Die empörte Zurückweisung von Martin Luther

Luther - Portschy

Wie gelesen werden kann, in der von Lyndal Roper verfaßten Biographie, hat sich Martin Luther darüber empört und es zurückgewiesen, er sei ein „Zigeuner“. Nun, er wird schon gewußt haben, warum. Vor allem wird er nicht so gelebt haben wollen, wie „Zigeuner“ lebten, falsche Zeit, wie „Zigeuner“ leben müssen, in Europa. Schließlich wünschte er den „Juden“ ein Leben wie das der „Zigeuner“. Das war von ihm christlich gemeint, aber nicht menschenfreundlich.

Ob er, Luther, als Schreibtischtäter einen Hammer zu verwenden wußte, kann nicht gesagt werden. Belegt ist seine eigenhändige Thesennagelei nicht. Was für ein Schreibwerkzeug er verwendete? Was gewußt wird, ist das Schreibwerkzeug von einem anderen Schreibtischtäter: Tobias Portschy verwendete für seine „Denkschrift“ eine Schreibmaschine. Seine „Thesen“ schrieb er, Portschy, mit dem Maschinengasgewehr, das noch eine Schreibmaschine war, 1938.

Wie Tobias Portschy überhaupt zu seinem Glauben kam, wie er dem Organisierten Glauben des Protestantismus überhaupt angehören konnte, hat er Martin Luther … denn ohne diesen hätte es diesen Organisierten Glauben … nun, er, Luther, war einer von der Zeit bevorzugter. Denn. Hätte es nicht gerade Mächtigen sehr gepaßt, in ihrem nordischen Kampf gegen Rom des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche, er, Luther, hätte mit seinen Thesen – warum nicht eine Referenz an seine Fäkalsprache? – seinen Arsch wischen können, sie, seine Thesen, wie die weiße Tinte gegen sich, also den Teufel, schleudern können … aber fünfhundert Jahre später – Lu…? Luder, wer?

Luther wies also zurück, ein „Zigeuner“ zu sein, er wollte zwar, daß „Juden“ wie „Zigeuner“ zu leben haben, aber er wollte kein „Zigeuner“ sein. Und Portschy – und nicht nur er mit dieser barbarischen und massenmörderischen Weltanschauung – stellte klar, „Zigeuner“ seien in jeder Beziehung den „Juden“ gleichzustellen.

Ohne Luther hätte Portschy nicht seinen Glauben, und was die „Zigeuner“ betrifft, kein Material für seine Thesen. Wie in der Collage gelesen werden kann, weiß Portschy beispielsweise, „Zigeuner“ würden ihre Kinder drei-, viermal taufen lassen. Sein Meister aus Deutschland wußte das auch. Aber bei einem Meister ist alles noch größer, übertriebener: bei einem Meister lassen sie ihre Kinder zehnmal …

Anschlag mit Thesen - Luther - Portschy

Und Portschy hatte noch einen Meister, einen Meister aus Österreich, der den Meister aus Deutschland als Genie gelten ließ … eine leichte Übung, er mußte ihn nicht als Konkurrenten aus dem Weg räumen …

Wer von ihm die Thesen im Gesamten lesen möchte: „Die Zigeunerfrage“ …

In die Collage wurden lediglich ein paar Ausschnitte aus seiner Denkschrift aufgenommen, die zu einem zeigen, was der Schreibtischtäterlehrling mit seinem Meister aus Österreich meinte zu wissen, meinte sein Schreibtischmönchmeister ebenfalls bereits zu wissen …

Wer nun aber meint, es ginge hier um den untergegangenen, um den auch das sogenannte eigene Volk zerstörenden Nationalsozialismus, irrt gewaltig.

Es geht um Schlimmeres. Um die Gegenwart.  Wie es in der Gegenwart den als „Zigeuner“ diffamierten und verfolgten Menschen geht, muß nicht noch einmal ausgeführt werden.

Zu viele Kapitel dazu gibt es bereits.

Auch dazu, wie sogenannten historischen Persönlichkeiten geschmeichelt wird, wie vor diesen gekniet wird, in Andacht, indem ihre Vergehen gegen diese Menschen tabuisiert werden, etwa jene von der Mutter des Feminismus …

Und wer allein die Ausschnitte in der Collage des Protestanten Portschy liest, dabei sich in Erinnerung ruft, wie über Menschen auf der Flucht gesprochen und geschrieben wird, oder gar selbst über sie spricht und schreibt, muß sich bereits erschrecken, wie das sich gleicht, sogar ohne dieser barbarischen und massenmörderischen Weltanschauung verfallen zu sein, wie Jahrzehnte nach dem Untergang dieses Massenverbrechensregime nicht anders zu sprechen und zu schreiben gewußt wird.

Alles ist in dieser Thesenschrift vorhanden, was heute gesagt und geschrieben, gewendet gegen Flüchtlinge, gegen Asylsuchende, gegen Migrantinnen. Von den, beispielsweise, Hochrechnungen, wann es soweit sein werde, daß die sogenannte einheimische Bevölkerung nicht mehr die Mehrheit … bis — ach, lesen Sie, und wenn Sie selbst so reden oder schreiben oder gar schreiben und reden und darüber hinaus in einem hohen und höchsten politischen Amt Verantwortlichkeiten wahrzunehmen hätten, dann erschrecken Sie, erschrecken Sie wenigstens …

Der steueretatbelastete Klassentagesausflug zu Robert Mugabe nach Rom, Grätzel Vatikan

Einem Staat darf das Bilden seiner Bürger und Bürgerinnen nie zu teuer kommen und nie zu spät sein –, und der österreichische Staat verhält sich hierbei mittelbar vorbildhaft, er schickt seine verheirateten Schüler bis nach Rom, für einen Tag, um ihnen zu ermöglichen, im praktischen Anschauungsunterricht wieder einmal einen Diktator ganz aus der Nähe zu sehen, einen Diktator, der nicht nach Österreich eingeladen wird werden dürfen, um beispielsweise vor dieser Klasse von seinem Rom-Erlebnis als Zeitzeuge erzählen zu können, wie alle von dem Wort der Barmherzigkeit beeindruckt waren …

Österreichische Klassenreise nach Rom - Grätzel VatikanDer Diktator hat, wie bekannt ist, Einreiseverbot in die Europäische Union. Vielleicht ergeben sich aber nun Möglichkeiten, nach diesem braven gemeinsamen Sitzen in einem Grätzel von Rom, Robert Mugabe nach Österreich einzuladen, eine Aufgabe für den in diesem Organisierten Glauben eine leitende Funktion ausübenden Christoph Schönborn, der dafür das Rad nicht einmal neu erfinden würde müssen, denn er könnte bei einem anderen leitenden Angestellten aus dem Steiermärkischen, der bereits vor Jahrzehnten vorzeigte, wie römisch-katholische Barmherzigkeit Männern von Rom aus das Einreisen auf den südamerikanischen Kontinent, das Einreisen auch in Argentinien …

Bis es aber soweit kommen kann, wird sich Robert Mugabe damit begnügen müssen, allein in Zimbabwe den Menschen zu erzählen, wie barmherzlich er in Rom behandelt worden sei, und die Menschen in Zimbabwe werden sagen, seht, wie kann einer ein schlechter Mann sein, der von so einem guten Mann empfangen, begrüßt und dessen Segen auch er …

Bis es aber soweit kommen kann, werden Schülerinnen und Schüler in Österreich ohne praktischen Anschauungsunterricht ihre Zentralmaturaaufsatzthemen etwa zu Demokratie und Diktatur zu schreiben haben, vielleicht aber besucht sie Bundespräsident Heinz Fischer und drückt ihnen ebenfalls schweigend und herzend beide Daumen, die sich für ein Zentralmaturaaufsatzthema übrigens vorzüglich eigneten: Wozu drückte Heinz Fischer dem als Jesuiten zu Hochgestiegenen … 

Oben wurde nicht hinzugeschrieben, in welcher Angelegenheit der österreichische Staat sich mittelbar vorbildhaft verhält, was abschließend nachgeholt werden soll: Der österreichische Staat verhält sich vorbildhaft für den Organisierten Glauben der römisch-katholischen Kirche, für diese ist ihm nichts zu teuer und kein Steuergeld beim Fenster hinaus….