Beim Fleischhacker

„Unser Thema heute: Klassenkampf im …“

Dann korrigiert sich Michael Fleischhacker. Es fällt ihm doch noch ein, wie das von ihm verlegte Buch heißt, also das Buch von Susanne Wiesinger. Was ihm jedoch nicht einfällt, ist, daß das Buch genau in dem Verlag erschienen ist, dessen Geschäftsführer er ist, er, Fleischhacker, also sein eigenes Produkt moderiert. Während seiner gesamten Werbesendung wird ihm das nicht einfallen, mitzuteilen, erst gegen Ende seiner Werbesendung wird eine Diskutantin das aussprechen, was Fleischhacker selbst nicht ausspricht: es sein Produkt ist.

Es könnte spekuliert werden, wie sich der Bildungsdirektor der Stadt Wien in dieser Werbesendung gefühlt haben mag, es fielen dazu einige Vergleiche ein. Jedenfalls, Heinrich Himmer blieb stets höflich, konstruktiv, hörte zu, ging auf das Gesagte ein, reflektiert, machte Angebote. Dafür erntete er etwa von Susanne Wiesinger, er sei ein „Repräsentant des Systems“, und ihre Gnade, sie wolle ihn „nicht demontieren“ …

Es beginnt bereits mit dem ersten Satz in dieser Werbesendung, den Michael Fleischhacker, Jahrmarktkreuzschraubenfahrer, zu Heinrich Himmer  auf seine erste Wortmeldung sagt, das von Himmer klänge „fast wie am Wahlabend …“

Und es dauert nicht lange, in dieser fleichhackerischen Werbesendung, daß Roland Tichy sich bis zur Kenntlichkeit aufplustert.

Um Roland Tichy Gewicht zu verleihen, wird er von dem Jahrmarktkreuzschraubenfernsehstandl mit dem vorgestellt, was er einmal war: „ehem. Chefredakteur der Wirtschaftswoche“ …

Was er, Tichy, gegenwärtig nun ist, das gibt wohl nichts her, oder wäre zu offenkundig, was er …

Amina Baghajati: „Sie haben mich nicht einmal aussprechen lassen.“

Roland Tichy: „Laß ich auch nicht mehr, weil es mir reicht.“

Während einer Wortmeldung von Elham Manea spricht Roland Tichy, ganz nobler Herr,  zu Amina Baghajati gebieterisch: „Ausreden lassen! Ausreden lassen“ …

Roland Tichy zu Amina Baghajati: „Sie benutzen unsere Werte, um uns zu töten.“ „Wir haben keine gemeinsamen.“ 

Roland Tichy: „… islam zurückfällt in ein finsteres zeitalter … als wir jung waren, konnten wir mit dem vw-bus bis nach afghanistan fahren … dann begann … die radikalisierung … schwarzes leichentuch  … das sind elendsvölker geworden, und jetzt wird dieses leichentuch am zipfel gepackt und über wien, über berlin über ganz westeuropa gezogen …“

„Leichentuch“ … Tichy spricht auch nur vom „Tuch“, das Frauen vor dem Gesicht …

Es kann auch nicht fehlen, daß Roland Tichy mit der Verdächtigung des sexuellen Mißbrauchs kommt: in „muslimischen Familien“ … Es bleibt hier nur noch zu schreiben, ein Psychogramm von Männern wie Roland Tichy kann in „Politik der Feindschaft“ gelesen werden.

Aber Roland Tichy interessiert nicht, zu gewöhnlich als Figur für ein literarisches Werk, zu alltäglich, geheimnislos … Interessant ist hier wieder einmal der Unterschied zwischen Deutschland und Österreich.

„Merz lehnte den Preis auch deshalb ab, weil er mit Roland Tichy nicht auf einer Bühne stehen wollte. Für die Jury-Mitglieder war das der Anstoß, ihr schon länger schwelendes Unwohlsein über die Führung der Stiftung nicht mehr für sich zu behalten.“

Friedrich Merz, früher CDU-Politiker, lehnte den Preis der Ludwig-Erhard-Stiftung ab, vier Jury-Mitglieder traten aus. Wie anders in Österreich: wer in Österreich einen Preis bekommt, denkt nicht daran, diesen abzulehnen, ganz gleich wie anrüchig …

Und fällt der Name Tichy, fällt nicht nur die Erhard-Stiftung ein, sondern auch Hayek – in Deutschland Hayek mit AfD, in Österreich mit Hayek in die Nationalbank …

Erst gegen Ende der Sendung wird Amina Baghajati anstelle von dem Jahrmarktkreuzschraubensender die Redlichkeit in die Sendung bringen, die Michael Fleischhacker eine ganze lange Werbesendung nicht aufbrachte, die Zuseher zu informieren, daß ein fleischhackerisches Produkt zu bewerben war, eine Information, die für Zuseherinnen doch von einem Wert …

Beim Fleischhacker Tichy - Hayek - Erhard.png

 

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