Limerickl aus dem Büro Thurnher

Als wäre es ein Reim vom für kurz gewesenen Innenminister.

„Wie wichtig: Antiziganismus gilt Ihr Kampf. Doch Korruptionsbekämpfern nehmen Sie den Dampf. Herr #Sobotka, treten Sie zurück!“

Aber es ist ein „Limerick“ als „Reklame für Falter-Herausgeber Armin Thurnher“. „Limericks von Tante Elfi“, wie ganz in falterischer Traditionsaufklärung aufgeklärt wird.

Wolfgang Sobotka solle, so das Büro Thurnher, also zurücktreten, weil … dieser Windung – Gedankengang zu schreiben, verbietet es sich von selbst – zu folgen, lohnt nicht; es ist ein „Limerick“, ein Limerickl

Wie schön, daß ein Präsident in Österreich wenigstens und das bereits im Jahr 2021 das Wort „Antiziganismus“

In Bezug auf das Gedenken sei es wichtig, das Bewusstsein über die Ermordung von Roma und Sinti durch die Nationalsozialisten – Stichwort Lackenbach – in der Gesellschaft zu verankern, weshalb der Präsident des Nationalrats die Verortung eines nationalen Denkmals zur Erinnerung als auch für den andauernden Kampf gegen den Antiziganismus als besonders bedeutsam hervorhob. Dieser sei mit anderen rassistischen Vorurteilen nicht eins zu eins zu vergleichen, da er über Jahrhunderte gewachsen sei.

auszusprechen vermag. „Lackenbach“ dafür anzuführen, wohl auch noch mit Stolz auf dieses Vorzeigedenkmal — nun, immerhin hat Wolfgang Sobotka nicht die Tafel von Lackenbach vorgelesen, die er kennt, in dieser virtuellen Veranstaltung am 8. April 2021 im österreichischen Parlament … Daß die Veranstaltung virtuell war, zu der Präsident Sobotka lud, authentischer hätte die Veranstaltung gar nicht sein können, authentisch mit dem andauernden virtuellen Kampf gegen Antiziganismus

Lackenbach, wahrlich ein „nationales Denkmal“, ein österreichisches Denkmal, so wird es gewollt, nicht anders, ein anderes wäre freilich ein europäisches Mahnmal, nicht in Lackenbach, sondern auf dem KL-Platz in Wien, aber in Wien gibt es jetzt keinen Platz mehr für ein europäisches Mahnmal, gerade jetzt, da eines errichtet wurde, mit allen Namen, nur nicht mit den Namen der ermordeten „Zigeuner“, wie sie auf der Tafel in Lackenbach genannt …

Büro Thurnher mit seinem Prosaisten Armin Thurnher und seiner Tante Elfi wissen vielleicht gar nicht die tatsächliche Bedeutung von Antiziganismus. Möglicherweise meinen sie, es handle sich um eine besondere „Raucherbekämpfung“, sie deshalb den Rücktritt von Wolfgang Sobotka fordern, weil ihm der Kampf gegen Gitanes (Ziganismus ihnen eine deutsche Übersetzung von Gitanes) so wichtig, daß er den „Korruptionsbekämpfern“ den „Dampf“ nehme … Dampf gereimt auf Kampf läßt durchaus den Schluß zu, Tante Elfi vom Büro Thurnher meint, „wie wichtig“ Sobotka der Kampf gilt gegen das Rauchen, so wichtig, daß er dafür den „Korruptionsbekämpfern“ den „Dampf“ nimmt, noch dazu für seine spezielle und in Österreich ebenso wenig bekannte Nikotinsucht, wie Antiziganismus als Begriff bekannt ist, wie die Bedeutung von Antiziganismus in Österreich bekannt ist.

Woher sollte Tante Elfi auch Antiziganismus kennnen, in Österreich. Aus der Schule etwa? Nicht einmal ein erst 2019 für geeignet erklärtes Schulbuch für den Unterrichtsgebrauch 2021/22 in Österreich für Geschichte und politische Bildung kennt den Begriff Antiziganismus, auch nicht den Begriff Porajmos, dafür aber „Zigeuner“, ohne Anführungszeichen …

Woher sollte Tante Elfi auch Antiziganismus kennen, in Österreich. Aus den Medien etwa? Aus diesen wird sie ein anderes Wort wohl recht gut kennen, aber vielleicht noch kein Wort gefunden haben, um daraus einen reimenden Limerickl …

Aber es muß nicht immer ein Reim sein, wie einer aus dem Steiermärkischen beweist, der recht prosaisch nur erzählt, wie sie „ohne Erlaubnis herumlungern und in Partyzelten abfeiern“ — sie, die „unsere Großeltern Zigeuner nannten“, Großeltern einer Generation, die Antiziganismus wohl auch nicht kannten, nicht kennen wollten, dafür diesen aber bis zur letzten Konsequenz auslebten, und die Generation, die jetzt in der österreichischen Schule Geschichte und politische Bildung lernen, aus dem oben erwähnten Schulbuch, kennen u. v. a. m. Antiziganismus ebenfalls nicht …

PS Die Zeitschrift „Falter“ selbst hat auch einen besonderen Zugang zur Geschichte, wie dieser Artikel vom März 2021 erzählt, einen politisch korrekten wohl, nach österreichlicher Art …