„Hauch von Gott – Mittelalter. Und das muß unser Maßstab sein.“

„Dann beschrieb das Oberhaupt des brasilianischen Kaiserhauses das Ziel der Revolution, alle Ungleichheit abzuschaffen, insbesondere die gerechte, angemessene und harmonische Ungleichheit, die Gott selbst der menschlichen Gesellschaft mit auf den Weg gegeben hat. „

Kann Satire gelehrt werden? Nein, keine Abhandlung über Satire. Mag auch der obige Satz bereits ein Satzbeispiel für ein Satirelehrbuch sein. Er ist nicht als Satire geschrieben. Es ist ein ohne jegliche Ironie geschriebener ernster Satz einer Gemeinschaft, die an Realitätsblindheit akut erkrankt ist.

Über wen wird dieser Satz geschrieben? Über Prinz Dom Luiz. Seit 127 Jahren gibt es in Brasilien keine Monarchie mehr. Vor 128 Jahren wurde in Brasilien, in diesem Jahr noch ein Kaiserreich, die Sklaverei abgeschafft. Auch wenn ein Papst die Regentin dafür „Erlöserin“ nannte, ein freier und von Menschenliebe getragener Entschluss dazu war es von ihr nicht. Es ist kein Wunder, daß es in einem Kaiserreich Gottes so lange brauchte, bis endlich die Sklaverei abgeschafft wurde. Es war das letzte Land der sogenannten westlichen Welt, in dem Sklaverei abgeschafft wurde. Und wenn es allein in der Macht des Kaiserhauses  gewesen wäre, wenn das Kaiserhaus heute noch regierte, die Sklaverei … schließlich habe „die gerechte, angemessene und harmonische Ungleichheit … Gott gegeben“ freudig empfangen zu werden.

Zu welchem Anlaß wurde dieser Satz geschrieben? Wann und wo? Es war eine Buchpräsentation am 30. Oktober 2008 in Wien, Österreich. Standesgerecht fand die Veranstaltung in einem Prunkgebäude statt. In einem Palais also, der Adel also so standesbewußt wie die FPÖ, die für ihre Veranstaltungen nur die ersten Adressen der Stadt …

Und mit der FPÖ beginnt zwar eigentlich nichts, aber Ursula Stenzel mit ihrem Vorleser liefert den Anlaß für diesen Nachtrag. Und nicht der Adel. Denn. Der Adel interessiert wahrlich nicht. Möge er in seinen Kammern am Boden krabbelnd Kaiser und Gott brabbelnd spielen und von der „harmonischen Ungleichheit“ faseln und sich dabei blaublütig ergießen ob seines Ursprunges aus blauem Samen … Es ist vorbei, lange, lange, lange schon vorbei, in Brasilien noch viel länger als in Österreich.

Andreas Hofer, FPÖ und ein gottgehauchtes Buch

Aber am Samstag, 18. Juni 2016, trat ein Mann auf, dessen Name nun richtig geschrieben werden kann, weil es doch interessierte, was das für ein „Graf“ denn eigentlich sei, der auf dem „Marsch für die Familie“ die Rede in Vertretung von Ursula Stenzel, die nun eine blaublütige, nein, eine blaue Politikerin ist, also für die identitäre Parlamentspartei die Nichtamtsführende Stadträtin in Wien gibt. Es war nicht, wie vom Hörensagen fälschlich angenommen, „Graf“ Stollwerck, sondern Peter Stolberg zu Stolberg …

Und mit Peter Stolberg-Stolberg kann wieder zur Buchpräsentation im Palais Cobourg zurückgekehrt werden, zu einer Veranstaltung und zu einem Buch, die beide so viele Satzbeispiele für ein Satirelehrbuch beisteuern können, daß die Auswahl wahrlich äußerst schwer fiele …

Fehlen dürfte bestimmt nicht ein Satz aus dem Vortrag von einem Prinzen Luiz Orleans und Braganza im Palais Cobourg:

„In jenen Jahren lag das sowjetische Joch auch auf den Schultern der Österreicher und auch auf den Schultern von einigen hier anwesenden Personen. Zu ihrer Befreiung bedurfte es eines Wunders Unserer Lieben Frau von Fatima, das P. Petrus Pavlicek mit seinem mutigen Rosenkranz-Kreuzzug bewirkt hat.“

„Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Prinz Luiz von Orleans-Braganza“

Damit ist der österreichische Staatsvertrag angesprochen. Und dieser Pater meinte selbst, er habe mit seinem Rosenkranzmärschen auf dem Wiener Ring die Unterzeichnung des Staatsvertrages …

Fehlen dürften bestimmt nicht Sätze aus dem Vortrag von einem Herzog Paul Oldenburg im Palais Cobourg:

„In dem Maße, in dem über die Jahrzehnte die christlichen Werte und Prinzipien zurückgedrängt wurden, in dem Maße, wie sich alle Organismen der Gesellschaft immer mehr von Gott entfernt haben, in dem Maße nehmen die atheistischen, die freidenkerischen Programme, in dem Maße machen sich Hochmut, Sinnlichkeit, Rohheit, Verdorbenheit, Häßlichkeit, Banalität, Profanität breit. Der  Widersacher nimmt den freigewordenen Platz ein.

Doch was auf die katholische Kirche erst noch zukommt – und damit natürlich auch auf uns – zeigt die Entschließung des Europarates vom 29. Juni 2007, in der ganz klar formuliert wird, daß für eine zukünftige Ordnung in Europa nur noch die Charta der Menschenrechte bindend sein kann, die die Grundlage bilden soll für die neue europäische  Verfassung. Es heißt dort weiter, daß die Religion Privatsache zu sein hat, eine Einmischung in den Meinungsbildungsprozeß darf es nicht mehr geben. Alle in der Gesellschaft aktiven Institutionen haben die Menschenrechte anzuerkennen, eine gegenteilige Position, wie sie die Kirche in einigen Bereichen prinzipiell beziehen muss, muss mit allen Mitteln unterbunden werden.

Die Menschenrechte werden das höchste Dogma sein. Dieses Dogma erlaubt keine Infragestellung, keinen Protest. Der Platz, den Gott in der katholischen Gesellschaft des Mittelalters einnahm, – wo jede Verletzung der Rechte Gottes inakzeptabel war – wird nun durch die Menschenrechte besetzt. Manche sehen am Horizont eine neue Christenverfolgung mitten in Europa heraufziehen.

Der Papst spricht hier vom Mittelalter. Und das muß unser Maßstab sein. Eine Gesellschaft durchdrungen von den christlichen Werten und göttlichen Tugenden.

Spätestens hier müssen wir uns fragen: Stehen wir vor dem Volk? Geht von uns das Leuchten eines Frömmigkeitslebens aus? Sind wir wie Leuchttürme der Orientierung für unsere Völker, so wie der Heilige Vater es von uns verlangt? Verteidigen wir die Kirche gegen die Angriffe, denen sie immer häufiger ausgesetzt ist, in der Weise, daß sich auch andere ermutigt sehen, das gleiche zu tun? Gehen wir aktiv und öffentlich vernehmbar gegen demokratisch legitimierte Politik vor, die offen der Lehre der Kirche widerspricht?“

Paul Oldenburg zitiert auch sehr viele Sätze von Päpsten, von Johannes XXIII bis …, also noch weitere Satzbeispiele für ein Satirelehrbuch …

Fehlen dürften auch nicht Sätze aus einem Kommentar zu diesem Buch von Alfons Stickler, Kardinal:

„Ihr Werk ‚Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen von Papst Pius XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom‘, das Sie mir in italienischer Übersetzung gesandt haben, ist ein großes Geschenk. Es hat mich aus verschiedenen Gründen sehr beeindruckt: Erstens durch seine Aktualität. Es bestätigt, daß die Lehren des großen Papstes Pius XII. nach wie vor Gültigkeit haben. Die gegen den Adel gerichteten grausamen Angriffe, die sich durch die französische Revolution auf der ganzen Welt verbreitet haben, klingen jetzt überall ab. Zweitens wird das Buch in einer Zeit des weltweiten Verfalls vor allem der christlichen Werte in vielen Herzen den Wunsch nach adeligen Eliten wachrufen, die in den letzten Jahrhunderten eine bedeutende und oft entscheidende Rolle in der Aufrechterhaltung dieser Werte gespielt haben. Solche Vorbilder für Menschlichkeit werden jetzt dringend benötigt. Ihre umfassende und stichhaltige Dokumentation ist eine großartige Analyse der sehr komplexen sozialpolitischen Realität unserer Tage. Mit Ihren Kommentaren zu den Ansprachen von Papst Pius XII. bringen Sie zum Ausdruck, was Pius XII. und seine Nachfolger bis zu Papst Johannes Paul II. vom bestehenden Adel und von künftigen vergleichbaren traditionellen Eliten hinsichtlich religiöser Moral und kultureller Reform erwarten.“

Das ist genug. In der Collage auch einige Sätze von Baron Roberto de Mattei aus seinem Vortrag im Palais Cobourg, die wohl auch nicht fehlten dürften in einem …

„Dieses Buch scheint mir als wäre es ein Hauch von Gott.“

Was aber steht in diesem gottgehauchten Buch? Aus dem Probekapitel:

„Ja, manchmal ist es wirklich ein großes Vermögen. Aber man darf nicht vergessen, daß die Steuerbehörden gewöhnlich erbarmungslos an diesem Vermögen nagen. Und so müssen wir immer wieder betroffen mit ansehen, wie die Besitzer notgedrungen einen guten Teil ihrer Villen und Herrenhäuser in Hotels oder Touristenunterkünfte verwandeln, während für sie selbst nur noch ein Teil des Familienwohnsitzes übrig bleibt. Es gibt auch Paläste, in denen der Besitzer gleichzeitig als Konservator und Fremdenführer – oder gar als Barmann – fungiert, während seine arbeitsame Gattin oft durchaus einfache Arbeiten verrichtet, um das Haus ihrer Vorfahren sauber und vorzeigbar zu halten.

Obwohl er auch deutlich auf Mißstände und Auswüchse aufmerksam macht, die vor der Geschichte einen scharfen Tadel verdienen, beschreibt er doch mit bewegten Worten die Übereinstimmung zwischen der Sendung des Adels und der von Gott selbst eingerichteten, natürlichen Ordnung der Dinge sowie den erhabenen, wohltätigen Sinn dieser Sendung.

Außerdem gibt es traditionelle Eliten, die sich von Anfang an auf Fähigkeiten und Tugenden stützen, deren Weitergabe auf dem Wege genetischer Übertragung beziehungsweise familiärer Umgebung und Erziehung unbestreitbar ist.“

Ganz nebenher: Wer Satiren schreiben möchte, ist wohl gut beraten, keine Lehrbücher über Satiren zu lesen, sondern beispielsweise dieses gottgehauchte Buch, das allein schon ein vollständiges Satirelehrbuch …

Wie in der Collage gesehen werden kann, berichtete darüber „Gloria.TV“, also dieser Internetsender, vom dem der deutsche Tourist erzählte, während er sich weiter über den „Marsch“ um den Albertinaplatz amüsierte: Touristisches Attraktionsgesamtpaket für Österreich mit Marschierer Adam und „Gesinnungsfreund“ Hofer. Ein gottgehauchtes Buch, wie in der Collage gesehen werden kann, ohne Andreas Hofer wäre wohl gegen die Vorsehung, und mit ihm kann wieder, eigentlich wurde sie nie verlassen, zur identitären Parlamentspartei zurückgekehrt werden, mit ihrem kleinen Präsidenten, der im Geiste des Hofer

Und von diesem Elitären ist ja auch die identitäre Parlamentspartei ganz und gar behaucht, die ein Reich

3 Gedanken zu „„Hauch von Gott – Mittelalter. Und das muß unser Maßstab sein.“

  1. Pingback: Gates of Vienna: „Concentration Camp austria“ | Prono ever

  2. Pingback: Kirchen sind Mahngebäude | Prono ever

  3. Pingback: Marcus Franz | Prono ever

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s