Wie Fabian Schmid und Eva Maier am 19. September 2026 in der Tageszeitung des österreichischen Medienstandards zum „Kickls-Israel-Pakt“ schlagzeilen, Ariel Muzicant sei „derzeit Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses“. Das kann eine Fehlinformation genannt werden. Es ist ein Fehler, ein Fehler aus österreichischer Tradition; denn wer einmal Präsident war, so wie es der zunächst zum Interimspräsidenten bestellte Ariel Muzicant es von 2022 bis 2025 für bloße drei Jahre war, bleibt eben ein Präsident für immer, und derzeit ist in Österreich ein Synonym für immer … Ariel Muzicant wäre gerne Präsident geblieben, denn er stellte sich der Wahl, aber er unterlag am 21. Mai 2025 Moshe Kantor, der bereits von 2007 bis zu seinem Rücktritt in 2022 Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses war.
Und es muß auch Bedeutung herbeigeschrieben, und in Österreich hat höchste Bedeutung, wer eben Präsident —
Auf X kommentierte der PR-Berater Daniel Kapp, der in der ÖVP bestens vernetzt ist, Kickls Vorstoß. Er hat mit IKG-Präsident Oskar Deutsch, dessen Vorgänger Ariel Muzicant (derzeit Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses), Ex-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) und anderen den Verein „Solidarität Israel“ gegründet. Auf X schrieb Kapp: „Wenn eine politische Bewegung eine so klare Neupositionierung vornimmt und sich für den Dialog öffnet, sollte man das nicht einfach wegwischen. Man sollte zuhören. Und zwar genau zuhören.“ Kickls Positionierung sei „deutlicher und klarer, als die der gegenwärtigen Aussenministerin (sic!)“.
Fabian Schmid, Eva Maier. Der Standard. 19. September 2026.
Diesen Artikel vom 19. September 2026 der Tageszeitung der österreichischen Tradition werden sich wohl nicht wenige ausschneiden und in ihr Erinnerungsalbum kleben:
Ariel Muzicant, weil er durch diesen doch noch ein Präsident …
Und vor allem jene in diesem Artikel mit Bedeutung Aufgeladenen, die zum einen von ihrer Bedeutung selbst überzeugt sind und zum anderen um ihren untertänigen Stellenwert recht genau wissen, nämlich Strippen zu sein:
Semlitsch und Sellner werden ob ihrer gelesenen Bedeutung diesen Artikel nun wohl sogleich auch nach Deutschland schicken, zu ihrem „Chef“, nach Schnellroda … Und eine von ihnen wird wohl stolzend hinweisen, aus ihrem Geschwefelbuch werde zitiert …
„Der langjährige Identitäre Patrick Lenart“, von dem keine Eigenzuschreibung als „Strippe“ bekannt ist, wird es freuen, derart prominent hervorgeholt worden zu sein …
„Subtiler ist das identitäre Magazin Info-Direkt“ …
„Subtiler“, das wird der im Artikel ebenfalls erwähnte Michael Scharfmüller als Auszeichnung nur goldrahmen lassen können …
„Auf1-Gründer Stefan Magnet, einst im neonazistischen ‚Bund freier Jugend‘ unterwegs, der beispielsweise gegen das NS-Verbotsgesetz auftrat“ — „einst“, einst noch ein Synonym für derzeit, derzeit ein Wahrheitslyriker, der diesen Artikel nicht nur in sein Erinnerungsalbum kleben wird, sondern mit diesem vielleicht auch gleich an das Grab von der „Schildträgerin der ‚echten Demokratie'“, aber nicht ohne seinen Sender, der ihn aufnimmt, wenn er ihr …
Nun muß nicht mehr gegen das Verbotsgesetz aufgetreten werden, wie es so lange notwendig war, denn jetzt ist es klar, es braucht ein Verbotsgesetz, wie es klarer auszuschreiben am 29. August 2026 kein zweiter Mann in Österreich weiß,
nämlich jener Mann, um den es in diesem Artikel vor allem geht, und ihm selbst um die Homogenisierung …
So wie Ariel Muzicant kein „derzeit Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses“ ist, so ist es auch kein „Kickls-Israel-Pakt“, es ist ein Paktieren mit den Derzeitigen in Israel, und daß es mit diesen Derzeitigen in Israel ein Paktieren gibt, wem könnte das verwundern, wenn bedacht wird, was das für Zurzeitige in Israel sind.
Würde es solch einen „Pakt“ je geben, wenn in Israel andere als eben dieser Zurzeitige mit seinen Zurzeitigen an der Regierung? Was zu diesen Zurzeitigen in Israel zu sagen ist, hat beispielsweise auch ein Ehud Olmert schon klargesagt,
im Gegensatz zu Oskar Deutsch und Ariel Muzicant, die immer, wenn es um die Immer-Zurzeitigen in Österreich geht, klar zu sagen wissen, was zu diesen zu sagen ist, während sie zu den Derzeit-Zurzeitigen in Israel — ja, die Derzeit-Zurzeitigen in Israel haben mit diesen beiden Herren zwei Stimmen gewonnen, die in Österreich zwei verlorene Stimmen sind, wenn es darum geht, gegen die Immer-Zurzeitigen in Österreich eine klare Stellung zu beziehen.
„Komplette Unterwerfung“ und „Schuldkult“: Identitärer Ärger über Kickls Israel-Pakt
Ganz rechts außen kommt das Bündnis zwischen der blauen Patriots-Fraktion im EU-Parlament und Benjamin Netanjahus Likud alles andere als gut an
Fabian Schmid, Eva Maier. 19. September 2026. Der Standard.
Was für ein Artikel also ist das? Ein Artikel des Basetelns eines Unterschieds zwischen Identitarians außerhalb des Parlaments und Identitarians innerhalb des Parlaments, als ob es zwischen diesen je einen gesinnungsgemäßen Unterschied und je keine gesinnungsgemäßen Gemeinsamkeiten — so als ein Beispiel nur das gesinnungsgemäße gemeinsame Ziel der „Homogenität“ …
Vor langer, langer Zeit bereits hat der nun im österreichischen Parlament Seinen-Stuhl-als-Kultursprecher-Habende seine Parlamentspartei als „identitäre, patriotische Partei“ definiert.
Was für einen Zweck also hat ein derartiger Artikel noch, außer den, den Genannten eine Freude zu machen, indem sie von ihrer Bedeutung lesen dürfen, mit Genugtuung lesen dürfen, auch als Untertaninnen Bedeutung zu erfahren, ihr gelerntes Vokabular wieder einmal verbreitet zu wissen, u. a.
„Volksbegriff„,
…
Es wird ein nützlicher Artikel gewesen sein, also ein zuarbeitender, auf den verwiesen werden wird können, wenn es einst wieder um die Rechtfertigung gehen werden wird, mit Identitarians eine Regierung in Österreich zu bilden, so wie einst in dieser Tageszeitung der österreichischen Tradition für Eric Frey es keine andere Regierung als eine mit den Identitarians habe geben dürfen, denn er habe genau gerechnet, wie so viele in Österreich habe er genau gerechnet …
Was also in Österreich derzeit wie einst wie immer zu erwarten ist, dazu muß bloß die Aufforderung von Daniel Kapp mit dem diese Aufforderung ausschmückenden Artikel gelesen werden, und zwar genau gelesen werden, die deshalb noch einmal zu zitieren ist:
Auf X kommentierte der PR-Berater Daniel Kapp, der in der ÖVP bestens vernetzt ist, Kickls Vorstoß. Er hat mit IKG-Präsident Oskar Deutsch, dessen Vorgänger Ariel Muzicant (derzeit Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses), Ex-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) und anderen den Verein „Solidarität Israel“ gegründet.
Auf X schrieb Kapp: „Wenn eine politische Bewegung eine so klare Neupositionierung vornimmt und sich für den Dialog öffnet, sollte man das nicht einfach wegwischen. Man sollte zuhören. Und zwar genau zuhören.“ Kickls Positionierung sei „deutlicher und klarer […]“.
Was derzeit wie einst wie immer von Identitarians zu erwarten ist, ist das, was immer von Identitarians zu erwarten ist, es kommt also je nicht auf deren Positionierungen einst wie derzeit wie immer an, sondern auf die Positionierungen zu ihnen, auf das ihnen zuarbeitende Geschriebene und Gesagte, die sind zu hören und zu lesen, und zwar genau zu hören und zu lesen.
Außerhalb dieser Binnengesinnung gibt es für sie keinen Dialog, sondern nur eines,
und das ist monologische Gesinnungsverbreitung —


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