250 Menschen bei der FPÖ-Demonstration in Simmering: Richtwert für zukünftige Wahlen

Die gestrige Demonstration der identitären Gemein-Schaft in Simmering, in einem Bezirk von Wien, sollte, nein, muß  zum Richtwert für jedwede zukünftige Wahl werden. 250 Menschen folgten gemäß Polizeiangaben dem Aufruf der FPÖ zur Teilnahme an der Demonstration. 250 Stimmen für die FPÖ in jedweder Wahl sind mehr als genug. Zum Thema der Demonstration muß nichts geschrieben werden. Es war eine Demonstration der FPÖ für die FPÖ. Und sonst nichts.

Was kann sonst noch zu dieser Demonstration geschrieben werden?

Vielleicht das: Der stellvertretende Obmann war Hauptredner auf dieser Demonstration. Johann Gudenus zieht nicht. Nicht mehr als 250 Menschen fanden es attraktiv, an einer Demonstration teilzunehmen, deren Hauptredner Johann Gudenus ist. Vielleicht waren es sogar weniger Menschen. Beim Eintreffen in der Florian-Hedorfer-Straße knapp gegen 18.15 Uhr verließ gerade Johann Gudenus die Florian-Hedorfer-Straße. Kaum noch Menschen, die irgendwie in der Straße herumstanden. Die Auskunft von einem Kameramann, der während der gesamten Demonstration anwesend war, war, es hätten rund 200 Menschen an der FPÖ-Demonstration teilgenommen. Zweihundert bis Zweihundertfünfzig Menschen fanden es also interessant, einer Rede von Johann Gudenus … Weshalb selbst die Reise nach Simmering angetreten wurde? Nicht wegen Johann Gudenus. Sondern im Sinne von Viktor Matejka, der einmal davon sprach, er sei oft nach Deutschland gereist, um sich die Redner anzuhören, sich selbst vor Ort zu informieren, was diese Partei, die damals regen Zulauf hatte, von sich gibt. Das war in den 1930er Jahren. Die FPÖ gab es damals noch nicht, die Redner hießen anders, und wohin die damaligen Redner die Menschen, die sie mit Versprechen für ein besseres Leben führten, ist bekannt, und wohin die Menschen von diesen Rednern, die sie wählten, geführt wurden, ist bekannt, in kein besseres Leben, sondern in den Untergang, in die moralische und ethische Verrottung.

He-Chr Strache ist überall - wo die Wirklichkeit nicht istVielleicht das noch. Der Obmann dieser Partei schreibt sich 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer herbei – He.-Chr. Strache ist überall, wo die Wirklichkeit nicht ist. Am 26. Oktober 2014 waren es Tausende, aber in Köln. Wien will nicht Köln werden. In Wien wurde verstanden, daß die identitäre Gemein-Schaft in dieser Sache und in keiner Sache etwas Entscheidendes zu sagen hat, keine verbesserungswürdigen Vorschläge unterbreiten kann, und so wurde gestern der Aufruf, nach Simmering zu kommen, überhört, die FPÖ rechts liegengelassen. Das sollte, nein, muß für jedwede zukünftige Wahl Konsequenzen haben, also nicht mehr als 250 Stimmen, 250 Aufhußstimmen sind mehr als genug. Aber es sollte bereits jetzt überlegt werden, was wird aus freiheitlichen Funktionären und Funktionärinnen, wenn sie nicht mehr durch politische Mandate versorgt sind. Eine Beratungsstelle sollte für sie eingerichtet werden, um zu vermeiden, daß sie sich radikalisieren, abdriften – DDr. Werner Königshofer ein warnendes Beispiel für

Heute 6-11-2014 - Verantwortung der MedienVielleicht das noch. Wien will nicht Köln werden. Auch wenn es Medien versuchten, herbeizuschreiben, vornehmlich Unternehmen der gutter press … Die Menschen in Wien besaßen auch gestern die Verantwortung, die viel zu vielen Medien in diesem Land fehlt. Beispielhaft für die Verantwortungslosigkeit der Medien der Aufmacher der Umsonst von gestern, der gestern bei der Rückreise aus Simmering in der Bahn im Vorübergehen beim Blick auf den Boden aufgeschnappt wurde … Wozu die Umsonst tatsächlich nützlich ist, sollte es interesssieren, kann es hier mit einem Klick nachlesen

FPÖ-ZZ beklagt: „Demonstration gegen Salafisten war für die Sache wenig hilfreich“

Es ist nur ein mit „Red.“ gekennzeichneter kleiner Artikel in der aktuellen Ausgabe 44-2014 der ZZ der identitären Gemein-Schaft, aber der, wie es so schön heißt, Bände spricht, vor allem duch die Auslassungen …

Ausgelassen wurde beispielsweise, wer diese Demonstration in Köln anmeldete. Es war der stellvertretende Vorsitzende der Pro NRW, für die die identitäre Gemein-Schaft recht heftig hoffte und warb, mit ihr gemeinsam in das Europäische Parlament einziehen zu können, vorneweg Harald Vilimsky …¹

FPÖ-ZZ Hooligans - Auslassungen - VerharmlosungenAusgelassen wurde, wer noch alles mit den Hooligans marschierte, wer noch bei diesen Ausschreitungen am 26. Oktober 2014 dabei war …

Nicht aber ausgelassen wurde, wer an der Gegendemonstration – und hier ist es der Redaktion der ZZ, die von dem NR Wendelin Mölzer geführt wird, möglich, das Wort „Extremisten“ zu schreiben, ein Wort, das für die identitäre Gemein-Schaft nur in der Bildung mit „Links“ schreibbar zu sein scheint …

Auch wenn die „Demonstration gegen Salafisten für die Sache wenig hilfreich [war]“, ist es der Redaktion, die von dem NR Wendelin Mölzer geführt wird, doch ein Anliegen, die Gewalt der Hooligans, die für die ZZ die einzigen Teilnehmer an diesen „Krawallen“ waren, ein wenig kleinzureden, traditionell gesinnungsgemäß in die Verharmlosung auch die Gegenwart einzubeziehen. Bereits seit dem 26. Oktober 2014 wird gewußt, daß es „44 verletzte Polizisten“ gab, aber für die erst Tage später erscheinende ZZ, nämlich heute am 31. Oktober 2014, „sollen bis zum Abend mindestens 13 Einsatzkräfte verletzt worden sein.“

Hohenrain Verlag und FPÖ inserieren ganzseitig in der Zur ZeitWenn etwas zu ZZ der identitären Gemein-Schaft geschrieben wird, darf auch diesmal nicht der Hinweis fehlen, in dieses Magazin wird auch immer mit Beiträgen von gewählten Mandatarn und Mandatarinnen gefüllt, diesmal von NR Wendelin Mölzer und Landesrat Christian Ragger … Und wieder einmal ein ganzseitiges Inserat der FPÖ und sogar mit der richtigen Formulierung „Mehr Netto vom Brutto!“… Mit welchem Geld die FPÖ wohl die ihre ZZ unterstützt durch Inseratenschaltungen? Und es gibt ein zweites ganzseitiges Inserat, nämlich vom „Hohenrain-Verlag“ … Eine Beschreibung dieses Verlages wurde in die Collage montiert, und es wird nicht verwundern, in dieser Wörter wie „Rechtsextremismus“, „Rechtsradikalismus“, „Revisionismus“, „Volksverhetzung“ zu lesen …

¹ FPÖ PRO NRW und die „Hooligan-Krawalle: Bündnis der Gewalt“

Als die Polizei einen Passanten zum Demonstranten machte und sich so eine Demonstration selber organisierte

samstag 17-05-14 grätzel lenaugasse 25Am 17. Mai 2014 auf dem Weg in das Eiles, von der Lerchenfelder Straße kommend, wurde ein Passant jäh aus seinem träumenden Vorbereiten auf ein erstes Treffen im Kaffeehaus gerissen, weil er, und da die Ereignisse noch so gegenwärtig sind und immer noch betroffen machen, muß dieser Bericht in der ersten Person geschrieben werden, weil ich mich über die vielen dicht hintereinander parkenden Polizeikastenwägen auf der Auerspergstraße wunderte, alle mit eingeschaltetem Blaulicht, vom Schmerling-Platz bis vor zur Josefstädter Straße.

samstag 17-05-14 grätzel lenaugasse 21Den Weg zum Eiles nach einem Zögern doch auf der Auerspergstraße fortsetzend dachte ich, es müsse hier wohl eine Demonstration stattfinden. Weshalb sonst die vielen Polizeikastenwägen. Was verwunderte war allerdings, es waren keine für Demonstrationen üblichen Geräusche, also Sprechchöre beispielsweise, zu hören, es waren auch keine Demonstranten zu sehen, bloß die vielen vielen Polizeikastenwägen.

samstag 17-05-14 grätzel lenaugasse 20Als auf der Höhe der Josefsgasse immer noch keine Demonstrantinnen zu sehen waren, wurde die Verwunderung noch größer, aber auch die Aufmerksamkeit. Polizisten mit Hunden hingehen waren schon in Sichtweite. Die Konzentration auf das Geschehen auf der Straße war ein Riesenglück. So konnte ich schnell reagieren, als die Polizisten plötzlich eiligen Schrittes losmarschierten und augenblicklich eine Polizistin vor mir mit halbgeballter Faust auf meine Brust klopfend von mir verlangte, zurückzuweichen.

samstag 17-05-14 grätzel lenaugasse 19Schnellstens wich ich geistesgegenwärtig zurück. Heute noch denke, was wäre passiert, wenn ich verträumt mit dieser Freude auf die erste Verabredung nicht so schnell reagieren hätte können … Nach ein paar Schritten zurück blieb ich stehen, drehte mich wieder um und sah also wieder in Richtung Eiles, wo vielleicht meine Verabredung bereits wartete, aber auch die Polizisten und Polizistinnen bewegten sich nicht mehr, standen einfach wieder, mit den Hunden. Die wenigen mir jetzt aufffallenden Menschen, die nicht in Uniform waren und ebenfalls standen, waren vielleicht Demonstranten.

Einer war gewiß ein Demonstrant, denn er trug eine rote Fahne. Es muß also eine Demonstration doch gegeben haben, wenn es diesen roten Fahnenträger … Eine Demonstration, die allerdings bereits vor einiger Zeit zu Ende gegangen sein muß, vermute ich, eine Demonstration, die diesem Fahnenträger möglicherweise nicht lange genug dauerte, oder, er war der Meinung aufgrund der enorm hohen Polizeipräsenz, die Demonstration dauere noch an, und die Polizei im Angesicht eines als Demonstraten einzustufenden Fahnenträgers ebenfalls dieser Meinung war, aber ein Fahnenträger macht noch keine Demonstration …

samstag 17-05-14 grätzel lenaugasse 26Die wenigen anderen Menschen, die wie ich hier stehenblieben, waren vielleicht wie ich einfach nur Passanten, die von der Polizei als Demonstranten mißbraucht wurden. Weil auch die Polizei dem Sprichwort, eine Fahne macht noch keine Demonstration, vielleicht etwas abgewinnen kann. Passantinnen, die von der Polizei wegen vor allem enorm viel fehlender Demonstrantinnen benötigt wurden, um eine Demonstration zu haben, gegen die sie auftreten können … Deshalb mußten Passanten herhalten. Wegen fehlender Demonstration organisiert sich die Polizei selbst eine Demonstration, dachte ich. Und dann die Sorge, wie komme ich jetzt in das Eiles.

samstag 17-05-14 grätzel lenaugasse 18Die Polizistin, die mit Klopfen auf meine Brust mich zurückdrängte, war keine Hilfe. Auf meine Fragen, wie ich jetzt in das Eiles komme, reagierte sie nicht. Der Abstand zwischen ihr und mir war die Breite der Josefsgasse, sie auf der Seite näher zum Eiles, ich auf der Seite immer weiter, wie es mir panisch vorkam, weg vom Eiles. Keine Antwort von ihr. So beschloß ich die Auerspergstraße zu queren, um einen Polizisten zu fragen, was denn hier los sei, wie ich in das Eiles käme, weil ich eine Verabredung hätte. Er antwortete. Er antwortete, wenigstens. Er sagte, er wisse nichts. Das Wiederholen meiner Fragen hatte die Frage zur Antwort, was ich denn jetzt im Eiles wolle, und, er wisse nichts. Aber er sei doch hier im Einsatz, er müsse doch … Er wisse nichts.

samstag 17-05-14 grätzel lenaugasse 17Ich ging weiter. Kam bis zur Josefstädter Straße. Zur Kreuzung. Die Stadiongasse durch einen Polizeikordon versperrt, auch die Auerspergstraße. Von einer Demonstration … Außer Polizisten und Polizistinnen waren sehr wenige Menschen zu sehen, die keine Uniform trugen, ihr Outfit sie auch nicht als Demonstranten und Demonstrantinnen auswiesen. Mutig geworden, die Brustklopferei der stummen und also auskunftsunwilligen Polizistin schon einigermaßen verdaut, ging ich einfach über die Straße, nur ein paar noch, ein paar Meter bis zum Eiles, bis zur ersten Verabredung. Aber direkt vor dem Eiles steht ein Rettungswagen und es wird eine Frau mit einer offensichtlichen Beinverletzung abtransportfähig behandelt, gerade auf die Rettungsbahre gelegt.

samstag 17-05-14 grätzel lenaugasse 16Während die verletzte Frau in den Rettungswagen gehievt wird, wieder verunsichert, ob ich es wagen könnte, jetzt einfach da vorbei in das Eiles zu huschen, prüfte ich, da durch die Ereignisse jetzt doch schon etwas verspätet, ob ich eine Nachricht erhalten habe, das Läuten des Telefons überhört habe. Und tatsächlich habe ich eine Sprachnachricht.

samstag 17-05-14 grätzel lenaugasse 30Die Verabredung ist geplatzt.

Sie hätte vor sich das Riesenpolizeiaufgebot gesehen, das habe ihr Angst … Sie wisse nicht, wann wir einander … Jedenfalls nicht in Wien … So schnell werde sie nicht mehr nach Wien fahren. Das sei ihr zu unsicher. Es tue ihr leid, aber sie habe nicht die Nerven für einen Spießrutenlauf … Auch wenn sie wisse, die Polizei sei dein Freund und Helfer, aber das könne sie jetzt einmal nicht so leicht mehr unterschreiben … Das sei ihr erstes Zusammentreffen mit der Polizei gewesen, in ihrem Dorf gäbe es ja keine Polizisten … Das genüge ihr vollauf für – an dieser Stelle wird es noch undeutlicher zu verstehen durch die Polizeiautosirenen und Hubschraubermotorengeräusche -, genüge ihr vollauf für Jahre oder Jahrzehnte … Ich werde sie fragen, wenn wir – aber je wann und wo? Ein Treffen im Dorf – undenkbar …

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 14Nun, ohne Verabredung, nicht mehr wissend, was ich bin, ein Passant, ein Demonstrant, gar eine ganze Demonstration, ratlos, in das Eiles wollte ich nicht mehr gehen, verständlicherweise, und dazu noch schlechtes Wetter, an einem Samstag, inzwischen war es etwa 16.00 Uhr geworden, die Karten für das Kino hatte ich schon, für 20.15 Uhr, aber jetzt war es erst 16.00 Uhr. So blieb ich. Wollte wenigstens erfahren, warum ich um meine Verabredung gebracht wurde, warum die Polizei mich als Demonstranten …

samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 13Die Rettung mit der verletzten Frau fuhr weg und ich machte mich daran, Erkundigungen einzuholen. Die Polizei frage ich nicht mehr … Wisse nichts … Eine Frau mit Fotoappaat, die ich von ihrer Kleidung her als Demonstrantin verdächtigte, konnte mir auch nichts sagen, sie sei eben erst gekommen, sie wisse auch nicht, was hier los sei …

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 11Nachdem die Polizei aus mir einen Demonstranten machte und ich mich selbst beinahe zu einen Polizisten, der vermeint, in einer Passantin zielsicher eine Demonstrantin zu erkennen, beschloss ich, keine weiteren Erkundigungen einzuholen, weder bei Menschen in Uniformen noch also bei Menschen in sogenannter normaler Straßenkleidung.

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 10So blieb ich. Schlenderte in diesem Grätzel umher, Hinter dem Eiles. Lenaugasse, Tulpengasse, Schlösselgasse, Friedrich-Schmidt-Platz, Loidoldgasse, Schmidgasse, Buchfeldgasse. Den Demonstranten mit der roten Fahne sah ich dabei auch einmal noch, am Straßenrand sitzend, in der Nähe vom Eiles.

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 9Ich blieb, bis 18.15 Uhr. Ein Radfahrer gab dafür den Ausschlag. Der einsame Radfahrer vor einer Polizeiabsperrung fragte um 18.15 Uhr einen Polizisten: „Jetzt können wir nach Hause gehen?“ Der Polizist wackelte mit seinem Kopf, verzog dabei ein wenig seinen Mund, es wirkte zustimmend.

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 8So beschloß ich zu gehen. Zumal für mich meine Rolle für diesen späten Nachmittag endlich gefestigt klar war, ich für mich eine Identität gesichert gefunden hatte. Ich war ein Beobachter. Kein als Demonstrant polizeilich mißbrauchter Passant mehr. Ein Beobachter.

Und was ich in diesen über zwei Stunden beim Schlendern in diesem Grätzel beobachtete, war nicht viel, ist schnell erzählt.

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 7Diese großräumige Absperrung geschah wohl aus dem Grund, um Personen, die im Centimenter in der Lenaugasse zum Bier verabredet waren, zu schützen, nein, zu schützen kann nicht gesagt werden. Es hatte mehr den Anschein, um mit diesen Personen einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen. Denn diese Personen, vor allem Männer, kamen immer mal heraus auf die Straße, ihre Biere in der Hand, so standen sie gemütlich auf der Straße mit den Polizisten zusammen. Heute frage ich mich, weshalb die Polizistinnen nicht in das Lokal gegangen sind, um einen wirklich recht gemütlichen Nachmittag mit diesen Männern zu verbringen, sondern draußen auf der Straße blieben. Das Wetter war doch recht mistig.

samstag 17-05-14 grätzel lenaugasse 31Längere Zeit stand eine elegant gekleidete Frau vor einer Absperrung. Eine Großmutter von einem jungen Mann, der im Centimeter war. Wie sich herausstellte, als er einmal auch vor die Tür trat und sie ihn rief: „Gabriel, was machst du da?“ An der Absperrung unterhielten sie sich. Die Großmutter wollte, daß er sofort da herauskomme, aber der junge Mann wollte nicht. Er ging wieder in das Lokal. Die Großmutter setzte sich auf die Parkbank, die direkt vor der Absperrung stand, las ein Flugblatt und ihr Gesichtsausdruck immer mehr ein verzweifelter.

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 6Einmal wurde eine von zwei Polizisten Festgehaltene über den Platz vor dem Centimeter geführt, die Männer ohne Uniformen applaudierten den Männern in Uniformen.

Einmal trugen Frauen Fahnen und anderes Material weg, während die Männer gemütlich unter den Polizisten herumstanden, Bier tranken. Und ich dachte, das sind die Demonstranten, die für die Polizei aber keine Demonstranten, keine zu Demonstrantinnen gemachten Passanten sind, sondern Menschen, mit denen ein gemütliches Beisammensein auf der Straße …

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 5Alle Fahnenstangen mußten die Frauen nicht wegtragen, ein paar Männer behielten die Fahnenstangen bei sich (also ohne Fahne, die wurden von den Frauen recht schön gefaltet weggebracht), standen gemütlich mit den Stangen in der Hand unter den Uniformierten. Einer schulterte die Stange in der Art von James Dean auf diesem einen weltberühmten Poster, mit einem Unterschied, bei Dean war es ein Gewehr.

Das war es im Grunde, was in diesen mehr als zwei Stunden erlebt wurde, beim Schlendern in diesem Grätzel, beim gemütlichen Beisammensein von …

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugass 4Es wurde auch viel fotografiert, von beiden Seiten der Absperrungen aus. Auch ich machte Fotos, keine guten. Wie auch? Unvorbereitet, ohne Fotoapparat, also mit dem Handy. Aber die Fotos erzählen dennoch die Geschichte von diesem späten Nachmittag in diesem Grätzel. Zeigen Polizisten, von denen nicht gewußt wird, was sie hier tun, vielleicht auf der Suche nach Passanten und Passantinnen, die sie …, vielleicht auch nur vor dem Regen Schutz suchend … Es ist immerhin schon Mitte des Monats, vielleicht einfach kein Geld mehr, um in das Centimeter auf ein Bier …

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 3Beim Schlendern und Herumstehen können einem schon seltsame Gedanken kommen, einfach um die Zeit zu vertreiben. Auch hervorgerufen durch keine erhaltenen Auskünfte. Ob die Polizei sich im Datum geirrt hat? Eine Veranstaltungsverwechslung? Die Polizei meinte, hier im Centimeter finde der Akademikerball statt? Diese Vorstellung beim Warten auf die nächste Ereignislosigkeit in der Lenaugasse und um die Lenaugasse herum, war zwar hilfreich zum Vertreiben der Langeweile, aber unrealistisch. Ein paar Minuten konnten dann noch überbrückt werden mit der Überlegung, wie einem der Wkr-Ball einfallen konnte. Die Schlösselgasse evozierte diese absurde Vorstellung. Nicht eigentlich die Schlösselgasse, sondern wer in der Schlösselgasse Quartier hat, in der Schlösselgasse auftritt …

Samstag 17-05-14 Grätzel Lenaugasse 2Kurz bevor der einsame Radfahrer fragte, ob nun nach Hause gegangen werden könne, marschierten aus dem Centimenter die Männer und auch ein paar Frauen unter ihnen geschlossen ab und skandierten irgendwelche Sprüche, unverstehbar. Aber alles dauerte nicht länger als eine halbe Minute, die Gruppe war gleich in der Seitengasse Richtung Friedrich-Schmidt-Platz verschwunden, und auch kein Sprechchor war mehr zu hören. Ob das jetzt die Demonstration war, die mir vor Stunden die Verabredung vereitelte, auf die ich Stunden warten mußte, um doch noch zu erfahren, weshalb dieses Polizeiaufgebot …, das dachte ich noch während unter ganzen Mannschaften von Polizisten, die zu ihren Polizeikastenwägen zurückkehrten, ich zur Straßenbahn ging und auch diese Erklärung gleich wieder verwarf.

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