Wenigstens im Theater kein einziges identitäres Kasperl

Lilith Kurz hat wieder etwas geschickt, von der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Regierungspartei in ihrem Land …

Und diesmal fügte sie hinzu:

Die Sorge der Verantwortlichen dieser Website, Kasperl könnte jetzt politisch, werden, ist zu verstehen, weil er könnte nicht in ihrem Sinne politisch werden, weil das Kasperltheater ein Mann nun kaufte, der Einladungen auf ihre Buden wohl ausschlüge. Jedoch, die Sorge, Kasperl könnte politisch werden, ist gänzlich unbegründet. Politisch war Kasperl nie, wird es auch nie werden, vielleicht, höchstens parteipolitisch, anders ist Politik in meinem Land nicht zu kriegen: nur als Parteipolitik. 

Es ist halt für die Verantwortlichen dieser Website schmerzvoll zu sehen, daß Kasperl nun in die Hände eines Menschen kommt, der das, was ihnen der Vergangenheit recht groß, ganz und gar nicht teilen kann, von dem nicht zu erwarten ist, daß er mit dem Kasperl auf der Bühne gespenstisch dorthin hinfährt, wohin einst mit dem Kasperl nicht politisch, sondern parteipolitisch wirklich gefahren wurde – für heiter entlastende Pausen zwischen den Grausamkeiten …

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Als ich hätte hören müssen (das muß ich Ihnen doch kurz eingestehen, so winzig ist mir das Land geworden), das Kasperltheater stehe zum Verkauf, hörte ich, das ganze Land stehe zum Verkauf, für Einhunderttausend, und es überraschte mich nicht, es erschreckte mich nicht, ich dachte nur, ein angemessener Preis für ein ganzes Land, das so groß wie eine Puppenbühne ist, mit seinen Aufführungen, die ob ihrer Qualitäten nicht zusätzlich abzulösen sind, das Land mit seinen Requisiten, dachte ich, wird einen Kaufpreis von Einhunderttausend schon rechtfertigen, vielleicht ist bei diesem Betrag auch ein wenig die Tradition eingepreist, immerhin, was für eine Vergangenheit Kasperl …

Wie leicht es geworden ist, in diesem Land sich ein wenig zu freuen. Ich freue mich, daß es dieser Mann erwirbt und nicht eine Person aus dem Bunde dieser Website der identitären Regierungspartei. Was Kasperl nun für eine Figur wird oder die Figur bleibt, die Kasperl jetzt ist, ist ohne Interesse. Denn, eines ist sicher, ein identitäres Kasperl wird sie nicht. Und das bereits beruhigt. Zu wissen, in das Theater gehen zu können, und auf der Bühne, wenigstens auf der Bühne für die Länge einer Aufführung kein einziges identitäres Kasperl …

Heller - Kasperl - Theater

 

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