Der mit 1943 markierte Muttermalstein

Es ist müßig darüber zu spekulieren, warum die Datierung des identitären Muttermals mit 1943 beginnt, also darüber zu spekulieren, was die identitäre Regierungspartei bewegt, es mit 1943 zu markieren.

Wesentlich aber ist.

Es gibt auch anderswo sogenannte Denkmäler für sogenannte Trümmerfrauen, etwa in Deutschland. Nur mit einem entscheidenden Unterschied. Es geht um die Zeit nach 1945. Anderswo, etwa in Deutschland, fiele keinen Menschen ein, ein derartiges Denkmal mit 1943 zu markieren, wie in Österreich. Anderswo werden Formulierungen verwendet, wie: „Wiederaufbau nach 1945“. Nur in Österreich beginnt die identitäre Regierungspartei mit dem „Wiederaufbau“ im Jahr „1943“, also mitten im Krieg, im Aufbau des „totalen Krieges“ …

Vielleicht, weil für sie der Krieg von 1939 bis 1945 erst mit 1943 beginnt, also mit den tatsächlich ersten Luftangriffen der alliierten Militärs auf das Gebiet der sogenannten Ostmark, auf die sogenannten Donau- und Alpenreichsgaue, die von ihnen nun Österreich genannt werden müssen, also zu dem Zeitpunkt der bitteren Erkenntnis, nicht unverwundbar zu sein, also zu dem Zeitpunkt der bitteren Vorahnung, der Krieg wird nicht zu gewinnen sein.

Vielleicht, weil eine Markierung des Muttermals mit 1943 hilfreich für die Erzählung, es sei nur ein Verteidigungskrieg gewesen, die Anderen hätten begonnen, ihre sogenannte Heimat zu bedrohen, zu bombardieren, Leid und Elend und Tod zu bringen – ein Angriffskrieg also gegen die bald vom madige zwölf Jahre währenden blutdurstigen und mordwütigen deutschen reich offiziell genannten Donau- und Alpenreichsgaue, die sie nun Österreich zu nennen haben.

Vielleicht, weil eine Markierung des Muttermals mit 1943 Ausdruck der Trauer darüber ist, daß es im Jahr 1943 klar wurde, ihre von der Vorsehung verheißene Zukunftstracht schon nach nur wenigen Jahren ein bloßer Fetzen nur noch ist, der nicht einmal mehr dazu taugt, Toten für das Grab anzuziehen.

Vielleicht, weil eine Markierung des Muttermals mit 1943 selige Erinnerung an die Zeit davor ist, an die Zeit von 1938 bis 1943 und für viele in den österreichischen Gauen an die Zeit von 1933 bis 1943 und für nicht wenige in den gauischen Bächen und Alpen auch bereits an die Jahre vor 1933, als das deutsche reich noch nicht Blutwirklichkeit war, sondern erst in den Köpfen sich, aber grausam damals schon, bildete.

Es ist müßig zu spekulieren, was letztendlich die identitäre Regierungspartei bewegt, einen Muttermalstein mit 1943 zu markieren. Die Markierung riecht nach Entlastung. Die Markierung riecht nach Schuldabschiebung. Die Markierung riecht nach Schuldzuweisung an alle, die auch auf österreichischem Boden beitrugen, das Ende des deutschen reiches zu besiegeln.

Es gibt die Redensart vom Nasenring, an dem Menschen geführt werden. Das Muttermal auf der Mölker Bastei ist der identitäre Nasenring, an dem die identitäre Regierungspartei die Menschen in Österreich durch ihre Gesinnungsgruselbude schleifen will …

Muttermal Mölkerbastei.png

 

Ein Gedanke zu „Der mit 1943 markierte Muttermalstein

  1. Pingback: Magnus Angermeier, Gesinnungsmaßbildhauer der identitären Regierungspartei in Österreich | Prono ever

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