Oben gegen Oben und gemeinsam gegen Unten

Die gestrige Nachrichtensendung um 22.00 Uhr im österreichischen Fernsehen brachte eine Nachbetrachtung des Kongresses im Vorort von Braunau. Es ist die Rede davon, daß es nicht mehr um Rechts gegen Links oder Links gegen Rechts gehe, sondern um „Unten gegen Oben.“ Kronenmann Pöchinger spricht gar von einer Subkultur, die durch Anwesenheit und Referat von Herbert Kickl eine Aufwertung

Wenn allein an die Referenten und Referentinnen und an die Ausstellerinnen und Aussteller dieser Messe mit Tagung gedacht wird, fiele niemals ein, daß es um „Unten gegen Oben“ geht, wenn, dann: um Oben gegen Oben und gemeinsam gegen Unten. Die Lebensläufe der Teilnehmer und Teilnehmerinnen an diesem Kongreß erzählen von keiner Herkunft, die etwas mit dem Unten zu tun hätten. Was hat etwa, um ein paar Beispiele herauszugreifen, eine Nathalie Holzmüller mit ihrem Ballehrenkomiteevorsitzenden Busek mit dem Unten zu tun, auf deren Bällen die feine Gesellschaft Österreichs tanzt? Oder Thomas Bachheimer? Oder Alexander Surowiec, der von der Industriellenvereinigung eingeladen wird, mit dem ehrenwerten Franz Fiedler posieren darf? Oder Eva Barki? Und so weiter und so fort.

Die Gehätschelten, wie sie genannt werden können, was haben diese also mit dem „Unten“ zu tun? Und nicht nur jene, die nun im Vorort von Braunau ihr Kniedichhin hatten.

Vergessen darf dabei auch nie werden, wo stets aufgetreten wird. Es sind immer Prachtbauten und die besten Hotels in diesem Land Österreich, von der Hofburg über das Parlament, vom Palais Epstein über die Redoutensäle, vom Palais Liechtenstein …

Es sind Menschen dabei, die Schlösser und Rittergute besitzen. Es sind Staatshochausgezeichnete dabei, die etwa einen Verlag besitzen, in dem beispielsweise auch ehemalige Vizekanzler und Parteiobmänner publizieren: im harmlosen landwirtschaftlichen Segment. Aber auch Nationalratspräsidenten und Abgeordnete die im Segment mit dem Namen als Huldigung des Kriegsgottes und Verderbers …

Diese also bilden für den Kronenmann die „Subkultur“ in Österreich. Wie neidisch wohl müßten Vertreter und Vertreterinnen von Subkulturen in anderen Ländern auf Österreich schauen, die nicht in Prachtbauten, sondern in Abbruchhäusern, die nicht hofiert vom Verfassungsschutz, sondern …, die nicht das Wappen führen dürfen, sondern … (Nur nebenbei angemerkt und doch zugehörig: Ein Mensch von „Unten“ ist eben erst verurteilt worden, weil er betrunken bei einer Veranstaltung der identitären Parlamentspartei die Hand zum … und dabei Entsprechendes gerufen habe; über diesen Mann hat sich sogar sein Verteidiger abfällig geäußert, er sei ein, irgendetwas mit „Prolet“… Nahezu zeitgleich war zu erfahren, vom Justizministerium sei ein Verfahren gegen einen Anwalt – einen Mann von „Oben“ – aus dem Oberösterreichischen …)

Und wer saß in der Messe im Vorort von Braunau. War das Publikum wenigstens ein Publikum, von dem gesagt werden kann: es war das „Unten“? Stellvertretend sei ein Teilnehmer erwähnt, der hat noch bei Cesar Bresgen studiert, der durfte beruflich bedingt den Kameradenpräsidenten kennenlernen … Mit ihm kann beispielhaft gesagt werden: das „Oben“ hat etwas mit „Unten“ zu tun. Sie sind ganz unten angelangt, was Moral und Ethik anbelangt. Wie gerade dieser Verleumder es exemplarisch beweist. Weiter nach unten kann es nicht mehr gehen, könnte gehofft werden, aber wer die, die da oben sind, kennt, weiß, es geht noch tiefer und tiefer, je prachtvoller die Orte, wo sie auftreten können, desto tiefer, moralisch und ethisch verkommener wird es noch werden, wie hypogut ist das auch alles aus der jüngsten Geschichte dieses Landes …

Es geht also nicht um „Unten gegen Oben“. Es geht um „Oben gegen Oben“. Jene, die bereits oben sind, wollen noch weiter hinauf und geben dabei vor, es ginge ihnen um die, die „unten“ sind. Aber jene, die unten sind, werden von ihnen nur mißbraucht, als Antrieb gebraucht, um nach ganz oben zu fahren. Weil es ihnen nicht reicht, nur „oben“ zu sein, sie wollen Überobere sein …

Jene, die „unten“ sind, lassen sich aber dafür mißbrauchen, indem sie die wählen, von denen sie in Wahrheit verachtet werden. Und sie werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, wie stets, abgestoßen und in den Abgrund gestoßen, sie sind es, stets, die am Ende die Zeche zahlten, zahlen und zahlen werden …

3 Gedanken zu „Oben gegen Oben und gemeinsam gegen Unten

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