„In höchstem Ausmaß“

In der Presseaussendung des Pressedienstes der Parlamentsdirektion Österreichs am 22. Mai 2026 wird in erschöpfender Transparenz erzählt, wie es dazu kam, daß Roland Weinert ab dem 1. August 2026 für Walter Rosenkranz der Parlamentsdirektor sein wird, und vor allem, warum „Sektionschef Roland Weinert als einziger Bewerber als für die Nachfolge in höchstem Ausmaß geeignet“ …

Nebenher gesagt, es spricht für die Qualität von österreichischen Medien, schon vor der Entscheidung der Kommission im Begutachtungsverfahren es richtig gewußt zu haben, wem die „besten Chancen“ in der Vergabe der Position des Parlamentsdirektors einzuräumen sind. Und wer wäre denn auch „in höchstem Ausmaß“ geeigneter für diese, als eben Roland Weinert?

Roland Weinert, einer, der bereits für Vizekanzlerinnen arbeitete, deren Namen werden in der Presseaussendung des Pressdienstes der Parlamentsdirektion und auch in der Parlamentskorrespondenz Nr. 457 vom 22. Mai 2026 nicht genannt, das war, um ihre Namen nicht gänzlich dem Vergessen anheimzugeben, einmal die Vizekanzlerin „Susanne, geh Du voran“, mit vollständigem Namen Susanne Riess-Passer, die vom damaligen die FPÖ Führenden den Marschbefehl erhielt,

und das war einmal Vizekanzler Heinz-Christian Strache, und wer von solchen Führenden schon einmal das Vertrauen besaß, für sie zu arbeiten, dem ist immer wieder zu vertrauen, sind doch einstige Führende dieser Partei, wie gerade aktuell zu betonen bemüht wird, im Vergleich und also im wesentlichen Unterschied zum zurzeitigen Führenden dieser Partei selbst zu werten als tadellose, denen vertraut werden kann – im Nachhinein. Und wer also schon einmal für Tadellose im Vergleich zum Zurzeitigen arbeitete, kann selbst doch nur im höchsten Maße tadellos sein,

„in höchstem Ausmaß geeignet“ für jedweden, nein, für jedweden höchsten Posten in der Republik Österreich … Das wird der Kommission des Begutachtungsverfahren und dem Nationalratspräsidenten die Entscheidung für Roland Weinert vielleicht erleichtert haben, denn über einen, der nun seit mindestens fünfundzwanzig Jahren den Höchstführenden bestens bekannt ist, mußte wohl keine Prüfung mehr durch Dritte beauftragt werden …

Das wird der Kommission des Begutachtungsverfahren und dem Nationalratspräsidenten die Entscheidung für Roland Weinert vielleicht auch erleichtert haben, denn über einen, der nun seit mindestens einem Vierteljahrhundert den Höchstführenden bestens bekannt ist, mußten keine aufwendigen Erkundigungen mehr eingeholt werden,

das wäre vielleicht für Roland Weinert nicht so recht förderlich gewesen, hätte eine KI-Abfrage zutage befördert, was er betreibe, wobei aber einzuschränken ist, es wäre sehr darauf angekommen, an welchem Tag und zu welcher Stunde oder gar zu welcher Minute eine derartige KI-Abfrage …

Was Roland Weinert darüber hinaus „in höchstem Ausmaß geeignet“ für die Position des Parlamentsdirektors für die Kommission und für den zurzeitigen Nationalratspräsidenten machte, wird wohl auch seine selbstkritische Sicht auf die eigene Person gewesen sein,

„Da habe ich einmal in meinem Leben einen großen Fehler gemacht“, sagt Roland Weinert über seinen Schmiss.

Die Presse. 17. September 2019. Julia Neuhauser. Roland Weinert: Redenschreiber für Rot und Blau. Roland Weinert, Generalsekretär in Heinz-Christian Straches Beamtenministerium und begeisterter Burschenschafter, arbeitete früher auch für sozialdemokratische Minister.

aber einen „großen Fehler“ ewig bildlich festzuhalten, wäre allzu kleinlich, so besitzt das Parlament unter dem zurzeitigen Nationalratspräsidenten die Größe, von ihm, Roland Weinert, ein parlamentarisches Foto zu seinem offiziellen zu machen, auf dem der „große Fehler“, wer diesen nicht kennt, nicht sofort oder eigentlich gar nicht auffallen wird …