homepage: ‚Der Große Austausch ist keine ‚Verschwörungstheorie‘, sondern eine statistisch klar belegbare Entwicklung, die aus niedriger Geburtenrate und Massenzuwanderung resultiert. Als Folge davon werden die Österreicher zur Minderheit im eigenen Land.‘ Statistisch gesehen ist das Blödsinn. Demografen gehen davon aus, dass in den USA und Europa der Anteil der ‚weißen‘ Bevölkerung etwas kleiner wird, aber der ‚große Austausch‘ nicht passieren wird. Wenn es einen Grund für Besorgnis gibt, dann den, dass die Identitären überhaupt kein Problem damit haben, das Wording und die Argumentation eines Mörders von 50 Menschen zu verwenden. Weil sie sich vom gegenwärtigen politischen Klima im Land ermutigt fühlen?“

„Statistisch gesehen ist das ein Blödsinn.“ In anderen Ländern, in denen es auch Identitäre gibt, die sich in irgendwelchen Hinterzimmern treffen, ist es durchaus richtig, kurz wie einfach es „Blödsinn“ zu nennen, in Österreich jedoch ist es, um bei der Wortwahl von Hans Rauscher zu bleiben: ein Staatsblödsinn.

Davor schreibt Hans Rauscher noch etwas von einem „verschwörungstheoretischen Wahn“ … Um auch hier bei der Wortwahl von Hans Rauscher zu bleiben, in Österreich: ein Staatswahn

Kurz nebenher: Von einem „verschwörungstheoretischen“ Staatswahn will nicht geschrieben werden. Denn. „Verschwörung“ und „Theorie“ passen ganz und gar nicht zueinander. Es muß dafür rasch ein anderes Wort gefunden werden. Wird an den zurzeitigen Hauptwissenschaftler der zurzeitigen identitären Regierungspartei gedächt, drängt sich ganzjährigerVerschwörungsfasching auf. Mehr noch, weil zutreffender: Verschwörungsfasnacht (ausgesprochen aber analog zum Kommando mit scharfem s) …

Das Verquere von Hans Rauscher in diesem seinem Artikel ist, vielleicht als Beruhigung gedacht?, der Satz, Demografen gingen davon aus, daß der Anteil der „weißen Bevölkerung“ etwas kleiner werde, aber der große ‚Austausch‘ nicht passieren werde … Je noch in solchen Kategorien zu denken und zu schreiben — einer Identitärin oder einem Identitären, der das schriebe, die derartiges in identitären Kategorien vorbrächte, würde vorgeworfen werden, er sei zu gemäßigt, sie sei für kein hohes Amt, das aber bislang nur in Österreich und in Ungarn, ach ja, und in Italien, geeignet …

PS Und inmitten des rauscherischen Artikels stellt die Tageszeitung österreichischen Qualitätszuschnittes die Frage zur Beteiligung, ob es denn zu viele „Migranten in Europa“ … wie viele werden wohl das „gelbe Gesichtchen“, das diese Umfrage ziert, verwechseln mit dem Logo der …

… oder denken, bei sich im Stillen, na, wenn diese Qualitätszeitung schon so fragt, in identitären Kategorien fragt, dann müssen die irgendwie und irgendwo doch recht …


Gestatten, Schüssel, Weisenrat

Es wird nicht gewußt, von wem die Idee stammt, Wolfgang Schüssel zu holen, zur Prüfung der F…

„Ein Austritt von Orbans Partei aus der Europäischen Volkspartei scheint zunächst abgewendet: Ein Weisenrat aus drei Herren soll nun beurteilen, ob ein Ausschluss gerechtfertigt wäre.“

„Neben Van Rompuy sollen nun Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) sowie der deutsche Ex-EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering die Entwicklung des F[…]“

Von der Geschichte her läge es aber recht nahe, zu meinen, das könne nur einem Mann aus Österreich eingefallen sein. Die Vermutung, daß dies nur einem Mann eingefallen sein kann, deshalb, eine Frau hätte wohl auch zumindest eine Frau als Weisin im „Weisenrat“ haben wollen, während Männer, geht es und nicht nur um einen „Weisenrat“, zu einhundert Prozent auf Männer setzen, nur Männer sind, vor allem aus gewissen weltanschaulichen Milieus, noch für einhundertprozentige männliche Besetzungen …

Nur eine Idee aus Österreich kann es sein, in dem es in 00 einen „Weisenrat“ gab.

Weisenbericht in Österreich vor 18 Jahren und wenn die F-Historikerkommission 18 Jahre später in ihrer Arbeitsweise Oliver Rathkolb folgt, steht das Ergebnis schon fest: Beschönigung der Vergangenheit mit kritischen Spritzern

Es paßte auch die Definition zu Österreich. Da es dabei nur um Männer geht, muß nicht gegendert werden, vor allem nicht die Definition, die zu Österreich paßt, wie in Österreich wer zum Weisen wird, was in Österreich einen Weiser ausmacht. Ein Weiser kann nur werden, der selbst von „Weisen“ geprüft werden mußte, wie eben Wolfgang Schüssel mit seiner Regierung, und also ist Wolfgang Schüssel jetzt ein Weiser, wie es einen rechteren Weisen nicht geben kann.

Vielleicht war aber die einhundertprozentige männliche Besetzung doch die Idee einer Frau. Auch nicht wenigen Frauen ist es nach wie vor ein eingeschriebener Wert aus den zu verteidigenden alten Werten: Weise sind ausschließlich Männer.

Auf alle Fälle aber ist die Idee, einen genau in diesem Sinne Geprüften zum Prüfer zu machen, eine österreichische, auch dann, wenn diese kein Mann oder keine Frau aus Österreich … Das gehört wohl in die erfolgreiche Geschichte Österreichs von Export und Import

Eine Frage bleibt noch. Von wo aus werden sie, mit dem Wolfgang Schüssel unter ihnen, weise herausfinden wollen, ob ein Ausschluß der F … von welchem Land aus, von welcher Stadt aus, und wenn sie nicht in Budapest tun werden, sondern in der …, wie werden sie sich vergewissern, nicht doch in Ungarn — —

NS Ob Dr. Wolfgang Schüssel nun darüber bereits grübelt, welche Anrede ihm würdiger scheint? Herr Altbundeskanzler? Oder schlicht wie kurz, dennoch gewichtiger: Herr Weisenrat?

NNS Beinahe mit verklärendem Blick könnte auf in das 00 zurückgesehen werden, als es nur einen „Weisenbericht“ gab.

Nicht einmal zwei Jahrzehnte später erscheint, kaum bricht der Tag an, schon der nächste „Weisenbericht“, zwar nicht von Weisen verfaßt, aber nicht von allen Weisen liegen deren Hände ruhig im Schoß …

„Jetzt […] bot die FPÖ Fidesz eine Zusammenarbeit an.“

Mit einem milden Blick zurück könnte gesagt werden, die V-F-Koalition in den Nullerjahren war eine Farce, die sich nun für die Menschen mehr und mehr als Tragödie zu wiederholen beginnt. Allerdings eine – ob es sich dabei um eine österreichische Spezialität handelt, sei dahingestellt – wieder sich wiederholende Tragödie für die Menschen, weiter und wieder aufgeführt von Männern und Frauen in Alttrachten in den alten Prospekten der Farce …

Gebeten, Rudi F.

Es könnte selbst die Anzeige eingebracht werden, nachdem aber ein recht redliches Medium seiner Gesinnung berichtet, er, Federspiel, habe soeben eine derartige Anzeige eingebracht, soll ihm die Ehre zuteil werden, sich weiter als Verteidiger des Glaubens zu profilieren, aufzusteigen zum ersten Fahnenkreuzbalkenträger weit über das Tirolerische hinaus.

Es muß zugleich zugegeben werden, das erfordert die Ehrlichkeit in Christi, nichts davon zu verstehen, wie eine solche Anzeige zu verfassen ist. Deshalb auch das Gebet an den Herrn Rudi Federspiel, auch dies zur Anzeige zu bringen.

Sie werden vielleicht denken, „Gebet“ sei hier falsch verwendet. Es sollte wohl „Bitte“ heißen. Rudi Federspiel wird das noch verstehen, das Althochdeutsche, von dem aus das Bitten zum Gebet … Er, der Herr Federspiel, wird also gebeten, gebet der Bitte nach und bringet zur Anzeige:

„Religion ist ein Gendefekt…. Religion wurde geboren, als der erste Gauner, den erste Dummen antraf. An Gott zu glauben ist nicht vernünftig! Der Mensch schuf Gott, nicht Gott den Menschen!!“

„Nur wer dieser eingeschleppten Krankheit aus dem Jprdan….seine Ehrerbietung beweist, wird sich an diesem Vorfall erregen. Wer aber diese Tatsache real betrachtet, findet es als überflüssig, als verlorene Liebesmüh!“

Darüber hinaus gibt es, muß zugegeben werden, noch eine als unlösbar eingestufte Aufgabe, die davon abhält, die Anzeige selbst einzubringen. Wie können jene ebenfalls zur Anzeige gebracht werden, die diesen Kommentaren gegen den Herrn … auf Herrn Federspiel ruht alle Hoffnung und Zuversicht, daß er darauf die rechte Antwort, die rechte Anzeige zu formulieren weiß.

Wie bescheiden, das kurz zum Schluß, doch das recht redliche Medium der Gesinnung des Herrn Federspiel ist, das muß doch hervorgehoben werden. Demütig und ehrlich in Christi beginnt sein Medium den Kommentar mit:

„Jetzt beschäftigen die Grünen wieder einmal die Strafbehörden im ‚Heiligen Land Tirol‘.“

Dabei könnte es mit Stolz und ihm zur Ehre anheben mit:

Jetzt beschäftigt die FPÖ wieder einmal die Strafbehörden

Schließlich ist es einer ihrer Herren, die der Strafbehörde den rechten Weg weisen, in Herrlichkeit Amen …

NS Es gibt in Österreich gar viele Paragraphen, nicht nur den 188, nach denen angezeigt werden kann, wie erst vor kurzem dieses recht redliche Medium des Herrn auflistete.

Das wäre noch ein zusätzliches Gebet an Herrn Rudi Federspiel, zu beurteilen, ob eine Aussage, wie jene von Huber,

„Wenn jemand geräuschvoll Rotz aus der Nase in die Mundhöhle …reinzieht, dies dann aber auch noch mit gurgelnden, schmatzenden saugenden Geräuschen bis aus den Bronchien hochzieht, pumpend noch in der Mundhöhle sammelt und abmischt, dann je nach letztem Kulturstand doch noch ins Taschentuch spuckt oder gar das schleimige grün farbige Exsudat in hohem Bogen in die Gegend speit, dann, ja dann sagt man im Volksmund, er hat einen Grünen (volkstümliche Bezeichnung für das schleimige, ungustiöse, zähflüssige, glitschige Exkrement). er hat eben einen Grünen in die Gegend gespuckt.
Und so gesehen ist jeder Grüne ein ziemlich ungustiöses Exsudat der menschlichen Gesellschaft, worauf man auch ziemlich leicht ausrutschen kann! Ich weiß ja auch nicht, warum mir das gerade jetzt durch den Kopf geht!“

in seinem oder in ihrem Kommentar vom 18. März 19, eine ist, auf die irgendein österreichischer Paragraph anzuwenden wäre, oder bloß eine Aussage, der zu applaudieren ist, alle die also recht haben, die dieser Aussage bereits applaudierten. Es wird zwar einem konkreten Menschen und einer politischen Gruppierung insgesamt abgesprochen, Menschen zu sein, aber das auf dem recht höchsten Bildungsniveau, das in Österreich zu erklimmen ist – „Exsudat, worauf man auch ziemlich leicht ausrutschen kann!“

Wie Huber überhaupt ein Mensch der Bildung ist, nicht in nur medizinischer, sondern auch in geschichtlicher — ein Vorbild eben, kurz gesagt …

NNS Mögen in anderen Ländern solche Paragraphen wie 188 nicht mehr in den Gesetzesbüchern stehen, glückliches Österreich, in Österreich darf dem Wunder der Vermehrung beigewohnt werden, wie einst, als aus einem Fisch viele Fische, das ganze Tal nach eines harten Arbeitstages in praller Sonne so wundersam nach Fischmarkt heimelig roch, sollen, so es der Wille des Herrn ist, aus dieser Gesinnung weitere erstehen, denen nicht der Geruch des Fisches anhaften soll, sondern der Duft der Sicherheit …

Österreichische Affären – FPÖ und Prügel und das BVT und Dr. Georg Zakrajsek

Es wird gewußt, daß Dr. Georg Zakrajsek recht umtriebig ist. Er ist recht viel in der Stadt unterwegs. Es werden sonst auch die Anlässe gewußt, warum er beispielsweise vor dem Tor der Hofburg spricht, wen er besucht, etwa den Mann, der Bundespräsident werden wollte, welche Veranstaltungen ihn gescheiter machen, etwa die im Sopherl, im Kursalon

Diesmal aber ist alles im dunkeln. Also der Anlaß seines Auftritts. Nur ein Bild von ihm, er ist hinter dem ehemaligen Abgeordneten der zurzeitigen Regierungspartei zu sehen, er scheint sich gut zu unterhalten, er hat es gerne lustig, so gut es heutzutage geht, früher war es ja mehr witzig, auch mit dem Antisemitismus

Denn. In der Nachrichtensendung vom 17. März 19 – „ZIB 2 am Sonntag“ – ging es nicht um ihn, sondern um eine „Prügelaffäre“ und um die „BVT-Affäre“.

Was Georg Zakrajsek dort wohl suchte?

Vielleicht persönliche Kontakte zum BVT? Vielleicht zum schwarzen Abgeordneten Werner Amon, damit dieser ihm auch behilflich sei, einen Kontakt zum BVT vermittelt? Werner Amon vermittelt, wie berichtet wird, stellt Kontakte her zwischen BVT und einem blauen Kollegen, der …

Im persönlichen Gespräch lassen sich doch viele Dinge leichter klären, aus dem Weg räumen, als auf dem schriftlichen Wege. Das Geschriebene wirkt doch zu oft zu hart, läßt zu oft keine Brücken bauen, dort, wo im Grunde keine Brücken je gebaut werden müßten, da Schreibende wie Lesende ohnehin auf derselben Brücke stehen.

Warum also Georg Zakrajsek auch dort war … es muß nicht alles gewußt werden. Es kann ruhig einmal etwas im dunkeln bleiben.

Daß es heutzutage nicht mehr so witzig wie früher ist, wie Georg Zakrajsek klagt, dem aber kann im Hellen widersprochen werden.

Ist das nicht witzig? Das ist doch witzig — wie früher.

„Im Parlament setzte sich der FPÖ-Abgeordnete A[…] K[…] für das ‚Vorgehen gegen kulturell bedingte Gewaltpraktiken‘ ein. ‚Der internationale Kampf gegen Misshandlungen von Frauen und Mädchen‘ sei ihm ein wichtiges Anliegen, erklärte er in einer Debatte.“

Auf nationaler Ebene auch den „Kampf“ zu führen, ja, auf diesen vergaß er ebenfalls nicht …

„Das mutmaßliche Opfer (50) behauptet, 20- bis 30-mal geschlagen worden zu sein. Der FP-Mandatar soll ihr außerdem zwei Mal für mehrere Sekunden das Kissen auf das Gesicht gedrückt haben, so die Version der 50-Jährigen. Angezeigt wurde der Fall allerdings erst im vergangenen August. Damals soll K[…] der Frau aufgelauert und sie zu einer ‚Aussprache‘ gezwungen haben, sagt sie. Die Frau ging daraufhin – offenbar mit dem Krankenhaus-Befund von 2016 – zur Polizei. In dem Befund ist zu lesen, dass sie Hämatome und vier ausgeschlagene Zähne hätte.“

„[…] selbst für eine Stellungnahme nicht erreichbar, wurde bekannt durch einen Besuch bei der Angelobung des US-Präsidenten Donald Trump – gemeinsam mit den FPÖ-Granden HC Strache, Harald Vilimsky und Norbert Hofer.“

Der Satire österreichische Untergattung: „Neue Juden“

„Ich bin ein Satiriker.“ Schreibt Dr. Georg Zakrajsek über sich selber. Und was für ein recht großartiger Satiriker er ist, beweist er auch beim Veröffentlichen von Gastkommentaren, von Satiren in ironischer Weise, natürlich

„Sie als Bürgermeister von Gnaden der xxxxxx Sozialistischen Partei Österreichs (SPÖ), haben jetzt offenkundig Vergleichbares mit den autochthonen gesetzestreuen Wienern vor, diese sind ja gewissermaßen die neuen Juden, deren Rechte immer mehr eingeschränkt werden […]“

„Großartig, Sie haben sich offenbar an den Nazis ein Vorbild genommen. Die haben nämlich ab 1933 lokal begrenzt mit der Entwaffnung der deutschen Juden begonnen. Ein Schwerpunkt war Berlin, wo durch Großrazzien nach Waffen gesucht wurde. Anfang 1936 wurde auf Weisung der Gestapo den Polizeibehörden untersagt, Waffenscheine an Juden auszustellen. Im November 1938 wurde Juden durch die ‚Verordnung gegen den Waffenbesitz der Juden‘ der Besitz von Schuss-, Hieb- und Stoßwaffen verboten.“

Das also, so Georg Zakrajsek,

„[h]ier ein Gastkommentar der natürlich ironisch ist. Der Autor bleibt anonym, was ich in diesem Fall verstehe. Ich danke ihm für den Text! Allerdings habe ich aus rechtlichen Gründen einiges vorsichtshalber gelöscht. Das ist mit xxxxxxxxxxxxx markiert. Was dort steht, kann man sich denken.“

Die Ironie in diesem „Gastkommentar“ vom 19. Jänner 19 scheint zu sein, daß nicht die SPÖ gemeint ist, sondern die zurzeitige Bundesregierung in Österreich …

„Verschärfungen plant das Innenministerium für Asylwerber, Asylberechtigte und unrechtmäßig im Bundesgebiet aufhältige Drittstaatsangehörige. Bisher war für diese Gruppe nur der Besitz von Schusswaffen verboten. Ab 1. Jänner umfasst das Waffenverbot alle Formen von Waffen – also auch Stich- und Hiebwaffen. Kickl begründet die verschärfung mit dem ‚eklatanten Anstieg von Verbrechen gegen Leib und Leben durch Stichwaffen‘. Beim Mitführen eines Messers droht eine Geldstrafe, bei Nichteinbringung Haft.“

Übrigens, das ist das Gesetz, für das Georg Zakrajsek als „Spezial-Jurist“ „Paragraphe“ schrieb …

Österreich, Insel der Satire auf jedwede Weise …

Recht zugetan dabei besonders der satirischen Gattung „Neue Juden“ … dafür können in Österreich, überhaupt in der „deutschen Sprach- und Kulturgemeinschaft“ viele recht Kompetentes beisteuern, ein „Gastkommentator“ des „Spezial-Juristen“ so recht wie ein Mit-etwas-davor-Kanzler …

NS Bei soviel Satire beziehungsweise Ironie könnten Sie meinen, die „deutsche Sprach- und Kulturgemeinschaft“ sei satirisch respektive ironisch gemeint, kurz gesagt: Nein. Es wird lediglich das Programm der zurzeitigen Regierungspartei in Österreich zitiert …

„Antisemitismus im Kursalon“

Im Grunde könnten alle Kommentare von Dr. Georg Zakrajsek in Satiren verwandelt werden, fast ohne Veränderungen, wie eben erst gemacht, über die Veranstaltung im Sopherl mit Pilcher, Staatsmann Vilimsky und Strache …

Bei diesem Kommentar von Dr. Georg Zakrajsek über die Veranstaltung im Hübner aber … diesmal soll er, Zakrajsek, lediglich zitiert werden, dieser Mann, der für die zurzeitige Regierung „Paragraphe“ schreibt.

„Aber jetzt haben wir ihn wieder, den Antisemitismus. Aber zum Unterschied von früher ist das Ganze nicht mehr witzig, was ja den Antisemitismus – vor allem den der Juden – einigermaßen erträglich gemacht hat. Heute ist der Antisemitismus blutig und ernst – blutiger Ernst – geworden, denn der Islam hat übernommen und dort regiert nicht mehr das Wort sondern Messer, Pistolen und Sprengstoff. Lastwagen nicht zu vergessen.“

Früher, wie war das doch gemütlich, in Wien, überhaupt in Österreich, gemütlich und witzig mit dem Antisemitismus, früher in Graz, überhaupt in Österreich: keine Messer, keine Pistolen, kein Sprengstoff, keine Lastwagen … ach früher, an dieses Früher wird recht gern gedacht, und dieses Früher wird recht besungen, wie im 18er Jahr auf der Frühergedenkveranstaltung vor dem Tore der Hofburg

Ach, wie anders heute, wo sind die Juden und die Jüdinnen hin, die in Wien, in Graz, überhaupt in Österreich, den Antisemitismus so witzig in die gemütlichen österreichischen Stuben … Ach, wäre es doch nur wieder wie früher. Aber die Vorsehung gibt Hoffnung, Zuversicht, mit einem Franz Dinghofer wird redliche Anstrengung unternommen, daß es wieder wird, wie früher, so recht erträglich witzig in den gemütlichen Buden.

Von welch recht hervorstechender Qualität die Veranstaltung im Hübner war, das kann ein Mann wie Zakrajasek am besten beurteilen. Seiner mündlichen Benotung braucht nichts hinzugefügt werden.

Nur eines. Zakrajsek ist, wie er schreibt, allein schon durch das Lesen von Ley „gescheiter“ … das läßt sich steigern. Am Gescheitersten müssen dann wohl die Frauen und Mannen der zurzeitigen Regierungspartei durch Ley … haben sie doch über die Lektüre hinaus gar viele persönliche Kontakte mit ihm, bei diesen vielen persönlichen Aufeinandertreffen wird Ley im persönlichen Gespräch vieles recht einfach erklären, erläutern können, was in seinen Büchern er „intellektuell und wissenschaftlich“ … wer kennt das nicht, wie leicht es ist, an intellektuellen und wissenschaftlichen Büchern zu scheitern …

Zakrajsek, ein Gescheiter unter den Gescheitersten, würdigt in seiner Expertise zu wenig Broder. Und das ist nachzuholen. Broder ist nicht nur witzig, er ist auch intellektuell, vielleicht sogar wissenschaftlicher als Ley, immerhin hat er, Broder, eine gänzlich neue Sprache von intellektuell witziger Güte gefunden, die bislang nur er allein vollkommen beherrscht.

„Intellektuell und wissenschaftlich wie Dr. Ley, leidenschaftlich wie Laila Mirzo und witzig wie Broder – so wurde uns der islamische Antisemitismus – richtiger Antijudaismus – präsentiert und die mehr als 700 Zuseher gingen begeistert mit. Szenenapplaus und befreiendes Gelächter bei einem ernsten Thema und von einem Publikum, das nicht mehr zu überzeugen war, sondern ohnehin schon das meiste gewußt hat. Natürlich – auch der Alibitürke und wie er sagte – eher ein liberaler und aufgeklärter Moslem – war aufgeboten. Mußte sein und konnte die Ausgewogenheit der Veranstaltung zumindest nach außen dokumentieren. Eine hervorragende Einladung, die sich HC auf sein Punktekonto hat schreiben können und es scheint so zu sein, daß man in der Politik allmählich nachzudenken und umzugestalten beginnt. Ob allerdings aus dem von ihm vorgestellten ‚Denkwerk zukunftsreich‘ was werden kann, ist unsicher. Mit den Leuten von der FPÖ allein wird es wohl nicht gehen. Und ob man sich traut, dort auch andere zu Wort kommen zu lassen, das weiß ich nicht. Zuletzt: Eine wahre Katastrophe war der Moderator Rainer Nowak von der ‚Presse‘. Inferior und widerlich. Dazu schreibe ich am besten nichts weiter. Ein Skandal. Wer den ausgesucht hat, ist mir nicht recht klar, aber dem Verantwortlichen dafür sollte eine wirklich gute Ausrede einfallen. Übrigens: Beide Bücher (Ley und Mirzo) habe ich hier bei den ‚Querschüssen‘ besprochen. Die Bücher sollte man gelesen haben. Man wird gescheiter dadurch.“

„Rosamunde Pilcher, HC Strache und die Entwicklung meines altes Freundes Harald Vilimsky, ein Staatsmann, den ich gerne in der EU sehen möchte“

Das war ein Fest. Rosamunde Pilcher in Wien. Er hat über sein letztes Buch referiert „Feindliche Übernahme“ heißt es und es geht um … wie er ist und wir er uns gegenübertritt. Und um das geht es im Buch, ganz einfach.

Pilcher hat über eine Stunde gesprochen. Unaufgeregt, sachlich, fundiert, alles klug durchdacht und nicht polemisch, wie es seine Art ist. Und es war ein reiner Genuß.

Natürlich habe ich das Buch gelesen, ich war einer der ersten und jeder, der nur halbwegs politisch interessiert ist soll und muß es lesen. Alles was drinnensteht ist belegt, recherchiert und unangreifbar. Kein anderes Buch in der letzten Zeit erreicht diese Qualität.

Und dann Maximilian Krauss. Eine wunderbare, tapfere Frau. Ihr Buch … habe ich hier besprochen und aus der Sicht des Mannes gibt es kein besseres. Ob die Männer das Buch lesen werden, weiß ich nicht, doch möglich, weil ja Thilo Sarrazin nichts mehr schreibt. Diejenigen alten Herren aber, die das Kopf… haben es  sicher nicht gelesen. Im Sopherl liest man ja den Pilcher und sonst nicht viel. Reicht ja.

Organisiert hat die Veranstaltung die FPÖ und dafür muß gedankt werden, denn es gehört ein gewisser Mut auch dazu. Und den Mut hat HC Strache wie es scheint wieder gefunden. Was demnächst geplant ist, hört sich ganz so an.

Erstaunlich auch die Entwicklung meines alten Freundes Harald Vilimsky, der viel dazugelernt hat und tatsächlich ein Staatsmann geworden ist, den ich gerne in der EU sehen würde.

Also: lange hat es gedauert, aber keine Minute war vergeben. Danke Rosamunde Pilcher, danke Maximilian Krauss, es war ein guter Abend!

Dr. Georg Zakrajsek, ein Mann, der für die zurzeitige Regierung in Österreich „Paragraphe“ schreibt, wird es wohl mit Stolz vermerken, ist er doch nicht nur ein Mann des Gesetzes, sondern auch der Satire, daß ein Text von ihm sich recht hervorragend für eine Satire eignet. Sein Text über die Veranstaltung im Sopherl ist von einer solch herausragenden Qualität, daß zu seiner Verwandlung in eine Satire es vollkommen ausreicht, ein wenig zu kürzen, damit seine Qualität nur mehr noch zur Geltung kommt, die in ihm vorkommenden Namen ein wenig zu verschieben, an anderen Stellen im Text zu platzieren. Das reicht, ja.