Es heißt zwar, mit Heraklit, jemals zweimal in denselben Fluß, und in Deutschland wurde daraus ein Buch „Nie zweimal in denselben Fluß“, erschienen ’18, für Österreich, am Vorabend der Nationalratswahl am 29. September 2024, müssen aber die Wählenden für ihre Stimmabgabe sich sagen:
Es muß nicht vorgezählt werden, wann es das erste Mal, wann es das zweite Mal, wann es dritte Mal war, in der Geschichte dieses Landes ist es niedergeschrieben. Dreimal sollte es genügen, um nicht ein viertes Mal in denselben Fluß zu steigen. Dreimal sollte es genügt haben, um zu beweisen, doch auch in diesem Land lernfähig zu sein, und also darauf zu verzichten, ein viertes Mal in denselben Fluß zu steigen.
Es wäre leicht, anhand der Aussagen in diesem Buch „Nie zweimal in denselben Fluß“ auf die Personen zu kommen, von denen ähnlich Gesinnungsgemäßes schon gehört wurde.
Eines weiß diese Person, die in diesem Buch „Nie zweimal in denselben Fluß“ so spricht, bereits ’18, in der darauf folgenden Vergangenheit wußte eine Person, die ebenfalls von zu schwachen Menschen sprach, das erst, als alles untergegangen war:
In seinem Buch stellt H[…] auch fest, dass „wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind“ mitzumachen.“ Er denke an einen „Aderlass“. Diejenigen Deutschen, die seinen politischen Zielen nicht zustimmten, würden aus seinem Deutschland ausgeschlossen werden. Er trete für die Reinigung Deutschlands ein. Mit „starkem Besen“ sollten eine „feste Hand“ und ein „Zuchtmeister“ den „Saustall ausmisten“.
Aber eine Person aus der Gegenwart wird in diesem Buch „Nie zweimal in denselben Fluß“ von dieser Vergangenheitsperson genannt:
Man werde – so heißt es bei H[…] weiter wörtlich –, „so fürchte ich, nicht um eine Politik der ‚wohltemperierten Grausamkeit‘ herumkommen.
Von wem H[…] die „wohltempertierte Grausamkeit“ hat, wird von der Wochenzeitung, aus der die obigen Zitate entnommen sind, nicht preisgegeben, es muß ihr eine Person sein, die sie offenbar nicht mit dieser Gesinnung in Verbindung gebracht haben wissen will, darf angenommen werden, zitiert sie doch unvollständig, stellt sich dadurch schützend vor diese Person, indem sie ihren Namen nicht zitiert, obgleich H[…] den Namen nennt:
„so fürchte ich, nicht um eine Politik der ‚wohltemperierten Grausamkeit‘, wie es Peter Sloterdijk nannte, herumkommen.
Menschen mit einem H an erster Stelle in ihren Namen scheinen von der „Wende“ sich angezogen zu fühlen, das ist menschgemäß eine alberne Verallgemeinerung, bloß weil drei Hs ihr Heil in der „Wende“ … Mit etwas mehr Geschichtsbewußtsein kann keinem Menschen, ob mit oder ohne einem H an erster Stelle im Namen, eine derartige „Wende“ je noch Heilsversprechen sein.
Bücher seien, so Jean Paul, „dicke Briefe an Freunde“. Auch wenn das Buch von Peter Sloterdijk, wie es auf einem Bild gesehen wurde, ein dünnes Buch ist, kann es doch auch ein Brief sein, ein dünner Brief eben. Und da es ein Brief an einen Freund ist, ein Brief von einem Mann an einen Mann — gewisse Männer schreiben nur gewissen Männern und nicht Frauen Briefe –, so ist dies ein Brief an einen Freund, und weil es ein Brief an einen Freund ist, dessen Titel „Regeln für den Menschenpark“ im Umlauf und also bekannt ist, soll über den Brief geschwiegen werden, das verlangt die Höflichkeit, die Diskretion und menschgemäß das Briefgeheimnis.
er habe, bekennt der „Chef“, als er diese Unternehmung „Menschenpark“ gründete, so sehr an Sloterdijk denken müssen; so tief also muß ihn der vor fünfundzwanzig Jahren geschriebene Brief des Freundes gerührt, getroffen haben, daß dem „Chef“ nach einem Vierteljahrhundert der Brief des Freundes ein Erweckungserlebnis, als hätte ihm eine höhere Gewalt den Namen seines Unternehmens diktiert.
Der Brief an einen Freund muß aber, da der Inhalt bekannt zu sein scheint, wie ein Kassiber von Freundes Hand zu Freundes Hand —
Aber ich denke, die Auflösung ist eine Erweiterung des Diskursraumes. Dafür spricht die Ersetzung des Begriffs „Staatspolitik“ durch den merkwürdigen Begriff „Menschenpark“. Kubitschek bezieht sich damit explizit auf die Elmauer Rede des Philosophen Peter Sloterdijk. Sloterdijk hatte sich in dieser Rede unter Berufung auf Platon und Nietzsche für eine bewusste Züchtung der Menschen ausgesprochen. Die Lesenden seien die Auslesenden und in „Stadtparks, Nationalparks, Kantonalparks, Ökoparks – überall müssen Menschen sich eine Meinung darüber bilden, wie ihre Selbsthaltung zu regeln sei“. Allerdings fehlt im Text von Sloterdijk das Wort „Demokratie“ im Gegensatz zum Wort „Übermensch“. Menschenpark meint nicht nur Züchtung im Sinne der Bildungsselektion oder der Genetik, sondern auch der Menschen-„haltung“ in verschiedenen Räumen. Mark Frank kommentierte 1999 in der ZEIT: „(…) ein raunendes Geschweife und Geschwefel, ein pointeloses Flirten mit verfänglichen Materien, die sich todsicher zur Publikumsprovokation eignen. Dem Vortrag eine klare These, eine Überzeugung, gar eine rationale Handlungsempfehlung abzugewinnen, ähnelte der Mühe, einen Pudding an die Wand zu nageln.“ Aber gerade dieses Geraune bietet sich nun für die Fortführung des Instituts für Staatspolitik an. Das Bild vom „Menschenpark“ bietet an, was der Untertitel zu meinem Buch „Sarrazins Correctness“ (1) ausdrückte, nämlich „Menschen- und Bevölkerungskorrekturen“. Und tatsächlich gehörte Sloterdijk zu den Unterstützern von Sarrazin. Zum „Menschenpark“ gehört die „Populationsökologie“, „Unterschicht“ ist in diesem Denken vergleichbar mit Unkraut, das Problem der Unterschicht müsse sich „auswachsen“ (Sarrazin). Sarrazin bediente sich 2010 indirekt beim rassenbiologischen Magazin „Mankind Quarterly“. Zu diesem Kreis gehörte auch J. Philippe Rushton, dessen Hauptwerk „Rasse, Biologie und Evolution – Eine Theorie der Entwicklungsgeschichte“ im Antaios-Verlag des Instituts für Staatspolitik erschienen ist. Rushton behauptete, die drei „Großrassen“ hätten unterschiedliche „Arterhaltungsstrategien“, die in der Biologie mit „r-Strategie“ (viele Nachkommen, wenig Aufzucht) und K-Strategie (wenig Nachkommen, viel Aufzucht) beschrieben werden. Afrikaner*innen seien biologisch betrachtet „Ausbreitungstypen“, denen die Familie und damit auch die Kultur artfremd sei. Björn Höcke hatte 2015 im Institut für Staatspolitik eine entsprechende Rede gehalten und darüber geklagt, dass heute der „lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp“ treffe. Dieses Problem könne nicht mit „Lavendelwasser“ behandelt werden, dozierte Höcke später, sondern mit „wohltemperierter Grausamkeit“. Auch diese Vokabel stammt von Sloterdijk.
Andreas Kemper, 7. Juni 2024, Graswurzelrevolution
Bisher wurden von Peter Sloterdijk nur seine Romane und nicht seine Briefe, vielleicht hat er schon viele und sogar dicke Briefe an viele Freunde geschrieben, gelesen,
Wie wir uns die „Remigration“, die Deportationen vorzustellen haben, darüber klärte Martin Sellner auf: Es brauche eine „Musterstadt“ in Nordafrika. In dieses deutsche Territorium könnten dann auch Deutsche mit Migrationsmerkmalen untergebracht werden. In dieser Musterstadt könnten sich Migrantinnen bewähren, sogar Startups gründen, bei Nichtbewährung gäbe es noch die Ankerzentren und da wäre es dann ungemütlicher. Ich nehme an, dass Kubitschek die Strukturen dieses Menschenparks der wohltemperierten Grausamkeiten in Zukunft gerne mit Verbündeten außerhalb seiner völkischen Blase diskutieren möchte. Mit Titus Gebel hätte er einen interessanten Gesprächspartner, denn dieser will mit einem Passhandel-Konzern (Henley & Partners) im Rücken gerne börsennotierte Privatstädte für Klimaflüchtlinge errichten. So fern ist das nicht, zumal auch Gebel in seinem Privatstadt-Buch unter Bezug auf Rassisten wie Tatu Vanhanen afrikanischen Staaten einen geringen Intelligenzquotienten bescheinigt. Wird die Staatsfrage ausgeklammert, wird man sich schnell einig. Zumal auch die „Übermenschen-Zucht“ in den Privatstädten voranschreitet Ein Milliardär, der unsterblich werden möchte, ließ sich vor wenigen Monaten noch von einem Bio-Hacking-Unternehmen im Privatstadtprojekt Próspera in Honduras behandeln. Allerdings müsste sich die Privatstadt-Szene fragen, ob sie wirklich an den Sommer- und Winterakademien der „Menschenpark Veranstaltungsgesellschaft“ von Kubitschek teilnehmen will. Beim Prozess der AfD gegen das Bundesamt für Verfassungsschutz in Münster spielte der Volksbegriff eine wichtige Rolle. Der Verfassungsschutz vertrat den Standpunkt, dass die Verfassung nur ein Volk kenne: das Staatsvolk. Dieser Volksbegriff verträgt sich nicht mit einem „ethnisch-kulturellen“ Volksbegriff der Rassenbiologie und des Ethnopluralismus. Und auch nicht mit dem völkischen „Alles für Deutschland“ von der SA bzw. Björn Höcke. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Die Menschenpark-Phantasie lässt auch Aristokrat-innen-Herzen höher schlagen.
— Sie meinen doch nicht Martin Sellner mit dem Philosophen?
— Und was ist mit den Philosophinnen? Von den Philosophinnen kein Wort von Ihnen?
— Es kann von Philosophinnen nicht gesprochen werden, wenn es um drei Männer geht, die als Philosophen derart sich hervorgetan haben und sich derart hervortun.
Zuerst was Christian Hafenecker von der identitären Parlamentspartei am 23. September ’24 in der mit dem ihm zur Seite wichtigtuenden P. W. veranstalteten Pressekonferenz sagt, dann, für wen er, die er „Journalisten“ nennt, ausrückte, und dann noch, was er nicht sagt.
Es ist unglaublich, in welche Richtung sich mittlerweile unser Parlament entwickelt und vor allem auch, wie politischer Einfluß genommen wird auf an sich freie Berichterstattung. Wir sind heute darüber erst informiert worden, daß der Herr Machl von Report 24 zum Beispiel nicht zugelassen wurde, obwohl er sich akkreditieren lassen wollte für den Wahlsonntag und für die Wahlberichterstattung, und es ist auch bekannt, dass zwei weitere Medien hier ausgeschlossen werden sollen. Und das ist natürlich schon ein starkes Stück, denn es ist nicht etwa das Parlament, daß das entschieden hat, daß diese Journalisten nicht am Sonntag aus dem Parlament heraus berichterstatten dürfen, sondern es ist eine Entscheidung aus dem Innenministerium, hier konkret aus der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienste. Und das muß man sich also vorstellen, da werden also Journalisten, freie Journalisten, vom Geheimdienst überwacht und überprüft, und das gibt dann dafür den Ausschlag, daß jemand nicht mehr berichterstatten darf. Spannend ist auch, daß die betroffenen Journalisten nicht über Details informiert worden sind. Man weiß noch gar nicht, warum sie hier nicht anwesend sein dürfen. Übrigens, auch das Parlament, die Pressestelle des Parlaments weiß nicht, warum man diese Journalisten ausgeschlossen hat. Aber es ist jedenfalls ein starkes Stück, das hier zustandegekommen ist. Und wissen Sie, das ist der Spitzelstaat. Stellen Sie sich vor, Sie werden als Journalist vom Geheimdienst überprüft und dann schlußendlich ausgeschlossen von einer Berichterstattung. Mir ist nicht bekannt, daß es so etwas bis jetzt schon gegeben hätte. Und es stellt natürlich einen massiven Eingriff in die Pressefreiheit dar.
Und wissen Sie, was das nächste Interessante ist. Wenn jetzt der Geheimdienst hergehen kann, der Herr Omar Haijawi-Pirchner und seine Kollegen, und Teil der Exekutive ist und der Legislative vorschreibt, wen man sozusagen als Gast im eigenen Haus, im Parlament haben darf und wen nicht, ja, dann sieht man, daß es hier auch mit der Gewaltentrennung ein massives Problem gibt, denn selbstverständlich muß die Legislative, sprich das Parlament entscheiden, wer hier bei einer Berichterstattung teilnehmen darf und wer nicht. Und wissen Sie, das ist gerade angesichts des Umstandes, daß der Innenminister aus jener Gemeinde stammt, wo bis vor kurzem noch ein Dollfuß-Museum gegeben hat, schon hoch interessant, da muß man sich schon einmal die Frage stellen, wie es hier mit der Demokratie eigentlich bestellt ist. Sie wissen, in der Gemeinde von Herrn Karner, Texingtal, ist das Dollfuß-Museum gestanden, das war immerhin der Begründer des austrofaschistischen Staates. Das ist hier einmal festzuhalten und wenn Herr Karner so weiter macht, dann ist er bei seiner Reise in die Vergangenheit offensichtlich am Ziel. Ein Ziel, das wir so sicherlich nicht teilen wollen.
Wir fordern daher das Innenministerium ultimativ auf, jegliche Zugangsbeschränkungen für Journalisten am Wahlabend wiederum aufzuheben. Und sich auch bei den betroffenen Journalisten sich zu entschuldigen, in welches Licht sie man da rückt und was man da eigentlich mit ihnen aufgeführt hat, das ist, wie gesagt, aus meiner Sicht, beispiellos. Ich bin auch dafür und wir fordern auch, daß man gegenüber den betroffenen Personen lückenlos die Gründe dafür offenlegt, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Sehr geehrte Damen und Herren, zu hinterfragen ist natürlich auch, welche Rechtsgrundlage für diese Entscheidung seitens des Innenministeriums gibt, auch hier wird uns der Herr Innenminister noch Antworten schuldig sein. Fakt aber ist jedenfalls eines, daß der tiefe Staat der ÖVP freie unabhängige Medien in ihrer journalistischen Arbeit behindert, das ist ein Faktum, das wir hier sehen. Und wissen Sie, auf der einen Seite werden freie Medien behindert, auf der anderen Seite werden Medien wie der ORF durch genau denselben tiefen Staat manipuliert und damit auch Wahlen manipuliert und das ist der eigentliche Grund für unsere heutige Pressekonferenz.
Wenn der „eigentliche Grund für unsere heutige Pressekonferenz“ ist, für die Nationalratswahl am 29. September 2024 für den Fall, daß es für seine Partei doch nicht so gut laufen könnte, vorzubauen und vorzubereiten, ganz im Stile des old grey boys: „Wahlen manipuliert“ …
Der „Chef“, der, kurz ist es her, auch diese Strippe großzügig teilnehmen ließ an seinem Empfang im Ferdinandihof … In einem auch auf der Konzernplattform X verbreiteten Video fragt der „Chef“ eine Strippe von ihm:
Das soll nicht unbemerkt bleiben, was Christian Hafenecker in dieser Pressekonferenz in seinem Jahr so nebenher auch noch sagt: „[D]ann ist er bei seiner Reise in die Vergangenheit offensichtlich am Ziel. Ein Ziel, das wir so sicherlich nicht teilen wollen.“ Das ist ein wenig zu ungenau von ihm formuliert, es ist schon ein „Ziel, das wir so sicherlich nicht teilen wollen“, weil diesmal soll die hafeneckerische Partei die Volkskanzl stellen, und dann ist es ein zu teilendes „Ziel“ …
Die Rechtschreibung kümmert die Identitären wenig, sie empfehlen nicht nur die für kurz gewesene Regierungspartei im Gesamten, sondern diesen Kandidaten im Besonderen, der es eigentlich wissen, nein, nicht einmal wissen müßte, wie ein Wort richtig geschrieben wird, der dieses Wort, das in seinem eingeheirateten Kaufhausdom so etwas wie das Hauswort ist, einfach nur richtig abzuschreiben bräuchte, aber dies scheint für ihn eine Aufgabe zu sein, an der er scheitert, wie in seinem Video zu lesen ist: „Gehmma“ ist in seinem Video zu lesen.
Bis zum 29. September wird er die Rechtschreibung nicht mehr lernen. Aber vielleicht geschieht noch ein Wunder. Am 24. September ist in der Lugner-City eine „Lichtgestalt“ und vielleicht tut diese „Lichtgestalt“ an ihm ein Wunder, ihn von seiner Schwäche mit nur einem Satz heilen, der lauten könnte:
Die „Lichtgestalt“ hat durch ihre Rede gar viele Wunder schon vollbracht, eine Heilung war noch nicht darunter, aber im Dom kann auch dies noch geschehen. Und wenn das Wunder geschehen sollte, und dieser Kandidat das Wort richtig abschreiben kann oder gar selbständig richtig schreiben kann, so hat er erst eine erste und die geringste Aufgabe erfüllt, um in das Parlament …
Es sind deren zu vielen Aufgaben, für deren Bewältigungen ihn die „Lichtgestalt“ Befähigung um Befähigung impfen müßte, aber die „Lichtgestalt“ impft nicht, und für so viele Wunder reichte die Kraft der „Lichtgestalt“ wohl nicht.
So ist das Beste für ihn, das ihn bewahrt vor Aufgaben, die Raubbau an seinem Körper:
Götz Kubitschek und Bernadette Conrads haben Nachrichten an sich selbst hinterlassen. Mehr als Nachrichten, Aufforderungen an sich selbst, denn diese sind im vertraulichen Du gehalten, das Duzen die gängige Form des Selbstgesprächs, und so können es keine Antworten an die Adresse sein, an die es geschickt wurde, besteht doch zu Bernadette Conrads und Götz Kubitschek nicht einmal eine Verbindung im Siezen.
Vielleicht hatte Götz Kubitschek gerade in Wien, wo er, kurz ist es her, zu Besuch war, die Einsicht, und das wäre nur allzu verständlich, in dieser Stadt der Analyse des Selbst, die er zu sich selbst sagte, an sein Du richtete, harsch und zugleich doch zärtlich, neckisch, in der Ahnung, daß ist der Überredungston, den es braucht, um sich selbst zu überzeugen:
Bernadette Conrads sagt zu ihrem Du stolz, und das wird sie sich wohl als Ehre hoch anrechnen: „Du schreibst Antifa-Beiträge“. Aber doch mit einem kleinen Geständnis: „Nach 3 Dübeln“.
dann wäre wieder Geld recht frei für gesinnungsgemäße Volkskultur, für gesinnungsgemäßes Brauchtum und so wohl auch für ihren gesinnungsgemäßen Status —
Wer immer am letzten Dienstag, dem 17. September 2024, in Graz die Polizei in Marsch setzte, um ein Plakat abzudecken wegen des Verdachts der „NS-Wiederbetätigung“,
muß die Polizei täglich marschieren lassen, gegen den Verdacht des Vergehens gegen das „Verbotsgesetz„, denn täglich wird in irgendwelchen Läden „Nur jedem das seine“ verkauft, wird irgendwo „Nur jedem das seine“ aufgeführt, gesungen, beklatscht, lädt irgendwer „Nur jedem das seine“ herunter, hört sich irgendwer etwa auf Spotify „Nur jedem das seine“ an, krönt irgendwer die eigene Playlist mit „Nur jedem das seine“ usw.
Dennoch die Aufregung, dennoch wird wieder, ein weiteres Mal so getan, als hätte diese Partei der madigen zwölf Jahre „Jedem das seine“ erfunden, hätte sie das alleinige Copyright auf „Jedem das seine“, das Wortpatent für die Ewigkeit und drei Tage,
Heiter daran ist, daß eine zur Nationalratswahl am 29. September 2024 anstehende Parlamentspartei in der gesinnungsgemäßen patriotischen Tradition über dieses Plakat sich recht „empört“, weil das Plakat aus ihrer Sicht wohl zu sehr an sie selbst auf eine für sie unangenehme Art erinnert, dabei ist das Plakat wie eine Werbung für diese Parlamentspartei:
Für kurz, allerdings, das schönste und ehrlichste Zukunftsversprechen, vielleicht für zwei oder drei Jahre, dann aber „Jedem das Unsere“ … So ist das Plakat zugleich keine Werbung für diese Partei.
Sie will koalieren will der Partei der Sippenbestrafung …
Die FPÖ reagierte empört. Der steirische FPÖ-Kultursprecher Marco Triller sieht in der Aktion eine Verharmlosung der NS-Zeit und fordert umgehende Maßnahmen. „Es kann doch nicht sein, dass ein kleiner elitärer Zirkel, der nun auch noch mit seinen kruden Aktivitäten die Polizei und Staatsanwaltschaft beschäftigt, in diesem Ausmaß von der Landes- und Grazer Stadtregierung mit Fördergeldern überhäuft wird“, kritisiert Triller scharf. Er fordert eine sofortige Stellungnahme von Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) und den Stopp der Fördergelder für den „steirischen herbst“. „Viele Überlebende des NS-Terrorregimes werden ob der offenkundig beabsichtigten Verharmlosung der nationalsozialistischen Gräuel massiv schockiert sein“, heißt es seitens der FPÖ weiter.
NS „Nur jedem das seine“ wurde von Johann Sebastian Bach vor über dreihundert Jahren komponiert, und sie werden sich, schon als sie Buchenwald planten, bereits gefragt haben, was für ein Spruch soll denn Buchenwald schmücken, und vielleicht haben sie beim andächtigen Lauschen der Kantante BWV 163 des lutheranischen Frommen, dessen manches Werk ihnen Hymne, ergriffen die Erleuchtung gehabt: Nur „Jedem das seine“ sei Buchenwalds rechte Gesinnungszier …
Viele meinen, diese vom „kleinen Mann“ angeführte Partei mache mit Sprüchen wie „5 gute Jahre“ Wahlwerbung für die österreichische Nationalratswahl am 29. September 2024,
Bernadette Conrads: „Das ist ein Skandal: Die EU-Politik in Brüssel darf offenbar nur noch Hofberichterstattung lesen. Man „schützt“ sie vor der Wahrheit, vor der kritischen Meinung des Volkes.“ Sie verspricht: „Wir lassen uns nicht unterkriegen und sagen weiter, was andere verschweigen. Derzeit prüfen wir, wie wir den Mitarbeitern und Parlamentariern in der EU unsere Recherchen wieder frei zugänglich machen können. Unser IT-Fachmann erarbeitet eine Lösung. Weiters prüfen wir rechtliche Schritte!“ Diese sind auch mit einem finanziellen Aufwand verbunden: „Um den Fortbestand unserer freien Berichterstattung zu unterstützen, könnt ihr an den Status spenden. Jeder Euro zählt!“Und appelliert, die Kunde über die unfassbaren Vorgänge unters Volk zu bringen: „Teilt diesen Beitrag. Sprecht über die ungeheuerliche Brüssel-Zensur. Zeigt Von der Leyen, dass wir uns nicht mundtot machen lassen!“
Es gibt nun diese Plakate „Ihr seid der Chef : Ich Euer Werkzeug“ in überfluteten Gassen, Feldern, Plätzen, Straßen, Äckern, und die Frage reihum, wer wird auf diesen mit „Chef“ angesprochen, wem wird mit diesen geschworen, „Chef Werkzeug“ — aber welches „Werkzeug“ zu sein.
Wie lange der Blitzbesuch auch währte, ist einerlei, ob für einen Tag kurz; er dauerte jedenfalls lange genug, um nicht nur zu erfahren, wer „der Chef“,
im großzügigen Verständnis ein Werkzeug, ein Werkzeug der Kommunikation, wenn an die Redewendung gedacht wird, an der Strippe hängen, also am Fernsprecher…
Jedenfalls sagen zwei, die „der Strippenzieher“ mit einem Blitzbesuch „auf eine Melange“ in Folge auf zwei mal acht Kaffee ist gleich „16“, ehrt, sie seien vom „Chef“ die „Strippen“ —
Ursula Stenzel hat zwar erst am 22. September Geburtstag, aber besonders zwei Tage in der letzten Woche müssen ihr wie erste Geburtstagfeiern vorgekommen sein,
Vielleicht konnte sie am letzten Wochenende gar nicht so recht einschlafen, vor Aufregung ob der Qual, zu entscheiden, welches weitsichtigeGeschenk ihr denn nun das größere ist, das von Norbert oder das von Götz, und vielleicht schlief sie friedlich im Wissen erst ein, eine salomonische Entscheidung getroffen zu haben, beide Geschenke sind ihr gleich weitsichtig, beide Geschenke sind ihr gleichrangig, für sie beide groß und herzenslieb…
Glücklich über die weitsichtigen Geschenke erwacht, in Vorfreude darauf, welche Geschenke sie sich bis zum 22. September noch machen wird, ist es ihr eine Herzensangelegenheit, auch anderen etwas zu wünschen, auch wenn sie nicht Geburtstag haben, auch anderen etwas zu geben, genauer, zurückzugeben, auch wenn sie nicht Geburtstag haben, und wenn sie es ihrem Präsidenten erzählt würd‘, stellt sie sich vielleicht vor, wird er stolz auf sie sein und vielleicht sagen: So sind die Herzen, deren Präsident …
Doch bevor es an das Wünschen und an das Zurückgeben ging, legte sie vielleicht eine recht gut erhaltene Platte von Heino auf: „Treue Bergvagabunden“, sang mit und sang es mit dem neuen Refrain von Heino: „Deutschland braucht einen Trump.“ Und ganz erfüllt von diesem gar neuen heinoischen Refrain singt sie ihn schreibend in die Welt hinaus, am 13. September ’24 …
Am 15. September ’24 hält sie schriftlich fest:
Und Leo Kohlbauer-jetzt Lugner, den ich als sehr durchsetzungsstarken Gemeinderat kennengelernt habe, führt derzeit einen Vorzugsstimmenwahlkampf. Warum nicht? Wünsche ihm viel Glück.
Es müssen für Ursula Stenzel die letzten Tage aufregender gewesen sein, als es der Tag ihres Geburtstages am 22. September je noch werden könnte, zuerst Hofer, dann am nächsten Tag schon Kubitschek, dann noch Heino mit einem neuen Bergerefrain, da kann es schon passieren, etwas ungenau zu sein, aber wer würde sie deswegen schelten wollen, bei so vielen Aufregungen … Das „Mitteleuropaforum“ sei, so die Grande Dame des Präsidenten ihres Herzens, „eine parteiübergreifende Veranstaltung m Haus der Industrie.„
Wolfgang Baumann, Gemeinderat in Kleinzell für die übergreifende Partei der Unabhängigen, Wolfgang Baumann, Bezirksspitzenkandidat für die Landtagswahl der übergreifenden Partei der Unabhängiginnen, und so unabhängig übergreifend ist es folglich nur recht, dass ein Unabhängiger eröffnet, das Eröffnungsreferat und dann
Dieser Freitag ist ein regnerischer Tag, und soher die Regenschirmmitnahme durchaus verständlich. Gleich wie das Wetter ist, diese Menschen sind nie ohne Schirm unterwegs, als wären ihnen die Schirme ihre
Wo sonst auch als in der Wehrgasse könnte sich diese „gehobene Schicht“ treffen, ein Gassenname, als wäre er ihr Schicksal, ihr gesamtes Programm, titelgebend Die Wehr … In der Wehr treffen sie sich also, beschützt hinter ihren Festungsschirmmauern erreichen sie die Wehr, um in der sala terrana ihr Treffen, so verbunden mit dem Boden ist die „gehobene Schicht“,
daß sie ihr Treffen nicht im ersten Stock, nein, ganz und gar volksverbundenzu ebener Erd‘ —
In der Wehr zu ebener Erd‘ muß an diesem Freitag die Journalistin in Rente sogleich Heimat atmen, trifft sich doch hier auch die „Runde der Chefredakteure“ der Medien der „gehobenen Schichten“, die für sie wohl auch alternativlos,
die Grande Dame aus der „gehobenen Schicht“, wird im Ferdinandihof zu ebener Erd‘ sich ganz in der Heimat gefühlt haben können, wenn die „Runde“
der reichlich Redlichen je tatsächlich in der Wehr waren, je den Saal zur ebenen Erde gefunden haben, schrieben sie doch im April ’24 in die Einladung: „Runde der Chefredakteure im Ferdinandihof IV“ …
„IV“, darf angenommen werden, steht für den Bezirk, also für den vierten Bezirk, aber der Ferdinandihof, die Wehrgasse 30 ist im Bezirk V, also im fünften Bezirk. Sie werden wohl trotzdem hingefunden haben, weil sie wissen, es ist im fünften Bezirk, und die „IV“ hat für sie eine andere Bedeutung, eine von der Vorsehung ihnen gegebene, Verheißung des Reiches IV, der „Ferdinandihof IV“ Rückkehr in ihr Zuhause, in der ihnen jede Runde, jedes Treffen eine Runde in ihrem vierten …
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