Hofer-Advent mit Wolfgang Fellner

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Allenthalben wird die Meinung geäußert, es gäbe in Österreich keine wirkliche politische Kabarettsendung im Fernsehen. Wer aber Sendungen mit Wolfgang Fellner sieht, wird dem heftig widersprechen. Auch dem ist zu widersprechen. Denn. Es ist keine gewollte politische Kabarettsendung. Weil unfreiwillig. Und es ist auch nicht Kabarett im eigentlichen Sinn.

Zum Beispiel die Sendung im Advent 2016, kurz vor dem Weihnachtsabend. Wolfgang Fellner spricht mit Norbert Hofer. Als hätte wer eine Parodie zur Ganzjahresaufführung in Villach geschrieben, um zu zeigen, wie sehr sich ein Journalist auskennt, wie sehr sich ein dritter Nationalratspräsident auskennt, wie sehr beide wissen, worüber sie reden.

In der villacherischen Veranstaltung geht es auch viel um Politik, und so könnte es auch eine Parodie auf diese sein; mit dem identitären Parlamentsparteigesinnungsmeister in seinem Trachtenrock als Villacher Prinz …

Wolfgang Fellner: „Haben sie diese These, die ja viele FPÖler bei uns in Diskussionen nach der Wahl vertreten haben, von Westenthaler bis Stadler, und von Vilimsky, glaube ich, bis Kickl, daß hier ein Ersatzkaiser gewählt wurde, ist das auch ihre These, noch dazu einen grünen Ersatzkaiser.“

Für Wolfgang Fellner sind also Westenthaler und Stadler nach wie vor FPÖler. Und auch für Norbert Hofer. Denn. Er widerspricht nicht, bestätigt aber, daß es so gesehen werden könne: ein „Ersatzkaiser“ sei gewählt worden.

Aber der „Ersatzkaiser“ ist, wie er, Fellner, es immer sage, ein „Schlafwagenschaffner“. Freilich, er, Hofer, dürfe das nicht so sagen. Ob Wolfgang Fellner tatsächlich weiß, wer am 4. Dezember 2016 zum Bundespräsidenten gewählt wurde? War es, Herr Fellner, Dr. Heinz Fischer? Vor über zwei Jahren war für ihn, Fellner, in seiner Umsonst Dr. Heinz Fischer ein „Schlafwagen-Schaffner“. Einen einfallsreicheren Journalisten hat Österreich noch nicht gehabt.

Wolfgang Fellner: „Lieber einen Bewahrer, einen Kaiser halt in der Hofburg haben wollten, und nicht einen Erneuerer, Veränderer, vielleicht gar, um Gottes Willen, einen rechten Revoluzzer?“

Wolfgang Fellner: „Sie persönlich viel aushalten mußten, nicht nur fitnessmäßig, sondern auch psychisch. Das war ja ein Haß-Wahlkampf. Herr Hofer, wie sehen Sie denn … dieser Haß, der Ihnen da entgegengeschlagen ist. Warum? Wie erklären Sie sich das? Weil Sie persönlich haben, geben ja keinerlei Anlaß.“

Norbert Hofer findet eine Erklärung dazu – in Amerika.

Wolfgang Fellner: „Auch wenn Sie der Verlierer dieses Jahres sind, sind Sie eigentlich innerlich der Gewinner?“

Und so weiter und so fort.

Wenn es, wie gemeint wird, also schon keine tatsächliche politische Kabarettsendung im Fernsehen gibt, so doch wenigstens so etwas wie eine Parodie, auch wenn ihre Darstellenden nicht dafür bezahlt werden, sondern für etwas gänzlich anderes.

 

 

3 Gedanken zu „Hofer-Advent mit Wolfgang Fellner

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