„Sebastian Kurz begrüßt Historikerkommission der FPÖ.“ Vorfreude auf den neuen Karl May von Wilhelm Brauneder?

FPÖ Historikerkommission spiritus rector Brauneder Karl May

Erwin Pröll hat, wie erinnert werden darf, ein Buch gelesen, und zwar „Der Schatz im Silbersee“ von Karl May. Donald Trump hat als Erwachsener nicht einmal dieses gelesen, also gar kein Buch. Und Sebastian Kurz?

Vielleicht „begrüßt Sebastian Kurz die Historikerkommission der FPÖ“ aus Vorfreude auf seinen ersten Karl May oder auf seinen zweiten Karl May, weil er sich daran erinnert, wie gut ihm der von Erwin Pröll ausgeliehene erste gefallen hat.

Wie das auch immer sei, mit Sebastian Kurz und den Büchern. Eines ist gewiß, einen Karl May wird Sebastian Kurz zu lesen bekommen, diesmal geschrieben von Wilhelm Brauneder, der ein recht großer Freund, mehr, ein rechter Liebhaber von Karl May ist.

Aber Zweifel sind angebracht, ob er dann den von Wilhelm Brauneder geschriebenen Karl May je lesen wird. So wie er eine Regierung mit der identitären Partei begrüßte und begrüßt, darf vermutet werden, er hat noch nie etwas über seine Regierungspartnerin gelesen, denn hätte er etwas gelesen, niemals hätte Kurz sich selbst dafür begrüßt, eine Koalition mit dieser Partei …

Sebastian Kurz ÖVP FPÖ Historikerkommission

Hätte er, Kurz, je etwas über seine Partnerin gelesen, dann hätte er etwas anderes als das, was er sagte, gesagt, vielleicht hätte der Bericht darüber dann so gelautet:

Gerade in der Gegenwart sei es notwendig, sich auch mit der eigenen Gegenwart zu beschäftigen und diese aufzuarbeiten, sagte Kurz zu Sebastian vor dem Ministerrat auf Journalistinnenfragen. Die ÖVP habe dies schon nicht getan, und es sei gut, wenn es auch die anderen Parteien und die ÖVP machen. Dass bei der Aufarbeitung auch das ganze Österreich eine Rolle spielen solle, findet Kurz „sehr positiv“.

Aber weil er, wie vermutet werden darf, über die österreichische Gegenwart von Erwin Pröll nichts zum Ausleihen bekam, fiel seine Aussage so aus:

Gerade im Gedenkjahr sei es notwendig, sich auch mit der eigenen Geschichte zu beschäftigen und diese aufzuarbeiten, sagte Kurz vor dem Ministerrat auf Journalistenfragen. Die ÖVP habe dies schon getan, und es sei gut, wenn es auch die anderen Parteien und die FPÖ machen. Dass bei der Aufarbeitung auch das DÖW eine Rolle spielen solle, findet Kurz “sehr positiv”.

Ob Erwin Pröll der Karl-May-Runde von Wilhelm Brauneder angehört, wird nicht gewußt. Gewußt allerdings wird, es verbindet sie doch etwas, zumindest der Ehrenschutz für eine weitere Runde, deren Tafel geschmückt mit Säbel und Ehre und Vaterland …

Weshalb die FPÖ gerade Wilhelm Brauneder dazu erwählt hat, ihr die „Leiter“ zu machen? Wer sonst als ein rechter May-Liebhaber kann ihr besser garantieren, einen Karl May zu schreiben, von dem gewußt wird, wie recht hoch er Wahrheit zu schätzen liebte …FPÖ Historikerkommission - Der neue Karl May von Wilhelm Brauneder - Die Wartburg

Wie der Berichtsdeckel wohl aussehen wird. Ein rechter May-Liebhaber wie Brauneder wird dafür vor dem Auge seines May-Geistes vielleicht schon einen sehen, viele Titel ihm schon einfallen, die er als Vorlage für den Berichtstitel … zum Beispiel „Unter Geiern“, „Die Felsenburg“ …

Erste Kapitel zum neuen Karl May gibt es bereits, aber es sind Kapitel, die Wilhelm Brauneder nicht in sein Buch aufnehmen wird, was für ihn spricht, also für seinen unabhängigen Geist, für seinen Geschmack, für sein recht tiefes Verständnis, für sein literarisches Gespür, was paßt und was paßt nicht zu Karl May – kurz gesagt, diese Kapitel lassen sofort erkennen, sie sind nicht von Karl May …

„Historikerkommission“ der FPÖ wird so nutzlos, weil konsequenzlos sein, wie es eine „Holocaustkommission“ gewesen wäre. Ein Bericht ändert keine Gesinnung.

Lothar Höbelt hat seine Vergangenheit bereits aufgearbeitet: „8. Mai 1945: Tag der Niederlage“ nach dem „sogenannten Holocaust“.

Österreich: Wilhelm Brauneder, auch er, erinnert, wie das Land insgesamt eine Gegenwartskommission dringend benötigt

Aktivjahre der Toleranz statt einem Gedenkjahr

Sebastian Kurz - Aufarbeitung der Gegenwart

 

4 Gedanken zu „„Sebastian Kurz begrüßt Historikerkommission der FPÖ.“ Vorfreude auf den neuen Karl May von Wilhelm Brauneder?

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