„Ich krieg‘ bei dem Thema immer fast schon Aggressionen jedesmal, weil ich mir denk‘, wie gibt’s denn das, das muß doch besser möglich sein.“

Aggressionen zu kriegen, ist – auch gegen sich selbst – niemals eine Lösung, weil Aggressionen, wie hinlänglich gewußt wird, niemals Lösungen sind. Oft gibt es für Menschen in prekären und sie überfordernden Situationen, um sie vor Aggressionen gegen sich selbst zu schützen, nur eine Lösung, sie von dem zu lösen, das sie nicht können. Sie von den Gefahren zu befreien, die ihnen die Aufgaben sind, die sie nicht erfüllen können. Denn. Die Spirale des Nichtkönnens dreht sich bedrohlich weiter. Nichtkönnen und Aggression bedingen einander. Je mehr solche Menschen meinen, es müsse ihnen etwas doch besser möglich sein, desto weniger und weniger wird es ihnen gelingen, je noch etwas zu machen, das zumindest im Ansatz unter ein wenig besser als bisher verbucht werden könnte. Bis sie schließlich im totalen Verhau in der totalen Aggression auch gegen sich selbst enden.

Das Thema, von dem er sprach, war C. Welches auch sonst.

Noch etwas hat der zurzeitige Das-muß-doch-besser-möglich-sein-Bundeskanzler in dieser Nachrichtensendung gesagt.

— Was das Freitesten betrifft, das ist natürlich ein neuer komplexer Bereich. Sie haben im Eingangsbericht schon Verfassungsexperten gebracht, die das skeptisch sehen. Was keine Überraschung ist, weil es gibt immer einen Verfassungsexperten, der jede neue Idee skeptisch sieht.

Martin Thür: Es ist aber auch nicht so, als hätten alle Verordnungen vor dem Verfassungsgerichtshof gehalten.

— Natürlich nicht. Das ist auch nie vorhersehbar.

Was der zurzeitige Das-muß-doch-besser-möglich-sein-Bundeskanzler so recht lieb „neue Idee“ harmlos nennt, ist in vielen Bereichen weder lieb noch harmlos, sondern ein Anschlag gegen …Wie gut, daß es den Verfassungsgerichtshof in seiner jetzigen Form noch gibt. Der auch die derzeitige Bundesregierung mahnt, daß das Recht der Regierung zumutbar ist.

Das Begleitschreiben für den Bundesminister für Gesundheit zum Entwurf einer Novelle des Epidemiegesetzes und des Covid-19-Maßnahmengesetzes, vorgelegt mit einer total kurzen Begutachtungsfrist, bringt es bereits in seinem Betreff auf den Punkt, was es ist: „Kurzbegutachtung“.

„Kurzbegutachtung“, kann auch so gelesen werden, Begutachtung von Kurz und von ihm für …

Allein diese aktuelle Vorgehensweise zur Begutachtung eines Gesetzesentwurfes der derzeitigen Bundesregierung mit der bewußten Mißachtung des Parlaments macht es einmal mehr deutlich, es geht um die Zerstörung der „repräsentativen Demokratie“. Während der noch knapp zwei Jahre amtierende Bundespräsident in Österreich nach wie vor meint, es gehe um die Verteidigung der „liberalen Demokratie“ … Von der auch wieder in seiner Neujahrsansprache am 1. Jänner 2021 sprach, dessen Rede, muß eingestanden werden, zuerst verwechselt wurde, weil nicht hingesehen, sondern nur zugehört wurde. So wurde an diesem Abend die Neujahrswerbung von einem Stromlieferanten für die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten gehalten und die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten für die Neujahrswerbung eines Stromlieferanten; erst die Erinnerung an die Stimme des Bundespräsidenten klärte die Verwechslung auf, daß die Neujahrswerbung des Stromlieferanten nicht die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten und die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten nicht die Neujahrswerbung des Stromlieferanten war. Welch ein Irrtum. Zu meinen, Reklame und Rede nicht verwechseln zu können.

Noch etwas sagte der zurzeitige Wie-gibt’s-denn-das-Bundeskanzler in dieser Nachrichtensendung.

Und zurück zum Freitesten, Herr Thür, ein letzter Satz. Wir haben in den letzten Wochen sehr intensiv daran gearbeitet, hier ein ausgeklügeltes Modell zu erarbeiten.

Was aus diesem zum Freitesten „erarbeiteten ausgeklügelten Modell“, an dem „in den letzten Wochen sehr intensiv gearbeitet“ wurde, geworden ist, das wird bereits an diesem Montag, 4. Jänner ’21, gewußt, ein Modell, das der zurzeitige Bundeskanzler sich zur Erinnerung an seine Zeit am Ballhausplatz rahmen lassen kann und sich selber, mit seinem Satz beschriftet, widmen kann:

Ich krieg‘ bei dem Thema immer fast schon Aggressionen jedesmal, weil ich mir denk‘, wie gibt’s denn das, das muß doch besser möglich sein.