Stottermeisters „Quellen“

Wer Johann Gudenus gestrig am 18. gehört hat, in der Frühe am Radio, hat wieder einmal bestätigt bekommen, in welchem Alp Wien erwachen würde, auch Wien (wie jetzt schon ganz bundesgebietlich Österreich täglich zum Alptraum erwacht), sollten der Klubobmann der identitären Regierungspartei und die identitäre Regierungspartei je in Wien zu einem identitären Bürgermeister und je zu einer identitären Landesregierungspartei gemacht werden. Das wäre das nächste Montagsprodukt in Österreich, ganz gleich an welchem Wochentag die Angelobung gemacht werden würde, und ein Montagsprodukt steht seit jeher für ein schlechtes Produkt, für das gemachte fehlerreich

Der Inhalt des Gesagten von Johann Gudenus ist dabei aber ganz und gar nicht zu beachten. Auch das Thema, um das es in diesem Interview geht, ist nicht zu beachten. Wesentlich sind nur die „Quellen“, die Johann Gudenus vorbringt. Und mit solchen „Quellen“ kann zu keinem Thema etwas Entscheidendes gesagt werden. Mit solchen „Quellen“ kann auch je nie etwas Inhaltliches gesagt werden, das je verdiente Inhalt genannt zu werden.

Es wäre ein Lob, zu schreiben, Johann Gudenus hat etwas gesagt. Johann Gudenus hat am 18. nichts gesagt, sondern er hat zu den mehrmaligen Fragen von Peter Daser, woher er die „Zahlen“ habe, bloß gestottert. Und das ist kein Wunder, bei solch profunden „Quellen“, die Johann Gudenus heranzieht. Solche „Quellen“ machen zwangsläufig einen jeden Menschen zu einem Stotterer.

Johann Gudenus hat sich also seinen Traum längst erfüllt, von sich sagen zu können, er ist „…meister“, aber nicht mit einem „Bürger“ davor, sondern mit „Stotter“.

Stottermeister zu Wien.

Wer je noch unsicher ist, ob ein solcher Mann und eine solche Partei nicht doch in Landesregierungsverantwortung in Wien gebracht werden sollten, sollte sich diese Stotterminuten von Johann Gudenus bis zur nächsten Wahl in Wien immer wieder anhören. Es sind beispielhafte Stotterminuten, die erahnen lassen, was für ein „Regieren“, das auf solchen „Quellen“ fußt, von einer Partei, die ihre Hand in solche „Quellen“ taucht, zu erwarten ist.

Kurz, ein Montagsregieren.

Die Stotterminuten des Johann Gudenus gestrig, 18.:

„ja die mindestsicherung neu äh das was die bundesregierung jetzt auch umsetzt und wir im nationalrat beschließen werden heuer ist ein großer wurf und wien das rotgrüne äh wien will sich hier dagegen wehren wir wissen daß in wien äh mehr als fünfzig prozent der mindestsicherungsbezieher nicht österreicher sind und äh rund siebzig prozent dieser bezieher migrationshintergrund haben“

Peter Daser: „Also diese 70 % sind eine Schätzung.“

Und Stottermeister darauf und weiter:

„äh das sind zahlen die sich ergeben haben aus äh mehreren äh recherchen das ist eine ungefähre zahl der migrationshintergrund ist auch wichtig weil wir auch jetzt bei der neuen regelung auch enthalten haben daß die herkunft auch der eltern bekanntgegeben werden sollte“

„das ist eine äh ja nicht so eine schätzung das ergibt sich aus mehreren quellen eine schätzung die sicherlich hand und fuß hat äh schauen sie tschetschenen gibt es in österreich offiziell an die äh 32 bis 35 tausend in wien werden es um die 20 tausend sein es gibt auch andere quellen äh aus dem ausland daß es weitaus mehr sein soll insgesamt wie viel in der mindestsicherung sind ist hier nicht ganz ausgewiesen das soll ja in zukunft gemessen werden der norbert hofer hat nicht gesagt daß diese 30 bis 35 tausend alle mindestsicherung beziehen äh es wird in zukunft auch zu messen sein wer von den diesen äh tschetschenen von der herkunft her tschetschenen also russische staatsbürger mittlerweile schon österreicher sind oder wer eben noch russe ist genaueres soll in zukunft gemessen werden“

„Quellen aus dem Ausland“ … Wie dieses „Quellenausland“ wohl heißt, aus dem Johann Gudenus und seine identitäre Partei seine und ihre „Zahlen“ beziehen?

Youtube dürfte es heißen.

Von seinen Aufenthalten in Youtube bringt doch des Klubobmannes Führer auch recht oft Brauchbares mit zur Verteilung …

Und von diesen „Quellen“ aus Youtube zehren viele, auch, kurz gesagt, der Führer des Führers

Auffällig dabei ist eine Zahl, die der Stottermeister nennt: „Siebzig“. Aber die „siebzig Prozent“ beziehen sich nicht auf die Menschen in Österreich, die arbeiten, aber eine Aufstockung zu ihrem vorhandenen Einkommen durch die Mindestsicherung dringend benötigen, um ihre Lebenshaltungskosten trotz Arbeit bestreiten zu können. Seine „Auslandsquellen“ werden ihm diese nicht liefern, und daß es inländische Quellen gibt, woher sollte das ein Stottermeister denn …

Das soll also weggeredet werden, daß rund siebzig Prozent trotz eines vorhandenen Einkommens, trotz Arbeit, eine Aufstockung durch Mindestsicherung bitter nötig haben, wird allen voran vom Führer des Führers massiv betrieben.

Dies macht allzu kenntlich und zeigt allzu deutlich auf, wer dieser zurzeitigen feudalschwarzidentitären Regierung in Österreich vollkommen egal ist, für wen sie ist und wen sie vertritt. Für die arbeitenden Menschen in Österreich jedenfalls ist sie auch nicht.

2 Gedanken zu „Stottermeisters „Quellen“

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