Linksunten hilft Rechtsunten

Eingangs muß klar zum Ausdruck gebracht werden die vollkommene Abscheu vor diesem Mittel, zu dem gerade ein Mensch mit dem Pseudonym „Nie wieder“ greift, der doch einmal gefragt werden sollte, welches der zwei Wörter er nicht versteht, genauer, für sich selbst nicht hören will. Es ist zu befürchten, dieser Mensch hört für sich selbst nur das „Wieder“, aber nicht das untrennbar dazugehörige „Nie“.

Und Abscheu heißt auch: Ablehnung.

Es ist abzulehnen, von Menschen, die Mitglied einer Partei sind, Privatadressen, E-Mail-Adressen, Telefon-Nummern, Geburtsdaten derart breit öffentlich zu machen, wie es eben auf der Website am 1. Mai 2016 und nicht zum ersten Mal gemacht wurde, von einem Menschen mit dem Pseudonym „Nie wieder“.

Und es ist ärgerlich.

Es ist ärgerlich, weil eine derartige Veröffentlichung nutzlos ist und leider nur zum größten Gewinn für solche Parteien, wie es die AfD in Deutschland, wie es die Kornblumenpartei in Österreich ist.

Die Kornblumenpartei aus Österreich wird nicht von ungefähr erwähnt, sondern deshalb, weil es deren Website sofort dankbar aufnimmt, als hätte sie die Liste direkt von Gott als Geschenk zu ihrem Heile empfangen, um den Faschismus anderen vorwerfen zu können. Und es wird, noch ist Wahlkampf in Österreich, auch Wahlkampf damit betrieben, ihr Kornblumenträgerkandidat unterstützt, der ganz genau weiß, wer Antifaschist und wer Faschistin ist, und diesem seiner Verkündigung folgt die Website der Kornblumenpartei recht ergeben.

Es ist ärgerlich, weil es die Wähler nicht abhalten wird, solche Parteien zu wählen. Und schließlich kommt es allein auf die Wählerinnen an. Und nicht auf die zweitausend Menschen, deren persönliche Daten am 1. Mai 2016 veröffentlicht wurden, weil sie am Parteitag der Afd in Stuttgart teilnahmen. Es mag Linksunten vielleicht freuen, auch in Österreich zum Thema geworden zu sein durch diese Veröffentlichung. Aber wenn in dieser Gruppe nur für eine Sekunde nachgedacht worden wäre, hätten sie vielleicht selbst davon Abstand genommen. Linksunten braucht sich auch nicht zu freuen, denn in Wahrheit ist nicht Linksunten in Österreich zum Thema geworden, sondern durch deren unfreiwillige Hilfe sind alle Menschen in Österreich, die nicht auf der Seite der Kornblumenpartei stehen, denunziert als „Linksfaschisten“, wie es permanent passiert, diesmal eben durch die Hilfe ohne Not von Linksunten, von „Nie wieder“.

Es ist auch ärgerlich, weil es ohnehin viel zu viel unfreiwillige Hilfe für derartige Parteien gibt, gerade in Österreich, in diesem Land, in dem viel zu viele Menschen größte Befriedigung darin finden, sich durch ihre Stimmvergabe selbst massiv zu schädigen und zu beschädigen, nach der ihnen traditionell einzig bekannten Gleichung: Wahlen sind gleich Eigenschädigungen.

Und es ist erschreckend.

Es ist erschreckend, wenn die Postings zur veröffentlichten Liste gelesen werden. Wie Zwillinge. Als müßte immer wieder nachgesehen, versichert werden, auf welcher Website gerade derartige Postings gelesen werden, ist es die unzensurierte Website der Kornblumenpartei, ist es die unabhängige Website der Linksunten … Zwillinge der brutalsten Gewaltphantasien, Zwillinge der Tippfehler, Zwillinge der Rechtschreibfehler und so weiter und so fort. Wie den Postings auch entnommen werden kann, auch Zwillinge der Ungenauigkeit. Denn. In der Liste scheinen die obersten Anführerinnen und Anführer mit ihren persönlichen Daten zu fehlen … Von einer Obersten allerdings wird in einem Posting ihre Privatadresse nachgeliefert … Erschreckend auch, wie Menschen bereits darauf stolz sein wollen, zu denunzieren, das zelebrieren, als wäre es ihre Entjungferung …

Aber das kommt wohl nicht von ungefähr. Es muß nicht wiederholt werden, was schon einmal geschrieben wurde, aber es muß immer wieder darauf verwiesen werden: Die Straße nicht dem Kommunismus überlassen und in die Parlamente nicht seinen Zwilling wählen …

Nie wieder.

Diesem Zwilling ist ein lautes und entschiedenes Nie wieder! entgegenzurufen, und das von einem Chor der größtmöglichen Mehrheit der Menschen in Österreich, in Deutschland, in …

Aber dieses Nie wieder! scheint gegen einen Zwilling, der in Österreich die freundliche Maske der Kornblumenpartei und in Deutschland das Gesicht der AfD trägt, mehr und mehr zu verstummen und zum Kreuz Wieder auf den Wahlzetteln vor allem in Österreich zu werden.

Linksunten hilft Rechtsunten

NS Es will nicht bewertet werden, ob es etwas mit Moral zu tun hat, auf die sich die Kornblumenparteiwebsite recht (wie auch im konkreten Fall) gerne bezieht, eines ist es aber gewiß: unhöflich. Es ist unhöflich, wie es burschenschaftliche Freunde des von Beginn an umstritten gewesenen Präsidenten getan haben, eine Adresse mit der Aufforderung zu veröffentlichen, einen Besuch wegen „Danksagungen“ abzustatten, wie hier nachgelesen werden kann, ohne nachzufragen, ob das überhaupt gewünscht ist …

Ein Gedanke zu „Linksunten hilft Rechtsunten

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