Angermeiers Badende auf der Mölker Bastei Eisenmengers Volkslied

Es hat Magnus Angermeier nicht bedacht, daß er mit seiner Badenden auf der Mölker Bastei der Geschichte eine richtige Statue hinsetzte, und nicht bedacht hat seine Auftraggeberin, mag sie noch so sehr die Geschichte nach ihrer Gesinnung umzuschreiben bemüht sein wollen, in der Umschreibung der Geschichte offenbart sich die Geschichte doch immer wieder selbst, gegen ihre Umschreibenden … auch das Beispiel der Steinblöcke mit Badender auf der Mölker Bastei wieder einmal —

Woher Magnus Angermeier wohl die Blöcke hat, von wo er sie wohl herbeigeschleppt hat — ob es sich lohnen würde, dem nachzugehen? Nicht für dieses Kapitel.

In diesem Kapitel soll es einmal noch um die Badende gehen, die die Geschichte selbst erzählt, gegen den Gesinnungstrieb der Auftraggeberin, deren Bemühen es stets ist, die Geschichte so zu erzählen, wie ihr die Geschichte gesinnungsgemäß scheinen soll.

Die Badende — ist sie aus Granit? — spricht selbstverständlich nicht, ein Stein spricht nicht, und spricht doch, der Badende darstellende Stein spricht davon, wie es war, damals, als so viele zum Baden gingen, den Trümmern ihre Rücken zuwandten, davon träumten, Opfer zu sein, und Jahrzehnte später erdichtete allen voran die Steinauftraggeberin, sie seien Opfer gewesen

An der Donau nämlich, viele Kilometer stromauf- und abwärts, lagerten sich seit Beginn der milderen Arbeitszeit kolossale Menschenmassen, darunter sehr viele junge, offenbar voll arbeitsfähige Leute, die es vorzogen, sich von der lieben Sonne bescheinen zu lassen, statt ihre Kräfte dem weniger sonnigen, aber weitaus wichtigeren Wiederaufbau unserer Heimat zu widmen.

Das ist am 12. Juli 1945 in „Neues Österreich“ zu lesen, und das wird am 28. März 2025 auch vom „Standard“ zitiert, im Artikel: „Nachkriegsmythos – Wie zu Arbeit verpflichtete Ex-Nazis zum Narrativ der „Trümmerfrauen“ wurden – In Wien mussten ehemalige NSDAP-Mitglieder Arbeitsdienst leisten, um die Stadt wieder aufzubauen. Die stigmatisierte Arbeit wurde zum neuen Opfermythos gesponnen“. Am Ende des Artikels „Arbeit und Essen“ in „Neues Österreich“ vom 12. Juli 1945 wird Franz Grillparzer zitiert, auf diesen offenbar aus dem Gedächtnis zitierten Vers wird noch zu sprechen zu kommen sein.

Davor aber noch ein wenig was zur Badenden auf der Mölker Bastei. Die Badende auf der Mölker Bastei ist in Stein gehauene Bestätigung, ohne es bestätigen zu wollen, wie es tatsächlich …

In der Lüge selbst ist die Wahrheit stets enthalten, ist die Wahrheit der Lüge immer eingeschrieben, in diesem Fall die geschichtliche Wahrheit in der geschichtlichen Lüge zu erkennen, ist die Wahrheit in der Umschreibung, in der gesinnungsgemäß bemühten Umdeutung der Geschichte zu lesen.

Magnus Angermeier mag, sieben Jahre später, wohl selbst nicht mehr daran erinnert werden, was er auf der Mölker Bastei schuf, jedenfalls fehlt in seiner peniblen Auflistung seiner Werke, wie heute am 28. März 2025 auf seiner Website, für die der Zeitraum „2003 – 2025“ angegeben ist, zu lesen ist, die mölkerische Badende. Und das sollen zukünftige Generationen unbedingt erinnern, damit sie nicht wieder mit einem „Denkmal“ sich herumschlagen müssen, das, kurz wie einfach gesagt, bloß für eine technische Frage tauglich ist, wie kann es endlich kostengünstig entsorgt werden.

Aus einem Interview, Oktober ’18:

SZ: Herr Angermeier, stimmt es, dass Ihre „Trümmerfrau“ ursprünglich mal als „Badende“ gedacht war?Magnus Angermeier: Das macht doch nichts. Wieso sollte man nicht bereits existierende Entwürfe verwenden? Das machen alle. Auch die Musiker.
SZ:Trotzdem klingt das jetzt schon ein bisschen nach Recycling.
Sehen Sie: Wenn Sie die „Trümmerfrau“ mit meinem Entwurf für die „Badende“ aus den 1990er-Jahren vergleichen, so werden Sie feststellen, dass der Kopf jetzt eine leichte Drehung hat. Ich habe die Figur also weiterentwickelt. Ihr Blick auf das Siegesdenkmal gegenüber stellt uns die Frage nach dem Sinn von Krieg, Sieg und Niederlage. Eine Skulptur definiert sich auch immer aus ihrem Umfeld: Wasser ergibt eine Badende, Gesteinsbrocken eine Trümmerfrau.
SZ: War es für Sie da nicht befremdlich, dass ein Bläserquintett der Bundesheergarde bei der Enthüllung spielte?
Das ist die Sache der Veranstalter. Zwei Kirchenvertreter und eine Zeitzeugin waren ja auch anwesend.
SZ: Die Festrede hat Herr Strache von der FPÖ gehalten. Eine Parteifreundin von ihm hatte Sie als Gestalter des Denkmals vorgeschlagen.
Die kenne ich schon seit vielen Jahren. Aber über Politik reden wir nicht hauptsächlich. Eher über Kunst und Kultur. Ich bin Künstler. Aus der Politik halte ich mich raus.
SZ: Geht das denn so einfach? Mit dem Mahnmal scheinen Sie ja nicht schlecht verdient zu haben. Von 60 000 Euro ist die Rede.
Zieht man das Material ab, bleibt mir nicht viel.
SZ: Eigentlich war die „Badende“ ja für einen Brunnen vor dem Altenheim in Leonding gedacht. War der Entwurf dem dortigen Bürgermeister denn zu nackt oder zu teuer?
Beides nicht. Der Bürgermeister war einfach chaotisch. Für mich ist aber eh das Entscheidende, dass diese in Wien aufgestellte Figur für das Weibliche insgesamt steht. Auch meine Mutter wurde nach dem Krieg als Kontrolleurin bei der Straßenbahn verpflichtet, obwohl sie Abitur hatte und gerne was anderes gemacht hätte. Und mein Vater hat es während des Russlandfeldzugs nur wegen einer Verletzung gerade noch rechtzeitig lebendig nach Hause geschafft. Meine Skulptur, schreiben Sie das, ist ein Mahnmal gegen alle Kriege. Und immer sind es Frauen, welche nach Katastrophen das Leben wieder in geordnete Bahnen leiten.

Ein Opfer, auch seine „Mutter wurde nach dem Krieg als Kontrolleurin bei der Straßenbahn verpflichtet, obwohl sie Abitur hatte und gerne was anderes gemacht hätte“ Das weiter, was immer das war, war sie im Krieg machte? Das jedoch ist nicht von Belang, was er von seiner Mutter in diesem Interview erzählt, interessant ist das von ihm Gesagte über die Weiterentwicklung der Badenden … Dieser Weiterentwicklung hat ein noch nicht auch wieder berühmt gewordener, also in Österreich wieder berühmt gewordener Künstler gefrönt,

was hätte dieser Künstler in einem Interview über die Weiterentwicklung seines Bannenträgers erzählt, wie er das Banner änderte, wie er den Reiter erkennbar entwickelte …

Und es gibt die „Volkslied“, die zur „Badenden einfällt, von dem nun wieder Berühmtgemachten,

seine „Volkslied“ aus 1943, als wäre sie eben aus einem Waldsee herausgesprungen, und säße sie zum Trocknen in der Sonne,

wie die „Badende“ auf der Mölker Bastei, die, so ist es ihr beigegeben, auch 1943 — Eisenmengers Volkslied auf der Mölker Bastei in der Steingestalt der Badenden

Es ist richtig, wir bekommen für unsere Arbeit verflucht wenig zu essen. Aber wenn wir nicht mehr arbeiten als bisher, wenn nicht mehr Leute sich an der Arbeit beteiligen, werden wir noch weniger zu essen bekommen. Und wenn wir alle zusammen dasselbe tun wie die Sommerfrischler an der Donaulände, dann werden wir alle zusammen vor die Hunde gehen., Grillparzer sagt in seinem ironischen Vers über das Wienertum: „Erschlaffend wirkt dein Sommerhauch, du Capua der Geister.“ Daß unsere Stadt nicht auch ein Capua der Körper werde, dem soll jetzt vorgebeugt werden. Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.

So endet „Arbeit und Essen“ vom 12. Juli 1945, mit dem Vers von Franz Grillparzer, der in „Abschied von Wien“ ein wenig anders lautet:

Schön bist du, doch gefährlich auch,
Dem Schüler wie dem Meister,
Entnervend weht dein Sommerhauch,
Du Capua der Geister!

Und weil einer erst im März für die 48er einen Kranz zum „Mauthausner Granit“ legte, und weil dieser erst seit kurzem viel beträgt, zum Wiederberühmtmachen von Eisenmenger, soll der Schluß dieses Kapitels auch einer mit Grillparzer sein, mit seinem Gedicht „Mein Vaterland“

Im März 1848

Sei mir gegrüßt, mein Österreich,
Auf deinen neuen Wegen,
Es schlägt mein Herz, wie immer gleich,
Auch heute dir entgegen.

Was dir gefehlt zu deiner Zier,
Du hast es dir errungen,
Halb kindlich fromm erbeten dir
Und halb durch Mut erzwungen.

Die Freiheit strahlt ob deinem Haupt,
Wie längst in deinem Herzen,
Denn freier warst du, als man glaubt,
Es zeigten’s deine Schmerzen.

Nun aber, Östreich, sieh dich vor,
Es gilt die höchsten Güter,
Leih nicht dem Schmeichellaut dein Ohr
Und sei dein eigner Hüter!

Geh nicht zur Schule da und dort,
Wo laute Redner lärmen,
Wo der Gedanke nur im Wort,
Zu leuchten statt zu wärmen;

Wo längst die Wege abgebracht,
Die Kopf und Herz vereinen,
Und, statt der Überzeugung Macht,
Der Mensch ein grübelnd Meinen;

Wo Falsch und Wahr und Schlimm und Gut
Sie längst auf Formeln brachten,
Rasch wechselnd die erlogne Glut
Gleich bunten Kleidertrachten;

Wo selbst die Freiheit, die zur Zeit
Hinjauchzt in tausend Stimmen,
Halb großgesäugt von Eitelkeit
Und von der Lust am Schlimmen.

Bleib du das Land, das stets du warst,
Nur Morgen wie sonst Abend,
Die Unschuld, die du noch bewahrst,
An heiterm Sinn erlabend.

Denn was der Mensch erdacht, erfand,
Als Höchstes wird er finden:
Gesund natürlichen Verstand
Und richtiges Empfinden.

Ohne das geringste Nachdenken mit einen Blick zu sehen, was hier u. v. a. m. nicht stimmt

Am 26. März seiner Zeit schickt Harald Vilimsky auf der Konzernplattform X einen Aufruf an sich selbst: „Einfach zum Nachdenken….“ Weil ihm offenbar selbst eine Frage sich aufdrängt: „Was stimmt hier nicht?“ Und das ist gut, eine Frage ist oft der Beginn, um ins Denken zu kommen, oder wenigstens, ins Nachdenken zu kommen. Es könnte auch bei Harald Vilimsky einen Prozeß auslösen, nicht des Denkens, aber immerhin des Nachdenkens, wenn er schon bis zu einer Frage sich durchringen kann.

Es ist ihm zu wünschen, daß er, nun mit zwei ersten Schritten auf einem guten Weg, diesen nicht wieder flieht, diesen eingeschlagenen guten Weg weiterzugehen letztlich doch nicht scheut wie Gott die Aufklärung.

„Was stimmt hier nicht?“ Ist seine Frage. Es stimmt die Gegenüberstellung von diesen zwei Prozessen nicht. Wie generell Prozesse nicht miteinander verglichen werden können und nicht verglichen werden dürfen, schon gar nicht dürfen in Prozessen verhandelte unterschiedliche, miteinander nichts zu tun habende strafrechtliche Tatbestände verglichen und gegeneinander verrechnet werden.

„Was stimmt hier nicht?“ Ist seine Frage. Es stimmt nicht, daß der jugendliche Strafmündige nicht in Haft muß. Er ist „noch nicht rechtskräftig verurteilt“. Es kann also für ihn, sollte es zu einer Berufung kommen, auch noch anders kommen, wenn er rechtskräftig verurteilt sein wird, er also auch noch zu einer „unbedingten Haftstrafe verurteilt“ werden könnte.

„Was stimmt hier nicht?“ Ist seine Frage. Was stimmt hier? Ist seine durchaus dazugehörige Frage nicht. Es stimmt, daß der alte Österreicher nicht für acht Jahre in den „Häfn“ muß. Sondern, auch das stimmt, er muß für vier Jahre in den „Häfn“, weil er eben, im Gegensatz zum jungen Strafmündigen, nun bereits „rechtskräftig verurteilt“ ist.

Was an beiden auffällig ist, an dem alten Strafmündigen und an dem jungen Strafmündigen, wenn etwas bei diesen zwei Prozessen unbedingt verglichen werden kann oder will, ist deren modische, markenbewußte Kleidung, wie auch in der Berichterstattung über den jungen Strafmündigen nicht darauf verzichtet wird, erfahren zu lassen, was der Strafmündige trägt, wie gekleidet er im Gerichtssaal erscheint.

Zu zuversichtlich war eingangs die Sicht auf ihn. Was hier eher stimmt, was hier den Tatsachen eher nahekommt, ist: Wie von einem Schreibmännchen in einer fernen Fabrik wird sein Aufruf an sich selbst zu Fragen und Nachdenken keine Aufforderung an sich selbst sein, sondern ein automatisches Wiederholen des Vorgeschriebenen vom Schreibmännchenfabriksbetreibenden, dessen automatisches Fortschreiben, ein Hinausschreiben als Hinausschreien,

ein gesinnungsgemäßes Abschieben des Fragens, ein pflichterfüllendes Abschieben des Nachdenkens, von einem Abschieben des Denkens kann noch gar nicht gesprochen werden, dazu müßte bereits ein Denken statthaben — Wie die écriture automatique nun seit langer Zeit schon in Österreich und anderswo mißverstanden wird, die einst avantgardistisch, auf Neues zu fortschrittlich war,

ist nun verkommen zu einem automatischen Wegschreiben von allem, einfach wie kurz gesagt, der Aufklärung.

Ist sprachen, ist nicht inhalten

Stimmt halt nicht, aber wozu braucht die Krone Fakten (oder sieht sich das ITV an)
Markus Sulzbacher, 25. März 2025, Konzernplattform X

Statt darüber sich zu freuen, daß Menschen derart genau zuhören, will Markus Sulzbacher nicht wahrhaben, was wahr ist, er meint, berichtigen zu müssen, was keiner Berichtigung bedarf, weil es eben richtig wiedergegeben wird, er meint, Fakten gegen Fakten schaffen zu müssen, wenn die Fakten der Krone der Tageszeitungen schon einmal stimmen.

Tatsächlich sagte Judith Pühringer in dieser Nachrichtensendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs am 24. März 2025:

Wir sagen, hunderttausend neue Bäuminnen in den nächsten fünf Jahren. Warum? Für jedes neugeborene Kind eins, weil wir diese Bäume als Schutzschilder für die Hitze brauchen.

Gar nicht zu freuen ist allerdings, wann die Menschen derart genau zuhören. Und gar nicht zu freuen ist, was davon Eingang findet in die Berichterstattung, auch in die der Krone des österreichischen Journalismus. Gar nicht zu freuen ist, daß ein einziges Wort eine derartige Aufregung —

Wer viel, wie es modern heißt, gendert, gendert halt auch mal zu viel, und das wird eben diesmal Judith Pühringer passiert sein. Es könnte die Krankheit des Genderns genannt werden, auch zu gendern, was gar nicht zu gendern gebraucht werden würde. In der Einzahl ist der Baum männlich, aber in der Mehrzahl sind die Bäume weiblich. Beachtenswert ist, wann nicht genau zugehört wird, nämlich dann, wenn gesagt wird, was gehört werden will, wenn es eben männlich klingt. Judith Pühringer sagt in diesem Interview: „Bei den Grünen“. Sie sagt nicht „GrünInnen“, oder, sie sagt auch nicht „bei den Grünen und Grüninnen“, und das ist klug von ihr. Denn. Wer sich im Internet ein wenig umschaut, wird rasch feststellen, daß „GrünInnen“ verwendet wird, um abzuwerten. Zum Abwerten ist auch das Gendern recht, scheuen auch jene Menschen das Gendern nicht, die sonst das Gendern fliehen wie Gott die Aufklärung.

Wer viel auf Fakten hält, verhält sich halt auch mal zu faktenfrei, und davor ist auch die Krone des österreichischen Medienstandards nicht immer gefeit

Tatsächlich sagte Judith Pühringer, auch das ist ebenso genau zugehört zu hören:

Wir sagen, hunderttausend neue Bäum in en nächsten fünf Jahren. Warum? Für jedes neugeborene Kind eins, weil wir diese Bäume als Schutzschilder für die Hitze brauchen.

Zwei nicht gesprochene Buchstaben, ein verschlucktes „e“, ein verschlucktes „d“und aus „Bäume in den nächsten“ wird für jene, die das genauso hören wollen, „Bäuminnen“, und für jene, die ebenso genau zugehört genauso das hören wollen, eben „Bäume in den nächsten“ … Was sie eint, ist daraus ein Für und Wider, eine Aufregung zu erzeugen, ist aus einem einzigen Wort, das nicht zum Freuen ist, und doch zum Freuen auch ist, wenn der Sprache eine derart hohe Wichtigkeit zuerkannt wird, als wäre für alle das höchste Gut die Literatur, Literatur, ist sprachen, nicht inhalten —

Sonst aber, gerade an diesem 25. März 2025, wird wieder einmal gewußt, was an dieser Krone des österreichischen Journalismus zu schätzen ist, dieser Wille zur Fortschrittlichkeit, wie er eben auch desselben Tages mit der Erneuerung der Rezension unter Beweis —

Dermaßen faktenfrei, das kann erwähnt werden, weil es ebenfalls an diesem 25. März 2025 gedruckt, wie „Österreich“ abgekürzt auf „oe24“ auf seine erste Seite die Zeile „TERROR-ANGST IN BADEN WEGEN FLUCHT“ schlägt, würde die Tageszeitung „Der Standard“ nicht schlagzeilen, schon gar nicht auf deren erste Seite. Daß im Artikel irgendwo im Blattinnern von „oe[…]“ nichts von der „Terror-Angst“ geschrieben wird, der Artikel selbst keinen Bezug zur Schlagzeile „Terror-Angst“ hat, weiß die oe-Familie nur zu genau, bis in die Innereien dieses Blattes wird gar nicht vorgedrungen, die erste Seite genügt den Lesenden vollauf zur Befriedigung ihrer Informationsbedürfnisse,

und die oe-Familie kann sich selbst wieder, auch an diesem Tag, stolz den Erfolg vermelden, zur Verbreitung der Angst

„Die Richtige“

Die Vorfreude, warum nicht Vorfreude sagen, die Vorfreude auf die Rezension, angekündigt auf Seite 19 der Druckausgabe vom 25. März 2025,

In seinem neuen Roman „Die Richtige“ fühlt Martin Mosebach Künstlern satirisch auf den Zahn. Seite 20

wandelte sich beim Umblättern auf die Seite 20 der Druckausgabe vom 25. März 2025 sofort in wahre Freude; richtiger kann eine Rezension über einen Roman von Martin Mosebach kaum geschrieben werden, und dabei auch noch wie nebenher diese Form der Kritik zu erneuern, wider jedwedes Erwarten, die Rezension könnte je noch eine Erneuerung erfahren. Am 25. März 2025 vollbringt die Tageszeitung „Der Standard“ diese Höchstleistung der Rezension. Die auf Seite 19 angekündigte liest sich auf Seite 20 wie folgt:

Nach einer erfolgreichen Comedy-Tour durch Deutschland und Österreich ist Image der Versuch […] Dazwischen lebt Peggy, eine „gemeine Lesbe“ und gescheiterte Kunststudentin Mitte 30, der die Eltern den monatlichen Geldhahn von saftigen 5000 Euro zugedreht haben. Das bedeutet in erster Linie den Verzicht auf Designergeschirr und andere Kinderlitzchen. Außerdem muss sie sich einen Mitbewohner suchen, um die Miete zu stemmen. Martin.

[Martin]

Er beschreibt sich als „schön, talentiert, reich und dann auch noch so gut bestückt, manchmal fragt er sich, ob er irgendweann an so viel Glück zugrunde gehen würde“. Abseits seiner Selbstwahrnehmung ist Martin aber ein eher unguter Kerl, der bei Peggy einzieht, um einmal am eigenen Leib zu spüren, „wie es so ist, nichts zu haben“. Im Verlauf einer Nacht wirft Image einen Kontrollblick auf das Elend seiner Besetzung, allesamt unglückliche Spießbürger mit ihren Lastern und Perversionen. Dazu gehören noch Martins Stalkerin Olivia und Veronique, die alkoholkranke Kellnerin der titelgebenden Absteige „Image“. Martin ist vergeblich auf der Suche nach einem One-Night-Stand und sperrt Olivia in sein Zimmer, wo sie eine unmenschliche Zerstörungswut packt. […] Die Sticheleien verlieren im Überfluß an Wirkung und legen ein großes Manko offen: Dem Roman mangelt es an literarischer Tiefe.

Diese rezensionistische Erneuerung hat Helene Slancar vollbracht und die Tageszeitung des österreichischen Qualitätsstandards herausgebracht, am 25. März 2025, mit bloß zweiten Seiten dramaturgisch höchst effektvoll in Druck gesetzt, mit einer lapidaren Ankündigung auf der Seite 19 und dann auf der Seite 20:
„Zum Lesen […]“

Es wird vielleicht Ronald Pohl dauern, daß nicht er der Erneuerer der Rezension, aber, so wie er gekannt wird, wird er sich für Helene Slancar und für seine Tageszeitung freuen, daß es ihnen gelungen ist, was nicht mehr zu erwarten war, der Rezension einen derart avantgardistischen Schub …

Auf der Attersee kreisschwimmender Tanker „Vom Volk? Durch das Volk? Für das Volk?“ und seine Besatzung abkommandiert zum Spinnen von Garn

Vergessen war der „Atterseekreis“, aber ein Eintrag am 22. März 2025 auf der Konzernplattform X ist gegen das Vergessen, erinnert, daß es ihn, den „Atterseekreis“ noch gibt, und jetzt ist zu erfahren, in dieser Besatzung gibt es auch einen Heimo Lepuschitz. Dabei hätte, würde nur die Krone des österreichischen Tageszeitungsstandards öfters als einmal im Quartal nachträglich aufgeschlagen werden, bereits im Jänner 2025 erfahren werden können, daß es ihn, den „Atterseekreis“, noch gibt.

Die Krone des österreichischen Journalismus schreibt am 9. Jänner 2025 in der oberösterreichischen Ausgabe:

FPÖ-Denkfabrik Atterseekreis: „Wiederaufbau-Plan für Österreich“ Dieses Bündnis beheimatet die Vordenker in der Freiheitlichen Partei, im sogenannten Atterseekreis wird auf höchster Ebene diskutiert. Geführt wird der Verein von Herbert Kickls Vertrautem Norbert Nemeth.

Sie, die Krone des medialen Österreichs, schreibt nicht thinktank, das wäre ja in einer fremdländischen Sprache, sie schreibt „Denkfabrik“ der —

Geläufiger ist sonst auch hierzulande durchaus Thinktank, aber für sie soll es in deutscher Sprache verbleiben. Auf dem Tanker wird, so die Krone, „auf höchster Ebene“ diskutiert, und weil auf einem solchen Tanker alle das Volk sind, die Höchsten und die Niedrigsten ein einig‘ Volk sind, diskutieren alle auf dem Tanker auf „höchster Ebene“, also auch die Matrosen und die Vollmatrosinnen wie soeben Heimo Lepuschitz in der Ausgabe Nr 41, März 2025:

Wenn Villach schon wieder vergessen ist und Betroffenheit verstummt. Meine Kolumne im Attersee Report.

Eine Kostprobe der höchsten Ebene der Diskussion veröffentlichte Volksmatrose Heimo Lepuschitz recht gemeinnützig am 21. März 2025, und diese Kostprobe kann eines Tages nur Eingang als exemplarisches Beispielzitat für die höchste Ebene des Diskutierens in den „Attersee-Report“ finden, vielleicht sogar eines Tages Anreiz sein, für eine Sammlung im „Report“: Schätze aus dem Attersee … Reichliches ließe sich dafür aus dem „Report“ selbst finden, allein aus der Ausgabe Nr. 21, September 2019, mit deren Thema „Leitkultur“,

ohne Konrad Lorenz zu zitieren, wäre es nicht auf der höchsten Ebene,

was wäre das für eine niedrige Ebene, fände Carl Schmitt keine Berücksichtigung,

aber zur rechthöchsten der höchsten Ebene wird es erst mit Alain de Benoist,

allein das Wort „Landnahme“ ist schon reichlich Bestätigung der Tankerschaft höchste Ebene, ein „großer Genius“ und „kühner Formulierer“ wie Carl Schmitt hätte diesem auf höchster Ebene kühn Formulierten seine Respekt …

das Heranziehen der Jugend zur höchsten Ebene Pflicht, die Jugend selbst sprechen zu lassen, ein Treueversprechen an die Generationen, die ihnen darin vorbildhaft vorangegangen sind, und so kommt die Jugend auch zu Wort und weiß die Alten zu ehren, indem sie deren Ausgedachtes aufnimmt,

um selbst einmal die höchste Ebene zu erklimmen, wie jener Jugendforscher

Und auf diese höchste Ebene möchte auch Magazin geschossen werden, und meint wohl schon, auf diese höchste Ebene katapultiert worden zu sein, wenn Atterseemann Lepuschitz auch für „Freilich“ seinen Garn

„Vom Volk? Durch das Volk? Für das Volk?“ Das Fragezeichen Ausdruck der höchsten Diskussionsebene, aber ein Zeichen, das nicht alle verwenden, vor allem jene verwenden es nicht, die für die höchste Ebene nicht geeignet sind, sie sind Mitglieder der Anhangsschaft des Rufzeichens

Es kann aber auch sein, daß das Atterseekreisfragezeichen nicht Ausdruck der höchsten Diskussionsebene ist, sondern heimliches Eingeständnis,

daß diesem Kreis „vom Volk“ nichts von Belang ist, daß diesem Kreis „durch das Volk“ nichts komme,

daß diesem Kreis „für das Volk“ nur lästig, störend sei,

im Erreichen der höchsten Ebenen des Profits für diesen Kreis …

tu felix méausdia

Aufmerkenswert an diesem von Heimo Lepuschitz auf der Konzernplattform X Verbreitetem ist seine wahrlich größte Expertise seiner Zeit, und mit einer solchen Expertise zu allen Fragen der Zeit und der Welt ist es nachvollziehbar, daß er ein gefragter Gesprächspartner etwa für Peter Pelinka, Josef Cap, Robert Misik ist, und darüber hinaus, für seinen Heimatsender ein unverzichtbarer Statementer und ein Ständiger zu Interviewender ist. Aber das weiß nicht nur sein Heimatsender, sondern das österreichische Medienreich generell,

ist er, Heimo Lepuschitz, „ein gern gesehener Gast, der regelmäßig in TV-Formaten wie ‚Im Zentrum‘ (ORF) oder ‚Links. Rechts. Mitte‘ (Servus TV) und bekanntermaßen die FPÖ berät“ …

Die nun zwölf festgenommenen Männer und die nun drei festgenommenen Frauen, die, so Heimo Lepuschitz, „potentielle Kinderschänder locken“, werden es wohl recht dauern, die österreichische, kroatische, rumänische und slowakische Staatsbürgerschaft zu besitzen, und nicht die ungarische, denn mit dieser könnten sie den Mann wählen, der ihnen wohl die geistigste Stütze ihrer Zeit ist, der ihnen mit Gesetzen die Stange

Was die nun Festgenommenen, für die Heimo Lepuschitz mit seiner unglaublichen Expertise die rechte ihnen gerechte Bezeichnung noch finden wird, nicht dauern werden, ist, nicht die italienische Staatsbürgerschaft zu besitzen, denn sie können in Österreich wählen, die „Ampel“, um genau zu sein, nicht die gesamte „Ampel“, sondern eine einzige Partei der „Ampel“, die auf einem kleinen Landstrich in Österreich bereits das machte, was nun in Italien kommen soll, ein „Genderverbot“, das ein Zwillingseigesetz zu dem ungarischen —

Die Festgenommenen mit rumänischer, kroatischer, slowakischer Staatsbürgerschaft werden es recht dauern, nicht die österreichische zu haben, könnten sie doch mit dieser die von Heimo Lepuschitz betreute Partei wählen, deren Expertise recht nahe an die von Heimo Lepuschitz heranreicht

Ob es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Identitäre handelt, da bei den Hausdurchsuchungen neben Waffen und Suchtmitteln auch nach dem Verbotsgesetz unerlaubte Gegenstände gefunden wurden, konnte die Polizei vorerst nicht beantworten.

Bei einer Razzia Freitagfrüh in sieben Bundesländern sind 15 Männer und Frauen wegen des Verdachts auf „Hate Crime“ festgenommen worden. Bei den zumindest 17 Opfern handelt es sich um Homosexuelle, denen von den Verdächtigen fälschlicherweise Pädophilie unterstellt wurde. Daher hätten die Täter sie ausgeraubt, verletzt und erniedrigt. In einem Fall steht auch Mordversuch im Raum. Bei den Hausdurchsuchungen wurden Waffen und NS-Devotionalien gefunden.

Die Berichte über die „Hausdurchsuchungen bei den Verdächtigen“ gleichen einem Ei wie dem anderen, wie aus einem Ei gebrütet, was die Funde bei den Hausdurchsuchungen betrifft. „NS-Devotionalien und Munition“, „Waffen und NS-Devotionalien“, „nach dem Verbotsgesetz unerlaubte Gegenstände“ … Offensichtlich sind „NS-Devotionalien“ da wie dort gefunden worden, die sofort und also auf den ersten Blick als „NS-Devotionalien“ zu erkennen sind, das muß aber nicht in jedem Fall so sein, daß es gleich als „NS-Devotionalie“ erkannt werden kann, oder, es wird ja von Österreich gesprochen, erkannt werden will …

Am Ende bleibt, nur eines zu wiederholen, was am Lepuschitzen aufmerkenswert ist,

tu felix austria, tu as ce que les autres n’ont pas: un médium d’expertise dans les séances de spiritisme …

„Wir bringen Steuergeld aus“

Klaudia Tanner, Verteidigungsministerin, die „Ich bin jedenfalls die längstdienende. Vom Start der vergangenen Bundesregierung 2020 bin nur mehr ich übrig“, sagt im am 19. März 2025 veröffentlichten Interview nicht: „Wir fliegen Steuergeld aus.“

Sie sagt: „Aber das heißt nicht, dass wir Steuergeld zum Fenster rauswerfen. Sondern dass es zusätzlichen Bewegungsspielraum gibt, weil sich die Bedrohungslage verändert hat.“

Sie wird gefragt: „Könnten die rund 17 Milliarden Euro bis 2032 für den Aufbauplan bald um einige Milliarden aufgestockt werden?“ Sie sagt: „Ja, denn für die künftig höheren Verteidigungsbudgets und die längeren Reichweiten bei der Luftverteidigung sind Gesetzesnovellen nötig. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es dafür mehr Geld geben wird. Aber das heißt nicht, dass wir Steuergeld zum Fenster rauswerfen.“

Sie wird gefragt: „Dass Sie wie Innenminister Karner aus dem für die ÖVP wichtigsten Bundesland Niederösterreich kommen, hat für Ihre Wiederbestellung wohl auch eine Rolle gespielt.“ Sie sagt: „lch glaube, wir haben inhaltlich wirklich viel vorzuweisen.“

Sie wird gefragt: „Vor der Wahl haben Sie eine Koalition mit der FPÖ unter Herbert Kickl für sich ausgeschlossen und ihn als „Sicherheitsrisiko“ bezeichnet. Im Gegensatz zu Ex-Kanzler Nehammer und Ex-Außenminister Schallenberg, die Wort hielten, haben Sie dann doch eine Koalition mit Kickl mitverhandelt. Woher der Sinneswandel?“ Sie sagt: „Dazu hat Bundeskanzler Stocker, glaube ich, alles gesagt: Es war damals keine leichte Situation. Dass man gerade in der schwierigen Lage, in der wir uns befinden – geo- und sicherheitspolitisch, aber auch wirtschaftspolitisch – in Verantwortung für die Republik[.]“

Es wird ihr gesagt: „Sie hätten wie Nehammer und Schallenberg wie vor der Wahl auch nach der Wahl sagen können: Für eine Koalition mit der FPÖ stehe ich nicht zur Verfügung.“ Sie sagt: „Das hätte ich machen können. Aber ich bin mir auch meiner Verantwortung in diesem Amt bewusst.“

Die „17 Milliarden Euro“ könnten „bald um einige Milliarden aufgestockt werden“, bestätigt die, die „übrig“ geblieben ist, mit einem „Ja“ — „Österreich [muss] in den nächsten Jahren zwischen 18,1 und 24,1 Milliarden Euro sparen“ … Das muß die beste Sparform sein, die je ersonnen, sein: Genau die Summe, die in etwa in diesen Jahren eingespart werden muß, auszugeben, um genau die Summe, die in etwa in diesen Jahren ausgegeben wird, zu sparen; was wird daraus allein an Zinserträgen zu lukrieren sein: ein Bild verdeutlicht es mehr denn es je in Worten verdeutlicht werden könnte:

Die, die „übrig“ geblieben ist, sagt, „“aber das heißt nicht, dass wir Steuergeld zum Fenster rauswerfen. Wie wahr sie spricht. „Kein Steuergeld zum Fenster raus.“ Sie fliegen Steuergeld aus. Zur Rüstungsindustrie. Etwas davon vielleicht auch zur kleinen, zur winzigen österreichischen

Das wird der Rüstungsindustrie Besitzenden „Bewegungsspielraum“ noch und noch geben, ihre Güter aber werden sie wie immer aufsteigen lassen, in den Himmel, wo diese dann wie seit jeher zerschellen, wie alle Güter dieser Industrie bloße Vergeudung, bloße Verschwendung, immer finanziert mit gespartem Steuergeld …

„In Verantwortung für die Republik, auch meiner Verantwortung in diesem Amt bewusst, ich glaube, wir haben inhaltlich wirklich viel vorzuweisen“, sagt die, die „übrig“ geblieben ist, „wirklich viel“ Inhaltswahres, nicht „Steuergeld zum Fenster rauswerfen“, sondern Steuergeld ausfliegen, Steuergeld hoch in den Himmel fliegen lassen, auf daß alle Steuergeld freigiebig Gebenden bei freiem Eintritt, so sozial und großzügig kann nur sein, wer in Verantwortung für die Republik, wem die Verantwortung im Amt bewußt, auf allen Plätzen die gleiche freie Sicht auf das Spektakel haben, wie die

Rüstungsluftgüter nachhaltige Rauchpiroutten drehen und schließlich sich auf die Äcker sich selbst ausbringen, als Saatgüter und Dünger in einem, zur reichen Ernte der so nahrhaften Landwirtschaftsprodukte, etwa die als „Die Namenlosen“ von Egger-Lienz bezeichneten, im kommenden …

Und nach dem Kommenden werden die ihrer Verantwortung bewußten Besitzenden wieder neue Bewegungsspielräume bekommen, in denen sie wieder singend „Wir bringen Steuergeld aus“ auf die Felder und Äcker …

Der 48er Kranz am 13. März und Eisenmenger erinnert

Die ersten Eindrücke meiner Jugend verlassen mich nicht. Ich höre immer die Eltern davon erzählen, wie mein Urgroßvater aus der Gegend von Heilbronn nach Wien auswanderte, und der Großvater im Jahr 1848 diese Stadt fluchtartig verlassen mußte, weil er sich gegen den Kaiser gestellt hatte. So kamen wir in meine neue Heimat, in einen kleinen Ort nach Siebenbürgen.

Am 13. März legt Rosenkranz einen Kranz zum „Obelisken aus Mauthausner Granit“; ganz erfüllt von „Erinnerungskultur und freiheitliche[r] Geschichtspolitik“, an dieses Jahr erinnert auch Rudolf Hermann Eisenmenger, wenn er erzählt, als sein „Großvater im Jahr 1848 diese Stadt fluchtartig verlassen mußte, weil er sich gegen den Kaiser gestellt hatte“.

Die 48er werden wohl am 13. März vor siebenundachtzig Jahren auch Kränze zum „Obelisken aus Mauthausner Granit“ gelegt haben, sie hatten ja doch auch gesinnungsgemäß etwas an demselben Tag zu feiern: das am 13. März proklamierte Gesetz der —

Freilich kann „Freilich“ diesen 13. März einhundertsiebenundsiebzig Jahre später nicht ohne Gesinnungslied in die Nacht sinken lassen, und so stimmt Fabian Walch das Gesinnungslob an, besungen werden

Dinghofer,

Hofer,

Graf,

Nemeth,

Stefan

und so klingen die Strophen, nur die rosenkranzischen sollen zitiert sein:

Ziemlich genau 106 Jahre nach Dr. Franz Dinghofer (1873–1956) sitzt mit Dr. Walter Rosenkranz wieder ein Nationalliberaler dem österreichischen Parlament vor. Viele kennen Dinghofer nicht […]

Dennoch war aus diesem Grund der Präsident des Parlaments aus ihren Reihen. Der „Abstieg“ zum sogenannte Dritten Lager erfolgte erst im Nachgang mit der Abtrennung des deutschen Sudetenlandes, das eine Großzahl der nationalliberalen Abgeordneten stellte, durch die Siegermächte des Ersten Weltkriegs. Seine geringe Popularität jedenfalls rührt daher, dass er ein Nationalliberaler und somit geistiger und ideologischer Vorvater der FPÖ […] Dinghofer war nach dem Zweiten Weltkrieg dann Mitglied im Verband der Unabhängigen (VdU) […]

Ähnlich verhält es sich mit dem Gedenken an das Revolutionsjahr 1848.

Auch hier waren es geistige und ideologische Ahnen der FPÖ, die auf die Barrikaden gingen und neben der Deutschen Einheit […] Der 13. März gilt […]

Bisher wurde dies kaum bedacht. Auch deswegen nicht, weil es gerade auch die Burschenschaften […] Mit Nationalratspräsident Walter Rosenkranz rückt 1848 wieder ins Herz des Parlaments. Er hat am Morgen des 13. März 2025 am Wiener Zentralfriedhof der Opfer der Märzrevolution von 1848 gedacht, indem er am entsprechenden Gedenk-Obelisken einen Kranz niedergelegt hat. […]

Rosenkranz weiß um die Geschichte Österreichs und um die wichtige und tragende Rolle, welche die nationalfreiheitliche generationenübergreifende Gesinnungsgemeinschaft immer wieder gespielt hat. Und er weiß auch, wie wichtig die Erinnerungskultur ist. Aus diesem Grund dürfen wir davon ausgehen, dass mit Rosenkranz, der nun das zweithöchste Amt im Staat bekleidet, bisher wenig bedachte Ereignisse unserer wechselvollen Geschichte ein Stück weit in den Fokus gerückt werden. Noch wehrt sich der politmediale Komplex dagegen, aber auf Dauer wird ihm das nicht gelingen. Die FPÖ hat schon in der Vergangenheit immer wieder versucht, geschichtspolitische Akzente zu setzen. So etwa der damalige Dritte

Präsident des Nationalrats […] Man müsste die Burschenschaften […] würdigen, die ideologischen Vordenker der FPÖ als Väter […] anerkennen und nicht zuletzt auch den gesamtdeutschen Kontext der Erhebungen akzeptieren. Schließlich war das Ergebnis der am Ende nicht erfolgreichen Deutschen Revolution von 1848 nicht der Nationalrat in Wien, sondern das erste gesamtdeutsche Paulskirchenparlament in Frankfurt am Main. Rosenkranz hat mit seiner Kranzniederlegung als

offizieller Vertreter des österreichischen Parlaments jedenfalls einen wichtigen Schritt zur Rehabilitierung des Gedenkens an die Geburtsstunde der deutschen […]

„Österreichisches Biographisches Lexikon: Aufgrund seiner Funktionen in der Zeit von 1938 bis 1945 gestalteten sich die Nachkriegsjahre für E. schwierig“ – Die Wiedergutmachung des Walter Rosenkranz

Während seiner Tätigkeit unterstützte er seine Kollegen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, so verzichtete er zugunsten Not leidender Künstler auf seine Funktionspauschale. 1944 konnte er außerdem die Beschlagnahme des KH zur Verwendung als Rüstungsbetrieb verhindern.

Aufgrund seiner Funktionen in der Zeit von 1938 bis 1945 gestalteten sich die Nachkriegsjahre für E. schwierig: Verlust des Ateliers in Wien 4, Beschlagnahme seines Wohnhauses in Rodaun, 1945 Ausschluss aus dem KH […]

Wie gut doch Rudolf Hermann Eisenmenger, der seit „1933 NSDAP-Mitglied“ war, muß sofort gedacht werden, am 18. März 2025, beim Lesen seiner biographischen Angaben im „Österreichischen Biographischen Lexikon“, und auch,

wie gut doch Walter Rosenkranz, der seit 2024 „Präsident des Nationalrates“ ist, der nun Eisenmenger vor den Vorhang holt, wenn er sich vor Eisenmenger aufstellt, ist dies nicht eine Wiedergutmachung, die Walter Rosenkranz als sogenannter formal zweiter Mann im Staate Österreich, vollbringt, eine Wiedergutmachungsgeste gegen Rudolf Hermann Eisenmenger, dem die „Nachkriegsjahre schwierig“ …

Zwei „Nachkriegsjahre“, die für Eisenmenger „sich schwierig gestalteten“, zwei schwierige Nachkriegsjahre, das schreit nach Wiedergutmachung, wie lange mußte Eisenmenger auf seine Wiedergutmachung warten, aber nun endlich ist sie vollbracht, die Wiedergutmachung,

aber wie schwierig gestaltet sich nun diese Wiedergutmachung für Walter Rosenkranz, statt ihn dafür zu ehren, wird ein Gesetz gegen ihn auf den Weg gebracht, soll ihm der Vorsitz des NS-Nationalfonds genommen werden, ihm,

der doch mit seiner eisenmengerischen Wiedergutmachung eben erst recht bewies, daß er wie keine zweite Person die ideale Besetzung für den Vorsitz des NS-Nationalfonds …

Einstige Generationen dürften das Unrecht kennen, das ihm durch ihm schwierig gestaltete Zeit —

Der biographische Eintrag des „Österreichischen Biographischen Lexikons“ wurde am „18. Dezember 2018“, ist am selben Tag zu lesen, „zuletzt aktualisiert“, die „Aktualisierung“ fiel also in die Zeit, als die rosenkranzische Parlamentspartei Regierungspartei war, und was wird wohl die letzte gewesen sein? Es könnte spekuliert werden, es könnte geraten werden, aber es will weder geraten noch spekuliert werden, es soll mit der ungekürzten Wiedergabe des Eintrages allen selbst überlassen werden, zu überlegen, was an diesem Eintrag, am 18. Dezember 2018, zuletzt …

Eisenmenger Rudolf Hermann, Maler und Graphiker. Geb. Piskitelep, Siebenbürgen (Simeria, RO), 7. 8. 1902; gest. Wien, 3. 11. 1994; evang. AB. Sohn von Dr. Rudolf Eisenmenger, Erfinder des „Biomotors“, eines Vorläufers der Eisernen Lunge, und Leiter des Sanatoriums in Hermannstadt, und der Hermine Eisenmenger, geb. Graffius, Großneffe von →August Eisenmenger; ab 1930 mit Sigilde Ertl (1905–1959), ab 1960 mit Ingeborg Ertl (1909–1993) verheiratet. – E. besuchte das Gymnasium in Hermannstadt, 1921 übersiedelte die Familie nach Wien, wo er 1921–29 Malerei an der Akademie der bildenden Künste bei →Hans Tichy und →Rudolf Bacher studierte (1926 und 1927 Meisterschul-Preis, 1929 Rom-Preis). Bald profilierte er sich als Öl- und Aquarellmaler, als hervorragender Zeichner (u. a. Tusche, Rötel, Silberstift) sowie als Meister in wandgebundenen Techniken. Als freischaffender Maler beteiligte er sich an vielen Ausstellungen, u. a. 1930 im Wiener Künstlerhaus (KH); 1932 erfolgte dort die erste umfassende Kollektivausstellung, die zahlreiche Aufträge und Bildankäufe zur Folge hatte. Die Teilnahme an der Biennale in Venedig (1936) mit dem Bild „Sinkende Nacht“ brachte ihm auch internationale Anerkennung. Auf Drängen von Hans Ranzoni beteiligte sich E. mit zwei Entwürfen am Kunstwettbewerb der IX. Olympischen Spiele in Berlin und gewann mit „Läufer vor dem Ziel“ die Silberne Olympiamedaille. Für die 75. Jubiläumsausstellung des Wiener KH gestaltete er die beiden Monumentalwerke „Das Leben“ und „Der Tod über allem Irdischen“, wofür er den Preis der Stadt Wien erhielt. Etliche Aufträge, u. a. als Porträtmaler („Die Kinder des Baron Rothschild“, 1937) sowie die künstlerische Ausgestaltung des großen Spielsaals des Kur-Casinos in Baden mit 24 Wandtafeln („Die Suche nach dem Glück“) folgten 1937. In diesem Jahr war E. auch bei der ersten großen Ausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München mit „Volkslied“ und „Sinkende Nacht“ vertreten. Seine Arbeiten schlossen an die tradierten Werte des 19. Jahrhunderts an, dies zeigte sich besonders im großformatigen, gefühlsbetonten lyrischen Tafelbild. E., ab Februar 1933 Mitglied der NSDAP, wurde 1939 Vorsitzender der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus) und übernahm auf Drängen der Kollegen nach dem Zusammenschluss sämtlicher Künstlervereinigungen Wiens nun auch den Vorsitz der Gesellschaft bildender Künstler Wiens. Während seiner Tätigkeit unterstützte er seine Kollegen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, so verzichtete er zugunsten Not leidender Künstler auf seine Funktionspauschale. 1944 konnte er außerdem die Beschlagnahme des KH zur Verwendung als Rüstungsbetrieb verhindern. 1939 fand E.s größte Ausstellung mit 62 Ölbildern, 54 Aquarellen und anderen Arbeiten in Bielefeld und Kassel statt und er war auf allen damals wichtigen Kunstausstellungen (Biennale in Venedig, München, Berlin) vertreten. Während des 2. Weltkriegs entstanden fünf öffentliche, zum Teil wandgebundene monumentale Auftragswerke und Tapisserieentwürfe (Wiener Rathaus, Bahnhof Wels, Rathaus Chemnitz) in einem der Zeit entsprechenden, verhärteten Stil mit klassizistischem Habitus. 1941 malte E. sein damals bekanntestes Gemälde „Die Nacht begleitet den Morgen“. Aufgrund seiner Funktionen in der Zeit von 1938 bis 1945 gestalteten sich die Nachkriegsjahre für E. schwierig: Verlust des Ateliers in Wien 4, Beschlagnahme seines Wohnhauses in Rodaun, 1945 Ausschluss aus dem KH, 1947 Wiederaufnahme (persönliche Bürgschaft von Stadtrat Viktor Matejka). In der Wiederaufbauzeit nach 1947 beteiligte sich E. erneut erfolgreich an öffentlichen Ausschreibungen und Wettbewerben und war ab 1949 wieder im leitenden Ausschuss des KH tätig. 1950 folgten für den neuen Festsaal der Wiener Staatsoper 171 m² Tapisserieentwürfe und Kartons, als Vorlage für das größte jemals in Österreich gewebte Tapisseriewerk. E. gelang damit die Verbindung zum internationalen Kunstschaffen in dieser Gattung und er erzielte dadurch viele Aufträge (u. a. Flughafen Wien-Schwechat, Unilever Rotterdam, Wiener Städtische Versicherung, Technische Hochschule). 1955 gewann er die Ausschreibung für den Eisernen Vorhang der Wiener Staatsoper mit dem 170 m² großen Gemälde „Orpheus und Eurydike“ auf 23-karätigem Blattgoldgrund. 1951 wurde E. als ao. Professor und Institutsvorstand an die Technische Hochschule berufen, 1959 o. Professor, 1957–60 Senator, 1961/62 Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur, 1972 Emeritierung. E. prägte das Kunstgeschehen Österreichs fast 70 Jahre mit und ist als wichtiges Bindeglied zwischen Tradition und Moderne zu sehen. Im Tafelbild nach 1950 gelang ihm eine einzigartige Wiederbelebung des Symbolismus in Österreich, die ihren Niederschlag in vielen farbkräftigen Werken wie etwa „Horchende“, „Präludium“, „Träumende“, „Frühling“ und „Der Letzte“ findet. Zu seinem Œuvre zählen auch zahlreiche bedeutende religiöse Werke wie Kreuzwege für die Kirche von St. Christoph in Baden und St. Erhard in Wien-Mauer (Mosaik). E. fungierte 1963–72 als künstlerischer Beirat in der Kunstkommission der Universität Wien und war ab 1930 Mitglied, ab 1972 Ehrenmitglied des KH. Er erhielt u. a. das Österreichische Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft und die Goldene Ehrenmedaille des KH (1936), den Albrecht-Dürer-Preis (1942) und den Professorentitel (1943), das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (1957), den Goldenen Lorbeer des KH (1972) und das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1973).

Dispassion instead of normalcy

Seit einiger Zeit ist viel Aufheben, einfach wie kurz gesagt, um die Normalität.

Was für Aufregungen um die Normalität in der Normalität Österreichs etwa, in dem so vieles normal ist, was längst nicht mehr normal zu sein hat, längst nicht mehr die Norm Österreichs etwa hat zu sein, und dennoch nicht nur die Normalität weiter bleibt, sondern deren Ausdehnung noch harsch vorangetrieben wird.

Es wird recht von „Rückkehr zur Normalität“, gar davon, eine „Neue Normalität“ —

Nun ist ein Wort untergekommen, im Zusammenhang auch mit der österreichischen Normalität, und zwar: „Neue Sachlichkeit“.

Jedoch nicht in dem Sinn, daß „Neue Sachlichkeit“ zur österreichischen Norm-alität gehörte, sondern in dem Sinn, daß der österreichischen Normalität es an Sachlichkeit mangelt.

Es fehlt nicht an bemühten Versuchen, manches sachlich anzustreichen, indem es nicht als sachlich, dafür aber als „weise“ —

Was jetzt not tut, ist nicht Normalität etwa in Österreich, was jetzt tatsächlich not tut, auch in Österreich, ist Sachlichkeit. Es wäre ein verlockender, weil durchaus ein leicht ins Ohr gehender Spruch, auszurufen: Neue Sachlichkeit statt Normalität!

Doch stimmiger und sachlicher genügt es vollauf, auch für Österreich:

Sachlichkeit statt Normalität!