Es gibt Figuren in Romanen, deren Namen müssen, treten sie in einem Kapitel wieder auf, nicht mehr genannt werden, Leserinnen wissen auch so in der Sekunde, um welche Figur es sich handelt, kaum haben sie wieder einen Satz gesprochen …
Sie wissen es bereits, welche Figur das ist, die von der „Massenvernichtung der deutschen Sprache“ spricht und fordert: „schwerste Haftstrafen“ für „Verantwortliche im universitären Bereich, die über die ‚Gender‘-Verordnung …“
Und wenn diese Figur spricht und fordert, auch das wissen Sie längst, sind die Mandatarinnen und Ministerinnen der identitären Regierungspartei nicht weit, wie auch anders, bewohnen sie doch dasselbe Geistesschloß, in dem die weiße Gesinnung spuken soll, aber nicht in der Nacht, sondern am Tage, und diese Berichte über die spukende weiße Gesinnung sind keine Gerüchte, sondern das ist, wie eine Nationalrätin es nennen würde, stichhaltig …
Sie wissen bereits längst, welche Ministerin, ohne ihren Namen noch einmal nennen zu müssen, im Zusammenhang mit Sprache nur auftreten kann. Es ist gesinnungsgemäß die Ministerin, von der stichhaltige Proben ihrer Sprachkompetenz gar viele vorliegen.
Die Sprachexpertise dieser Ministerin ist derart stichhaltig, daß das Gerücht umgehe, sie sei die Philosophieministerin, während die Philosophin, die den Brief der 800 zur Genderabwehr unterschrieb, die Verteidigungsministerin sey …
Die Philosophieministerin hat nun wahrlich ein stichhaltiges Argument ins Treffen geführt, nämlich: derartige „Sprachvorgaben die gewachsene Struktur unserer Muttersprache“ zerstören würden …
Wie stichhaltig dieses ihr Argument ist, kann, kurz gesagt, leicht mit einem Beispiel bebildert werden. Hätte es kein Strukturwachstum in der Sprache gegeben, also keine Veränderung in der Sprache gegeben, würde eine – auch ein Jubiläum in diesem jubelreichen Jahr 18 – vor 400 Jahren gestellte Frage heute noch wie 1618 geschrieben werden müssen: „Ob die Weiber Menschen seyn, oder nicht?“
Schriebe vierhundert Jahre später noch wer „seyn“, bekäme sie wohl von der Philosophieministerin gelehrigen Verantwortlichen der gesinnungsgemäß zensierten Website der identitären Regierungspartei zurecht eine Rüge, weil es eben „nicht der deutschen Rechtschreibung entspricht“.
Die Figur, von der zu Beginn des Kapitels gesprochen wird, dürfte von ihrem Alter her zu den obsoleti gehören, zu den alten, ihrer Kraft beraubten Männern. Wie schwächelnd sie am 25.05.18 bloß „schwerste Haftstrafen“ fordert, ist doch von ihr stärkerer Tobak durchaus noch bekannt, die Kräfte scheinen ihr doch allmählich zu schwinden … „Haftstrafen“ gehen doch Gerichtsverhandlungen voraus. Aus ihrem Langzeitgedächtnis stieg ihr an diesem Tag wohl eine dunkle Ahnung, es könnte so etwas wie Rechtsstaatlichkeit geben. Immerhin. Gerade auch im Zusammenhang mit Sprache sind die Philosophinnen aus diesem Umfeld durchaus für Bestrafungsmethoden fern jedweder Rechtsstaatlichkeit, die es in Österreich gibt …
Hierzu fällt noch ein Gerücht ein, in der zurzeitigen österreichischen Regierung soll es, kurz zusammengefaßt, ausschließlich Philosophieministerinnen geben, wie etwa die eine, die als Philosophieministerin nur von einer erkannt werden kann, die selber eine Philosophieministerin ist … Sie kennen auch diese zwei recht gut, werden wohl auch von deren Aussagen tiefsten Gehalts recht oft schon …
Es darf aber, wie es die Objektivitätsministerin, die es nach einem weiteren Gerücht auch geben soll, lehrt, um der Objektivität willen die zweite Partei in der zurzeitigen österreichischen Regierung nicht unerwähnt bleiben. Auch, kurz gesagt, in ihren Reihen Philosophieministerinnen, wie etwa jene Philosophieministerin mit der höchsten Expertise auf dem Felde des „Wahren, Guten und Schönen“ …

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