Christopher Clark in Salzburg – Eine typische österreichische Besetzung

Allmählich wird begriffen, weshalb Christopher Clark vor allem in gewissen Kreisen einen recht bevorzugten Ruf mittlerweile genießt, er offensichtlich auch schlafwandlerisch als Festredner der heurigen Salzburger Festspiele gefunden und verpflichtet wurde, von dafür verantwortlichen Menschen, die eine österreichische Vergangenheit träumen, die ihnen als Wirklichkeit …

Gavrilo Princip - Stirbt 1918 in Theresienstadt an Tuberkolose und Misshandlung

„Gavrilo Princip starb am 28 April 1918 in Theresienstadt an den Folgen von Tuberkulose und Mißhandlung. Er wog gerade noch 40 Kilogramm.“

Christopher Clark blendet in seiner Festrede alles aus, was unangenehm sein könnte, für Österreich, als wäre er ein Österreicher des Jahres 1945, als ginge es noch einmal darum, die österreichische Unabhängigkeitserklärung in der Blaimschein-Villa zu schreiben, die Österreich bestätigt, für nichts verantwortlich je gewesen und zu sein, nichts gewußt zu haben und je nichts zu wissen …

Von daher freilich war Christopher Clark am letzten Sonntag die idealtypische Besetzung, sonst aber eine Fehlbesetzung. Es wurde auch die falsche Vortragsform gewählt. Statt dem Publikum, unter dem sich die sogenannten hohen und höchsten Spitzen des Staates befanden, eine Rede hören zu lassen, hätte dem Publikum beispielsweise ein Comic gezeigt werden können, menschgemäß nicht von Christopher Clark, sondern die illustrierte Geschichte über Gavrilo Princip von Henrik Rehr.

Aus dieser illustrierten Geschichte hätte das Publikum das erfahren können, was Christopher Clark in seiner Festrede verschwieg, mehr, beschönigte, noch mehr, die Schuld abwälzte, die Schuld abwälzt auf die jungen Männer und

„diese sieben jungen Männer – das waren sehr junge Männer: die alle enthaltsam in ihrem Lebenswandel waren, reich an Idealen und arm an Erfahrung, geprägt von jener naiven Ernsthaftigkeit, die den idealen Nährstoff für alle terroristischen Bewegungen bildet. Radikalisiert wurden diese Männer durch ein irredentistisches Milieu, welches durch einen regelrechten Todeskult gekennzeichnet war, durch eine quasi religiöse Verherrlichung der Selbstaufopferung, der Rache und des Attentats.“

Gavrilo Princip war 1908 gerade einmal vierzehn Jahre alt – von diesem einen Jugendlichen prägenden Vorlauf kein Wort in der festlichen Rede des Christopher Clark -, als Franz Joseph Habsburg sich terroristisch Bosnien-Herzegowina zu seinem sechzigjährigen Amtsjubiläum schenkte. In welchem Milieu wurde etwa ein Franz Joseph Habsburg, ein Oskar Potiorek, ein Franz-Conrad von Hötzendorf radikalisiert, mit deren Verherrlichung der Fremdopferung, der Rache und des Attentats, radikalisiert durch ein Milieu, welches durch einen regelrechten Todeskult gekennzeichnet war, dessen Hohepriester mit Garantie für ihr Leben und für ihre kriegsunversehrten Körper in prachtvollen Schlössern mit übervollen Speisekammern sie waren

„Alle enthaltsam in ihrem Lebenswandel“, so Christopher Clark; wie „enthaltsam“ Gavrilo Princip tatsächlich war, kann heute nicht mehr seriös und redlich beantwortet werden, denn Jelena Milisic kann nicht mehr über ihre Beziehung zu ihm befragt werden …

Diese Festrede bestätigt eindrücklich die Aussage von Gerd Krumeich über Christopher Clark in dieser konkreten Angelegenheit:

„Ich schätze ihn sehr. Er ist ein exzellenter Historiker, aber sein Buch ist eine riesige Entschuldigungsgeschichte für Deutschland und Österreich. Für Clark sind die Serben, die Russen und die Franzosen viel mehr Bösewichte als die Deutschen, für die er sehr viel Verständnis und viele – allzu viele – Entschuldigungen hat. Clark unterschätzt den österreichischen Entschluss, mit Serbien Krieg zu führen, und die deutsche Bereitschaft, die Krise zum Test auf den Kriegswillen Russlands zu nutzen, vollkommen. Deshalb hat er ja so einen Erfolg in Deutschland. Endlich ist jemand gekommen und hat die Deutschen von der Kriegsschuld freigesprochen – so sehen die Reaktionen der Medien und des Publikums leider häufig aus.“

In dieser konkreten geschichtlichen Angelegenheit tritt Christopher Clark nicht nur wie ein Österreicher des Jahres 1945 auf, sondern auch wie ein Geschichtsschreiberlakai der Potioreks, der Hötzendorfs, der Habsburger, mit einem Wort, dieses gesamten Milieus, das den idealen Nährstoff für alle Weltkatastrophen bildet …

Für alle Menscheitskatastrophen, die aber nicht wie eine Naturgewalt über die Welt kommen, sondern von ebensolchen Milieus, damals wie heute, vorbereitet, vorangetrieben werden, von solchen Potioreks, Hötzendorfs und Konsorten also, damals wie heute, und sie finden immer einen Clark, der sich selbst anstellt, um ihre Geschichte zu schreiben, wie sie ihnen angenehm ist …

In seiner Festrede erscheint der Krieg von 1914 bis 1918 aber wie eine unabwendbare Naturkatastrophe, wenn er von der „Urplötzlichkeit“

„Und wir dürfen schließlich auch die Urplötzlichkeit dieses Krieges nicht vergessen. Viele Zeitgenossen wogen sich in Sicherheit: der große Krieg, also ein Krieg zwischen den Großmächten sei unmöglich geworden. Dafür wäre die moderne Welt zu eng durch Handelsbeziehungen und finanzielle Abhängigkeitsverhältnisse transnational vernetzt. ‚Für uns‘ schrieb der Budapester Graphiker Béla Zombory-Moldován, der im Sommer 1914 eingezogen wurde, ‚war der Krieg ein Anachronismus. Bis er uns unmittelbar bevorstand, betrachteten wir ihn als eine Absurdität.’“

„dieses Krieges“ redet und dafür sich einen Zeugen findet. Aber er hätte auch wen anders als Zeugen aufrufen können. Zum Beispiel Viktor Matejka, der einmal davon sprach, als Zeitzeuge, wer genau hinschaute, genau hinhörte, in Österreich, konnte schon das Jahr 1900 als den Beginn der Vorbereitungen auf diesen Krieg von 1914 bis 1918 ausmachen. Freilich, die clarksche Entschuldigungsoffensive wäre damit nicht in Gang zu bringen gewesen …

Um abschließend einen Eindruck zu vermitteln, was am letzten Sonntag dem Publikum in Salzburg entgangen ist, ein paar Bilder noch aus der illustrierten Geschichte von Henrik Rehr, die in diesem Jahr in Belgien erschienen ist. Eine deutschsprachige Ausgabe liegt noch nicht vor. Aber vielleicht findet sich ein Verlag in Deutschland, eher noch als in Österreich, der diese illustrierte Geschichte in deutscher Sprache herausbringt …

Franz Josef Habsburg braucht keinen Beweis

„Ich habe keinen Beweis nötig, nur eine Entschuldigung.“

 

Franz Josef Habsurg schekt sich Bosnien-Herzegowina

„Sarajevo, 7 Oktober 1908. Österreich hat Bosnien-Herzegowina annektiert. Die Österreicher sind schamlos gierig nach Macht und Land. Auf die Straßen!“

Jelena Milisic

„Jelena Milisic überlebte den Weltkrieg und wurde Lehrerin an einem Gymnasium in Sarajevo. Sie sprach selten über ihre Beziehung zu Gavrilo Princip.“

 

Gavrilo Princip und Franz Ferdinand Habsburg werden geboren

„Erzherzog Franz Ferdinand von Habsburg wird am 18 December 1863 als ältester Sohn von Karl Ludwig, dem Bruder des Kaisers, geboren. Der 13. Juli 1894 war der Tag des heiligen Gabriel. Deshalb wurde der Junge Gavrilo genannt.“

 

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Christopher Clark in Salzburg

Henrik Rehr - Krieg 1914-1918

„15.000.000 Menschen starben in dem großen Krieg, von denen waren 1.260.000 Serben oder 28% der serbischen Bevölkerung.“

PS Nach einer heute, 30. Juli 2014, zugegangenen Information, scheint eine deutsche Ausgabe bereits in Vorbereitung zu sein, die ab September 2014 lieferbar sein soll, wie der PPM-Medienvertrieb auf seiner Webpage schreibt: „Wie jemand zum Attentäter wird. Die Welt des Gravilo Princip“.

Wann fragt ORF das Enkelchen von Mao Hitlerstalin, ob er als Diktator im Schloß wohnen wolle

Es ist Karl Habsburg-Lothringen kein Vorwurf zu machen, daß er versucht, seine Vorfahren in einem für sie und dadurch in einem für ihn selbst günstigen Licht darzustellen, er bemüht ist, seine Familie von den Verbrechen reinzuwaschen, ihre Schuld abzuschieben … Wer lebt schon gerne als Kind einer mörderischen Familie unter Menschen? Kaum bis niemand wer. Es ist nicht abwegig, daß zum Beispiel die Verwandten, die Kinder von Herrn Fritzl heute Entschuldigungen für ihn finden, gar manch Gutes über ihn zu berichten wissen, was also sollte Karl Habsburg anderes über seine Vorfahren erzählen, als das Gute? Lebte der Hund von Adolf Hitler noch und könnte er sprechen, er würde Lou Lorenz auch nur erzählen können, wie gut er, Adolf Hitler, ihm war.

Karl Habsburg von Lou Lorenz ehrlich gefragtAber was treibt den ORF an, einem Enkelchen eine derartige Plattform zu bieten? Beim Enkelchen von Adolf Hitler würde getobt werden, Wiederbetätigung, Geschichtsrevisionismus und so weiter und so fort. Lou Lorenz würde mit ihrer „ehrlichen Frage“, ob er denn gerne Diktator von Österreich sein würde, aus dem Land gejagt werden, aber Karl Habsburg darf sie ohne Furcht vor Konsequenzen und wohl noch mit viel Zustimmung aus dem Publikum „ehrlich fragen“, ob er denn gerne Kaiser wäre und das Schloß Schönbrunn als seinen …

Aber was treibt den Radiosender Ö1 an, Karl Habsburg zu einem Gespräch einzuladen, auch in dieser Woche gesendet, um ihm innerhalb von zwei Tagen zwei Plattformen der Familienverteidigung und der Schuldabschiebung und des Geschönten zu bieten? Es mag auf den ersten Blick mutig und toll erscheinen, ihn nach den Kriegsverbrechen  – ach, wie frech und ungezogen – seiner Vorfahren zu fragen, aber letztendlich ist es eine törichte und ungehörige Frage, weil sie nach Sippenhaftung … Aber für das von ihm als gut Dargestellte will und übernimmt er mit flotter Lippe die Haftung für seine Sippe, reklamiert für seine Sippe bruchlose „800 Jahre Berufspolitik“ – eine geteilte Haftung jedoch kann es nicht geben, einen selektiven Familienstolz jedoch kann es nicht geben, also ist er selbst verantwortlich für Fragen nach beispielsweise Kriegsverbrechen seiner angeführten Sippe … Karl Habsburg hat menschgemäß nicht auf die Frage der Kriegsverbrechen geantwortet, ist menschgemäß dieser Frage ausgewichen. Das ist sein Recht als Bürger vor dem Gesetz, niemand muß sich selbst belasten. Was hätte er auch darauf antworten sollen? Etwas zugeben, daß nicht er getan hat, aber ebendiese seine Ahnen? Vielleicht, aber zu welchem Zweck? Die eigenen Vorfahren an den Pranger zu stellen, um sich damit weiter im Gespräch zu halten als nächster Wieder-Kaiser? Weil er, Karl Habsburg, ein Kaiser wäre, der aus der Geschichte gelernt hat?

Aus der Geschichte ist zu lernen, betont Karl Habsburg sehr gerne, für Gegenwart und Zukunft. Aber was hat er und seine von ihm angeführte Familie aus der Geschichte gelernt? Zum Beispiel auch sein Vater? Die Gegenwart so recht nach eigenem Geschmack und Familientradition einzuschätzen? Der afrikanischen Mentalität entspräche am ehesten die Monarchie, die Apartheid in Südafrika hätte Schwarzen Spitzenpositionen  …

Es wird tatsächlich Zeit, daß aus der Geschichte und Geschichte gelernt wird. Es gab einmal eine Familie Habsburg, die regierte in diesem Land diktatorisch und massenverbrecherisch. Und es gibt Nachfahren von dieser Familie, die heute leben, aber die für alle, die nicht zu dieser Familie gehören, die nicht von dieser Familie abstammen, nicht mehr Bedeutung endlich zu haben haben, als jedwede andere heute existierende Familie in diesem Land auch. In den Familienkabinetten können habsburgische Sprößlinge an Gedenktagen, an Geburtstagen ihrer Vorfahren, Geschichte nach Sippenart nachspielen, dazu Uniformen anziehen, Orden anlegen, Gott auftreten lassen, dafür vielleicht einen generellen Familienprojekttitel sich einfallen lassen – dafür böte sich an: „Im von der Vorsehung bestimmten Ruhestand“ …

Zur Nachlese, ein paar Beispiele:

Soldaten sollten morgen Texte von Otto Habsburg Werner Faymann, Heinz Fischer, Norbert Darabos laut aufsagen

Steuergeld für in Afrika lebende Menschen statt als Grabbeigabe für Otto Habsburg

Einerlei, ob ein Habsburg lebt, stirbt, Geistesgrimassen wie von Otto werden immer geschnitten

„Das Parlament solle weiter bestehen“

Karl Habsburg – „Chef des Hauses Österreich“

Franz-Joseph-Habsburg-Ring – Menschheitsmassenverbrecher

Criminalis Mariä Theresiä

Freiheitliche Gemein-Schaft mit der Monarchie auf unzensuriert harmlos gegen bettelnde Menschen

Vor 100 Jahren erschoß ein Tiger einen Procházka in Sarajevo

Prinz Eugen, petite salope

Straßennamen einzig aus heutiger Sicht gerechtfertigt: Franz-Joseph-Habsburg-Ring – Menschheitsmassenverbrecher, Oskar-Potiorek-Gasse – Menschheitsmassenverbrecher

Ehrenbürger Oskar-Potiorek - MenschheitsmassenverbrecherEs gibt diese fortwährende und mehr als leidige Diskussion darüber, ob Straßen, Gassen, Plätze nicht mehr nach gewissen Personen benannt bleiben sollen, oder doch, auch, ob Denkmäler von gewissen Personen geschliffen werden sollen, aber auch, ob Ehrenbürgerschaften gewissen Personen aberkannt werden sollen, oder eben nicht … Diese Diskussion gibt es auch um Ehrengräber, Gedenktafeln und so weiter und so fort.

In der Befürwortung für das Nichtumbenennen, für das Nichtschleifen von Denkmälern und so weiter wird vor allem angeführt, es gehört zur Geschichte, diese gewissen Personen gehören zur Geschichte, und die darf eben nicht vergessen werden, es ist das Erbe, die kulturelle Verpflichtung und so weiter und so fort.

All diese gewissen Personen, die heute noch durch Straßennamen, Gedenktafeln, Ehrenbürgerschaften und so weiter und so fort in ehrender Erinnerung gehalten werden, sollen ihre Gassen und Plätze behalten. Aber mit einem Zusatz, der nicht verschönert, der nicht verschleiert, der die Geschichte und das Denken nicht aus der seinerzeitigen Gegenwart dieser gewissen Personen erklärt und somit verharmlost, der nicht heute noch die Positionen dieser gewissen Personen, mit denen die sich selbst in ein für sie günstiges Licht rücken, einnimmt, sondern mit einem Zusatz, der den heutigen Blick auf die Vergangenheit zum Ausdruck bringt, die heutigen Erkenntnisse über die Vergangenheit formuliert.

Das wird für diese gewissen Personen nicht schmeichelhaft sein, aber sie sind tot, und soher können sie im Grunde froh darüber sein, überhaupt noch erwähnt zu werden und öffentlich vorzukommen. Wie immer diese auch heißen mögen, ob Karl Lueger, Leopold Kunschak, Ottokar Kernstock, Franz-Conrad von Hötzendorf und so weiter und so fort.

Als Beispiele dafür, diesen gewissen Personen ihre Straßennamen, Ehrenbürgerschaften und so weiter zu belassen, aber mit einem eindeutigen und ganz heutigen Zusatz, bieten sich aus Anlaß der Erinnerung an den Weltkrieg von 1914 bis 1918 Personen aus dieser Zeit an.

Franz-Josef-Habsburg-Ring - MenschheitsmassenverbrecherAls Ehrerbietung an das Haus Habsburg soll mit dem Franz-Joseph Habsburg begonnen und eigentlich fortgesetzt werden. Denn am 28. Mai 2014 wurde schon über seinen Neffen geschrieben, oder genauer, über Gravilo Princip, der am 28. Mai 1914 nach Sarajevo aufbrach, um ihn, den habsburgischen Neffen, hinzurichten, wie nachgelesen werden kann in

Vor 100 Jahren erschoß ein Tiger einen Procházka in Sarajevo

und das war am 28. Juni 1914, sein Onkel erklärte dafür am 28. Juli 1914 den Krieg gegen Serbien. Allein der Gedanke, für den Tod eines Verwandten alle Menschen eines Landes büßen lassen zu wollen, ist ein verbrecherischer Gedanke, und für diese Rache die Menschen des eigenen Landes als Mörder zu mißbrauchen, ist noch einmal ein absolut verbrecherischer Gedanke. Das allein genügte bereits für eine Straßentafel „Franz-Joseph-Habsburg-Gasse – Menschheitsmassenverbrecher“. Aber es kommen noch viele weitere Untaten hinzu, wird allein an den Einsatz von Giftgas gedacht, und so weiter und so fort.

Spätestens an dieser Stelle wird wohl der Einwand kommen, es müsse die damalige Zeit berücksichtigt werden, die damalige Zeit müsse von damals her erklärt und verstanden werden. Dieser Einwand kommt stets. Und es ist stets ein Einwand als Entschuldigung. Denn auch damals bereits gab es ein anderes Denken, gab es Vorstellungen von anderen Lösungen, gab es Menschen, die weiter dachten, deren Denken zu viele Menschen von heute noch als im Geistigen ihnen 2014 noch Hinterherhinkende vorführen. Das heißt für Franz Joseph Habsburg, er war zu seiner Zeit schon nicht auf der Höhe des Denkbaren und des Gedachten, also ein im Geistigen Zurückgebliebener, der mit seinem dumpfen Denken abermillionen Menschen Tod und Verderben und Elend … Auch von daher gibt es für den Menschen von heute keinen Grund mehr, nachsichtig mit Franz Joseph Habsburg zu sein, mit einem Mann also, der glaubte, es reiche sein schwaches Denken aus, um ein Land zu regieren, der zu bequem war, um sich fortzubilden, denn es genüge vollauf zum diktatorischen Herrschen die Legitimation durch ein Fabelwesen namens Gott, der meinte, Säbel, Gas und Gebet ersetzen gut das Denken zum Führen eines Landes, der meinte, es reiche als Politik aus, Jugendliche zu Mördern und zu Ermordeten zu machen und so weiter und so fort.

Oskar-Potiorek-Weg - MenschheitsmassenverbrecherUnd wenn Franz Joseph Habsburg und Serbien genannt werden, dann darf, um ein Beispiel noch anzuführen, Oskar Potiorek nicht ungenannt bleiben. Nach wie vor ein Ehrenbürger der Stadt Klagenfurt. Die Urkunde dafür müßte nur leicht umgeschrieben werden: „Oskar Potiorek – Menschheitsmassenverbecher“.  Seine Tagebucheintragung zum Krieg gegen Serbien war: „Mein Krieg hat heute begonnen.“ Er war der habsburgische Oberfehlshaber am Balkan. Während systematische Massaker an den Menschen – an der sogenannten Zivilbevölkerung – in Serbien begangen wurden, verbrannte sich der Massakeroberbefehlshaber einmal mit einem Zündholz, und das war seine einzige Wunde, die er sich selbst durch Unfähigkeit und Ungeschicklichkeit zuzog, während des gesamten Krieges – eine Brandblase von einem Zündholz. Oskar Potiorek starb hochbetagt 1933 in Klagenfurt, also lange nach dem Weltkrieg von 1914 bis 1918.

Vielleicht würden solche Straßennamen wie „Oskar-Potiorek-Weg – Menschheitsmassenverbrecher“ zum Beispiel die Verantwortlichen von dem „Austria-Forum“, gingen sie dann an einer solchen Tafel vorbei, dazu animieren, ihre Eintragung zu Oskar Potiorek zu überprüfen und richtigzustellen. Der Eintrag ist nicht nur nachsichtig geschrieben, sondern enthält auch – ganz wertfrei gesagt – schlicht falsche Angaben, für so einen kurzen Text erschreckend viel ungenaue …

Oskar-Potiorek-Weg - MenschheitsmassenverbrecherWie die Collage zeigt, sind an diesem Lexikon nicht irgendwelche Personen beteiligt, sondern Menschen, die die gutter press wohl als geistige Elite des heutigen Landes bezeichnen würde in einer Schlagzeile …

Gewissen Personen also ihre Straßennamen, ihre Ehrenbürgerschaften und so weiter und so fort zu belassen, könnte also durchaus dazu beitragen, zu einem wahrheitsgemäßeren Umgang mit der Vergangenheit, zu einem Beenden mit schmeichelhaften Darstellungen und so weiter und so fort.

Bevor aber solche Straßenschilder je verwendet werden würden, ist anzunehmen, würde es wohl dazu kommen, nur noch numerische Straßennamen zu haben. Denn die Nachsicht mit gewissen Personen, nach denen Straßen, Gassen und Plätze benannt sind, ist ja immer auch zugleich die Beschönigung der Vergangenheit von allen Menschen in einem Land, auch von den heutigen …