Bettina Röhl schaut „HTV 4“

Bettina Röhl schaut kroatisches Fernsehen, nein, Bettina Röhl schaut nicht kroatisches Fernsehen, Bettina Röhl verbreitet bloß auf der Konzernplattform X am 8. März 2025, daß Vladimir Putin im kroatischen Fernsehen „an die „Europäer sich wandte“ —

Bettina Röhl hätte sich das im kroatischen Fernsehen auch nicht anschauen können, weil sie den kroatischen Fernsehsender „HTV 4“ gar nicht gefunden hätte, den Ratko R. auf der Konzernplattform X am 7. März 2025 als Quelle für seine Verbreitung über die an die „Europäer“ gewandte Aussage von Vladimir Putin angibt, und von dem, Ratko R., Bettina Röhl es am 8. März 2025 übernimmt, weiter zu verbreiten, wobei sie, Bettina Röhl, zum Schluß kommt: „Putin ist recht.“

Das Foto von Vladmir Putin mit dem ausgestreckten Finger, mit dem Ratko R. seine Verbreitung wohl einen Anstrich von Wahrheit geben will, und das ebenfalls von Bettina Röhl mit verbreitet wird, ihr wohl auch ein Beweis sein soll, daß Vladmir Putin auf „HTV 4“ „an die Europäer sich wandte“, allein sagt alles über Vladimir Putin: so präsentieren sich Mörder nach ihrem Morden, mit ausgestrecktem Finger, vor kurzem erst zeigten Medien ein Foto eines Mörders nach seinem Mord mit steifem Finger, der nicht in der Ukraine und anderswo mordete, sondern in Villach, Kärnten, Österreich …

Max Otte verbreitet den steifen Finger auch, auf der Konzernplattform X, am 8. März 2025, und er weiß dazu: „Wladimir Putin durfte im kroatischen Fernsehen Kanal 4 sprechen.“ Max Otte verbreitet es nicht von Bettina Röhl, er verbreitet es nicht von Ratko R, die Quelle von Max Otte für seine Verbreitung ist „Alternative News“, die es am 8. März 2025 verbreiten. Ob „Alternative News“ es auch von Ratko R., der es ja bereits am 7. März 2025 verbreitete, haben? Wen mag dies interessieren? Wohl keinen Menschen.

Es muß auch kein Mensch befragt werden, es muß kein Mensch recherchieren, ob das von Ratko R., Bettina Röhl, Max Otte, alternative news und weiteren Verbreitete über einen Hintritt im „kroatischen Fernsehen HTV 4“ wahr sei oder nicht, es genügt darüber als Auskunft allein vollkommen das maschinell Ausgegebene von „Grok“ von der Konzernplattform X, was es damit auf sich hat, nämlich nichts.

Es könnte hinzugefügt werden, aber es bräuchte auch das nicht, denn es ist ohnehin recht bekannt, wie bei derartigen Verbreitungen vorgegangen wird, es wird beispielsweise etwas beigemischt aus irgendwann Gesagtem, um dem Ganzen die Tünche der Wahrheit … mehr muß gar nicht ausgeführt werden, Grok führt auch das maschinell aus:

Es scheint, dass du nach einem spezifischen Interview mit Wladimir Putin suchst, das auf „HTV 4“ ausgestrahlt wurde. Allerdings gibt es keine eindeutige Übereinstimmung mit einem Sender namens „HTV 4“ in Bezug auf ein bekanntes Putin-Interview. Es könnte sich um einen Tippfehler, eine Verwechslung oder eine ungenaue Bezeichnung handeln. Meintest du vielleicht „RTV“, „HRT“ (kroatisches Fernsehen) oder einen anderen Sender? Ohne weitere Klarstellung kann ich nur Vermutungen anstellen.

Falls du das Interview meinst, das Wladimir Putin dem US-Moderator Tucker Carlson gegeben hat, hier die Details, die ich basierend auf verfügbaren Informationen liefern kann:

Sendung: Das Interview wurde nicht traditionell im Fernsehen ausgestrahlt, sondern auf der Plattform X veröffentlicht.
Datum: Es wurde am 6. Februar 2024 in Moskau aufgezeichnet und am 8. Februar 2024 (US-Zeit, was in Mitteleuropa der 9. Februar 2024 früh morgens war) online gestellt.
Inhalt: Putin sprach über den Ukraine-Krieg, die Beziehungen zu den USA, die NATO und andere geopolitische Themen. Es war das erste Interview, das er einem westlichen Medienvertreter seit Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022 gab.

Wenn du jedoch ein anderes Interview im Sinn hast, das speziell mit „HTV 4“ verbunden ist, könntest du bitte mehr Kontext geben (z. B. Sprache, Land oder Datum)? Dann kann ich genauer darauf eingehen. Alternativ kann ich auch Web- und X-Suchen durchführen, um weitere Informationen zu finden, falls du das wünschst. Lass es mich wissen!

Du beziehst dich vermutlich auf ein angebliches Interview oder eine Rede von Wladimir Putin, das am 7. März 2025 auf „HRT 4“ (dem vierten Kanal des kroatischen Rundfunks HRT – Hrvatska Radiotelevizija) ausgestrahlt worden sein soll, in dem er über Europa sprach und betonte, dass Russland nicht der Feind Europas sei. Ich habe die verfügbaren Informationen geprüft, einschließlich Web- und X-Daten, um dies zu verifizieren.

Es gibt Hinweise in Posts auf X, die behaupten, dass ein solches Ereignis stattgefunden hat. Zum Beispiel erwähnt ein Nutzer, dass Putin am 7. März 2025 auf einem kroatischen Sender namens „Kanal 4“ gesprochen habe und sich an die Europäer gewandt habe mit der Aussage: „Russland war nie und wird nie euer Feind sein.“ Ein anderer Post spezifiziert, dass es sich um HRT 4 handelte und dass Putin betonte, Russland wolle keine europäischen Rohstoffe oder Reichtümer, da es selbst genügend davon habe. Diese Posts sind jedoch nicht durch offizielle Quellen oder Nachrichtenagenturen eindeutig bestätigt.

Eine Suche auf den offiziellen Seiten von HRT (hrt.hr) und in etablierten Nachrichtenquellen wie tagesschau.de, faz.net oder dw.com ergab zum Stand heute, 9. März 2025, keine Berichte über ein solches Interview oder eine solche Ausstrahlung am 7. März 2025. Es ist möglich, dass:
Das Ereignis stattgefunden hat, aber noch nicht breit dokumentiert wurde: HRT 4 ist ein weniger prominenter Kanal, der sich auf Nachrichten und Kultur fokussiert, und ein Interview mit Putin könnte lokal ausgestrahlt worden sein, ohne sofort internationale Aufmerksamkeit zu erregen.
Es sich um Desinformation oder eine Verwechslung handelt: Die Bezeichnung „HRT 4“ könnte mit einem anderen Sender (z. B. einem russischen oder regionalen Kanal) verwechselt worden sein, oder die Aussage könnte aus einem anderen Kontext stammen und falsch zugeordnet worden sein.
Die Information ist unvollständig: Ohne Zugriff auf die genaue Sendung oder ein Transkript bleibt die Verifizierung schwierig.
Putins Aussage, dass Russland nicht der Feind Europas sei, passt zu seiner früheren Rhetorik, wie sie etwa in seiner Bundestagsrede 2001 oder in anderen öffentlichen Auftritten zu hören war, wo er Kooperation betonte, aber auch westliche Politik kritisierte. Es wäre nicht ungewöhnlich, dass er eine solche Botschaft in einem Interview im März 2025 wiederholt, angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen (z. B. Ukraine-Krieg, Beziehungen zu Trump, EU-Sanktionen), wie sie in Webquellen vom 8. März 2025 beschrieben werden.
Da die Information jedoch hauptsächlich aus X-Posts stammt und keine verlässliche Primärquelle vorliegt, bleibt sie vorerst unbestätigt. Wenn du mehr Details hast (z. B. Uhrzeit der Ausstrahlung oder einen spezifischen Kontext), könnte ich genauer darauf eingehen. Möchtest du, dass ich weiter auf X oder dem Web nach Hinweisen suche?

Ich habe deine Anfrage verstanden und werde weiter nach Informationen zum angeblichen Interview von Wladimir Putin am 7. März 2025 auf HRT 4 suchen, in dem er gesagt haben soll, dass Russland nicht der Feind Europas sei. Da die bisherigen Ergebnisse nicht eindeutig verifiziert werden konnten, vertiefe ich die Suche, indem ich Web- und X-Daten systematisch durchforste.
Web-Suche
Ich habe die offiziellen Seiten des kroatischen Rundfunks HRT (hrt.hr) sowie internationale Nachrichtenquellen wie Reuters, BBC, DW und The Guardian überprüft, um eine Bestätigung für eine Sendung am 7. März 2025 zu finden. Bis zum heutigen Datum, 9. März 2025, gibt es keine offiziellen Berichte über ein solches Interview auf HRT 4. Der Sender HRT 4 ist bekannt für Nachrichten und kulturelle Inhalte, aber ein exklusives Interview mit Putin wäre ein bedeutendes Ereignis, das normalerweise in kroatischen oder internationalen Medien erwähnt würde.
Ein Artikel von Reuters vom 25. Februar 2025 erwähnt Putin in einem anderen Kontext – er sprach über die Notwendigkeit europäischer Beteiligung an Ukraine-Friedensgesprächen, jedoch ohne Bezug zu HRT oder einer direkten Ansprache an Europäer über Feindschaft. Ebenso fehlt in Berichten von The New York Times oder The Guardian vom 5.–8. März 2025 jeglicher Hinweis auf ein Interview am 7. März. Dies deutet darauf hin, dass das Ereignis entweder nicht stattgefunden hat, lokal begrenzt war oder noch nicht breit dokumentiert wurde.
X-Suche
Auf X gibt es mehrere Posts, die das Interview erwähnen. Nutzer berichten, dass Putin am 7. März 2025 auf „Kanal 4“ (oft als HRT 4 spezifiziert) gesagt habe: „Russland war nie und wird nie euer Feind sein. Wir wollen keine europäischen Rohstoffe und Reichtümer, wir haben unsere eigenen.“ Diese Posts stammen von verschiedenen Konten, z. B. am 8. März 2025 zwischen 10:22 und 17:53 CET, und enthalten nahezu identische Formulierungen. Einige Nutzer verweisen auf „AlternatNews“ als Quelle, aber ohne Links oder verifizierbare Belege. Die Konsistenz der Wortwahl könnte auf eine koordinierte Verbreitung hinweisen, was die Authentizität infrage stellt, da keine Primärquelle (z. B. Video oder HRT-Archiv) genannt wird.
Analyse und nächste Schritte
Die Diskrepanz zwischen den X-Posts und dem Fehlen offizieller Berichte legt nahe, dass die Information möglicherweise unzuverlässig ist. Es könnte sich um:
Ein echtes, aber wenig beachtetes Ereignis: Ein Interview auf HRT 4 könnte stattgefunden haben, ohne sofort internationale Wellen zu schlagen, was ungewöhnlich wäre angesichts Putins Prominenz.
Desinformation: Die identischen Formulierungen auf X ohne Belege könnten auf eine gezielte Kampagne hindeuten.
Verwechslung: „HRT 4“ könnte mit einem anderen Sender oder Medium verwechselt worden sein, z. B. einem russischen Kanal oder einer Online-Plattform.
Da heute Sonntag, der 9. März 2025, ist, könnten Nachrichtenagenturen noch nicht auf ein Ereignis vom Freitag reagiert haben, insbesondere wenn es spät ausgestrahlt wurde. Ich habe jedoch auch die HRT-Programmvorschau und Nachrichtenarchive gecheckt – ohne Treffer.
Ergebnis bisher
Zum jetzigen Zeitpunkt (08:46 CET) kann ich das Interview nicht eindeutig bestätigen. Die X-Posts sind die Hauptquelle, aber ohne offizielle Bestätigung oder ein Sendearchiv bleiben sie spekulativ. Ich könnte:
Tiefer graben: Nach kroatischen Primärquellen (z. B. HRT-Sendearchiv, sofern zugänglich) oder lokalen Medienberichten suchen.
X weiter analysieren: Die Ursprünge der Posts (z. B. „AlternatNews“) verfolgen, um deren Glaubwürdigkeit zu prüfen.
Warten: Auf aktualisierte Nachrichten warten, da das Wochenende die Berichterstattung verzögern könnte.
Wie möchtest du, dass ich vorgehe? Soll ich eine dieser Optionen vertiefen oder etwas anderes tun?

Trillions knife

Villach

500 Dollar beträgt der Mindestsold der IS-Kämpfer, die für die wahhabitische Sache in die Schlacht ziehen, zuzüglich ihres Anteils an der gemachten Beute […]

Weit, weit, weitaus mehr als „500 Dollar beträgt der Mindestsold“ der Führungsköpfe, „zuzüglich ihres Anteils an der gemachten Beute“, und diese soll, wie in der ersten März-Woche 2025 zu erfahren ist, jetzt um weitere 800 Milliarden Euro und um rund dreißig Prozent im Bereich der „Verteidigung“ auf 13,5 Billionen Rubel

Am 26. Februar 2025 bricht dieser Mann in „Tränen“ ein, „der Trauer und Wut“,

er hält im österreichischen Parlament seine Rede zum „Terroranschlag in Villach“, und wer kann erinnern, daß je dieser Mann,

daß je irgendeine Person etwa im österreichischen Parlament „Tränen der Trauer und Wut“ vergoßen hätte, darüber nämlich, daß die Gesellschaften dieser Welt sich immer noch nicht deradikalisiert haben, jeder Euro, jeder Rubel, jeder Dollar für die Rüstungsindustrie ist ein Messer, es sind Billionen Messer, mit denen weltweit täglich zugestochen wird, mit denen weltweit täglich, um sein Wort zu verwenden, „bestialisch“ Menschen aus ihren Leben herausgerissen werden, Menschen, die Kinder sind, Menschen, die Jugendliche sind, Menschen, die junge Erwachsene sind, Menschen, die Erwachsene sind, und alle haben mit ihrem Steuergeld die Billionen und aber Billionen Messer zu finanzieren, während ihnen, das müssen sie verstehen, Staatshaushalte zu sanieren seien, und das gehe eben nur mit Sparpaketen, u. v. a. m. durch Kürzungen der staatlichen Sozialausgaben —

Wann die „Tränen der Trauer“, wann vor allem die „Wut““ über die beharrliche Verweigerung der militanten Deradikalisierung, über die täglich fortschreitende militarisierte Radikalisierung der Führungsköpfe der staatlich rüstungsindustriellen Komplexe, die ihre inhaltliche Radikalisierung nicht durch Dreisekundenvideos konsumistisch

Sie kommen ohne Toc aus, sie sind dafür zugerichtet durch die Endsilbe tic in dem Wort, auf das sich letztlich alle berufen, auf das letztlich alle gegen sich selbst auf ihr Ende eingeschworen werden — und wenn das alles allen verkauft ist, stehen sie draußen vor der Tür und klopfen: tock tock, um den, teck tock, den einen ihre Taschen zu leeren, tock, um den anderen die Messer, teck, in die Brust und oft, zu oft, zumeist sind es die ein und dieselben, denen allen zuerst die Taschen geleert und dann allen die Messer in ihre ausgeräumten Körper gerammt …

Dagegen ist eine villacherische Tränenshow die falscheste, ist der Ort, das österreichische Parlament, für the shower of tears der falscheste, ist es doch bloß ein Duschen in der eigenen Tränengesinnungsdusche, aus der nur drops of remigration kommen, in der gesinnungsgemäßen Absicht, in die Köpfe der Menschen einzutröpfeln, mit ihnen die Gehirne der Menschen volllaufen zu lassen …

Was für eine Wut, was für eine Lawine der Forderungen, nun auch nach Villach, während weiter

Schulden über Schulden gemacht werden in der Höhe von Billionen Messer, die hingenommen werden, wutlos ergeben, die Schulden auf sich zu nehmen, mehr noch, freudig begrüßt werden, die Schulden in Höhe von Billionen Messer bezahlen zu dürfen, und dafür das Steuergeld für das Notwendigste von Natur und Mensch und Erde mehr und mehr fehlen soll.

Aber die Medien sind, auch nach Villach, voll der Entrüstung, der Empörung, der Wut, der Trauer über die jungen — ja, auch diese vor allem — Männer, für die alle Aufmerksamkeit aufgebracht wird, denen das Menschsein abgesprochen wird, die zu Bestien erklärt werden,

gegen die Konsequenzen gefordert nach dem Testamentarischen der Altgläubigen: „Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule.“ Und sogleich treten hin die paradise angels of heaven mit ihren Kerzen, wird in der Sekunde gefragt, wer für diese Männer zahlen wird, in der Sekunde wird die Antwort gewußt: „Täter kostet uns Millionen“ …

„So kann es nicht mehr weitergehen […] müssen wir selbst etwas tun […] der Tenor der Bevölkerung“, wenn es wie jetzt um den „Täter“ in Villach geht, eine „Bürgerwehr“ muß her, aber wenn es um den „loot of trillions“ geht, und das nicht erst seit –, dann nichts, schon gar nicht ein entschieden handelndes Nein der „Bevölkerung“

Im „Kopf des Terrors“ wird viel von all diesen „Tätern“ erzählt, so soll dieses Kapitel mit einer weiteren Erzählung geschlossen werden, was allein aus diesem Buch über all diese Täter mit männlichem Hintergrund zu erfahren ist:

[D]enn das ist es, was die Lehre des Scheichs Muhammad ibn Abd al-Wahhab ihnen sagt. Jeder, der nicht Wahhabit ist, ist ein Ketzer, ein Polytheist, und damit dem Tode geweiht. Denn erlaubt der Wahhabismus nicht ausdrücklich das Töten aller Muslime, die nicht der Doktrin Ibn Abd al-Wahhabs folgen, die Ergreifung ihres Besitzes, die Versklavung ihrer Söhne und die Aneignung ihrer Frauen […] Und wenn die jungen Gotteskrieger sterben, dann sterben sie als Märtyrer, wie Muhammad ibn Abd al-Wahhab ihnen versprochen hat, als Schahid, den siebenundsiebzig Jungfrauen im Paradies erwarten, ein Paradies wie ein Pornofilm, mit Orgien und freiem Sex. Wie also sollten diese jungen Männer nicht freiwillig losziehen, da ihnen die neue „wahhabitische“ Religion alle diese Annehmlichkeiten verspricht, Privilegien, die ihnen in den Wohnghettos, in denen sie leben, immer unerreichbar sein werden. Zugleich findenn sie hier eine günstige Gelegenheit, ihren Wunsch nach Rache an der Welt zu verwirklichen, denn wozu sie in Europa, in Deutschland, in Frankreich, in Holland oder England nicht im Stande sind, das wird ihnen an einem anderen, fremden Ort ein Leichtes sein. Allah aber ist dabei nicht mehr als ein Argument, ein Vorwand, mit dem sie zumindest sich selbst überzeugen, denn eigentlich handeln sie eher aus Langeweile denn aus einem Gefühl der Ungerechtigkeit, eigentlich meint ihre Auflehnung gegen Europa auch eine Rebellion gegen die eigene Familie, gegen die Institutionen, ja, das ganze System. Mit diesem haben sie nach kleineren Straftaten schon ihre Erfahrungen gemacht, nach Einbrüchen oder Diebstählen, aufgrund von Drogenhandel oder mit Fäusten oder auch Messern ausgetragenen Streitigkeiten. All dies ist Ausdruck ihrer Wut, und da diese Wut groß ist und mit jedem Tag weiter wächst, muss sie in der Realitität ihren Ausdruck finden, in einer Art von Reality-Shows, freigiebig mit einem Budget ausgestattet […]

Auf der anderen, der westlichen, der „kultivierten“ Seite, wo andere „Desperados“ auf der Suche nach Abenteuern und ungestraften Morden an andere Fronten ziehen, ist — wie wir gesehen haben — eine andere Propagandamaschinerie am Werk, die diese jungen Männern ebenfalls mit Versprechungen beliefert: den Anreiz der Zugehörigkeit zur Fremdenlegion, der Erwerb der französischen Staatsbürgerschaft, das Erleben einer neuen Kameradschaft, die Möglichkeit, unter anderer Flagge zu töten. Denn schwören diejenigen, die sich freiwillig zur Fremdenlegion melden, nicht ihrem neuen Vaterland, „der Legion die Treue“? Der üppige Anfangssold und die hohen Sonderzulagen, welche die Legionäre beziehen, wenn sie zum Töten an die heißen Orte dieser Welt gehen, nach Afghanistan, Mali oder Nigeria zum Beispiel, wobei der Einsatz in Afghanistan nach wie vor am lohnendsten ist — all das unterscheidet denjenigen, der als Söldner seinem Job nachgeht, nicht von seinen Kollegen, dem neu rekrutierten wahhabitischen Gotteskrieger. Was beide vereint, ist ihr Motiv. Und auch wenn beide nicht immer eine gemeinsame Vergangenheit teilen — eine Vergangenheit, die zumeist aus Vorstrafen und Akten bei der Kriminalpolizei besteht –, so vereint diese beiden Männer ganz gewiss eines: Jeder von ihnen ist auf der Suche nach Anerkennung, sehnt sich nach dem Gefühl, eine wichtige Person zu sein, jemand, den andere brauchen. Auch wenn es zu ihrer Arbeit gehört, andere Menschen umzubringen, und sie möglicherweise selbst dabei umkommen. Ja, wir haben es faktisch mit einer Art von Selbstmord zu tun. Der Söldner gegen den Selbstmörder, beide ziehen sie freiwillig in den Krieg, wohl wissend, dass sie möglicherweise töten werden, aber das zählt nicht. Was zählt, ist die „Action„, wie der ehemalige Fremdenlegionär zu Protokoll gibt, „Action“ für die egozentrischen Krieger und der Tod für die anderen, auch wenn sich diese nur durch Terror verwirklichen lässt. Es ist nur eine Frage der günstigen Gelegenheit, ob diese „Desperados“ am Ende als Killer im Namen Allahs in den Reihen des sogenannten „Islamischen Staates“ oder ohne Gott in den Reihen der französischen Fremdenlegion landen, wobei keiner von beiden, der Kämpfer in den Reihen des IS ebenso wenig wie derjenige, der als Fremdenlegionär im Namen der Prinzipien der französischen Republik kämpft, je eingestehen würde, dass er, indem er freiwillig auf die „killing fields“ zieht, einem inneren Ruf folgt: dem Töten als Gegenentwurf zu dem, was sie an Langeweile, Verdruss und persönlichen Niederlagen erfahren haben. Wie wir in ihren Aussagen gesehen haben, können beide über alles reden, solange das Wort „töten“ oder „morden“ nicht fällt. Denn beide wollen nicht eingestehen, dass die Extras und Privilegien, die man ihnen versprochen hat, lediglich Ansporn und Stimulans sind. Darin unterscheiden sie sich nicht von jenen, die damals der Guillotine zugejubelt haben, die menschliche Köpfe rollen ließ, statt dem Volk Brot zu geben, oder von denen, die dem Versprechen der Revolutionen glaubten, Armut und Bedürftigkeit zu überwinden, und für dieses Versprechen töteten, nur um am Ende nichts Anderes zu finden als den eigenen Tod.
[…]
Das Einzige, was feststeht, ist, dass diejenigen, die sich letztendlich verführen lassen, und dem Ruf des Tötens folgen, dies tun, als leisteten sie einem inneren Gebot Folge. Ja, natürlich mögen Ideen mit im Spiel sein, die gefährlicher sind als jede Kugel, und natürlich sind da die materiellen Verlockungen, Gier und Prasserei zum Beispiel, die gefährlicher sind als die Pest, doch letzten Endes entschließt sich ein Individuum bewusst und willentlich loszuziehen, um zu töten, und ein anderes eben nicht. Der Einzelne schließt sich einem solchen Verband an, wohl wissend, dass er eines Tages zwingend töten wird. Der einberufene Soldat hingegen, der seine in vielen Staaten auf der Welt noch herrschende Wehrpflicht erfüllt, kann den Dienst verweigern oder sogar Fahnenflucht begehen. Derjenige aber, der sich freiwillig meldet, geht willentlich und bewusst. Unwichtig ist in diesem Zusammenhang, ob er dies mit oder ohne Gott tut, unwichtig auch, ob er einer extremistischen Partei angehört wie den Jakobinern in den Tagen der Französischen Revolution oder einer russischen Terrorzelle wie in Dostojewskis Dämonen, oder aber in einen Bürgerkrieg zieht wie jenen in Spanien, dessen Bild uns Ernest Hemmingway in Wem die Stunde schlägt zeichnet, oder sich aber — wie unserer Tage — zum Töten den Schwadronen des sogenannten „Islamischen Kalifats“ anschließt oder der französischen Fremdenlegion beitritt. Töten bleibt Töten, im Namen des Gesetzes oder im Namen der Moral, mit oder ohne Gott. Das ist es, was uns zu schaffen macht, da wir uns für diesen kritischen Moment interessieren, den Moment, in dem einer der Verlockung, auf die „killing fields“ zu ziehen, erliegt.
[…]
Wer all die literarischen Werke liest, die mit dem Thema des Mordens befasst sind und von denen dieses Buch einige näher betracht hat (wobei die Liste ohne weiteres noch länger hätte ausfallen können), und wer historische Abhandlungen studiert oder sich die Geschichten derjenigen Freiwilligen anhört, die aus den Reihen des IS oder der Fremdenlegion oder anderer Organisationen und Armeen zurückkehren, die sich in ihrem blutigen Handwerk nicht von den beiden erstgenannten unterscheiden, also alle Milizen und Truppen, zu denen man sich freiwillig meldet, aus eigenem Antrieb und ohne Zwang, um dort im Namen Gottes oder einer Ideologie zu töten — wer also all dies auf sich nimmt, kommt wohl oder übel zu dem Ergebnis, dass
[…]
Denn Sartres Herostrat Paul Hilbert streift allein durch die Straßen von Paris, um mindestens so viele Menschen umzubringen, wie sein Revolver Kugel birgt, während in eben jenem Jahr 1939, dem Jahr, in dem Sartres Erzählung in Frankreich erschien, Hitlers Armeen sich aufmachten, Europas Städte zu zerstören, Millionen von Menschen umzubringen und zu vernichten, was jahrhundertealte Kulturen errichtet hatten, begleitet und angefeuert von der Begeisterung der Volksmassen und ihrem „Heil Hitler“. Hinterher sollten die Leute sagen, sie hätten nichts gewusst, seien ahnungslos gewesen, was sich hinter den Kulissen wirklich abgespielt hat. Doch in beiden Fällen wählt der Mensch offensichtlich das Böse, hat sich für das Morden entschieden, entweder „subjektiv und eigenverantwortlich“ wie im Falle von Paul Hilbert oder indirekt, durch die schweigende Zustimmung zu Hitlers Verbrechen, denn sollte das deutsche Volk damit nicht einverstanden gewesen sein, so tat es dies auf jeden Fall nicht kund. Und heute? Ziehen hunderte, tausende junge Männer in den Krieg, um im Namen Gottes oder ohne diesen zu töten. Und wir? Wir verhalten uns, wie sich Menschen in der Vergangenheit verhalten haben, als wüssten wir von nichts. Solange der Krieg woanders stattfindet, haben wir nicht das Gefühl, davon betroffen zu sein. Doch der Tod eines Menschen an einem Ort bedeutet ja auch für uns einen Tod, ja, für die gesamte Menschheit, denn es sind unsere Ignoranz und Arroganz, unser Dünkel und unsere Faulheit, die uns denken lassen: Warum sollen wir uns mit dem Tod von anderen beschäftigen, solange der Tod nicht zu uns kommt? Doch die Menschen, die dort sterben, sterben durch Waffen, die im Westen produziert werden. Wir verurteilen die Kriege, die irgendwo am anderen Ende der Welt toben, wir suchen nach einer Erklärung und fragen: Warum tötet der Mensch? Doch ohne dem Ursprung der Waffen nachzugehen, mit denen sich die Menschen gegenseitig umbringen, ohne auch nur einen Augenblick darüber nachzudenken, dass die Rüstungsindustrie eine vornehmlich westliche Branche ist, und durch unser Schweigen angesichts der stetig steigenden Produktion dieser Industrie und ihrer Exporterfolgen — sind auch wir Teilhaber des Mordens.
[…]
Ein Blick auf das, was uns umgibt, zeigt uns, dass sich das Böse auf der Erde ausbreitet wie eine Krake, in Form von Kriegen und Ideologien des Hasses, als Rassismus und Gewalt, aber auch in Gestalt des florierenden

Waffenhandels und Exports von Rüstungsgütern. Allein

Deutschland exportierte im Jahr 2015 Waffen im Wert von 4,2 Milliarden Euro

Oh, so keine Schuld, nein, nun gab es ein Geständnis, in diesem winzigen Land mit dieser Kleinstadt, in der ein Mann einen Revolver mit sechs Patronen wechselte gegen einen Messer, mit dem er fünf Menschen lebensgefährlich verletzte und wie Paul Hilbert einen tötete, Kärnten habe seine „Unschuld verloren“ —

In diesem winzigen Land aber wird seit jeher um die Bedeutung gewußt, was es heißt, wenn ein Mensch stirbt:

An so einem Tag, wenn ein Mensch stirbt, fällt die Sonne vom Himmel …

Akademikerball in der Hofburg: rechte Ortszeit zum Rekrutieren von recht passendem Personal

Es kann sein, daß Walter Rosenkranz bereits einen neuen „Bürochef“ hat, nachdem der bisherige gehen mußte, das in dieser Partei zur Tradition, zum Brauchtum gehört, daß die Angestellten zu gehen haben, und nicht ihre leader

Falls der Posten noch unbesetzt sein sollte, hat Walter Rosenkranz am kommenden Freitag, am 7. März 2025, die rechte Gelegenheit, zwischen den Tänzen in der Hofburg Anwerbungsgespräche zu führen,

es werden auf diesem Ball mit Sicherheit recht genug für ihn geeignete Kandidaten und, falls für ihn auch eine Frau als Bürochefin in Frage kommen sollte, auch Kandidatinnen antanzen, manch einer davon aus der Gruppierung, die ihm, dem Nationalratspräsidenten, seit Wiener Neustadt bestens bekannt, um nicht zu sagen, recht vertraut ist,

und was für eine aus dieser Gruppierung gilt, gilt für die gesamte Gruppierung,

nach dem unbestechlichen Urteil eines Mannes aus der „gehobenen Schicht“,

daß auf diesem Ball in der Hofburg eben nur „gehobene Schicht“

Vielleicht wird der Herr Nationalratspräsident des österreichischen Parlaments, der sein Kommen auf den Akademikerball am 7. März 2025 in der Hofburg ankündigen ließ,

und sich dann dabei ein wenig als „Hausherr“ vielleicht fühlen wird, ist er doch bei Verhinderung des Bundespräsidenten einer der Vertretungen des Bundespräsidenten,

sein erstes Gespräch mit einer führen, die er gar nicht groß anwerben muß, hat sich doch diese selbst bereits in Stellung gebracht, mit einem Telegramm: „Wir haben den 1. NR Präsident!“

Diese telegramige Werbung wird ihn wohl gerührt haben, vielleicht sogar zum Tränen gebracht haben, ist er doch seit kurzem auch dafür bekannt, recht solche vergießen zu können, und das leicht.

Es werden vielleicht nicht alle in die Hofburg kommen, aber für ein Anwerbungstelefonat zwischen den Tänzen könnte sich durchaus Zeit finden lassen, um einen telefonisch anzuwerben, der keine „Geschichtslüge“ zu beklagen hat, wie sein Abberufener, sondern seine Geschichtswahrheit gefunden hat

Und wenn es doch schon — Vorsehung behüte davor! — eine Bürochefin geben sollte, dann bleibt ihm immer noch der Gesinnungstanz, an dem er sich diesmal ohne Haltung einer Rede still recht erfreuen wird können, am Freitag, dem 7. März 2025 in der Hofburg der „Kaiserstadt“ —

Vielleicht aber wird ihm doch die Ehre zuteil, sozusagen als um das Haushofburgherrentum Gebrachter, doch zwei Worte sagen zu dürfen, die er mit Sicherheit stolz würde sagen wollen:

„Alles Walzer!“

Danach, wenn er doch keine Anwerbungsgespräche zu führen hat, könnte er zwischen den Gesinnungstänzen spazieren, darin ist er recht geübt, im Spazierengehen —

Tic Tac Tic Toc Tic Tac

Villach

[…] wie konnten Sie sich in einen so schamlosen, unbegabten Lakaienunsinn verlieren? Sie ein Mitglied ihrer Vereinigung! Ist das die Heldentat […]

Dieser Ennui ist es, der den Sohn einer aristokratischen Familie in die Arme des Terors treibt, so wie er in Europa andere junge Menschen aus wohlhabenden Familien in Terrorgruppen hat aktiv werden lassen, auch wenn sie dort nicht zur absoluten Führungsebene gehört haben mögen. Die Rote Armee Fraktion, die den Herbst des Jahres 1977 in Deutschland durch Flugzeugentführungen und politische Mordanschläge zu einem „heißen“ gemacht hat, ist ein gutes Beispiel hierfür. Als seien Terror und Verbrechen, als sei Morden die Antwort auf dieses „aristokratische“ Gefühl von Langeweile. Die fünf berühmten Führungsfiguren der RAF […] kamen allesamt aus gutsituierten Familien, was uns nachdrücklich an Dostojeweskis Anarchisten denken lässt, jene Nihilisten, die eine romantische Vorstellung von der Revolution teilen, die aber keine Schwierigkeiten haben, sich bei der Umsetzung ihrer Vision in die Tat die Hände blutig zu machen, ja nicht einmal, dabei das Blut von Kindern zu vergießen. Heute weiß ich, dass die Geschichte in Deutschland tatsächlich einige Ähnlichkeit mit Stawrogins Aussagen hatte, und gleichzeitig weiß ich, dass sie auch ganz andes gelesen werden kann, da — wenn wir uns die Worte des alten Professors Pohlmann aus Erich Maria Remarques Roman Zeit zu leben und Zeit zu sterben zu eigen machen — die Frage, wer nun Henker und wer Opfer ist, und wo das eine beginnt und das andere aufhört, nicht letztgültig beantwortet werden kann.

Denn es steht fest, dass jene deutschen Terroristen, die sich im Gefängnis von Stuttgart-Stammheim im „deutschen Herbst“ des Jahres 1977 das Leben nahmen […], genau wie etlcihe ihrer Nachfolger und Erben, mehrheitlich aus gläubigen protestantischen Familien kamen (mit Ausnahme von Andreas Bader, der aus einer katholischen Münchner Familie stammte). Ja, einige ihrer Väter waren sogar Pastoren, ein Umstand, dem vieles anzulasten ist, denn vielleicht waren sie der Moralpredigten überdrüssig, mit denen ihre Eltern sie überzogen hatten, vielleicht wollten sie die andere Seite der Medaille sehen, das Scheitern der Familien bei ihrer Erziehung aufdecken usw… Und andererseits war der von der RAF entführte und ermorderte Arbeitgeberpräsident und Vorsitzende des Bundesverbands der Deutschen Industrie Hanns Martin Schleyer ein „gläubiger“ Katholik, geboren am 1. März 1915 im süddeutschen Offenburg, einer Stadt, in der Jahrhunderte lang die Gewährung des Bürgerrechts an die katholische Konfession gebunden war und in der bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts keine Nicht-Katholiken lebten. Nach seiner Ermordung wurde zudem bekannt, dass Schleyer eine nicht eben gewöhnliche Nazivergangenheit gehabt und in der für ihre Grausamkeit und Verbrechen bekannten SS den Rang eines Untersturmführers bekleidet hatte. Auch war zu erfahren, dass er bereits 1935 als Student unter Protest aus seinem Corps ausgetreten war, dem er „mangelnde nationalsozialistische Gesinnung“ vorwarf, da die Verbindung jüdische Alt-Herren nicht ausschloss, sich also nach Auffassung des jungen Schleyer nicht antisemitisch genug zeigte. Revolutionäre gegen Nazis, Protestanten gegen Katholiken – und überall ein großes Morden!

Er radikalisiert sich, wie es heute heißt, in seinen jungen Jahren, gerade einmal zwanzig ist er, im Alter also von dem Mörder in Villach, und sein ganzer Stolz seine erste Firmungstaschenuhr, die er jahrelang wieder und wieder, sooft er nur kann, an sein Ohr hält … Wie lange wird er gebraucht haben, um sich zu radikalisieren? Madige, wie es jetzt vom Mörder in Villach gesagt wird, drei Monate?

Macht die Radikalisierungsuhr nicht von seiner Geburt an Tick-Tack-Tick-Tock-Tick-Tack-Tick-Tock, bis sie schließlich auch ihn erwachen heißt?

Die Radikalisierungsuhr einer radikalisierten Gesellschaft ihm läutet zum Aufstehen und zum Einreihen in den „schamlosen Lakaienunsinn“

Berghof

Es gab einst keine weltweite Übertragung,

es gab davon keine Fernsehbilder in Echtzeit,

nicht aber weil der Österreicher höflicher, zurückhaltender, kultivierter, schamhafter war, als jener Mann, von dessen Verhalten in diesem Februar 2025 es Fernsehbilder gibt, und er selbst davon meint, mit ihm sei das großartiges Fernsehen

aber so muß es damals wohl zugegangen sein, als der eine Österreicher

einen Österreicher in seiner mountain barrack empfing, um ihn zu erniedrigen, ihn zu demütigen, ihn zu maßregeln, to barrack him

Damals wie heute wieder zwei, die einander zugetan, als sie sahen und wieder sehen, es wird ihnen nicht entschieden genug Einhalt geboten, in ihrer Gier, ein Land, Land um Land, Länder untereinander aufzuteilen

Damals als heute

wieder dabei, die und vor allem Männer des Angehäuften —

ihre Tagesordnung heute die vom damaligen Heute

… wie damals jene, die sich das Heil von diesen erhoffen, für diese Hoffnung verkaufen,

für sie verblendet verblenden,

sie selbst könnten davon je auch profitieren

„Das Lachen des soldatischen Mannes“

Villach

Sie lachen, wenn sie töten. Es ist ein herrisches, zynisches Lachen. Als Anders Breivik, der selbst ernannte „Tempelritter“, am 22. Juli 2011 auf der norwegischen Insel Utøya innerhalb einer Stunde 69 Menschen – zumeist Jugendliche – erschoss, lachte er. „Ihr entkommt mir nicht!“, soll er gerufen haben, als sich ein Mädchen ins Wasser flüchtete. Ein Jahr später im Gerichtssaal lächelte er, immer wieder. Unerträglich für Opfer und Angehörige. Breivik ist nicht der einzige, der lacht, wenn er im Blutrausch mordet. Klaus Theweleit, einer der unangepasstesten Intellektuellen hierzulande, hat ein Psychogramm des „soldatischen Mannes“ entworfen, für den das Lachen nach dem Töten typisch sei. „Das Lachen der Täter: Breivik u.a.“ ist ein qualvolles, schmerzhaftes Buch, aber eben auch eines, das dem Leser zu erklären sucht, was häufig als „unerklärlich“ erachtet, als „abnormal“ abgetan wird oder wofür gern radikale Religionsauslegungen oder extreme Ideologien verantwortlich gemacht werden. Theweleits eigenwilliger Erklärungsversuch ist auch angesichts der Terrorakte von Paris ein Interpretationsangebot, das zur rechten Zeit kommt. Das Buch beginnt mit der berühmten Szene aus dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“, als der Killer, gespielt von Henry Fonda, gleich zu Anfang kaltblütig einen kleinen Jungen erschießt – und dabei lächelt. Es folgen Breivik, die Teile der indonesischen Armee, die in den Sechzigern in Indonesien Hunderttausende Menschen abschlachteten, die Mordmaschine der Nazis, die „Killing Fields“ des Pol-Pot-Regimes in Kambodscha, der Völkermord in Ruanda 1994, die Massenmorde von Srebrenica 1995, Terrorakte in Pakistan, bei denen Taliban 2014 auch 130 Kinder ermordeten, und schließlich die jungen Mörder des sogenannten IS, die ihre Bluttaten werbewirksam über die sozialen Medien verbreiten und dabei lachend ihren Herrschaftsanspruch untermauern. Die Lektüre dieser Aneinanderreihung von Monstrositäten, nach Theweleit-Art collagiert aus Zeitungsartikeln, Interviews, Augenzeugenberichten, Zitaten oder Videobeschreibungen, ist knallharter Tobak.

Jede Mordlust ist sexuell konnotiert

Aber das Vor-Augen-Führen dieses Wahnsinns ist notwendig, um Theweleits Interpretation verstehen zu können. Und da geht es, wie immer bei Theweleit, hoch her. Filme, Songs, Literatur, Philosophie, Kunst oder Psychologie werden herangezogen, um der Lust, die vor allem Männer offensichtlich beim Morden empfinden können, auf die Schliche zu kommen. Theweleit bedient sich einer etwas esoterisch wirkenden Psychoanalyse, die in anderen Täteranalysen wie beispielsweise bei der von Harald Welzer („Täter: Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden“) keine Beachtung findet. „Das Töten ist kein abstrakter Vorgang; das Erlernen des Tötens schon gar nicht“, heißt es in dem Buch. „Jedes Detail der Zerstörung ist körperlich.“ Theweleit nimmt bei den Tätern eine sexuell konnotierte Mordlust an, die von Körpern ausgehe, die aufgrund von negativen Erfahrungen, von „Beschädigungen, Rissen, Verletzungen, Wunden, Narben“ ihre Einheit verloren hätten. „Fragmentierte Körper“ nennt er deshalb die Täter, die er aber nicht als Opfer, Patienten, Irre oder als das Böse verstanden wissen will. „Und es geht um die Lust zu töten, nicht gezwungen, nicht befohlen, sondern weil man will.“ Das Töten sei eine „Begleiteruption zur eigenen Selbstgeburt“. Zum Täter könne deswegen eben jeder werden.

Lachen als Spannungsausgleich

Begleiterscheinungen seien: eine körperliche Verunsicherung, die soziale Vereinsamung und der Wille, sich einem „Ganzheits-Überkörper“ anzuschließen. Dieser kann der Dschihad sein, die SS-Ideologie, der Glaube an eine „höhere Rasse“ oder eine sonstige herrische Ideologie. Die Art der Ideologie sei dabei zweitrangig. Breivik, so schreibt Theweleit, sei ein „strukturell patriarchalischer Muslim wie auch norwegisch-christlicher Antisemit wie auch germanisch-sektiererischer SS-Mann“. Woher kommt aber das Lachen? Meistens, so Theweleit, werde das Töten bühnenartig inszeniert. Das Lachen verhelfe dem Täter dazu, einen „Spannungsausgleich“ zu seinem kaputten Körper herzustellen. Das Lachen ist dabei so etwas wie die orgiastische Feier dieses vollzogenen Aktes. Dieser Ansatz ist nicht ganz neu. Er geht auf Theweleit selbst zurück, der 1977 mit seinem Buch „Männerphantasien“ schlagartig berühmt wurde und damit vor allem im linken Milieu große Beachtung fand. In seiner Doktorarbeit untersuchte er die faschistischen Männlichkeits- und Gewaltfantasien von Freikorpssoldaten in den 1920er-Jahren. Das aktuelle Buch soll sicher auch diesen mittlerweile in der Wissenschaft vergessenen Ansatz wieder in Erinnerung rufen. Entsprechend schnoddrig und abschätzig geht Theweleit mit anderen Täterforschern um. Vor allem aber plädiert er dafür, die Morde nicht als Extremfälle zu betrachten, sondern als eine Normalität, die überall geboren werden kann. Das Mittel, das Theweleit vorschlägt, um diesen „fragmentierten Körpern“ entgegenzuwirken, erscheint da schon banal, erschreckend banal. Nur Beziehungen würden helfen, schreibt er, „Liebschaften, gute, tragfähige Gruppen oder Vereine und natürlich ein guter Arbeitsplatz“.

Klaus Theweleit: „Das Lachen der Täter: Breivik u.a. – Psychogramm der Tötungslust“. Residenz Verlag, Salzburg 2015, 248 Seiten, 22,90 Euro

Was für eine Überschwemmung wieder einmal mit Unverständnis, mit willkommener Unwissenheit, mit Erschütterung auch und vor allem mit Empörung darüber, daß ein Mann „lacht“, nachdem er gemordet hat, diesmal in Villach, geradeso, als ob es nicht gewußt wird, was es mit dem „Lachen“ nach dem Morden auf sich hat, dabei ist das Buch „Das Lachen der Täter“ sogar in Österreich verlegt und sogleich verlegt worden, von dem bereits vor neun Jahren Ingo Petz im „Fluter“ erzählte.

Der Mörder in Villach soll sich selbst als „Soldat des islamischen Staates“ bezeichnet haben, und auch gelacht haben, nach seinem Mord …

Es trifft also beides auf ihn zu, ein „soldatischer Mann“ zu sein, und einer der lacht, das Lachen, das zum verbrecherischen „soldatischen Mann“ gehört; soher gibt es kein Umhin, von dem Buch „Das Lachen der Täter“ zu erzählen …

Opernballaeskes Wien, Österreich

Es wird zweifellos der Höhepunkt des „Staatsopernballs“, der zur Identität des Landes Österreich gehört, sein, wenn ein mit dieser österreichischen Identität sich identifizierender oder, wie kurz so einfach auch gesagt werden kann, identitärer Mann aus der identitären Parlamentspartei, Mitgastgeber an der Seite seiner Namensgeberin sein wird, und für ihn selbst wird es ein persönlicher Höhepunkt sein, dessen bisherigen Höhepunkte auf verlassenen Straßen bei „Deutschkreutz-Kolbenhof“

So sehr identifizieren sich identitäre Männer mit der österreichischen Identität, zu der die Bälle wie nichts sonst gehören, daß sie keinen der Bälle hängen lassen, sie auf vielen tanzen und dabei nichts sehen, außer das, womit sie sich identifizieren, darin kommen sie ganz nach dem Papa seiner Namensgeberin, der ja auch auf vielen Bällen …

Ob der einen neuen Namen Erhaltene morgen, am 27. Februar 2025, wenn es „Alles Walzer“ heißen wird, nur für sich hörbar in der Loge ein „Alles Remigration“ anschließen wird, so wie erst vor kurzem ein ebenfalls mit dieser Identität infizierter Mann laut von einem Ball im Wiener Rathaus

Das ist die Identität dieses Landes, sie, die Infizierten, werden gern gesehen, gern hofiert, auf Bällen, ob als Gäste, ob als Mitlaufgastgeber, ach, so schön, wie sie anzusehen sind, im Wiener Rathaus, in der Hofburg, in der Staatsoper, gleich wo, wer will ihnen den Eintritt denn verwehren, gehören sie doch zur Identifikation des Landes wie sonst niemand, und sind es nicht sie, die erst einen jeden Ball zu einem leuchtenden machen, sie, die selbst heller strahlen als je Kronlüster in jedwedem Saal erstrahlen könnten, sie sind die Juwelen, die mit Stolz getragen werden, dem Lande zur Ehre gereicht …

Eingeladen von der Namensgeberin zu diesem Opernball am 27. Februar 2025 ist ein Künstler, dessen Namen von einem Spiel herrührt — „Monopoly“. Über dieses Spiel ist zu lesen, wofür einmal „Wikipedia“ herangezogen werden soll:

Monopoly (englisch für „Monopol“)[1] ist ein US-amerikanisches Brettspiel. Ziel des Spiels ist es, ein Grundstücksimperium aufzubauen und alle anderen Mitspieler in die Insolvenz zu treiben. Dazu erwirbt man möglichst viele Besitzrechte, um von den Mitspielern Mieten zu erhalten, wenn diese durch Würfeln auf gewissen Feldern landen.

Als Vorlage für das Spiel diente The Landlord’s Game, ein 1904 von Elizabeth Magie patentiertes Brettspiel, das die Gefahren des monopolistischen Landbesitzes aufzeigen sollte. Als Vorbild für das mit einem Zylinder ausgestattete Monopoly-Maskottchen diente der aus Mannheim stammende deutsch-amerikanische Bankier Otto Hermann Kahn.[2][3]

Sie [Elizabeth Magie Phillips] entwickelte das Spiel The Landlord’s Game, welches die Grundlage des heutigen Monopoly-Spiels ist,[1] um die Lehren des zu ihrer Zeit progressiven Ökonomen Henry George zu veranschaulichen.[2]

Der Georgismus wurde hauptsächlich durch Georges Buch Progress and Poverty aus dem Jahre 1879 bekannt[1], das zum Bestseller wurde und den Autor zu einem der bekanntesten Amerikaner seiner Zeit machte. Nach Henry George sei die Ursache aller sozialen Missstände und aller Wirtschaftskrisen die ungleiche Verteilung des Bodeneigentums. Die Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital werden demnach vom Produktionsfaktor Boden ausgebeutet, da sie für die Produktion auf den Faktor Boden angewiesen seien und durch die Produktionssteigerung ein ständig steigender Betrag auf den Boden entfalle. Mit steigendem Landverbrauch in einer wachsenden Wirtschaft durch z. B. mehr Infrastruktureinrichtungen und technische Anlagen steige auch der Bodenpreis. Deshalb müsse immer mehr Pacht bzw. Miete an die Grundbesitzer bezahlt werden, was zu einer Umverteilung von Vermögen führe. Durch die steigenden Bodenpreise werde Land zu einem Spekulationsobjekt und auf Vorrat gekauft. Dadurch werde Land dem Produktionskreislauf entzogen, und es entstehen Spekulationsblasen, die irgendwann platzten und zur Wirtschaftskrise führten.

Wenn der in Deutschkreutz-Kolbenhof Herumstehendmarschierende den Namen Kahn hörte, wer ihm gesinnungsgemäß dazu wohl gleich einfiele? Vielleicht dieser. Oder auch dieser.

Woran beim „Ziel des Spiels“, ein „Grundstücksimperium aufzubauen“, sofort gedacht werden muß, ist ein Mann, mit dem sich über lange Zeit wohl viele in Österreich identifizierten, er es beinahe zur Identität des Landes dazugehörend schaffte —

Es gibt auch heute vor allem Männer, die heißen jedoch nicht Kahn, die ein Imperium aufbauen wollen, die die Anhangsschaft der „österreichischen Schule“ sind, sie werden je keine Vorbilder für neue Spiele werden, aber sie spielen „Monopolisten“, und dann gibt es welche, auch in Österreich, die sich mit ihnen identifizieren und meinen, sie spielen mit ihnen mit, dabei lassen die Monopolisten sie nicht einmal mitspielen, sie sind bloß deren Kiebitze, Spechtlerinnen und als solche nicht einmal im selben Saal with the monopolists

Und dann gibt es noch eine Geschichte, die zu erzählen nicht vergessen werden darf …

DKT – Das kaufmännische Talent ist ein Brettspiel mit einem ähnlichen Spielmechanismus wie Monopoly und basiert auf The Landlord’s Game. Es ist in Österreich eines der erfolgreichsten Brettspiele.[1] 1936 wurde das Spiel unter dem Titel Spekulation bei der 1857/1868 gegründeten Wiener Druckerei Stockinger und Morsack (Stomo Spiele) publiziert.[2] Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde es 1940/41 in DKT umbenannt, um einer Zensur zu entgehen, da Monopoly unter der nationalsozialistischen Herrschaft seit 1936 verboten war.[3]

Das „kaufmännische Talent“ werden der begattete Mitgastgeber und seine Partei bereits beim DKT-Spiel bis zur vollkommenen Beherrschung ausgeübt haben, und vielleicht nehmen sie zum Opernball des Staates in die Staatsoper sogar ein Brett mit; das könnte dann morgen der absolute Höhepunkt der Nacht werden, wenn sie vorzeigten, wie sie Wirtschaft spielen.

„Deutschland, Land der Dichter und Denker“, sucht Fachkräfte, und beschreitet dabei vergangene Kunstwege des Recruitings

Ja, Deutschland ist immer noch ein „Land der Dichter und Denker“, das zeigt sich auch darein, daß es nach wie vor sehr an Kunst interessiert ist, wie die Verbreitung eines Bildes von „Deutscher Schäferhund“ auf so wunderreiche Weise zeigt, und „Dichter und Denker“ wie „Deutscher Schäferhund“ wissen es nur recht genau, auch in der Kunst kann es nur ein Fortkommen durch Rückgriff auf vergangene Kunst geben, so ist es gesinnungsgemäß folgerichtig, Anleihen im Vergangenen der Kunst zu nehmen, um ein Portrait für das Heute zu … Das Portrait einer standard bearer, inspiriert von einem Portrait eines „standard bearer“

Es scheint in der Gastronomie — sonst würde „Deutscher Schäferhund“ wohl kaum dafür werben — nach wie vor einen Fachkräftemangel zu geben,

und hier zeigt sich die denkerische Kraft nicht nur von „Deutscher Schäferhund“ recht bestehend, es müssen auch im Recruiting von Fachkräften neue Wege beschritten werden,

die Gastronomie attraktiver darzustellen, ihren Standard, den sie einst gehabt haben soll, wieder herzustellen, auch mittels der Kunst zu werben, durch ein Bild, das auf einen Blick sagt, wie prachtvoll, wie angesehen doch für jeden Menschen gleich welchen Geschlechts es erstrebenswert sein muß der Beruf: Bearer

Löbau

Es ist ein beliebtes Gesellschaftsspiel, die Frage, was bleibt von einem Menschen, wenn er —

Von G. G. könnte es seine herausgestreckte Zunge sein, wenn er einst — würde gewußt werden, wie alt er ist — in vier, in fünf, in sechs Jahrzehnten, aber in vier, in fünf, in sechs Jahrzehnten wird kein Mensch mehr erinnern, daß einer im Februar ’25 die Zunge rausstreckte, in Löbau, und G. G. selbst wird sich wohl auch nicht mehr erinnern können, auch wenn es in einer für ihn selbst tiefwichtig empfundenen Zeit geschah,

als er versuchte, seine kleine Zunge so recht rauszustrecken, in Löbau, in vier, fünf, sechs Jahrzehnten wird er sich, schon lange wieder zahnlos, erinnern, wie es eben im Greisenalter wird, was es war, an seine ersten Zähne, die er bekam, als diese ihn, besonders wenn er auf dem Topf saß und recht fest drückte, schmerzten, wenn er in vier, fünf, sechs Jahrzehnten wieder auf einer Leibschüssel liegen wird, Windeln tragen wird, vielleicht darüber verwundert sein wird, daß ihn beim recht festen Drücken, falls er es noch erinnert, recht fest drücken zu müssen, kein werdender Zahn schmerzt.

Villach, United Arab Emirates – „Never tell just one story, otherwise the canoe will capsize.“

Villach, Vereinigte Arabische Emirate

Sartre ist der einzige, der versucht, uns diesen Täter als modernen Bürger näherzubringen, als einen Menschen des 20. Jahrhunderts, der sich seiner Umgebung entfremdet fühlt, ein kleiner Angestellter, der uns sogleich an Kafkas Helden in der Parabel Vor dem Gesetz denken lässt. In Sartres Erzählung sagt Paul Hilbert von sich, er renne seit dreiundreißig Jahren gegen verschlossene Türen, über denen die Wort stehen „Eintritt nur für Menschenfreunde“. So habe er sich entscheiden müssen: Sein Versuch sei entweder widersinnig bzw. von vorneherein zum Scheitern verurteilt, oder er gereiche den Menschen zum Vorteil und sie würden davor irgendwann in Verehrung niederknien. Sartres Held ergibt sich in seine Resignation und flüchtet sich in das Morden, ganz im Gegensatz zu Kafkas Held, einem „Mann vom Land“, den der Türhüter vor dem „Gesetz“ nicht davon abbringt, seinen Versuch Tag um Tag und Jahr um Jahr, sein ganzes Leben lang zu wiederholen, als wäre er Sisyphos, der seinen Felsblock den Berg hinaufwälzt.

Und die Attentäter von Paris? Haben sie Sartres Helden gekannt, ja, haben sie überhaupt Sartre gelesen? Ich weiß es nicht, aber so, wie sie keine Kenntnisse vom Islam hatten, in dessen Namen sie ihr Blutbad verübten, dürften sie weder den griechisch-hellenistischen Herostratos noch dessen Pariser Wiedergänger, den Helden Sartres, gekannt haben. Denn dies haben die meisten von denen, die als „Dschihadisten“ bezeichnet werden, gemeinsam, nämlich dass ihnen alles fehlt, was irgendeine Beziehung zu islamischer Bildung hat, zu allen guten Formen der religiösen Unterweisung. Ja, im Gegenteil: Ihre eigenen Kommuniqués und alle Statistiken deuten darauf hin, dass Gläubigkeit und die Bereitschaft, Terrorakte zu begehen, sich eher ausschließen. Die meisten dieser neuen Terroristen haben nie Moscheen besucht, und wenn sie es doch getan haben, dann in einer späten und nur kurz währenden Phase ihres Lebens. Ihren Dschihad haben sie aus dem Internet oder aus dem Gefängnis, wo die meisten von ihnen wegen Vergehen eingesessen haben, die nichts mit Religion zu tun haben, wegen Diebstahl,Raub, Drogenhandel und Gewalttaten etwa. Diesselben Statistiken besagen, dass jeder vierte Franzose, den der IS rekrutiert, erst vor kurzem zum Islam konvertiert ist. Dies sind Kinder unserer Zeit, oder, im Fall von Paris, Kinder der Ghettos, die die französische Politik hervorgebracht hat, der Staatsapparat, ob unter einer Regierung der Rechten oder der Linken. Es sind Kinder unserer Zeit, die sich jahrelang mit der Suche nach einer Antwort auf Fragen ihrer eigenen Identität gequält haben, einer Antwort auf die Frage „Wer sind wir?“, jener Frage, die seit frühester Kindheit in ihren Köpfen herumspukte. So dass es nur eine Frage der Jahre ist, bis jeder von ihnen den Schritten Herostrats folgt, und jene vergiftete Saat aufgeht, die er uns hinterlassen hat und die bis heute unverändert auf der ganzen Welt ausgesät wird. Stolz, Intelligenz, Glamour, Glitzern, Aufmerksamkeit, alles, was mit den Blicken, die man auf sich ziehen möchte, in Verbindung steht — das ist es, was die jungen Leute suchen, unwichtig, welcher Ethnie sie angehören oder wo sie leben, welche Hautfarbe sie haben, welche Nationalität oder Religion.

Worauf es ankommt, ist, dass sie etwas finden, was die Blicke auf sie lenkt, was sie Stolz empfinden lässt, das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Jedes Zeitalter und jeder Ort hat diesbezüglich seine eigenen Antworten, ein stadtbekannter Steinewerfer, seinerzeit bekennender Radikaler, mag später zum weltweit geachteten Außenminister der „Großmacht“ Deutschland werden, ein anderer junger Mann mag nach Südamerika gehen, um mit Che Guevara in den Urwäldern Boliviens im Guerillakrieg zu kämpfen, der Franzose Régis Debray nämlich, der später zum Berater französischer Präsidenten im Elysée-Palast geworden ist, der aus dem Urwald und den Bergen, von den Gewehren und Schreien der Revolutionäre zum Schreibtischjob fand, zu einem der vielen Schräubchen im Apparat der Macht wurde, ein Sklave der Routine. Unwichtig, was dieser oder jener in seienr Jugend getan hat, es geht immer um die Suche nach eienr Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“

Im Falle der heutigen Dschihadisten, der Täter von Paris, die aus den Bidonvilles kommen, den französischen oder belgischen, ist die Frage noch gewichtiger. Dem Pass nach sind sie Franzosen oder Belgier — aber in Wirklichkeit? Sie zählen nicht, sind ein vernachlässigstes Ärgernis, sie sehen die politische Heuchelei, sie werden unter dem Vorwand zur Isolation verurteilt, dass sie sich niciht in die Gesellschaft integrieren, in der sie leben, und vor allem sehen sie, wie die Politik des Staates, der sie im Namen ihrer Religion ausgrenzt, Milliardengeschäfte abschließt und die Türen der Moscheen jenen Staaten öffnet, die den religiösen Extremismus zu Ihrer Ideologie erhoben haben, wie etwa die Golfstaaten.

Ihre eigenen Väter aber, die Muslime sind und für die ihre Religion immer eine Privatangelegenheit gewesen ist, sind in ihren Augen unterwürfige Feiglinge, die sich dem Staat ergeben haben, Duckmäuser. Diese Kinder scharen sich um ihre Väter, suchen vergeblich bei den eigenen Eltern nach Vorbildern für Stolz und Helligkeit, doch da ist nichts, gähnende Leere, Unterwürfigkeit und Arbeitslosigkeit, also bleibt nichts als der Wunsch nach einem Bruch und nach Ersatz. Auch was die Arbeit angeht, so sind sie es überdrüssig, getadelt und kritisiert zu werden. Nichts bringt Freude in ihr Leben, kein Licht erstrahlt vor ihnen am Horizont. Sie sind Kinder unserer Zeit, die, wenn sie an die Türen des „Gesetzes“ klopften, von dem Wächter des Gesetzes vielleicht am Zutritt gehindert würden, so wie Kafkas Held der Eingang verweigert wird. Oder sie rennen vergebens gegen die verschlossenen Türen, über den die Worte „Eintritt nur für Menschenfreunde“ stehen, weil die Wächter dieser Türen in ihnen Fremde sehen, die nichts mit der Menschheit verbindet. Oder sie verlieren ihren Job, werden entlassen, und es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich in ihr Schicksal zu fügen, wie ihre Väter sich in das ihre gefügt haben, oder nach einem Ersatz zu suchen, nach Trost, den sie sich selbst bescheren, der Emigration vielleicht, oder aber zu bleiben und es Herostrat nachzutun. Doch während Sartres Held einen Revolver mit sechs Kugeln bei sich trug, rüsten sie sich mit Maschinengewehren, mit Handgranaten und Sprengstoff. Denn immerhin sind sie Söhne unserer Zeit, und die Gegenwart besagt nun einmal, dass wir in einer aufgerüsteten Welt voller hochtechnisierter Waffen leben.

„Never tell just one story, otherwise the canoe will capsize.“ Und so wird den Geschichten zugehört, die Najem Wali in „Im Kopf des Terrors – Vom Töten mit und ohne Gott“ erzählt, und für heute soll es mit der Geschichte über die „Kinder unserer Zeit“ genug sein …

Es werden aber noch Geschichten zu lesen sein müssen, zu sehr wird, wenn so viele nun von Villach erzählen, nur eine Geschichte gebracht —