Nicht kurzer als der Kurz.

Sebastian Kurz - blaue Linie

„Wörtlich meinte der Kanzler: ‚Eine Grenze für jeden – für mich, für Sie, für jeden Politiker und Journalisten – ist das Strafrecht, sind gesetzliche Regelungen. Und darüber hinaus gibt es schon noch so etwas wie Meinungsfreiheit, und das ist gut so.'“

Damit hat Sebastian Kurz sich gänzlich in die blaue Verteidigungslinie eingereiht.

Wer das Geplärre der identitären Regierungspartei der letzten Jahre noch im Ohr hat, hört das ständige Gerede, bei jedweder Aufregung, die es um die nun montagsgemachte Regierungspartei gab und gibt, dieser sei vor dem Gesetz unschuldig, gegen diese sei keine gerichtlichen Verfahren, alle seien untadelig vor dem Gesetz, nicht vorbestraft, nicht verurteilt … und alles sei bloß Meinungsfreiheit und so weiter und so fort.

Steht Sebastian Kurz endgültig in der blauen Gesinnungsverteidigungslinie, und meint für sich wohl noch, er schreite der Formation voran, aber er ist in der Linie, ein Glied in der Reihe, mit einem zugewiesenen Platz, vielleicht neben Harald Vilimsky, der gestern im Zentrum wieder sehr beredt sich betätigte …

Kurz Sebastian

Nun hat Sebastian Kurz die rote Linie blau ganz nachgezogen. Was wird von Kurz bleiben, wenn das Türkis abgeblättert sein wird, und eine Farbe blättert schnell von den Wändern, eine Anzugsfarbe bleicht rasch aus, was wird dann von Sebastian Kurz noch zu sehen sein? Eine blaue Linie.

Es gibt diesen Spruch: „Nicht päpstlicher als der Papst sein.“ Und auf Österreich bezogen, könnte der in diesen Tagen des montagsgemachten Bundeskanzlers lauten:

Nicht kurzer als der Kurz.

Not more shorter than short.

Es gibt viele Positionen des montagsgemachten Bundeskanzlers, die Menschen sich nicht zu eigen machen sollten, vor allem jene nicht, gegen die diese gerichtet sind, zu diesen Menschen gesagt werden könnte: Sei nicht kurzer als der Kurz.

Aber beim Konkreten zu bleiben, also bei der von Sebastian Kurz gezogenen Grenze, es geht dabei um die Frage von Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus. Und hinzugefügt werden muß, weil es breit medial, weil es breit politisch in diesem Land nie genannt wird, es geht um die Frage von Antiziganismus, Antiromaismus.

Und seine Beruhigungsantwortpille, die er verabreichen möchte, ist: „Strafrecht, gesetzliche Regelungen, Meinungsfreiheit, strenges Verbotsgesetz“.

Das werden vor allem die Mannen seiner identitären Regierungspartnerin jauchzend, jodelnd, mit Mensuren feiernd recht gern gehört haben.

Nun ist die Straße frei für eine Bildungsoffensive …

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Es sind doch recht Unbescholtene, vor dem Gesetz gar recht ehrenreiche, treue Leut‘.

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Und so weiter und so fort.

„Nie wieder!“ wird gerade in diesem Jahr oft zu hören sein. Auch und vor allem vom Bundeskanzler, nicht von Sebastian Kurz, vom Bundeskanzler, der auch dafür bezahlt wird, beim Erinnern das zu sagen.

Und der Chor, der dafür nicht bezahlt wird,  soll ihm antworten: „Nie mehr!“ „Never more!“

Menschen, die kurzsche Striche ziehen, kann ruhig und gelassen geantwortet werden: Ach, sei nicht kurzer als der Kurz.

No more shorter than short.

2 Gedanken zu „Nicht kurzer als der Kurz.

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