„Naivität“ entpflichtet nicht von staatlichem Recht

Jetzt gibt es in Österreich eine Aufregung, wieder einmal eine Aufregung um die zurzeitige identitäre Regierungspartei, die wiederum wie stets nur kurz …

Die identitäre Regierungspartei will, daß das Recht ihrer Gesinnung folgt, sie, eine Regierungspartei, will das Gesetz in Österreich weit, ganz weit spreizen, ihre Gesinnung ganz tief reinstecken, ihre Gesinnung bis zum Anschlag in die Verfassung stecken

Ein Anlaß, kurz einmal die Frage auch wieder anzusprechen, wie ist es um die Einhaltung der Gesetze in Österreich generell bestellt …

In der gestrigen Ausgabe einer Umsonst wird „Kardinal Christoph Schönborn“ zitiert, er erinnert an „Kardinal Hermann Gröer“. Mit seiner Erinnerung ist zu erinnern, für wen österreichische Gesetze nicht gelten, wer sie nicht zu befolgen hat, und das verursacht, kurz gesagt, keine Aufregung.

„Ich war zu naiv … Die Ehre eines Kardinals darf nie über dem Schutz der Betroffenen stehen … 1995 haben uns die Ereignisse überrumpelt, wir waren hilflos. Es dauerte viel zu lange, bis wir erkannten, dass die schonungslose Wahrheit der einzige Weg ist.“

Was für ein Geschwefel. „Schutz der Betroffenen“, „Wahrheit“ … Das Naheliegende wurde nicht gemacht. Das, zu dem ein jeder Bürger und eine jede Bürgerin in einem Staat verpflichtet ist, bei Kenntnis von Verbrechen Anzeige zu erstatten. Der Organisierte Glauben der römisch-katholischen Kirche steht in Österreich nach wie vor über dem österreichischen Recht. Auch Christoph Schönborn sah keine Veranlassung, nach österreichischen Gesetzen … Schönborn stieg auf, wurde Gröer an die Seite gestellt, dann übernahm er den Job von Gröer, und Gröer wurde irgendwo in einem Kloster oder in einer Kirche versteckt, bekam bald wieder einen höheren Posten und bald darauf …

Eines aber geschah nie. Der „Kardinal“ wurde nie in Österreich nach österreichischem Recht angeklagt, der „Kardinal“ wurde nie in Österreich nach österreihcischem Recht verurteilt.

„Schutz der Betroffenen“ und „Gesetze“ haben im Fall von verübten und also vollendeten Verbrechen nichts miteinander zu tun. Um den Schutz von Menschen ist präventiv zu sorgen, um Verbrechen zu verhindern. Im Fall des Kardinals war es in bezug auf den Schutz zu spät, beim Kardinal waren nur noch die Gesetze anzuwenden, aber die wurden nicht angewandt. Der Kardinal blieb ein freier Mann, und damit weiterhin eine Gefahr. Schutz gab es für den Kardinal, aber ihm Menschen weiterhin schutzlos ausgeliefert. Der einzige Schutz für Menschen war wohl das hohe Alter des Kardinals, das Menschen dafür schützte, vielleicht davor schützte, seine nächsten Opfer zu werden. Der Kardinal war ja ein Serientäter …

Es ist nicht nur das Strafgesetzbuch des österreichischen Staates, sondern auch viele weitere Gesetze in Österreich, die für alle gelten, von allen zu befolgen sind, nur nicht für und von …

Dieses Interview, von dem berichtet wird, dürfte von Christoph Schönborn auch als öffentliche Bewerbung gedacht gewesen sein, um eingeladen zu werden, zu einem Stammtisch im Fernsehen. Den ersten Teil seines Witzes hat er bereits verraten:

„Ich bin ein Alt-68er, mein Herz schlug links.“

2 Gedanken zu „„Naivität“ entpflichtet nicht von staatlichem Recht

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