Die Cholera in Zeiten der Corona

In Zeiten der Corona wird nun mehr und mehr nach einem sehr alten Rezept die Cholera zubereitet. Die Menschen nehmen sich, bedingt durch Ausgangsbeschränkungen, vermehrt Zeit für aufwendige Gerichte. Sie kaufen auch keinen fertigen Teig mehr. Sogar, bevorzugt wird ein Mürbeteig, den machen sie jetzt selbst, füllen diesen besonders mit den für die Cholera so typischen Schleimflocken.

Wenn nicht hinausgegangen werden darf, ist das Auswalzen der Masse und das anschließende Füllen des Dünnteiges immerhin eine Ablenkung, wenn dabei auch die Zeit objektiv nicht schneller vergeht. Besser wohl, als bloß einfach da zu sitzen. Wenn das Lesen im Freien nicht erlaubt ist. Diese feine Beschäftigung im Freien: beim Lesen frische Luft zu schnappen. Die nun, wie es die Polizei in München verlautbart, nicht erlaubt ist.

In Deutschland also nicht anders als in Österreich. Ein Unterschied doch. In Deutschland kündigt die Polizei das an. In Österreich wird ohne Ankündigung der im Freien lesende Menschen einfach wie kurz nach Hause gescheucht.

Und noch ein Unterschied zwischen Deutschland und Österreich. In Deutschland stellt zumindest ein sogenannter Regierungschef klar, „natürlich kann man ein Buch lesen“, also im Freien. In Deutschland postet die Polizei, was im Freien gestattet: Sport, frische Luft … In Österreich schaltet die Bundesregierung aufwendige Anzeigen in Zeitungen, was im Freien gestattet: Sport, frische Luft