Um sich Regierungsumsatzsteuergunst zu verdienen, kann in Österreich nur eines empfohlen werden: Künstler werdet Hotels, Künstlerinnen werdet Campingplätze, kurz gesagt, Tourismusbetriebe.

Tourismusministerin verteidigt Zurücknahme erhöhter Mehrwertsteuer

Im Morgenjournal von diesem Dienstag, 27. Februar 2018, verteidigte der diesmal mit der Stimme von Elisabeth Köstinger sprechende Sebastian Kurz die „Zurücknahme der Mehrwertsteuer für Tourismusbetriebe.“

Österreich will im Tourismus noch wettbewerbsfähiger werden. Hotels, Pensionen und Betreiber von Campingplätzen könnten mit einer Senkung der Umsatzsteuer auf Nächtigungen von 13 auf zehn Prozent rechnen, sagte Tourismusministerin Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Krumpendorf. Die entsprechende Vorlage werde am Mittwoch im Ministerrat behandelt. Das Gesetz solle zum 1. November in Kraft treten. Das Volumen der Entlastung für die Betriebe bezifferte die Ministerin mit 120 Millionen Euro jährlich. Trotz Rekordzahlen bei den Gästen seien die Gewinne seit Jahren rückläufig.

Weiterhin aber wird es die erhöhte Umsatzsteuer für Künstler geben. Künstlerinnen müssen demnach enorme Gewinne machen. Denn. Wären die Gewinne auch bei ihnen seit Jahren rückläufig, die Ministerin, die so viel von Sebastian Kurz spricht, läßt keinen anderen Schluß als den zu, in Wahrheit ist sie Sebastian Kurz, würde sofort die Umsatzsteuer für Kunstschaffende senken.

Wenn Kunstschaffende also auch die Regierungsumsatzsteuergunst erlangen wollen, kann ihnen nur eines geraten werden: Werdet Hotels, werdet Campingplätze, werdet Pensionen, kurz, Tourismusbetriebe.

Damit ist aber nicht gemeint, die Kunst aufzugeben. Malerinnen etwa könnten aus ihren Ateliers kleine, aber feine Pensionen machen, mit ein zwei oder drei, vier Betten. Und Gäste zahlen für ihre Übernachtungen den Quadratzentimeterpreis, den sie für ihre Bilder festgelegt haben, und sie, die Gäste, bekommen zur Erinnerung an Atelierpensionsübernachtung das Bild, das sie sich ausgesucht haben.

Das könnte der Kunst in Österreich einen neuen Auftrieb geben. Allein schon die dafür zu findenden Namen für die Atelierhotels könnten eine neue Kunstrichtung begründen: Atelier zur schönen Aussicht und so weiter und so fort.

Soher kann erst so recht verstanden werden, wenn der zurzeitige Bundeskanzler als Tourismusministerin davon spricht, Österreich wieder zur Spitze – das geht eben nur mit der Kunst

Österreich ist, heißt es immer wieder bei seinem ergebensten Kritiker als Schriftsteller, also bei Thomas Bernhard, ein kunstfeindliches, ein kunstzerstörendes Land, oder so ähnlich, wer will sich schon seiner Wörter genau erinnern. Das Gegenteil ist der Fall. SPÖ und ÖVP haben 2016 diese Kunstmotivation durch die Erhöhung der Umsatzsteuer aus reiner Liebe zur Kunst in Gang gebracht, und FPÖ und ÖVP gehen diesen Weg aus reiner Liebe zur Kunst unbeirrt weiter, ihr größtes Anliegen, Kunstschaffende zu motivieren, sie derart herausfordernd zu fördern …

 

 

Mehrwertsteuer als Mörderin des Kinos überführt

Es wurde zwar schon ausführlich darüber geschrieben und gerechnet, wie lächerlich gering die Mehreinnahmen durch die dreiprozentige Erhöhung der Mehrwertsteuer auf kulturelle Leistungen ausfallen werden … Lächerlich gering werden die Mehreinnahmen sein, und trotzdem wurde an der Vernichtungsschraube für Kunst und Kultur bedenkenlos massiv gedreht.

Mehrwertsteuererhöhung auf Kinokarten die Megaeinnahme

Sozialdemokratische und christschwarze Regierung rechnet mit Mega-Einnahmen durch dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung – ihr Traum die Alp…

Das von der Erhöhung betroffene Kino muß doch noch einmal gesondert angesprochen werden, weil in

SPÖ und ÖVP verpassen …

wurde mit einer Zahl aus 2013 gerechnet, die zwar auch bloß eine lächerlich geringe Mehreinnahme durch die dreiprozentige Erhöhung bringen wird, aber mit der aktuelleren Kinobesuchszahl aus 2014 ist es um die Mehreinnahme noch schlechter bestellt. Wie bereits vor drei Tagen ausgeführt, ging der Kinobesuch von 2012 auf 2013 um 5,4% zurück, von 2013 auf 2014 ging er wieder und weiter zurück, und zwar um 5,8%. Es waren also bloß noch 14,1 Millionen Menschen, die 2014 die Kinos in Österreich besuchten. Das muß nicht noch einmal gerechnet werden, wie gering die Mehreinnahme ausfallen wird, noch geringer als mit den ohnehin sehr großzügig gerechneten 16 Millionen Besucherinnen und Besuchern …

Der Besuch der Kinos ist also bereits ohne Erhöhung der Mehrwertsteuer kontinuierlich rückläufig. Durch die nun geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Kinokarten kann es nur noch zu einem weiteren Rückgang kommen … Wie leicht wäre es also gewesen, auf diese kunst- und kulturfeindliche Erhöhung der Mehrwertsteuer zu verzichten, weil noch dazu die äußerst geringen Einnahmen durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer hätten allein durch die Einsparung von ein paar öffentlichen Inseraten eingenommen werden können …

Aber diese Regierung … Das wäre jetzt eine bloße Wiederholung dessen, was dazu bereits geschrieben wurde. Wiederholen sollte allerdings die Regierung ihre Rechenaufgaben, vor allem aber sollte sie mit dem Verstehen beginnen, was für ein Land, das ein sogennanntes Kunst- und Kulturland sein will, zuträglich ist, und auch, Ausgaben (etwa für öffentliche Inserate) können Einnahmen sein …

Steuerre… – SPÖ und ÖVP verpassen Österreich eine neue Kultur: Österreich, Krone von Heute

Nun also hat die sozialdemokratische und christschwarze Regierung vorgelegt, eine ihre Steuer…

Und diese Steuer… kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Allein mit der Anhebung der Mehrwertsteuer für kulturelle Dienstleistungen ist der sozialdemokratischen und christschwarzen Regierung ganz nebenbei etwas gelungen, das den besten Geistesmenschen schon seit langer Zeit nicht mehr gelingt, einen neuen Kulturbegriff zu definieren, und das auch noch gleich für ein ganzes Land.

Allein wegen der Anhebung der Mehrwertsteuer für kulturelle Dienstleistungen kann der christschwarzen und sozialdemokratischen Regierung attestiert werden, sie führt das Land endgültig in eine noch nie dagewesene Hochzeit der Kultur und Kunst, die dereinst in Annalen als Epoche „Österreich, Krone von Heute“ ihre Würdigung erfahren wird.

Höhere Mehrwertsteuer auf kulturelle LeistungenGemäß einem Bericht der Tageszeitung „Die Presse“ in der verwichenen Woche rechne die Regierung mit Einnahmen durch die Anhebung der Mehrwertsteuer für kulturelle Leistungen von rund 250 Millionen Euro. Noch etwas war in der vergangenen Woche zu erfahren. 192 Millionen Euro haben österreichische Regierungen auf Bundes- und Landesebene im Jahr 2014 für Inserate ausgegeben und vor allem an „Heute“, „Neue Kronen Zeitung“ und „Österreich“ ausgeschüttet, 192 Millionen Euro in einem einzigen Jahr. Darüber berichtete auch der  österreichische Rundfunk in seiner Hauptnachrichtensendung um 19.30 Uhr am 14. März 2015 auf eine Art, daß für einen Moment nicht gewußt wurde, in welchem Land diese Nachricht gesehen wird – Nordkorea? Putinland? Saudi-Arabien? … Unter der Schlagzeile „Volumen öffentlicher Inserate geht zurück“ wurde es tatsächlich so hingestellt, als wäre hier gespart worden, wofür ein Vergleich mit 2013 herangezogen wurde, mit dem Jahr der Nationalratswahl, in dem für 210 Millionen Euro Inserate geschaltet wurden. Im Jahr 2015 mit den vielen Wahlen werden wohl wieder mindestens die 210 Millionen Euro für öffentliche Inserate ausgegeben werden, wenn nicht sogar noch viel mehr, vielleicht sogar 250 Millionen Euro oder noch mehr … Daß die zwei Umsonst, das aber nur nebenbei, also „Heute“ und „Österreich“ für die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen nicht gratis sind, das ist offensichtlich, denn ohne die öffentlichen Inserate würde es die …

Gespannt darf erwartet werden, wie der nordkoreanische oder putinsche oder doch österreichische Rundfunk 2016 in seiner Hauptnachrichtensendung die Steuergeldausgaben für öffentliche Inserate verkaufen wird, wenn diese im sogenannten Superwahljahr 2015 gestiegen sein werden in luftleere Höhen …

Was die öffentlichen Inserate mit der Anhebung der Mehrwertsteuer von zehn Prozent auf dreizehn Prozent für kulturelle Leistungen zu tun haben?

Es zeigt doch deutlich die für ein Kultur- und Kunstland, wie Österreich auch von diesen Regierungsparteien noch gerne präsentiert wird, gemeingefährliche Steuerung durch Steuern gerade im Bereich von Kunst und Kultur. Was bringt die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozent beispielsweise auf Kinokarten? Im Jahr 2013 besuchten rund (aufgerundet) 16 Millionen Menschen Kinos. Gegenüber 2012 ein Rückgang von 5,4%. Wenn für 2016 angenommen wird, es gibt keinen weiteren Rückgang, es besuchen also wieder rund 16 Millionen Menschen die Kinos, wird die Mehreinnahme durch die dreiprozentige Erhöhung bei einem Kinokartenpreis von – großzügig gerechnet – 11,00 Euro auf 11,30 Euro gerade einmal sein: 4,8 Millionen Euro. Wie viele öffentliche Inserate, die nicht gelesen werden, sind das? Medien (auch der ORF) veranschlagen regierungsfreundlich eine Kinokarte mit 11.00 Euro. Aber elf Euro werden selten bezahlt, durchschnittlich muß um die neun Euro für einen Kinobesuch ausgegeben werden …

Im Spieljahr 2012/2013 besuchten rund fünf Millionen Menschen die Theater. Äußerst großzügig gerechnet mit einer Theaterkarte zum jetzigen Preis von 40,00 Euro und bei wieder rund fünf Millionen Theaterbesuchern und -besucherinnen eine Mehreinahme von rund 5 Millionen Euro im Jahr 2016 aufgrund der dreiprozentigen Erhöhung. Wie viele öffentliche Inserate, die nicht gelesen werden, sind das? Vierzig Euro für eine Theaterkarte sind regierungsfreundlich gerechnet. Durchschnittlich wird für eine Theaterkarte zwischen zwanzig und höchstens dreißig Euro ausgegeben …  Vierzig Euro für eine Theaterkart wurde das letzte Mal ausgegeben vor … das muß wohl schon zwei oder drei Jahre her sein …

Großzügig gerechnet rund zehn Millionen Euro als Mehreinnahme durch die dreiprozentige Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Kinokarten und Theaterkarten. Wie viele öffentliche Inserate, die nicht gelesen werden, sind das? Das sind gerade einmal Mehreinnahmen um die fünf Prozent von den 192 Millionen Euro, die 2014 für öffentliche Inserate, die nicht gelesen werden, hinausgeworfen wurden … Es wird auch die Mehrwertsteuer für Museumsbesuche angehoben. Für das Jahr 2012 werden rund 26 Millionen Besucher und Besucherinnen angegeben. Auch diese Zahl ist von der Statistik Austria. Wie lächerlicher gering die Mehreinnahme durch die dreiprozentige Anhebung der Mehrwertsteuer auf Eintrittskarten für Museen entfallen wird, das will gar nicht mehr gerechnet werden.

Eines ist aber gewiß, auf die Anhebung der Mehrwertsteuer auf kulturelle Leistungen hätte allein dadurch verzichtet werden können, daß – äußerst großzügig gerechnet – die Schaltung von öffentlichen Inseraten um – sehr großzügig gerechnet – 20 Prozent reduziert werden würde. Zwanzig Prozent weniger Ausgaben für öffentliche Inserate, die nicht gelesen werden, überträfen bei weitem die Mehreinnahmen durch die dreiprozentige Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Kino, Theater, Museen …

Das Signal aber durch die Anhebung der Mehrwertsteuer auf kulturelle Leistungen ist ein verheerendes. Und die massive Schaltung von öffentlichen Inseraten und dadurch massive Förderung vor allem dieser hier namentlich genannten drei Medien der gutter press ist ebenfalls ein verheerendes Signal.

Umsichtig kann das nicht genannt werden. Außer, diese Regierung will dieses Land tatsächlich in ein kunst-, kultur- und geistloses Land verwandeln, mit der Vertreibung der Menschen aus den Kinos, aus den Theatern, aus den Museen und einer Hintreibung vor allem zu den Umsonstblättern, die aber für die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen nicht gratis sind, in denen zwar nicht die öffentlichen Inserate gelesen werden, aber umso gieriger der von diesen selbst verbreitete Schund, und den noch zumeist in einem Deutsch, das den Verdacht nährt, es handle sich hierbei um kostenlose und automatisierte Übersetzungen, wie sie im Internet so zahlreich angeboten werden, aus irgendeiner Sprache in die deutsche …

Umsichtig aber war beim Kritzeln dieser Steuer… ein Minister. Nämlich Josef Ostermayer. Umsichtig war er aber nicht als Kulturminister, umsichtig war er als Konsument. Denn, wie ebenfalls in der verwichenen Woche zu lesen war, habe er verhindert, daß die Mehrsteuer auch auf Bücher erhöht werde, weil er nämlich ein Bücherwurm sei … Josef Ostermayer kann als glücklicher Steuerzahler vorgestellt werden, der als einziger steuerzahlender Konsument in Österreich für sich allein verhindern konnte, auch noch mehr für Bücher zahlen zu müssen …

Höhere Steuer auf Bücher – Das trifft keinen Pröll

Das könnte sich Finanzminister Hans Jörg Schelling und mit ihm die christschwarze Partei – zuviel gesagt – denken, eine Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Bücher würde keinen Pröll treffen, und, das ist das Wichtige daran, das würde einen Pröll nicht verärgern, denn wer schon ein Buch hat, läßt eine Erhöhung der Steuer auf Bücher kalt, vor allem dann,  wenn zugleich der Schweinsbraten weiter billig heiß genossen werden kann.

Damit ist aber mit keinem Buchstaben für eine Mehrwertsteuererhöhung auf Lebensmittel das Wort geschrieben.

Was die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Bücher, Zeitungen, Kunstwerke, Theater- und Konzertkarten auslösen würde, ist leicht zu beschreiben.

Erstens ist es abstoßend.

Finanzminister Hans Jörg SchellingEs ist diese Gedankenlosigkeit abstoßend, weil auf der einen Seite wird in diesem Land sekündlich über Bildungsverlust gejammert und händeringend nach Rezepten gegen den Bildungsniedrigstand gesucht. Und nun sollen die notwendigen Mittel zur Erhöhung der Bildung höher besteuert werden. Eine höhere Besteuerung der Bildungsmittel wird die Bildung in diesem Land explodieren lassen. Ein Schelling ist der Schelling nicht, und mit dieser Feststellung, ist der derzeitige Finanzminister noch freundlich besprochen.

Dabei wird noch nicht einmal von den Büchern der sogenannten schönen Literatur gesprochen, sondern nur von den Büchern, die beispielsweise während eines Studiums für das Studium angeschafft werden müssen. Der allseits bekundete Wille zur Anhebung der sogennanten Akademiker- und Akademikerinnenquote in Österreich wird in nie erträumte Höhen aufsteigen. Bald wird es in Österreich einen einhundertprozentigen Anteil von Akademikerinnen und Akademikern geben. Dafür muß bloß ein Parameter in der Zählung geändert werden: Ist der Landesvater ein Akademiker, so sind alle seine Untertanen und Untertaninnen auch mit einem akademischen Grad Ausgezeichnete und mit Herr Doktor unabhängig vom Geschlecht anzusprechen, wie in der guten alten Zeit, als die Frau eines Doktors automatisch eine Frau Doktor war.

Und eine Anhebung des Mehrwertsteuersatzes für Zeitungen – wer wird noch Qualitätszeitungen lesen müssen, diese werden dann ja ohnehin von, nein nicht von dem Schelling dieser Tage gelesen, sondern von dem Herrn Doktor aus dem Land der bewaldeten vier Viertel, und für seine als Herr Doktor Angesprochenen bleiben die zwei Umsonsten, aus denen sie sich die schönen Bildchen ihrer Landesväter ausschneiden können. Andere Zeitungen wird es dann wohl bald nicht mehr geben. Aber das trifft keinen Pröll, auch keinen anderen Landesvater, die können sich dann immer noch Die Welt einfliegen lassen.

Und die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Kunstwerke … Nun, wo sind noch Kunstwerke? Gibt es denn überhaupt noch welche, außer die von Schiele und Klimt schon verkauften. Das Ansehen des Landes kann durch die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes nur regelrecht explodieren. Bald wird nicht nur mehr von einem Kunst- und Kulturland Österreich gesprochen werden, sondern von dem Klimt-und-Mozart-Schiele-Land gesprochen werden können. Wie neidisch werden dann andere Länder sein, die weiter mit der madigen Bezeichnung Kunst- und Kulturland ihr Dasein fristen werden müssen.

Zweitens ist es abstoßend.

Es ist diese Einfallslosigkeit.

Wer muß denn auch noch in das Theater? Die Schmiere gibt es ohnehin kostenlos. Täglich. Diesmal aber nicht vom historischen Schelling, sondern beispielsweise auch von dem dieser Tage, wie immer sie oder er heißen mag und auftritt auf dem Heuboden Zur Bundesregierung.

Drittens ist es abstoßend.

Es ist dieses Starren auf Zahlen, und dabei nicht einmal Zahlen lesen zu können, vor allem im Hinblick auf ein größeres Ganzes.

Auch eine Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für den Personenverkehr, also für den öffentlichen Verkehr, soll kommen. Was für eine glorreiche Idee. Wie wird das die Kommunikation in diesem Land befördern? Wenn dieses Land ein vollkommen entbuchtes und zeitungsloses Land sein wird. Die Kommunikation unter den Menschen ist dann gut vorstellbar. In den Händen die ausgeschnittenen Landesväterbilderchen aus den zwei Umsonsten, aus ihren Autos einander Auto! Auto! Auto! zurufend, Busse und Straßenbahnen drehen leer ihre Runden, und jene, die zu Fuß gehen müssen, weil sie sich die Fahrscheine für den öffentlichen Verkehr nicht mehr leisten werden können, aber auch kein Auto, werden beim Anblick der Autos stehenbleiben und rufen: Auto! Auto auch! Auch Auto! Haben! Auto!

Viertens ist es abstoßend.

Weil es bereits jetzt abstoßend genug ist, bevor die Erhöhung dieses Mehrwertsteuersatzes überhaupt in Kraft getreten ist. Deshalb, weil es möglicherweise bloß noch eine steuerrechtliche Anpassung an die Wirklichkeit in diesem Land ist.

Fünftens ist es abstoßend.

Anstatt in diesem Bereich über Senkung des Mehrwertsteuersatzes nachzudenken, etwa auf unter fünf Prozent, wie es diesen in einigen Ländern gibt, um beispielsweise steuerrechtlich Bildung, zu der ursächlich Kunst, Kultur, Literatur in ihren mannigfachen Ausprägungen gehören, zu fördern, aber auch den öffentlichen Verkehr, will steuerrechtlich dafür gesorgt werden, daß alle dort ankommen, wo der Schelling dieser Tage schon ist: auf dem Heuboden, natürlich nicht ganz, sondern auf dem für sie hergerichteten Heuboden unter dem Heuboden, auf dem – auch – er trampelt.

Ein Mehrwertsteuersatz von einem Prozent für Bücher, Zeitungen, Theater und so weiter und so fort wäre tatsächlich förderlich, darüber hinaus mehr als angemessen, wird etwa bedacht, daß ausgerechnet ein Lieferant von Büchern mit einem Steuersatz von einem Prozent für alle Einnahmen in Europa …

Sechstens ist es abstoßend.

Siebentes, es bleibt dabei, ist es abstoßend.

Achtens, es kann nichts anderes gesagt werden, ist es abstoßend.

….

Neuntens …

Zehntens ist es abstoßend.

Die Schaffung eines Landes mit Menschen in Agonie. Denn. Der Mehrwertsteuersatz für Medikamente soll niedrig, begünstigt bleiben die Medikamentenhinwendung, die Hineintreibung eines ganzen sogenannten Volkes in den absoluten Medikamentenrausch zur totalen Betäubung und Handlungsfähigkeit …

Elftens ist es abstoßend.

Wird auch daran gedacht und erinnert, was unentwegt begünstigt wird, während zugleich Förderungen im Bereich der Wissenschaft gestrichen werden:  Erhöhungen der Absetzbarkeit der Kirchensteuer

Zwö…