Steuerre… – SPÖ und ÖVP verpassen Österreich eine neue Kultur: Österreich, Krone von Heute

Nun also hat die sozialdemokratische und christschwarze Regierung vorgelegt, eine ihre Steuer…

Und diese Steuer… kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Allein mit der Anhebung der Mehrwertsteuer für kulturelle Dienstleistungen ist der sozialdemokratischen und christschwarzen Regierung ganz nebenbei etwas gelungen, das den besten Geistesmenschen schon seit langer Zeit nicht mehr gelingt, einen neuen Kulturbegriff zu definieren, und das auch noch gleich für ein ganzes Land.

Allein wegen der Anhebung der Mehrwertsteuer für kulturelle Dienstleistungen kann der christschwarzen und sozialdemokratischen Regierung attestiert werden, sie führt das Land endgültig in eine noch nie dagewesene Hochzeit der Kultur und Kunst, die dereinst in Annalen als Epoche „Österreich, Krone von Heute“ ihre Würdigung erfahren wird.

Höhere Mehrwertsteuer auf kulturelle LeistungenGemäß einem Bericht der Tageszeitung „Die Presse“ in der verwichenen Woche rechne die Regierung mit Einnahmen durch die Anhebung der Mehrwertsteuer für kulturelle Leistungen von rund 250 Millionen Euro. Noch etwas war in der vergangenen Woche zu erfahren. 192 Millionen Euro haben österreichische Regierungen auf Bundes- und Landesebene im Jahr 2014 für Inserate ausgegeben und vor allem an „Heute“, „Neue Kronen Zeitung“ und „Österreich“ ausgeschüttet, 192 Millionen Euro in einem einzigen Jahr. Darüber berichtete auch der  österreichische Rundfunk in seiner Hauptnachrichtensendung um 19.30 Uhr am 14. März 2015 auf eine Art, daß für einen Moment nicht gewußt wurde, in welchem Land diese Nachricht gesehen wird – Nordkorea? Putinland? Saudi-Arabien? … Unter der Schlagzeile „Volumen öffentlicher Inserate geht zurück“ wurde es tatsächlich so hingestellt, als wäre hier gespart worden, wofür ein Vergleich mit 2013 herangezogen wurde, mit dem Jahr der Nationalratswahl, in dem für 210 Millionen Euro Inserate geschaltet wurden. Im Jahr 2015 mit den vielen Wahlen werden wohl wieder mindestens die 210 Millionen Euro für öffentliche Inserate ausgegeben werden, wenn nicht sogar noch viel mehr, vielleicht sogar 250 Millionen Euro oder noch mehr … Daß die zwei Umsonst, das aber nur nebenbei, also „Heute“ und „Österreich“ für die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen nicht gratis sind, das ist offensichtlich, denn ohne die öffentlichen Inserate würde es die …

Gespannt darf erwartet werden, wie der nordkoreanische oder putinsche oder doch österreichische Rundfunk 2016 in seiner Hauptnachrichtensendung die Steuergeldausgaben für öffentliche Inserate verkaufen wird, wenn diese im sogenannten Superwahljahr 2015 gestiegen sein werden in luftleere Höhen …

Was die öffentlichen Inserate mit der Anhebung der Mehrwertsteuer von zehn Prozent auf dreizehn Prozent für kulturelle Leistungen zu tun haben?

Es zeigt doch deutlich die für ein Kultur- und Kunstland, wie Österreich auch von diesen Regierungsparteien noch gerne präsentiert wird, gemeingefährliche Steuerung durch Steuern gerade im Bereich von Kunst und Kultur. Was bringt die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozent beispielsweise auf Kinokarten? Im Jahr 2013 besuchten rund (aufgerundet) 16 Millionen Menschen Kinos. Gegenüber 2012 ein Rückgang von 5,4%. Wenn für 2016 angenommen wird, es gibt keinen weiteren Rückgang, es besuchen also wieder rund 16 Millionen Menschen die Kinos, wird die Mehreinnahme durch die dreiprozentige Erhöhung bei einem Kinokartenpreis von – großzügig gerechnet – 11,00 Euro auf 11,30 Euro gerade einmal sein: 4,8 Millionen Euro. Wie viele öffentliche Inserate, die nicht gelesen werden, sind das? Medien (auch der ORF) veranschlagen regierungsfreundlich eine Kinokarte mit 11.00 Euro. Aber elf Euro werden selten bezahlt, durchschnittlich muß um die neun Euro für einen Kinobesuch ausgegeben werden …

Im Spieljahr 2012/2013 besuchten rund fünf Millionen Menschen die Theater. Äußerst großzügig gerechnet mit einer Theaterkarte zum jetzigen Preis von 40,00 Euro und bei wieder rund fünf Millionen Theaterbesuchern und -besucherinnen eine Mehreinahme von rund 5 Millionen Euro im Jahr 2016 aufgrund der dreiprozentigen Erhöhung. Wie viele öffentliche Inserate, die nicht gelesen werden, sind das? Vierzig Euro für eine Theaterkarte sind regierungsfreundlich gerechnet. Durchschnittlich wird für eine Theaterkarte zwischen zwanzig und höchstens dreißig Euro ausgegeben …  Vierzig Euro für eine Theaterkart wurde das letzte Mal ausgegeben vor … das muß wohl schon zwei oder drei Jahre her sein …

Großzügig gerechnet rund zehn Millionen Euro als Mehreinnahme durch die dreiprozentige Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Kinokarten und Theaterkarten. Wie viele öffentliche Inserate, die nicht gelesen werden, sind das? Das sind gerade einmal Mehreinnahmen um die fünf Prozent von den 192 Millionen Euro, die 2014 für öffentliche Inserate, die nicht gelesen werden, hinausgeworfen wurden … Es wird auch die Mehrwertsteuer für Museumsbesuche angehoben. Für das Jahr 2012 werden rund 26 Millionen Besucher und Besucherinnen angegeben. Auch diese Zahl ist von der Statistik Austria. Wie lächerlicher gering die Mehreinnahme durch die dreiprozentige Anhebung der Mehrwertsteuer auf Eintrittskarten für Museen entfallen wird, das will gar nicht mehr gerechnet werden.

Eines ist aber gewiß, auf die Anhebung der Mehrwertsteuer auf kulturelle Leistungen hätte allein dadurch verzichtet werden können, daß – äußerst großzügig gerechnet – die Schaltung von öffentlichen Inseraten um – sehr großzügig gerechnet – 20 Prozent reduziert werden würde. Zwanzig Prozent weniger Ausgaben für öffentliche Inserate, die nicht gelesen werden, überträfen bei weitem die Mehreinnahmen durch die dreiprozentige Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Kino, Theater, Museen …

Das Signal aber durch die Anhebung der Mehrwertsteuer auf kulturelle Leistungen ist ein verheerendes. Und die massive Schaltung von öffentlichen Inseraten und dadurch massive Förderung vor allem dieser hier namentlich genannten drei Medien der gutter press ist ebenfalls ein verheerendes Signal.

Umsichtig kann das nicht genannt werden. Außer, diese Regierung will dieses Land tatsächlich in ein kunst-, kultur- und geistloses Land verwandeln, mit der Vertreibung der Menschen aus den Kinos, aus den Theatern, aus den Museen und einer Hintreibung vor allem zu den Umsonstblättern, die aber für die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen nicht gratis sind, in denen zwar nicht die öffentlichen Inserate gelesen werden, aber umso gieriger der von diesen selbst verbreitete Schund, und den noch zumeist in einem Deutsch, das den Verdacht nährt, es handle sich hierbei um kostenlose und automatisierte Übersetzungen, wie sie im Internet so zahlreich angeboten werden, aus irgendeiner Sprache in die deutsche …

Umsichtig aber war beim Kritzeln dieser Steuer… ein Minister. Nämlich Josef Ostermayer. Umsichtig war er aber nicht als Kulturminister, umsichtig war er als Konsument. Denn, wie ebenfalls in der verwichenen Woche zu lesen war, habe er verhindert, daß die Mehrsteuer auch auf Bücher erhöht werde, weil er nämlich ein Bücherwurm sei … Josef Ostermayer kann als glücklicher Steuerzahler vorgestellt werden, der als einziger steuerzahlender Konsument in Österreich für sich allein verhindern konnte, auch noch mehr für Bücher zahlen zu müssen …

3 Gedanken zu „Steuerre… – SPÖ und ÖVP verpassen Österreich eine neue Kultur: Österreich, Krone von Heute

  1. Pingback: Mehrwertsteuer als Mörderin der Kinos überführt | Prono Ever

  2. Pingback: „Presseförderung“ in Österreich heute | Prono ever

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s