Heute in Österreich – Lieber einmal zu viel anonym anzurufen

Am letzten Freitag wurde in der technischen Abteilung eines Einkaufszentrum beim Vorbeigehen an einem eingeschalteten Fernsehapparat ein Satz aufgeschnappt, Menschen seien der Polizei zu melden, die nicht ins Ortsbild passen würden …

Dieser Satz fiel in der biedergemütlichen Sendung „Heute in Österreich“, nett und freundlich vom Moderator gesprochen, und es wurde zuerst geglaubt, sich verhört zu haben …

Später aber ersetzt die Zeitungslektüre den Gang zur Ohrenärztin … Tatsächlich, heute in Österreich, wird wirklich so gesprochen, es war kein vom Moderator selbst formulierter Satz, sondern seine bloße Weitergabe des Aufrufes der Polizei, wie in der Presse vom 18. November 2011 zu lesen ist …

Bemerkenswerter als die tollpatschige Formulierung über Menschen, die nicht ins Ortsbild passen würden, ist an diesem polizeilichen Aufruf aus dem Burgenland, das amtliche Verbreiten von Gerüchten (da gestützt auf nichts anderes als Vermutungen, als wäre die Polizei eine Sektion von sozial-heimatlichen Parteien), daß nämlich noch heuer Tausende …

Bemerkenswerter als diese tollpatschige und doch alles kenntlichmachende Formulierung ist an diesem polizeilichen Aufruf, die Verdächtigung zur allgegenwärtigen Selbstverständlichkeit zu verfestigen, die Verdächtigung als Normalität weiter zu etablieren: „Lieber einmal zu viel anzurufen“ … Und Verdächtigungen können auch „anonym“ …

Bemerkenswerter als diese tollpatschige Formulierung ist, daß die Sicherheitsbehörden mit ihrer eigentlichen Aufgaben alleine nicht mehr ihre berufliche Erfüllung zu finden scheinen, es sie dazu drängt, sich gesellschaftspolitisch zu äußern, wie erst vor kurzem ein Polizeidirektor in Graz, oder Einschätzungen bar jedweder Angabe von Fakten zu verbreiten, wer gefährlicher als die NPD

Für eine „neue Zeit“ sind in Kärnten u.v.a.m. Tafeln auch abzumontieren

Nämlich die zwei an der Mauer im ersten Stock, im Arkadengang des Landhauses in Klagenfurt …

Nicht deshalb, weil auf der einen Tafel Verse von Johannes Lindner stehen, die einmal tauglich waren zur Aufnahme in ein Buch, um einen Führer zu verherrlichen, sondern der Inhalt widerspricht der Hoffnung auf eine Zukunft, die doch eine bessere werden soll. Wer aber den Tod, wie es in diesem Gesang der Heldenglocke gefordert wird, mit dem Brot mitessen muß, den Tod mittrinken muß aus dem Krug mit jedem Atemzug, kann sich nur langsam mit einer geringen, aber täglich verabreichten Dosis …

Von wem die Zeilen auf der zweiten Tafel sind, wurde nicht geforscht, weil es im Grunde unerheblich ist, wer diese wann für wen und zu welchem Anlaß schrieb. Denn auch diese Verse stehen inhaltlich einer besseren Zukunft entgegen, wenn es Offenheit nur im Grab geben darf, ins Kärntnerland über unsere Leichen

Die Verse auf diesen beiden Tafeln, in vergilbten Exemplaren unter morschen Dachstuhlbalken oder in feuchten Kellerwandnischen, wären keine Veranlassung, diese eigens zu erwähnen. Aber diese Verse stehen auf Tafeln, an denen Landtagsabgeordnete vorbei müssen zu ihren Sitzungen, um in Kärnten eine …

Etwas Zukunftsförderlicheres, Zukunftsweisenderes, etwas heutigen Erkenntnissen und Wissensständen Entsprechenderes, Lebensbejahenderes, Grenzenaufhebenderes, Nicht-Bedrohliches, Nicht-Nationalistisches  … Dieser prominente Ort wäre ein sehr geeigneter Platz für ein Symbol als Ausdruck dafür, eine „neue Zeit“ in Kärnten tatsächlich zu wollen, Ansporn zu sein für die eine oder andere im Landhaus ihre Büros habende Partei …

NS Wie das Anbringen dieser beiden Tafeln nicht dafür vorgesehen war, offen den Weg in unlebenswerte Orte zu weisen, ist die heutige Feier der Ortstafeln in Kärnten, zu der vorbei an diesen Tafeln in den Wappensaal mit ordensbehängter Brust …, ausgerichtet, um vergessen zu machen, wie es doch zu dieser Abmachung noch kommen konnte, alles augenblendend zu bestrahlen, damit nicht …

Soldaten sollten morgen Texte von Otto Habsburg Werner Faymann, Heinz Fischer, Norbert Darabos laut aufsagen

Zum Beispiel diese Rede:

In einer Zeit, als es noch keine echten sozialdemokratischen Parteien gab, hat Victor Adler erklärt,
dass ein guter Sozialdemokrat stets auf der Seite der Schwachen stehe. Nun, gibt es Schwächere als
ein winziges Kind, das sich nicht verteidigen kann? Das Kind ist auf jeden Fall machtloser als die
abtreibungswillige Mutter, und da es kein Wähler ist, kann es weder seiner Stimme Gehör
verschaffen noch protestieren. Dieses Parlament erlebt einen tragischen Moment, wenn die Partei,
die immer das Wort Humanismus auf den Lippen trägt, sich geschlossen für die Verhängung der
Todesstrafe gegen unschuldige Kinder ausspricht, während sie im Übrigen auf der anderen Seite mit
allen Mitteln die gerechtfertigten Strafen für Diebe, Mörder und Sexualstraftäter mindern möchte.

Die Geschichte zeigt, dass der Fortschritt und der Respekt vor dem Leben immer Hand in Hand
gegangen sind. Deshalb konnte die Menschheit durch die Lehre Christi die größten Fortschritte auf
Erden erzielen. Die Liberalisierung der Abtreibung in zahlreichen europäischen Ländern ist folglich
eine Rückkehr zur Barbarei. Zwar gibt es dramatische medizinische Fälle, in denen der Arzt im
Geiste des Hippokrates-Eids zwischen zwei Übeln wählen muss. Aber mit Ausnahme dieser Fälle –
und darum geht es heute – ist die Abtreibung aus moralischen Erwägungen zu verurteilen. Wir
müssen uns fragen, ob wir ein menschliches und christliches oder ein barbarisches und heidnisches
Europa möchten, d.h. das Ende unserer unvergleichlichen Zivilisation? In jedem Fall lehne ich es ab,
die Rechte und Pflichten der Frauen, denen wir unser Leben verdanken, von denen die
bewundernswerteste die Mutter des Heilands war, mit Konzepten zusammenzubringen, die den Mord
an unschuldigen Kindern befürworten. Im Interesse unserer Frauen sage ich „Nein“.

Dieser Text (Fettierung von B. K.) von Otto Habsburg ist zwar aus 1981, aber auf der Website ottohabsburgOrg in einer Zusammenfassung der wichtigen Reden nach wie vor bereitgestellt, das heißt, seinem Inhalt wird nach wie vor Wichtigkeit und Gültigkeit zuerkannt.

Und noch etwas zeigt diese ottohabsburgOrg deutlich, daß gewählte Mandatare und Mandatarinnen der Republik Österreich einem Mann die Ehre erweisen wollen, der der Republik Österreich selbst keine Ehre erweist. Oder wissen Heinz Fischer, Werner Faymann, Norbert Darabos und viele andere, im Taumel, einer adeligen Leich‘ beiwohnen zu dürfen, plötzlich nicht mehr, wie das Wappen der Republik Österreich aussieht?

Keinesfalls sieht das Wappen der Republik Österreich so aus, wie jenes aktuelle aus 2011 mit Kreuz-Schwert auf der ottohabsburgOrg

Wenn also am 16. Juli 2011 die Soldaten Texte dieses Habsburgers laut aufsagten, hätte die Anwesenheit des Bundesheeres der Republik Österreich durchaus Sinn und vor allem Symbolcharakter. Generalleutnant Christian Segur-Cabanac könnte die oben zitierte Rede einleiten mit den Worten: Wir beerdigen heute längst überholte Weltanschauungen, mögen sie in Regina Habsburg friedlich eine Weile ruhen, ehes sie, je ohne Aussicht auf Auferstehung, zum Nichts

Steuergeld für in Afrika lebende Menschen – statt als Grabbeigabe für Otto Habsburg

Mit welch einer Selbstverständlichkeit wird Steuergeld sofort für ein Privatbegräbnis zur Verfügung gestellt. Mit welch einer Selbstverständlichkeit ist augenblicklich die Summe bedeutungslos, es heißt, so informativ und so transparent wie nur möglich, es werde, wie es ein ordentlicher Kaufmann nicht besser formulieren könnte,  eine überschaubare …

Jeder überschaubare Steuergeldbetrag ist gerade in diesen Tagen für Menschen in Afrika auszugeben, für Menschen, die der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren ausgesetzt sind.

Es geht aber nicht nur um die aktuelle  tödliche Not, es geht um die generelle Gewichtung, wofür Steuergeld eingespart wird.

Es wird unaufhörlich argumentiert, aus Gründen der Budgetsanierung sei es notwendig, zu sparen.

Während bis 2014  dreiundachtzig Millionen Euro an Entwicklungshilfe, allein 2011 sollen es an die zehn Millionen Euro sein, eingespart werden sollen, ist die Steuergeldgrabbeigabe für Otto Habsburg ein besonderer Beitrag zur Budgetsanierung, der nur auf dem tiefen römisch-katholischen Glauben fußen kann, ihr Fabelwesen werde diese überschaubare Summe vermehren, und sehet, der Sarg öffnet sich am dritten Tage, übervoll mit Geld, wie Milch und Honig fließt Geld unaufhörlich aus dem Sarg, füllt die Kapuzinergruft bis zur Decke, fließt weiter, immer weiter, hinaus auf die Straßen und Plätze …

PS Sollte sich wer fragen, wie passen Afrika und Otto Habsburg zueinander, findet eine der Antworten in Die Vulgär-Vergleiche der Monarchie-Süchtigen

Werner Fasslabend vollbringt ein Wunder: ein Antisemit wird gewandelt in ein Kind mit Vorurteilen

Wem gestern vom Bildschirm „Hohes Haus“ flimmerte, erlebte ein Wunder: Werner Fasslabend wandelt einen antisemitischen Mann in ein Kind mit Vorurteilen.

Gütig und milde sprach Wener Fasslabend in diesem Bericht aus Anlaß der Verleihung der diesjährigen Leopold-Kunschak-Preise im Parlament und hat wohl damit die Sendungsmacher und Sendungsmacherinnen beschämt, die Leopold Kunschak als einem vehementen Antisemiten vorstellten, auch noch nach dem Holocaust

Ein Kind seiner Zeit sei Leopold Kunschak also gewesen, sprach der Herr mit Verständnis für Leopold Kunschak, ein Kind seiner Zeit, weil, Werner Fasslabend vom Herrn zum Vertreter von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern übergehend, die Arbeitermasse ausgenutzt … Leopold Figl sprach noch von einem ökomischen Antisemiten, um Leopold Kunschak vom rassistischen Antisemitismus zu reinigen, erst Werner Fasslabend aber gelingt das Wunder, aus einem antisemitischen Mann ein Kind zu machen, seiner Zeit im Jahre 2011 …

Was für eine Unabhängigkeitserklärung Österreich 1945 wohl bekommen hätte, wenn an dieser nicht nur Leopold Kunschak, sondern auch Werner Fasslabend in der Blaimscheinvilla mitgearbeitet hätte? Möglicherweise eine mit einer Präambel von der Art: Alle waren nur Kinder ihrer Zeit, bloße Kinder mit Lust und Freude am Spielen mit Konzentrationslagern?

Mit denen Leopold Kunschak schon 1920 spielen wollte.

Es gibt Kinder ihrer Zeit, und es gibt auch immer andere Kinder in der gleichen Zeit, solche Kinder, die beispielsweise Menschen vor der Vernichtung durch die anderen Kinder in der gleichen Zeit retten.

Die Verleihungen der Leopold-Kunschak-Preise sind für Wener Fasslabend immer wieder eine gute Gelegenheit, Wunder zu vollbringen. Sein größtes Wunder möglicherweise war jenes von 2001, als er verkündete, höret, Leopold Kunschak habe die Welt schöner, erfolgreicher, sozialer …

Es war nicht nur eine Sendung eines fasslabendsches Wunders, sondern auch eine der Besonnenheit, denn Karl-Heinz Kopf sprach so vernünftig davon, das Soziale nicht überzubetonen, nicht übersozialisieren, sondern es, lehrt Karl-Heinz Kopf, in eine Balance nach der katholischen Soziall…

Ein passender Abschluß könnte diesmal gemäß den vielen christlichen Wandlungen, die heute noch nachgespielt werden, eine abgeänderte Anrufung sein: Gegrüßet seist du Österreich, du bist gebendeit unter den Ländern, und gebendeit sind deine schwarzen Minister und Ministerinnen …

Ein Gruß, der nicht nur stimmte, als Werner Fasslabend auch noch Minister war …

Michael Spindelegger und Leopold Kunschak, daß die Solidarität wieder reiche bis zu Kraut und Kartoffeln, ohne Fleisch

Zu Leopold Kunschak wurde auch hier einiges schon geschrieben, genauer, nicht zu Leopold Kunschak, sondern zu seinem Platz in der Gegenwart,  den die ÖVP ihm reinhält … Denn Literatur über Leopold Kunschak und die christlichsoziale Arbeitnehmerbewegung gibt es ohnehin …

Seltsam jedoch mutet es an, wenn ein Vizekanzler im Jahr 2011 etwas von Leopold Kunschak für seine heutige Politik empfangen möchte, es ist zumindest irritierend zu lesen, wie ein Obmann der ÖVP, der nächste Obmann sich also dieses Brauches hingibt, vor Leopold Kunschak sich tief verneigt … Freilich, es war eine Festrede von Michael Spindelegger, und Festreden sind menschgemäß in erster Linie Phrasen, die gedroschen werden, aber dieses Heu wird auch eingebracht, wenn es um Konkretes geht, beispielsweise Karl-Heinz Töchterle zwar Streichungen von Förderungen bedauert, die aber wegen der Budgetsanierung notwendig seien, während Millionen für

Michael Spindelegger sagte gestern in dieser gestrigen Denke u.a., wie er in der Presseaussendung seiner Partei zitiert wird:

Spindelegger ging in seiner Festrede vor
allem auf die beachtenswerte Tätigkeit von Leopold Kunschak als
Arbeiterführer ein. „Kunschak kann uns in seinem Lebenswerk viel für
unsere Parteiarbeit und Politik mitgeben“, so Spindelegger weiter.

[D]ass Arbeitnehmer weder nur zur
Vermehrung des Reichtums benutzt, noch rein an der physischen
Leistung gemessen werden dürften und Schutz und Rücksicht auf
Wohlergehen, Alter und Geschlecht erforderlich seien, unterstrich
Spindelegger.

Auch die ÖVP des Jahres 2011 könne sich daran ein Beispiel nehmen;
auch sie sei eine Bewegung, die viele umfassen will und nicht auf
die Anliegen der kleinen Leute vergessen dürfe.
Kunschak habe zudem den Solidaritätsgedanken
„Wer selber nicht mehr kann, darf auf die anderen vertrauen,
aber nicht der, der selber nicht will“ verfolgt.
Diese Art der Weichenstellung habe er wie kein anderer
bewerkstelligt. Das sei bis heute aktuell.
„In der heutigen Zeit heißt das, dass wir sehr wohl
ein Sozialnetz brauchen, auf das jeder vertrauen kann,
wenn alle Stricke reißen“.
Diese Solidarität dürfe allerdings nicht ausgenützt
werden, da dies den Solidaritätsgedanken
überfordern würde, schloss Spindelegger.

Ein Arbeiterführer, der höllenhimmelväterlich für das Wohlergehen, für Schutz, Rücksicht, auf die Anliegen der kleinen Leute, Solidarität für, wer selber …, die eigenen Früchte in der eigenen Familie … Die Welt der Schwarzen im Jahre 2011, in der es kleine Leute gibt, auf die doch auch Rücksicht zu nehmen sei, und wenn sie wollen, wie gewollt wird, dürfen sie auch mit Schutz rechnen, wie Unmündige darauf sich verlassen dürfen, es werde für ihr Wohlergehen gesorgt, es wird für sie gewußt, woran sie sich gütlich halten sollen, wenn das ihnen zugestandene Geld nicht reichen sollte für Fleisch, wie es bereits Leopold Kunschak in der ersten Republik … Über die Solidarität mit Beschränkung könnten Menschen, die heute ihre Länder aus mannigfachen Gründen zu verlassen gezwungen sind, viel erzählen, und viele können nichts mehr erzählen, aber das waren nach diesem Solidaritätsgedanken ohnehin Menschen, die selber nicht wollten, und weil sie selber nicht wollten, lieber auf sich nahmen, im Meer vor dem schwarz geführten Innenministerium –, was Dr. Michael Spindelegger nicht erwähnte, eine mögliche weitere Mitgift: Leopold Kunschak war auch ein schwarzer Einteiler, wer auszuwandern hat in der ersten Republik und wer nicht einzuwandern hat in der zweiten Republik … Vielleicht hat Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger das nur nicht in seine Leistungsschau aufnehmen können, weil die Auswanderung und die Konzentrationslager für die Nichtauswanderungswilligen nicht Leopold Kunschak durchbrachte, sondern später …

Was Michael Spindelegger wohl für seine Partei denkt, geht er an dem Bild von Engelbert Dollfuß vorbei, hält vielleicht ab und an davor inne, oder kniet gar allenthalben zum Gebete in der Michaelerkirche vor dem mit gefalteten Händen zum Gebet Knienden im Militärmantel, was aus dessen Lebenswerk … Leopold Kunschak und Engelbert Dollfuß werden allmählich die einzigen sein, wird an aktuelle Meinungsumfragen gedacht, die die ÖVP noch umfassen wird können …

Das könnte auch so gesehen werden, Leopold Kunschak und Engelbert Dollfuß umfassen nach wie vor viele und vieles der ÖVP …

Keine Leopold-Kunschak-Preise 2011 – Gut so, auf immer

Gemäß Ausschreibungsbedingungen hätten die Leopold-Kunschak-Preise in diesem Jahr bereits verliehen werden müssen, nämlich am 13. März, am Todestag von Leopold Kunschak. Es sieht ganz danach aus, daß heuer keine vergeben werden.

Nachdem das Frühjahr 2011 doch eine recht turbulente Zeit für die ÖVP war und ist, wurde vorsichtshalber nachgefragt, ob es denn in diesem Jahr noch dazu kommen werde, daß Leopold-Kunschak-Preise vergeben werden. Antworten blieben aus.

Daß es auf diese einfache und freundliche Frage bisher keine Antworten gab, wird wohl darauf zurückzuführen sein, es gibt keine Zuständigen mehr für den Leopold-Kunschak-Preis, wie der Vereinsregisterauszug des Vereins zur Förderung des Leopold-Kunschak-Preises nahelegt. Vor bald zwei Jahren nämlich endete bereits die Funktionsperiode seines Vorstandes.

Still einen Preis, zum Gedenken an einen bekennenden Antisemiten, nach der Shoa, 2011 nicht zu vergeben, ist eine gute Sache.

Noch besser wird es allerdings, wenn dieser Preis nie mehr vergeben wird, genauer, für den nie mehr das Parlament mißbraucht wird, um einem Antisemiten zu gedenken. Und der nie mehr durch Steuergeld gefördert wird.

In den Räumlichkeiten des ÖAAB oder in der Wohnung von Werner Fasslabend oder auf welchen Äckern zwischen Alpen und Donau immer können menschgemäß Preise nach eigenem Belieben jederzeit verliehen werden, aber selbstverständlich ohne staatliche Förderungen …