Rom: Morde in der ORF-Berichterstattung

Es war zu erwarten, daß in der sogenannten Hauptnachrichtenfernsehsendung des österreichischen Rundfunks um 19.30 Uhr die Morde an drei Menschen nicht erwähnt werden.

Und das Erwartete traf ein. Es wurde nicht berichtet. Warum auch? Es waren drei Menschen, die heutzutage – worauf alle wohl sehr stolz sind – doch von vielen schon „Roma“ genannt werden, und nicht mehr … Aber darüber zu berichten, in der Hauptnachrichtenfernsehsendung des österreichischen Rundfunks, das ginge doch zu weit.

Vielleicht war es nur ein zeitliches Problem, schließlich mußte ausführlich über den Liedlwettbewerb berichtet werden, da doch heute der Sänger für Österreich … und was für Freundschaften er schon dort geschlossen hat, wo er heute auftritt, welche Liedchen noch eine Chance hätten, ein zweites Mal … Vielleicht hätten die drei Menschen – ein vierjähriges und ein achtjähriges Mädchen und eine Frau von zwanzig Jahren – in einem Hubschrauber in Tirol statt in einem Wohnwagen in Rom … ja, dann hätte es ZIB-1-Zeit gegeben, vielleicht, wie am 10. Mai 2017, oder wären sie nur irgendwie mit der „Islamistenszene“, ja, dann hätte es ZIB-1-Zeit gegeben, wie am 10. Mai 2017 über ein oder zwei Razzien in Deutschland ohne Verhaftungen … aber nur tote, umgebrachte Menschen aus einer „Roma-Familie“ zu sein, die noch dazu nur in einem Wohnwagen …

Und das gerade in dieser Woche. Was für ein „Fest der Freude“ am Heldenplatz, am 8. Mai 2017. Wie viele Beiträge dazu hat der österreichische Rundfunk dazu noch auf seiner Website abrufbar … es scheint für diese Menschen das Motto zu gelten: wer über diese Mordopfer schweigt in Gegenwart und Vergangenheit, gedenkt ihrer am tiefsten …

Und gerade in dieser Woche. Was für ein „Fest der Freude

„Ich weiß, ich gehöre nicht dazu.“

am Heldenplatz, am 8. Mai 2017. Und wie stolz wird die Redaktion der Umsonst heute auf sich sein, geschrieben zu haben: „Roma-Schwestern“ und nicht … Wohl auch stolz darauf, es zum Anlaß zu nehmen, Aufklärung zu betreiben, indem sie schreibt:

„Roma und Sinti in Italien
In Italien leben etwa 170.000 Roma und Sinti. Der Großteil hat keinen festen Wohnsitz oder Arbeitsplatz. Gewalttätige Übergriffe auf sie gab es in der Vergangenheit immer wieder.“

In der Umsonst wird wohl gütig gemeint werden, und auch darauf werden sie vielleicht noch mehr stolz sein, das helfe ihnen mehr, wenn geschrieben wird, der Großteil habe weder einen festen Wohnsitz noch einen Arbeitsplatz, als wenn geschrieben wird, wie von anderen Medien, sogar von einer österreichischen Zeitung wie der „Kleinen Zeitung“:

„In Italien leben rund 170.000 Roma und Sinti, von denen die Mehrzahl einen festen Wohnsitz und einen regulären Arbeitsplatz hat. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen gegen Angehörige der Minderheiten.“

Das könne doch für „Roma und Sinti“ nie eine Hilfe sein, zu schreiben, die Mehrzahl habe einen festen Wohnsitz und einen regulären Arbeitsplatz.

Aber vielleicht ist das alles nur, also höchst banal und gar nicht böse, alles nur ein Lese-und-Abschreibe-Problem in der Umsonst und der Medienminister sollte weniger über Presseförderung als über Lese-und-Schreibe-Förderung für jene, die alle Bildung …

Morde in Rom - ORf und Umsonst heute 11-05-2017.jpg

3 Gedanken zu „Rom: Morde in der ORF-Berichterstattung

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