Die ZZ des identitären NR Wendelin Mölzer

In der aktuellen Ausgabe der freiheitlichen „Zur Zeit“, dessen Chefredakteur NR Wendelin Mölzer ist, wird der Vorname von „Eurofaschismus-Wäre-das-nichts“-Stein¹ diesmal richtig geschrieben, also mit einem p. In dieser Ausgabe führt er kein Gespräch mit einem Vertreter der Casa Pound², die das Erbe von Benito Mussolini in das dritte Jahrtausend tragen, den Faschismus im dritten Jahrtausend ausleben wollen, sondern er macht sich Gedanken über die „AfD“ als „Rechte Alternative“.

Wer also befindet, das wäre doch was: „ein neuer Eurofaschismus“, löst bei einem freiheitlichen Abgeordneten des Parlaments der österreichischen Republik für dessen geführtes Magazin recht gleich ein Ticket für weitere Schreibaufträge.

Zur Zeit 39-2014 Stein Morgenröte EurofaschismusEs kommt eigentlich keine Ausgabe dieses Magazins ohne einen Beitrag von einer freiheitlichen Mandatarinnen oder einem freiheitlichen Funktionär respektive Spitzenfunktionär aus. In der aktuellen Ausgabe 39 vom 26. September bis 2. Oktober 2014 schreibt NR Wendelin Mölzer wieder mal selber. Einmal über „Heuchler am Asyldrücker“. Und einmal schreibt er über, nein, läßt NR Mölzer seinen von der Tageszeitung „Die Presse“ bereits am 11. September 2014 abgedruckten Artikel „Warum die Freiheitlichen ‚Putin-Versteher‘ sind“ nachdrucken. Damit kann Eindruck geschunden werden, wenn „Die Presse“ … Bemerkenswert an diesem Putin-Versteher-Artikel ist das Eingeständnis eines zweiten freiheitlichen Abgeordneten³, daß

„[d]ie heutige FPÖ […] eine identitäre […] Partei“

ist. So ist es gesinnungsgemäß nur recht, daß Philip Stein für die identitäre ZZ schreibt … Hierzu lediglich zur weiteren eigenen Informationseinholung ein Hinweis auf das „Identitäre Zentrum“ in Dresden und die „Blaue Narzisse“ … Bloß an dem „Identitären“ ist nichts Neues, nichts Zukunftsweisendes, es ist etwas Altes, es verweist in die Vergangenheit der Abgründe, und das bestätigt Philip Stein selbst in der vorherigen Ausgabe, wenn er von einem Faschismus schwefelt.

Es mag tatsächlich auch gar nicht sehr viel über all die Verbindungen geschrieben werden, am Ende nützt es diesen Kreisen auch noch, sich dadurch zurechtzufinden, wie sie untereinander mannigfach verbandelt sind. Von erstem Interesse allerdings ist der Umstand, welches Magazin von einem gewählten NR geführt wird. Wobei allerdings weder das Magazin an sich interessiert, noch der Magazinschriftleiter, sondern es sind die Wähler und Wählerinnen, die nach wie vor in einem unerhörten Ausmaß bereit zu sein scheinen, eine derartige Partei zu wählen, aber auch die breiten Medien sind von Interesse, die, wie etwa „Die Presse“* einer derartigen Partei …

Soher reicht es vollkommen aus, den Blick ausschließlich auf das von NR Mölzer geführte Magazin zu richten. Was in der aktuellen Ausgabe 39 noch von NR Mölzer zur Veröffentlichung freigegeben wurde …

… Unter dem Pseudonym Anna Maria Langbauer schreibt irgendwer unter dem Titel „Gegner mundtot machen“ eine Verteidigung und eine Lopreisung der „Goldenen Morgenröte“, die für die ZZ lediglich eine „griechische Rechtspartei“ ist, während diese ganz anders eingestuft wird. Von dieser freiheitlichen Einstufung ausgehend könnte die FPÖ als das eingestuft werden, wie die „Goldene Morgenröte“ sonst bezeichnet wird …

… Helge Morgengrauen, der Literatur-Experte der ZZ, feiert in drei Beiträgen, wieder einmal, Hermann Löns, einmal unter dem Titel „Er lebt im Herzen seines Volkes“, ein zweites Mal unter der Schlagzeile „Löns im Krieg“. Und ein drittes Mal: „Ridderbusch liest Hermann Löns – Lieder und Erzählungen des Heidedichters. Auf die literarischen Vorlieben der ZZ muß heute nicht näher eingegangen werden, zu oft schon wurde darüber berichtet**.

Wie einfallslos es in diesem Gesinnungslager inhaltlich zugeht, kann schon am Erfinden von Pseudonymen abgelesen werden. In der aktuellen Ausgabe schreibt irgendwer als Anna Maria Langbauer, und dann schreibt noch irgendwer als Eva Maria Langbauer über den Marsch der Abtreibungsgegner in Berlin unter der Schlagzeile „Im Kampf für das Leben“. Es ist wohl nicht nur Einfallslosigkeit, sondern auch Faulheit, Willenlosigkeit zur Anstrengung, von der auch NR Mölzer ergriffen ist, wenn er einen Artikel nachdrucken läßt.

In der aktuellen Ausgabe gibt es diesmal nur ein ganzseitiges Inserat, nämlich den offenen Brief von He.-Chr. Strache an den Bundeskanzler, an den Vizekanzler und an den Bundespräsidenten: „Ein offenes Wort zur Neutralität“. Dieses ganzseitige Inserat wurde auch in der vorherigen Ausgabe geschaltet. Mit welchem Geld bezahlt die FPÖ dieses Inserat? Mittels staatlicher Parteienfinanzierung, also durch Steuergeld? Müssen Menschen in Österreich mit ihrem Steuergeld ein Magazin füttern, das für einen nächsten Faschismus ….

¹ Medien, Wähler und Wählerinnen ignorieren die Vorstellungen der FPÖ-ZZ: „Neuer Eurofaschismus“

² FPÖ-ZZ: „Gehört Südtirol zu Italien oder zu Deutschland?“

³ Koalition mit der FPÖ – Erinnerung für die Zukunft

* Die Presse läßt die Freiheitlichen nicht verkommen

** FPÖ-ZZ und die Liebe zur Literatur

Freiheitlicher ZZler Georg Immanuel Nagel ruft in der Blauen Narzisse: Wieder hinaus auf die Straße

In der aktuellen Ausgabe der „Zur Zeit“ der freiheitlichen Gemein-Schaft schreibt Georg Immanuel Nagel nicht über die polizeiliche Räumung in der Mühlfeldgasse, sondern u.v.a.m.  gegen die „Pizzeria Anarchia“. Das „Gegen“ sagt bereits alles aus über die Haltbarkeit der von ihm in seinem Artikel präsentierten Fakten. Es sind Fakten, die dermaßen keine Haltbarkeit besitzen, daß auf seine Artikel nicht einmal ein Ablaufdatum aufgedruckt werden kann, weil dieses vor Veröffentlichung seiner Artikel liegen müßte, und das wäre doch einigermaßen absurd und vor allem nutz- und sinnlos.

Ein Artikel also, der zu ignorieren ist.

Georg Immanuel Nagel Eckart Zur Zeit Blaue NarzisseEin Artikel aber, der nicht zu ignorieren ist, wird zu diesem zusätzlich gelesen, was Georg Immanuel Nagel in der „Blauen Narzisse“ im Juli 2014 schreibt. Ein weiterer Gegen-Artikel, dessen Faktenablaufdatum ebenfalls vor seinem Erscheinungsdatum …

Ein Artikel aber, der nicht zu ignorieren ist, wird zu diesem zusätzlich auch noch gelesen, was Georg Immanuel Nagel in der „Zur Zeit“ im Juni 2014 geschrieben hat, nicht über die Demonstrationen, sondern für die Identitären. In diesem Fall sagt das „Für“ bereits alles aus über die Haltbarkeit der von ihm in seinem Artikel präsentierten Fakten – auch ein Artikel, der ohne Ablaufdatum auskommt, da seine Fakten ebenfalls vor seiner Veröffentlichung bereits verdorben …

Auffällig aber an dem oben angeführten Geschreibe von ihm ist

erstens sein überschwängliches Lob für Exekutive und Justiz in Österreich,

zweitens sein Aufruf, den „Protest wieder auf die Straße zu tragen.“

Ein Artikel im Bund mit den anderen Artikeln aber, der vor allem nicht zu ignorieren ist, in welchem Magazin dieser nämlich veröffentlicht ist, im Zentralorgan der freiheitlichen Gemein-Schaft, im Zentralorgan der hohen und höchsten Funktionäre und Mandatarinnen der freiheitlichen Gemein-Schaft, von He.-Chr. Strache aufwärts also … Und Georg Immanuel Nagel bestätigt ein weiteres Mal, daß im Grunde nicht mehr von der „freiheitlichen Gemein-Schaft“ gesprochen werden darf, sondern von einer „identitären Gemein-Schaft“ …

Es sind also alle Artikel von jenen, die im Zentralorgan der freiheitlichen Spitzen schreiben, nebeneinanderzulegen, um zu einem Gesamtbild zu kommen, das erschreckender nicht sein kann, wenn weiter nach wie vor derart viele der Meinung sind, es sei eine wählbare Partei, diese identitäre …

In der „Blauen Narzisse“ schreibt Georg Immanuel Nagel Klartext, wie in der Collage gelesen werden kann, spricht aus „identitärer Sicht“, in der „Zur Zeit“ formuliert er nicht so deutlich. Vielleicht gerade noch dem geschuldet, daß in der ZZ beispielsweise auch freiheitliche Angehörige von Landesregierungen schreiben, wie Landesrat Gerhard Kurzmann wieder in der aktuellen Ausgabe 33/2014 …

Obgleich diese Zurückhaltung nicht mehr notwendig zu sein scheint, hat doch erst vor kurzem Christian Höbart nicht widersprochen, daß es bei den Freiheitlichen um eine identitäre

Georg Immanuel Nagel - Einflußreiche FPÖEs ist aber auch vollkommen nebensächlich, welcher rechtsgerichteten ideologischen Variante diese Partei zugeschlagen wird, das interessiert hier nicht, denn die entscheidende Frage, die kein Ablaufdatum haben darf, sondern endlich ein Erledigungsdatum, ist, gibt es hier ein bedenkliches Zusammenspiel von Polizei und Justiz mit diesen identitären Gemeinschaften, wie Georg Immanuel Nagel recht stark suggeriert, wenn er schreibt:

„Die Blockparteien sind sich alle bestens einig, wenn es um den ‚Kampf gegen Rechts‘ geht. Die Antifa wird gefördert als praktische Stiefeltruppe, um jede aufkeimende Opposition zu drangsalieren. Von einer einflußreichen, patriotischen Partei wie der FPÖ können die Bundesdeutschen derzeit nur träumen. Die dortigen Behörden müssen sich von jeder Zusammenrottung von Asozialen aller Art gängeln lassen. Krawalle darf die Polizei nur eindämmend flankieren. Zu Festnahmen oder gar einer Auflösung der Veranstaltung kommt es in aller Regel nicht.“

Wenn an die polizeilichen Vorkommnise allein in diesem Jahr gedacht wird, über die bereits ausführlich geschrieben wurde und auch hier nachgelesen werden kann, wird verstehbar, weshalb „die Bundesdeutschen von einer einflußreichen FPÖ nur träumen können“. Übernimmt in Österreich Polizei und Justiz bereits die Vorarbeiten für die „aufkeimende Opposition“? Das heißt, die Straßen für diese freizumachen? Freizumachen, damit diese den Protest „wieder auf die Straße“ tragen kann? Und was dieses „Wieder“ bedeutet, von dem Georg Immanuel Nagel schreibt, darüber kann es keine Täuschung geben, darf es vor allem keine Selbsttäuschung, keine Beschwichtigung, keine Illusion geben.

Welche Artikel beispielsweise von einem Georg Immanuel Nagel in Zukunft noch zu lesen sein werden, wenn es nicht zu einer vollkommenen Aufklärung kommt, davon gibt sein ZZ-Artikel aus der Ausgabe 22/2014 bereits einen Vorgeschmack, es klingt nicht nach Berichterstattung über eine Demonstration, sondern aus einem … Von „erfolgreichem Aufmarsch“ ist die Rede, von „Sieg“ …

NS Wessen Parteigängerin die freiheitliche Gemein-Schaft in Wahrheit ist, auch davon erzählt dieser Artikel „Pizzaria Anarchia“ wieder einmal ganz deutlich. Wie verharmlosend  schreibt Georg Immanuel Nagel, „dient die Behauptung, daß der Hausbesitzer aus Spekulationsgründen versucht hätte, die Bewohner mit unlauteren Mitteln zu vertreiben.“ Wähler und Wählerinnen sollen sich nicht der Täuschung hingeben, der Illusion, sie wählten mit der identitären Gemein-Schaft eine Partei, die für ihre Anliegen, für ihr Wohlergehen da sein will. Es ist, um das nagelsche Wort aufzugreifen, die „Stiefeltruppe“ der Spekulanten und Spekulantinnen. Aber auch das ist nichts Neues. Es ist halt wieder eine Wieder-Partei für die …