Auskunft und Sicherheit – Polizeicasino Rennweg

Rund um die S-Station Rennweg in Wien gibt es derzeit, 17.00 Uhr, eine große Polizeiabsperrung. Während ein Polizist keine Auskünfte erteilt, weshalb, und unter Hinweis auf eine entsprechende Anweisung darauf vertröstet, das könne morgen, vielleicht, in der Zeitung gelesen werden, ist ein anderer Polizist doch dazu bereit, Auskunft zu erteilen, weshalb diese großflächige Absperrung: „Es ist eine Bombe gefunden worden.“

Während der auskunftsunwillige und möglicherweise Befehle akkurat befolgende Polizist  – darauf konkret angesprochen – nichts davon hält, Bürgerinnen und Bürger zu informieren, ist es gut zu wissen, daß es auch andere Polizisten gibt, für die Auskunftspflicht gegenüber Bürgerinnen und Bürgern auch eine wahrzunehmende Pflicht ist.

Ob es aber tatsächlich gut ist, wie in einem Casino, vom Glück abhängig zu sein, eine Auskunft zu bekommen oder nicht, kann nur mit einem Nein beantwortet werden.

Was es mit der Bombe auf sich hat, wo die Bombe gefunden wurde, kann morgen in den Zeitungen, vielleicht, gelesen werden.

PS Es wird wohl ein falscher Alarm gewesen sein. Denn jetzt um 17.30 Uhr des 28. Jänners 2015 gibt es keine Absperrung mehr, keine Polizisten sind mehr zu sehen. Soher kann von dieser Absperrung kein Foto mehr gemacht werden. Zu spät auf die Idee gekommen, ein Bild zu machen. Umsonst der nochmalige Weg zur Schnellbahnstation Rennweg. Und doch wieder nicht ganz umsonst. Jetzt beim Blick in den Rennweg hinunter, fällt auf, wie sonderlich diese Absperrung war. Wenn die Absperrung zur Sicherheit der Menschen gedacht war, kommt jetzt ein Gefühl der Unsicherheit auf. Während sogar in der Ungargasse im Bereich der Station Polizeiabsperrungsbänder geklebt waren, ging der Betrieb in der Station weiter, konnte in den dort befindlichen Geschäften in Ruhe eingekauft werden. Für so einen möglichen zukünftigen Fall unbedingt vormerken, bei einer Polizeiabsperrung unbedingt darauf zu achten, ob nicht trotz der polizeilichen Absperrungsbänder innerhalb des potentiellen Gefahrenbereiches aufhältig, sich in falscher Sicherheit wiegend … Auch in bezug auf die Sicherheit noch einmal der unbehagliche Eindruck, wie in einem Casino, vom Glück abhängig zu sein, ob trotz Polizeiabsperrungsbänder innerhalb oder doch außerhalb der Gefahrenzone …

Freiheitlicher ZZler Georg Immanuel Nagel ruft in der Blauen Narzisse: Wieder hinaus auf die Straße

In der aktuellen Ausgabe der „Zur Zeit“ der freiheitlichen Gemein-Schaft schreibt Georg Immanuel Nagel nicht über die polizeiliche Räumung in der Mühlfeldgasse, sondern u.v.a.m.  gegen die „Pizzeria Anarchia“. Das „Gegen“ sagt bereits alles aus über die Haltbarkeit der von ihm in seinem Artikel präsentierten Fakten. Es sind Fakten, die dermaßen keine Haltbarkeit besitzen, daß auf seine Artikel nicht einmal ein Ablaufdatum aufgedruckt werden kann, weil dieses vor Veröffentlichung seiner Artikel liegen müßte, und das wäre doch einigermaßen absurd und vor allem nutz- und sinnlos.

Ein Artikel also, der zu ignorieren ist.

Georg Immanuel Nagel Eckart Zur Zeit Blaue NarzisseEin Artikel aber, der nicht zu ignorieren ist, wird zu diesem zusätzlich gelesen, was Georg Immanuel Nagel in der „Blauen Narzisse“ im Juli 2014 schreibt. Ein weiterer Gegen-Artikel, dessen Faktenablaufdatum ebenfalls vor seinem Erscheinungsdatum …

Ein Artikel aber, der nicht zu ignorieren ist, wird zu diesem zusätzlich auch noch gelesen, was Georg Immanuel Nagel in der „Zur Zeit“ im Juni 2014 geschrieben hat, nicht über die Demonstrationen, sondern für die Identitären. In diesem Fall sagt das „Für“ bereits alles aus über die Haltbarkeit der von ihm in seinem Artikel präsentierten Fakten – auch ein Artikel, der ohne Ablaufdatum auskommt, da seine Fakten ebenfalls vor seiner Veröffentlichung bereits verdorben …

Auffällig aber an dem oben angeführten Geschreibe von ihm ist

erstens sein überschwängliches Lob für Exekutive und Justiz in Österreich,

zweitens sein Aufruf, den „Protest wieder auf die Straße zu tragen.“

Ein Artikel im Bund mit den anderen Artikeln aber, der vor allem nicht zu ignorieren ist, in welchem Magazin dieser nämlich veröffentlicht ist, im Zentralorgan der freiheitlichen Gemein-Schaft, im Zentralorgan der hohen und höchsten Funktionäre und Mandatarinnen der freiheitlichen Gemein-Schaft, von He.-Chr. Strache aufwärts also … Und Georg Immanuel Nagel bestätigt ein weiteres Mal, daß im Grunde nicht mehr von der „freiheitlichen Gemein-Schaft“ gesprochen werden darf, sondern von einer „identitären Gemein-Schaft“ …

Es sind also alle Artikel von jenen, die im Zentralorgan der freiheitlichen Spitzen schreiben, nebeneinanderzulegen, um zu einem Gesamtbild zu kommen, das erschreckender nicht sein kann, wenn weiter nach wie vor derart viele der Meinung sind, es sei eine wählbare Partei, diese identitäre …

In der „Blauen Narzisse“ schreibt Georg Immanuel Nagel Klartext, wie in der Collage gelesen werden kann, spricht aus „identitärer Sicht“, in der „Zur Zeit“ formuliert er nicht so deutlich. Vielleicht gerade noch dem geschuldet, daß in der ZZ beispielsweise auch freiheitliche Angehörige von Landesregierungen schreiben, wie Landesrat Gerhard Kurzmann wieder in der aktuellen Ausgabe 33/2014 …

Obgleich diese Zurückhaltung nicht mehr notwendig zu sein scheint, hat doch erst vor kurzem Christian Höbart nicht widersprochen, daß es bei den Freiheitlichen um eine identitäre

Georg Immanuel Nagel - Einflußreiche FPÖEs ist aber auch vollkommen nebensächlich, welcher rechtsgerichteten ideologischen Variante diese Partei zugeschlagen wird, das interessiert hier nicht, denn die entscheidende Frage, die kein Ablaufdatum haben darf, sondern endlich ein Erledigungsdatum, ist, gibt es hier ein bedenkliches Zusammenspiel von Polizei und Justiz mit diesen identitären Gemeinschaften, wie Georg Immanuel Nagel recht stark suggeriert, wenn er schreibt:

„Die Blockparteien sind sich alle bestens einig, wenn es um den ‚Kampf gegen Rechts‘ geht. Die Antifa wird gefördert als praktische Stiefeltruppe, um jede aufkeimende Opposition zu drangsalieren. Von einer einflußreichen, patriotischen Partei wie der FPÖ können die Bundesdeutschen derzeit nur träumen. Die dortigen Behörden müssen sich von jeder Zusammenrottung von Asozialen aller Art gängeln lassen. Krawalle darf die Polizei nur eindämmend flankieren. Zu Festnahmen oder gar einer Auflösung der Veranstaltung kommt es in aller Regel nicht.“

Wenn an die polizeilichen Vorkommnise allein in diesem Jahr gedacht wird, über die bereits ausführlich geschrieben wurde und auch hier nachgelesen werden kann, wird verstehbar, weshalb „die Bundesdeutschen von einer einflußreichen FPÖ nur träumen können“. Übernimmt in Österreich Polizei und Justiz bereits die Vorarbeiten für die „aufkeimende Opposition“? Das heißt, die Straßen für diese freizumachen? Freizumachen, damit diese den Protest „wieder auf die Straße“ tragen kann? Und was dieses „Wieder“ bedeutet, von dem Georg Immanuel Nagel schreibt, darüber kann es keine Täuschung geben, darf es vor allem keine Selbsttäuschung, keine Beschwichtigung, keine Illusion geben.

Welche Artikel beispielsweise von einem Georg Immanuel Nagel in Zukunft noch zu lesen sein werden, wenn es nicht zu einer vollkommenen Aufklärung kommt, davon gibt sein ZZ-Artikel aus der Ausgabe 22/2014 bereits einen Vorgeschmack, es klingt nicht nach Berichterstattung über eine Demonstration, sondern aus einem … Von „erfolgreichem Aufmarsch“ ist die Rede, von „Sieg“ …

NS Wessen Parteigängerin die freiheitliche Gemein-Schaft in Wahrheit ist, auch davon erzählt dieser Artikel „Pizzaria Anarchia“ wieder einmal ganz deutlich. Wie verharmlosend  schreibt Georg Immanuel Nagel, „dient die Behauptung, daß der Hausbesitzer aus Spekulationsgründen versucht hätte, die Bewohner mit unlauteren Mitteln zu vertreiben.“ Wähler und Wählerinnen sollen sich nicht der Täuschung hingeben, der Illusion, sie wählten mit der identitären Gemein-Schaft eine Partei, die für ihre Anliegen, für ihr Wohlergehen da sein will. Es ist, um das nagelsche Wort aufzugreifen, die „Stiefeltruppe“ der Spekulanten und Spekulantinnen. Aber auch das ist nichts Neues. Es ist halt wieder eine Wieder-Partei für die …

Vier Jahre einer Entwicklung eines Polizisten: Vom Selbstportrait „Mann mit Gewehr im Anschlag“ zum Straßenauftritt mit Waffe in Gesinnungsuniform

Gestern wurde fragend darüber geschrieben, anhand von Beispielen aus dem Jahr 2014, wohin entwickelt sich die Polizei, werden sich polizeiliche Vorgehensweisen zu Strukturen verhärten und ausbreiten, die einer demokratischen Gesellschaft ganz und gar abträglich sind …

Vier Jahre der Entwicklung vom Porträt zum Gang auf die Straße mit Waffe

Vier Jahre einer Entwicklung: Vom Selbstportrait „Mann mit Gewehr im Anschlag“ zum bewaffneten Straßenauftritt.

Vor beinahe vier Jahren wurde über einen Polizisten geschrieben, der sich für seinen Autritt auf der Plattform des Unternehmens Facebook mit einem Gewehr im Anschlag portraitierte, und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß werde wohl nicht der Polizist sein, der auf Demonstrationen seine Kollegen und seine Kolleginnen mit Getränken und Broten versorgt.

Menschgemäß ist die Versorgung der Kollegen und Kolleginnen mit einer Jause eine harmlose Angelegenheit, aber keine unpolitsche; denn die Essensversorgung durch eine gewerkschaftliche Fraktion ist zugleich eine parteipolitische Werbung, die der Kollegenschaft signalisieren soll „Wir sind für Euch“. Und: „Wir kümmern uns um Euch, wir versorgen Euch.“ Speckbrot und Most gegen Wahlstimme …

Harmlos kann es aber nicht mehr genannt werden, wenn ein Polizist, der offensichtlich nicht im Dienst ist, bei einer Räumung bewaffnet auftritt. Und dieser Auftritt am 28. Juli 2014 in der Leopoldstadt, bei der Räumung der „Pizzeria“ ist aber gesondert zu erwähnen, auch wenn das Vorgehen der Polizei aus anderen Gründen bereits gestern in die „Reihe 2014“ aufgenommen wurde.

Im Nachhinein wird oft – wie eben erst in Salzburg von einem Historiker vor den sogenannten hohen und höchsten Spitzen des Staates – die „Urplötzlichkeit“ eines Ereignisses bemüht. Aber jedwedes Ereignis hat seinen Vorlauf. Jedwedem Ereignis gehen Entwicklungen voraus, die zu oft Jahre oder sogar Jahrzehnte vorher bereits in Gang gesetzt wurden, leider zu oft unbemerkt, schlimmer, zwar bemerkt aber unbeachtet bleiben, ignoriert werden.

Und dieser Polizist, der sich vor Jahren selbst als der Mann mit dem Gewehr im Anschlag portraitierte, steht exemplarisch für eine Entwicklung, die nun beängstigend zu nennen ist. Begnügte er sich im November 2010 noch damit, sich mit einem Gewehr im Anschlag zu portraitieren, ist ihm das im Juli 2014 nicht mehr genug. Er ist nicht als Polizist im Dienst. Aber im Juli 2014 muß er bewaffnet hinaus auf die Straße …

In knapp vier Jahren entwickelte sich dieser Polizist von einem Mann, der sich mit einem Gewehr im Anschlag zwar harmlos aber für einen Polizisten auf fragwürdige Art portraitiert, zu einem Mann, den es mit einer Waffe auf die Straße drängt und, wie es die Bilder zeigen, dabei geschäftig und rege offensichtlich wieder einmal bei der Betreuung seiner Kollegen und Kolleginnen. Die Bilder zeigen aber auch, wie selbstverständlich, wie normal es für seine Kollegen und Kolleginnen im Dienst zu sein scheint, daß er bewaffnet in salopper Freizeitkleidung unter ihnen sich bewegen kann. Aber in einem gewissen Sinn ist er dennoch uniformiert, nicht in der staatsverordneten Uniform, sondern in einer gesinnungsgemäßen Uniform, die für einen Polizisten des demokratischen Staates Österreich nicht mehr bloß fragwürdig zu nennen ist, sondern …

Welche Entwicklungen wird dieser Polizist noch durchmachen? Wie lange wird den Entwickungen, die in der österreichischen Polizei vor sich gehen, noch keine Beachtung geschenkt werden, vor allem von den sogenannten hohen und höchsten politisch Verantwortlichen in diesem Staat? Ein nicht im Dienst seiender bewaffneter Beamter in dieser Gesinnungsuniform – kann eine Alarmglocke lauter noch schrillen?

Besonders das Jahr 2014 zeigt die Polizei auf einem Weg, der für die kommenden Jahre nichts Gutes verheißt, wenn dem nicht von der gesamten demokratischen Gesellschaft Einhalt geboten wird.

PS „Heimat ohne Hass“ erwähnt in „Der Polizist mit dem Eisernen Kreuz“ u.a. auch Hannes Stiehl, auch ein Polizist, der … Aber zu ihm und seinen Kameraden wurde schon mehr als genug geschrieben

„Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“ – Oh Poliza hilf!

Alles, was zu diesem Vorfall in Salzburg zu berichten ist, kann dem Artikel aus der Tageszeitung „Der Standard“ entnommen werden, der in die Collage aufgenommen wurde.

Oh Poliza hilfDer Vorfall vom 25. Juli 2014 ist erwähnenswert, weil er in eine Reihe von zu bedenkenden Vorgehensweisen der Polizei zu stellen ist, die nicht unbeachtet bleiben dürfen, die Fragen provozieren, wohin entwickelt sich die Polizei in Österreich, kann eine demokratisch Gesellschaft eine derartige Polizei dulden? Es scheint dringlich geboten zu sein, sich um das polizeiliche Auftreten zu sorgen, zu kümmern, ehe sich diese Vorgehensweisen zu polizeilichen Strukturen verhärten, der Bürger und die Bürgerin in diesem Land plötzlich nicht mehr frei und ohne Angst eine Polizei, die seine Grundrechte und ihre Menschenrechte zu wahren hat, im Dienst der Rechtsstaatlichkeit sehen, sondern sich vor einem blauen Block in Acht zu nehmen haben, ehe es soweit kommt, daß Bürgerinnen und Bürgern gut beraten sind, am besten die Straße zu meiden, wenn sie nicht dem blauen Block in die Hände der Willkür …

Und es ist Willkür – bereits jetzt kann schon von Willkür gesprochen werden. Das zeigt etwa ein Vergleich zwischen dem aktuellen Vorfall in Salzburg mit einem Vorfall in Wien, der sich erst vor wenigen Wochen ereignete, nämlich am 14. Juni 2014. Vergleichen Sie die Vorgehensweise der Polizei und auch der Staatsanwalt in Salzburg wegen eines spekulativen Spruchs, der je nicht als Verhetzung klassifiziert werden kann, sondern aus dem beliebten Spiel Wie wäre die Geschichte verlaufen, wie sähe die Gegenwart aus, hätte es nicht oder hätte es gegeben … stammt, vergleichen Sie es mit dem Umgang der Polizei und auch des Verfassungschutzes in Wien mit einem Folder, den die Polizei selbst als einem mit „nationalsozialistischem Inhalt“ …, berücksichtigen Sie dabei auch, wer in Wien festgenommen wurde, wer ungehindert

Zu dieser Reihe der nicht zu ignorieren Vorgehensweisen muß wohl auch die Räumung der „Pizzeria“ am 28. Juli 2014 in Wien durch die Polizei gezählt werden, ebenso ein Vorfall vom Frühjahr 2014 in Tirol, über den u.a. die Tageszeitung „Der Standard“ am 22. Juli 2014 berichtete: „Vorwürfe gegen Polizei: ‚Witze über Türken und Afrikaner sind Alltag'“. (Zu diesem Artikel über die Vorkommnise in Tirol muß nebenbei doch angemerkt werden, es sollte in Hinkunft vermieden werden, allgemein von der Volksanwaltschaft zu schreiben, wenn es um volksanwaltschaftliche Aussagen über die Polizei geht, sondern konkret anzuführen, wer aus der Volksanwaltschaft es ist, um den Gehalt der Aussage als Leser oder Leserin einschätzen zu können. Nach der Geschäftsverteilung der Volksanwaltschaft kann es nur Dr. Peter Fichtenbauer gewesen sein, der die Auskunft gab, wie im Artikel zu lesen ist: „Auch vonseiten der Volksanwaltschaft heißt es, dass man nur vereinzelt mit Aussagen von Polizisten konfrontiert sei, die von den Betroffenen als rassistisch empfunden wurden. Verallgemeinernd von einer ‚rassistischen Polizei‘ sprechen könne man aufgrund dessen nicht.“)

LandfriedensbruchparagraphZu dieser Reihe der nicht zu ignorierenden polizeilichen Vorgehensweisen ist auch der Vorfall am 17. Mai 2014 zu zählen:

Identitäre und Unruhen – Wiener Polizei verwechselt Wien mit Irgendwo

Als die Polizei einen Passanten zum Demonstranten machte

Die vermehrte Anwendung des Landfriedensbruch-Paragraphen ist ebenfalls in diese Reihe zu stellen.

Zu dieser Reihe der nicht zu ignorierenden Vorgehensweisen ist an erster Stelle der mehr als bedenkliche und äußerst fragwürdige Umgang der Polizei und der Justiz mit Josef S., der nicht ein Fall Josef S ist, sondern ein Fall Polizei und Justiz.

Polizei - Reihe 2014Diese Vorgehensweisen sind alle aus 2014 (und das Jahr 2014 ist noch lange nicht vorbei) und können beschlagwortet werden mit „Reihe 2014“. War das erst der Vorgeschmack? Was kann von der Polizei in den kommenden Jahren noch alles erwartet werden? Nichts. Denn die Polizei hat zu erwarten und haargenau zu erfüllen, nämlich die Aufträge einer demokratischen Gesellschaft …

Korrigierte Aussendung der Polizei gefunden – Dank an Bianca Blei

Bianca Blei war heute, 18. Juni 2014, so freundlich, die gesuchte Aussendung der Polizei, die sie, wie sie schreibt, per E-Mail erhielt, zu veröffentlichen. Damit ist die bereits am 16. Juni 2014 begonnene Suche nach dieser korrigierten Aussendung abgeschlossen. Vielen Dank an Bianca Blei dafür.

Skepsis ist stets angebracht, gerade wenn ohne Quellenangaben respektive Quellen nicht aufgefunden werden können, darüber hinaus heute noch per E-Mail von der APA-Redaktion auf die gestellte Frage, ob diese korrigierte Aussendung der Polizei veröffentlicht worden sei und wann, die Antwort übermittelt wurde:

„[A]m 15. wurde via OTS eine Polizeiaussendung ähnlichen Inhalts veröffentlicht. Dass die unbekannte Person weiblich war, fand sich da aber beispielsweise nicht mehr darin. Nachfolgend der veröffentlichte Text der Polizeiaussendung:

Wien (OTS) – Am 14.06.2014 kam es während zwei angemeldeten Kundgebungen im Bereich Innere Stadt (Stephansplatz) zu Zwischenfällen bei denen die ordnungsgemäße Abhaltung einer der Veranstaltungen durch Störungen verhindert werden sollte. Im Zuge dieser Störaktionen wurden fünf vorerst namentlich unbekannte Personen festgenommen, nachdem diese weder den Aufforderungen der Polizeibeamten Folge geleistet, noch an den durchzuführenden Identitätsfeststellung mitgewirkt hatten. Während dieser Störaktionen wurde dem polizeilichen Einsatzleiter von einer unbekannten Person ein Exemplar eines Folders mit nationalsozialistischem Inhalt übergeben. Sofortige Erhebungen vor Ort durch das Landesamt Verfassungsschutz, haben jedoch keinerlei Hinweise ergeben, dass dieses Folderexemplar im Zusammenhang mit der betreffenden Demonstration stand. Die fünf festgenommenen Personen wurden wegen der Störung einer Versammlung auf freiem Fuß angezeigt.

Als Ansprechpartnerin wurde auch in diesem Fall Barbara Riehs genannt.“

Rechte Flyer - Korrigierte Aussendung der Polizei gefundenSoher wird jetzt durch die Information von Bianca Blei verstehbar, weshalb diese von ihr genannte korrigierte Aussendung nicht aufgefunden werden konnte, sondern lediglich die Aussendung vom 15. Juni 2014, also jene, in der von einem Folder „mit nationalsozialistischem Inhalt“ geschrieben wurde, die heute, am 18. Juni 2014, nach wie vor auf der offiziellen Website der Landespolizeidirektion Wien als unveränderte Aussendung veröffentlicht ist, ohne Hinweis auf die korrigierte Aussendung.

Damit liegen beide Aussendungen, wie in der Collage gelesen werden kann, vor zum Vergleich.

Korrigierte Aussendung der Polizei wird weiter gesucht – Dank an Robert Misik

Es wurde gestern geschrieben, es werde jedem Menschen für einen Hinweis zur Auffindung der korrigierten Aussendung der Polizei persönlich herzlich gedankt werden

Deshalb wird Robert Misik mit seinem Standardfreundlichkeitsverhalten herzlich für seinen Hinweis gedankt. Auch wenn die OTS-Aussendungen bereits einmal nach dieser korrigierten Aussendung der Polizei durchstöbert wurden – ergebnislos. Aber wer könnte einem gar so freundlichen Ratschlag von einem publizistisch Standards setzenden Robert Misik ablehnen? Niemand. Deshalb wurden jetzt die OTS-Aussendungen noch einmal durchgegangen – ergebnislos.

Rechte Flyer - OTSWie in der Collage zu sehen ist, wurde eine Aussendung gefunden, aber nicht die korrigierte Aussendung der Polizei, aber immerhin die Stellungnahme der Polizei, die zur bekannten Aussendung auf der offiziellen Website der Polizei führt, also zu jener mit der Formulierung „mit nationalsozialistischem Inhalt“ …

Es wurde auch eine OTS-Aussendung als Jubelmeldung des Vereins Pro Vita zum „Marsch der Familie“ gefunden. Aber die muß, weil nicht nur in dieser Angelegenheit nebensächlich, nicht besprochen werden, noch in die Collage aufgenommen werden.

Mehr kann jetzt nicht dazu geschrieben werden, außer noch die herzliche Einladung an Sie, sich weiter an der Suche nach dieser korrigierten Aussendung der Polizei zu beteiligen.

PS Was bisher zu diesem „rechten Flyer“ zusammengetragen werden konnte:

Korrigierte Aussendung der Polizei zu Krucken-Flyer gesucht – Vom generellen Standard der Berichterstattung anhand eines konkreten Beispiels

Vom angeblichen Folder-Marsch der Familie

Polizeibegleitschutzmarsch für die Austragung eines Folders mit „nationalsozialistischem Inhalt“ der ganzen Familie

Korrigierte Aussendung der Polizei zu Krucken-Flyer gesucht – Vom generellen Standard der Berichterstattung anhand eines konkreten Beispiels

Die Tageszeitung „Der Standard“ berichtet am 16. Juni 2014 und in der Printversion von heute, 17. Juni 2014, davon, daß die Polizei ihre Aussendung zurückgezogen und korrigiert habe, also aus dem Folder „mit nationalsozialistischem Inhalt“ einen mit „angeblich rechtsradikalem Inhalt“ …

Korrigierte Polizei-Aussendung zu Flyer der europäischen aktion gesuchtNun, es wäre diese korrigierte Aussendung gerne gelesen worden, aber diese ist nicht aufzufinden, vor allem dort nicht, wo zu erwarten wäre, daß diese dort leicht zu finden sein muß. Also auf der offiziellen Website der Polizei. Auf der offiziellen Seite der Polizei allerdings ist lediglich leicht und also sofort die Aussendung vom 15. Juni 2014 zu finden, jene mit der Formulierung „mit nationalsozialistischem Inhalt“. Auch heute, am 17. Juni 2014, 20.45 Uhr.

Wie in der Collage zu sehen ist, gibt es seit dem 15. Juni 2014 keine andere Aussendung der Polizei zum „Marsch der Familie“.

Am Samstag, das war der 14. Juni 2014, gab es keine Aussendung  zu dieser Kundgebung, wie im Artikel geschrieben wird, auch das ist anhand der Auflistung ihrer Aussendungen auf der offiziellen Seite der Polizei nachvollziehbar. Darüber hinaus kann vom Inhalt des Artikels her nur die polizeiliche Aussendung vom 15. Juni 2014, also vom Sonntag, gemeint sein.

Ob diese Ungenauigkeiten einzig den Aussagen der Polizeisprecherin geschuldet sind, oder die Journalistin ungenau gearbeitet hat, oder es ein Zusammenspiel der Ungenauigkeit von beiden war, vermag nicht beurteilt zu werden. Möglicherweise hat sich die Journalistin zu sehr auf die Aussagen von dieser Polizeisprecherin verlassen, auf eine, die dazu auch andere Aussagen schon machte, wie in

Vom angeblichen Folder-Marsch der Familie

nachgelesen werden kann.

Welche Bedeutungsverschiebungen wird das Wort Standard durch eine Zeitung, die sich „Der Standard“ nennt, erfahren, wenn diese Zeitung eine derartige Berichterstattung weiter und nicht zum ersten Mal … Das Positive, das mit diesem Wort noch verbunden wird, könnte durchaus …

Es würde sehr freuen, wenn es sich herausstellte, es gibt doch diese Aussendung der Polizei, von der „Der Standard“ berichtet. Wenn aber nicht, bleibt doch die Frage, weshalb „Der Standard“ in dieser Form – freundlich und nicht umgangssprachlich formuliert – der Ungenauigkeit darüber berichtet. Und wenn es die Aussendung doch geben sollte, bleibt zusätzlich die Frage, weshalb die Polizei sich dermaßen abmüht, einen solchen Folder unter das Licht der Harmlosigkeit legen zu wollen. Also zuerst ein Folder „mit nationalsozialistischem Inhalt“, dann ein Folder „mit angeblich rechtsradikalem Inhalt“ und zwischendurch, wie diese Polizeisprecherin zitiert wird, ein „rechtsgerichteter Folder“ …

PS Es wird persönlich jedem Menschen herzlich dafür gedankt werden, der Hinweise zu dieser oder diese korrigierte polizeiliche Aussendung gar vorliegen hat und diese hier in einem Kommentar veröffentlicht – mit einer Quellenangabe zum Abrufen.