Freiheitlicher Traum vom elitären Reich

Es ist in Österreich gerade das freiheitliche Lager, welches vorgibt, für die Demokratie zu sein, welches vorgibt, für den Ausbau der Demokratie zu sein, das mit dem Schlagwort „direkte Demokratie“ hausieren geht …

In der freiheitlichen ZZ zu blättern, erhellt und macht erschreckend kenntlich, was Freiheitliche von Demokratie halten …

Es lohnt, den Artikel „Der Fetisch Mehrheit“ von Arno Delegesta in der freiheitlichen ZZ vergleichend mit seinem Artikel „Demokratie: Wider den Fetisch Mehrheit – Eine Attacke“ auf „eigentümlich frei“ zu lesen, den er als Andreas Tögel veröffentlichte …

Es ist eine Attacke gegen das derzeitige Wahlrecht, nach dem jede Stimme demokratisch gleichviel zählt, nach dem jede Stimme zählt und gezählt wird, und nicht, wie Andreas Tögel mit Schiller träumt, die Stimme zuerst gewogen wird und dann entschieden wird, ob sie ein Wahlrecht bekommt oder nicht. Freiheitliche giert es also wieder nach einem Wahlrecht, von dem wieder viele auszuschießen, also das Folc wieder auszuschließen ist, das Stimmrecht nicht mehr jedem Menschen zugestanden werden soll, wozu der althochdeutsche Ausdruck Folc für Volk bezeichnender ist, bedeutet dieser doch „Haufe, Kriegsschar“, und dieser alte Ausdruck datiert ohne große Erklärung freiheitliche Gesinnung genau als eine Zeit, die weder zur Gegenwart noch Zukunft und nicht einmal zur Vergangenheit der letzten fünfzig Jahre gehört …

Freiheitliche plakatieren „Dem Volk sein Recht“, aber handeln nach „Ihr seid das Folc“, der Haufen. Der Haufen, der von Freiheitlichen hin- und hergeschaufelt werden will, wie es Freiheitlichen gerade einfällt und gelüstet …

In der Collage sind die zwei Artikel zum Vergleich nebeneinandergestellt, und es lohnt nicht, auszuführen, welche Passagen in der ZZ-Version ausgelassen wurden; es sind vor allem die Sätze, die zu offensichtlich ein freiheitliches Selbstbildnis evozieren könnten, zu sehr den Wähler und die Wählerin beleidigen könnten, auf die die Freiheitlichen zurzeit noch angewiesen sind …

Welche Gesellschaftsordnung streben also Freiheitliche tatsächlich an? Eine Buchempfehlung gibt darüber Auskunft, wie in der Collage gelesen werden kann, nämlich für das Buch von Wolfgang Caspart, der die derzeitige Demokratie überführen möchte in eine „meritokratische Aristokratie der Verdienstvollen“ … Aber der „Haufen“ soll von diesem Traum eines elitären Reiches nichts wissen, und dafür wird auch schon durch die Preisgestaltung gesorgt: 42,80 Euro kosten 199 Seiten von Wolfgang Caspart, von dem hier schon berichtet wurde, nicht in Zusammenhang mit Philosophie, sondern in Zusammenhang mit krausen und kruden Vorstellungen … Möglicherweise werden aber Freiheitliche falsch eingeschätzt und sie sprechen ganz uneigennützig einer Gesellschaftsordnung das Wort, von der sie wissen, daß sie in einer solchen Gesellschaftsordnung nicht an der Spitze stehen werden und können, denn zur „Aristokratie der Verdienstvollen“ sind Freiheitliche wahrlich nicht … Es kann aber auch sein, daß vorher die Definition von „Verdienst“ entsprechend geändert werden muß, in die rechte Richtung, also zum Beispiel: zum „Adel der Verdienstvollen“ gehören jene mit den meisten Unschuldsvermutungsnennungen. Das führte dann unweigerlich zu einer freiheitlichen Hocharistokratie …

NS Es ist zwar müßig, weil allzu bekannt, wieder etwas dazu anzumerken, aber Freiheitliche können nicht von der Vergangenheit der nationalistischen Massenmörder und Massenverbrecherinnen des Deutschen Reiches lassen. Ob es nun, wie auch in die Collage aufgenommen, Walter Seledec ist, der mit verklärendem Blick auf das Grab von Walter Nowotny eine Geschichte schreibt, die -, es muß nicht wiederholt werden, was zu Walter Nowotny auch hier bereits geschrieben wurde … Es wäre aber Walter Seledec diesmal nicht erwähnt und nicht in die Collage aufgenommen worden, würde Arno Delegesta/Andreas Tögel nicht auch für den „Nonkonformisten“ schreiben, auch in diesem Medium, wie in der Collage gelesen werden kann, das gleiche Starren auf die Geschichte, der gleiche Zugang zur Geschichte, die gleiche Zurechtbiegung der Geschichte, die anerkennende Wiedergabe der hehren Worte eines „Verdienstvollen“ aus der Zeit der …

NNS Aber Andreas Tögel/Arno Delegesta schreibt nicht nur für den „Nonkonformisten“, auch auf der Website des „Zentralorganisten“ Christian Ortner finden sich viele Beiträge von ihm, und es gibt einen offensichtlich regen Austausch auch mit Andreas Unterberger, der u.a.v.m. neben Udo Ulfkotte als Schreiber von „erstaunlich frei“ gelistet ist …

24 Gedanken zu „Freiheitlicher Traum vom elitären Reich

  1. Pingback: Für Scheuch: ein Graf, ein Strache, ein Mund! | Prono Ever

  2. Pingback: Ein Mund für Scheuch Graf und Strache! | Prono Ever

  3. Pingback: Wolfgang Caspart – der teure Philosoph der Freiheitlichen | Prono Ever

  4. Pingback: Menno Aden – “Deutsche Siege 1940 haben die Welt verändert und Kolonialreiche zum Einsturz gebracht” | Prono Ever

  5. Pingback: Es gibt keinen Antisemitismus für die freiheitliche ZZ-Elite – Wie soll Heinz-Christian Strache dann wissen, was Antisemitismus ist | Prono Ever

  6. Pingback: Heinz-Christian Strache schenkt Andreas Mölzer einen Odin Wiesinger | Prono Ever

  7. Pingback: FPÖ-Rechnung: Direkte Demokratie ist gleich Geburstagsgeschenk an Freiheitliche | Prono Ever

  8. Pingback: Christian Ortner: “Jessica und Kevin – Eine Autobiographie” | Prono Ever

  9. Pingback: Freiheitliche umkränzt von Wiener Sprachblätter-Unzensuriert-Zur Zeit-Eckartschriften | Prono Ever

  10. Pingback: Pädagogik und Frauenbild der Freiheitlichen sind aus der Zeit der Kriegserziehung | Prono Ever

  11. Pingback: Der Schutzinstikt gegen die Willkür geht verloren und auch Alfred Goubran verliert ihn | Prono Ever

  12. Pingback: Keine Absage an den Akademikerball der freiheitlichen Gemein-Schaft in der Wiener Hofburg – Werner Faymann hat recht | Prono Ever

  13. Pingback: Das dünne Eis der Demokratie von freiheitlicher Gemein-Schaft und Wirtschaftskammer | Prono Ever

  14. Pingback: Schreibt Rosenkranz auf Fahnen – Ein Buch von Andreas Mölzer | Prono Ever

  15. Pingback: “Der letzte Dreck” zum Beispiel von Werner Reichel auf Unterbergers Tagebuch ist gratis zu haben – Ein Tip | Prono Ever

  16. Pingback: EU-Wahl heißt für den von He.-Chr. “Strache bewundert[en] UKIP-Chef” nicht zu wählen, sondern in die “Volksarmee” einzutreten | Prono Ever

  17. Pingback: Auch eine freiheitliche Gemein-Schaft will nur Paläste und eine Rolex als Kopf, die für sie tickt | Prono Ever

  18. Pingback: Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 7 der Komödie in Fortsetzung | Prono Ever

  19. Pingback: “Vorbild für Österreich – Alles, was einmal deutsch und echt war” | Prono Ever

  20. Pingback: Gipfel der Kurzsichtigkeit – Mikl-Leitner und Kurz werden reden mit Google, Youtube … und FPÖ | Prono Ever

  21. Pingback: „Das Recht geht vom Volk aus“ – Verdienter Hofer wurde bereits von Verdienstvollen gewählt | Prono ever

  22. Pingback: „Direkte Demokratie“ – Ab wann genau die Schweiz kein Vorbild mehr ist für die österreichische identitäre Parlamentspartei | Prono ever

  23. Pingback: Das etablierte Elitensystem stellt sich freundlich vor: Hofer. Gerwald FPÖ Hofer. | Prono ever

  24. Pingback: Zerstört auch Servus-TV mit seinen Geladenen wie Andreas Tögel vulgo Arno Delegesta die Demokratie in Österreich? | Prono ever

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s