Hofschreibe für M. T. Habsburg, Mutterregentin des Antiziganismus

 

Maria Theresia Habsburg - Muttterregentin des Antiziganismus.jpg

Doron Rabinovici weiß viel über Maria Theresia Habsburg. Er schreibt es vor, am 10. Mai 2017 in der Tageszeitung des aufgeklärten Wissens: „Neue Zürcher Zeitung“. Er verschweigt nichts. Die schwarzen Seiten der Habsburgerin werden ihm nicht weiß. Das ist er sich schuldig. Er schreibt über ihr christliches Vorgehen gegen Juden und Jüdinnen, ihr christliches Vorgehen gegen homosexuelle Menschen, ihr christliches Vorgehen gegen Prostituierte, ihr christschwesterliches Vorgehen gegen Protestanten und Protestantinnen.

Was er allerdings nicht schreibt, ist ihre

Maria Theresia, Ahnherrin der Integration in Österreich

und ihres Sohnes christliche Behandlung der Menschen, die von vielen nicht mehr Zigeuner genannt werden, sondern – und das rechnen sie sich hoch an – Roma, Sinti …

Das wäre wohl eine wahre Befleckung seiner Heldenregentin, sie mit diesen Menschen in Zusammenhang zu bringen, in dieser ehrwürdigen Tageszeitung. Seine Heldin mit Roma und Sinti in Verbindung zu bringen, wie schäbig und klein, das müsse wohl seine Befürchtung sein, erschiene dann seine Maria Theresia Habsburg, wohl auch ihr Sohn …

Oder es ist abgründiger.

Ja, und wem – das bloß nebenher – die Mutterregentin des Antiromaismus eine Heldin ist, dem ist auch die „kleine Schlampe“ ein „Held“ …

Doron Rabinovici weiß mit Bestimmtheit viel über Roma und Sinti, über ihre Ausgrenzung durch die Jahrhunderte bis herauf in die Sekunde, in der dieser Satz geschrieben wird. Aber er weiß als österreichischer Hofschreiber genau um ihren Platz. Er weist, auch er weist ihnen ihren Platz zu, und das ist der Belgradplatz in Favoriten. Im Baranka-Park, in dem „zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“ … Dort geht er auch hin, er hat keine Berührungsängste, und er liest ihnen was vor – aus seinen Werken? Oder gar dafür etwas Extra-Hingeschriebenes, etwas für den Belgradplatz Zugeschnittenes? Ergreifende Worte der Solidarität? Es wird wohl eine solidarische Lesung gewesen sein, die am 20. Mai 2017 … und das wird er sich hoch anrechnen. Am Belgradplatz in Favoriten, das ist der Platz, der er ihnen zugestanden …

Die „Neue Zürcher Zeitung“ aber ist kein Platz für sie.

Der Heldenplatz ist kein Platz für sie, weder am 8. Mai 2017 noch an anderen Tagen der Jahrzehnte, seit es diesen Platz gibt. Und ihre Aussperrung vom Heldenplatz muß vollkommen sein; so dürfen sie auch nicht in einer Rede, die der ehrwürdig solidarische Hofschreiber eigens …

Die „Wiener Symphoniker“ spielen nicht für sie auf …

Es darf menschgemäß über sie berichtet werden, dann aber auf die Art, wie es auch der Mutterregentin freuen würde, also so wie anläßlich der drei Morde in Rom, Mai 2017 … So aber würde Doron Rabinovici nie schreiben …

Ein Gedanke zu „Hofschreibe für M. T. Habsburg, Mutterregentin des Antiziganismus

  1. Pingback: Doron Rabinovici gebührt Dank für das Schließen eines Kapitels | Prono ever

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