Auf dem Empfang oder bei der Segnung „freute sich sichtlich auf Vertreter der“

18 war das. In der österreichischen Botschaft. In Berlin.

In der österreichischen Botschaft ein Empfang. Oder heißt es, wenn Sebastian Kurz anwesend ist, eine Segnung?

Jedenfalls, nicht einmal ein Jahr vor seinem Badengehen:

„Der Reformer Sebastian Kurz gibt sich auf dem Empfang der österreichischen Botschaft die Ehre und freute sich sichtlich auf Vertreter der AfD zu stoßen. Unter anderem begrüßte er Stefan Keuter, MdB und Peter Boehringer, MdB von der Bundestagsfraktion der AfD. Aber auch der Kreissprecherin der AfD Solingen Verena Wester reichte er die Hand und stand für Fotos gerne zur Verfügung.“

Wie er, der inzwischen Badengegangene, wohl von Stefan Keuter begrüßte wurde? Griff Keuter, der recht bekannt für seine Begrüßungsparolen, in der österreichischen Botschaft diesmal zu einer alternativen Begrüßung, als er Kurz die Hand entgegenstreckte, vielleicht zu Heil dem Hitlerlande? Brachte er Kurz als Willkommensgeschenk Bilder aus seiner reichen Sammlung gar mit?

Was Peter Boehringer wohl für dringlich erachtete, Sebastian Kurz in der österreichischen Botschaft in der für Gespräche kurz bemessenen Zeit eines Empfangs oder einer Segnung aufzuklären? Das wird nicht gewußt. Darüber kann nicht einmal spekuliert werden, weil Boehringer hat ein reiches Wissen, etwa über „Verschwörungstheorien“, etwa darüber, was Angela Merkel für ihn wirklich ist, etwa über „Umvolkung“, etwa über eine „Sprache, die neonazistisch“ ist“, etwa über ein „Vokabular, „welches stark an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert“ …

Peter Boehringer ist ein reichlich kluger Mann, und reich an Wissen. Über „Umvolkung“ wird er Kurz deshalb wohl nicht aufgeklärt haben, weiß er doch, daß Kurz aus dem Land der „Umvolkung“ ist, Kurz also in bezug auf „Umvolkung“ reichlich aufgeklärt ist, den letzten Unterricht von seiner Regierungspartnerin wohl bekommen hat, er vielleicht sogar eine Abschlußprüfung beim Professor für „Umvolkung“ erfolgreich …

Vielleicht ist aber Boehringer das Hayek-Institut, dessen Mitglied er wie auch Alice Weidel ist, eingefallen und hat Kurz vorgeschwärmt, was für kompetente Menschen im partschnerschaftlich verbundenen Hayek-Institut in Österreich …

Vielleicht hat Kurz, ebenfalls ein an Klugem Reicher, geantwortet, ja, das wisse er, und eine aus deren Mitte ist ja inzwischen in der österreichischen Nationalbank …

Möglicherweise könnte Kurz Boehringer gefragt haben, ob er denn wisse, was Friedrich Merz gegen Roland Tichy habe, der ja auch mit dem Hayek-Institut …

Verena Wester wird Kurz vielleicht geklagt haben, daß es so gar kein Verständnis dafür gibt, wenn aus ihrem Kreise Postings zur Aufklärung verbreitet werden, wer die „größten Völkermörder der Geschichte“ sind, also Merkel …

Möglicherweise gab Verena Wester an Sebastian Kurz ihr reichliches Sprachwissen weiter, und Kurz konnte von ihr erfahren, daß das Gegenwort zu „Freiheit“ nicht Unfreiheit, sondern „Brüssel“ ist. Auch über deren Gespräch kann nicht einmal spekuliert werden. Eines nur ist gewiß, sie muß sich sehr gefreut haben, daß ihr Kurz die Hand gegeben hat, betont sie das doch selbst. Das ist von ihr recht österreichisch. In Österreich wird das ja sogar besungen, wenn ein Mann einmal einer die Hand reicht …

Reich bewanderte Menschen zu treffen, ist stets ein Gewinn. Von einer Reise bringen Menschen stets recht gerne etwas mit. Vielleicht von diesem Empfang oder dieser Segnung die Idee für die aktuellen Plakate der türkisgetupften schwarzen Partei zur Nationalratswahl im September 19: „Das Volk wird entscheiden.“ Verena Wester ist auch recht für „Volksentscheide“, nicht in einer Wahl, sondern ob „er Mitglied der EU“ …

Dafür verdient er, um zu einem kurzen Schluß zu kommen, „größten Respekt“, den von Alice Weidel, von ihr formuliert im Jahr 19. Sebastian Kurz, so Weidel ganz in Führerkategorien denkend, hat

„die ÖVP auf sich ausgerichtet.“

Was auf diesem Empfang oder bei dieser Segnung gesprochen wurde, wird im dunkeln bleiben. Gewiß ist nur eines, wie Wester schreibt, Sebastian Kurz habe sich sichtlich in Berlin der österreichischen Botschaft von 18 …

NS Sprüche auf Wahlplakaten sind oft nicht zu verstehen, zu oft ihr Sinn so kurz wie abwegig gleich Koran- respektive Bibelversen. Mancher Spruch jedoch erhellt sich im Nachhinein. So könnte es auch mit Kurzens Spruch „Unser Weg hat erst begonnen“ sein. Im Rückblick auf diesen Empfang oder auf diese Segnung in 18 will die türkisgetupfte schwarze Partei mit ihrem Plakat „Unser Weg hat erst begonnen“ zur Nationalratswahl im September 19 einfach mitteilen, die ersten Schritte auf diesem Weg wurden getan von Sebastian Kurz auf diesem Empfang oder auf dieser Segnung für die türkisgetupfte schwarze Partei, die „er auf sich ausgerichtet“ hat, also für den gemeinsamen Weg von AfD und …

Wie bescheiden Sebastian Kurz doch ist, bloß plakatieren zu lassen, der Weg habe erst … Sie scheinen doch ein rechtes Stück auf diesem Weg schon weitergekommen zu sein. Für Meuthen, übrigens auch ein Professor für …, sind sie bereits „Freunde“ – Kurz, Strache, Orbán, Salvini“ …

Freunde schon … Das könnte so ein Moment sein, in dem sein Präsident aus Freude die Faust ballt, heiter auf den Tisch haut, erregt ausruft: Potzblitz!

Bescheiden, aber mit einem rechten Wirklichkeitssinn … Soweit ist die ÖVP mit der AfD noch nicht wie die FPÖ, die Lega und so weiter. Zum Bündnis oder, wie es Sebastian Kurz vielleicht bezeichnen würden, zur „Achse der Willigen“ ist die türkisgetupfte schwarze Partei noch nicht … möglicherweise hakt es nur noch daran, daß sich das Bündnis oder die „Achse der Willigen“ nicht oder noch nicht auf ihn sich „ausrichten“ …

4 Gedanken zu „Auf dem Empfang oder bei der Segnung „freute sich sichtlich auf Vertreter der“

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