Österreich: „Ausländer, die zehn Jahre im Inlande sind, sind Inländer.“

Gleich wie das Urteil über Algorithmen ausfällt, ob negativ oder positiv, zu schelten gibt es viel, durchaus, aber sie fördern auch zutage, zum Beispiel uralte Gesetze.

Auf der Suche, angestiftet vom zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich, nach dem Wort „Anlandeplattformen“, genauer, auf der Suche, kurz gesagt, nach der oder dem dieses Wortes Schöpfenden ist ein Suchergebnis:

„Ausländer, die zehn Jahre im Inlande sind, sind Inländer und unterliegen der Tare der Geburt nicht …“

Österreich - Ausländer sind Inländer

Das ist aus der Übersicht der Gesetze und Verordnungen von 1741 bis 1821. Gesetze und Verordnungen in Österreich.

Uralt dagegen sieht die österreichische Gegenwart aus.

Ausländerinnen, die eine gewisse Zeit im Inland sind, sind Inländerinnen. So einfach war das vor über 200 Jahren. Wie einfach das bereits schon einmal war, Ausländer sind Inländer. Wie kompliziert es seitdem geworden ist. Ob es daran liegt, daß die Menschen immer einfacher geworden sind, vor allem die sogenannten Verantwortlichen? Die Einfachsten in der Regierung sind? Es kann nicht widersprochen werden, daß der zurzeitige Bundeskanzler Österreich an die Spitze geführt hat, nicht in allem, aber was die Einfachheit der Regierung betrifft … mehr Spitze, also in anderen Bereichen, wird er nicht mehr schaffen, scheint er doch nach einem Jahr völlig verausgabt zu sein, stets nur ein in Monokultur gezüchtetes Thema, stets nur eine Frage, und die noch nur an sich selbst gestellt, als fehlten ihm bereits die Kräfte, anderen als sich selbst zu antworten.

Uraltes Österreich der Gegenwart.

Was wurden vor bald 200 Jahren für Bücher von einem Verlag mit der Adresse Am Graben doch gedruckt, und zur Zeit, wer tritt im Graben auf, der Stocker mit seinem Strache.

Und es kann von einem uralten Österreich in der Gegenwart gesprochen werden. Denn. Ausnahmslos wird in Österreich, von rechten, von rechtsextremen, von linken, von liberalen, kurz, von allen Kräften in Österreich verweigert, Menschen als Inländerinnen anzuerkennen. Sogar ein Mensch, der in Österreich geboren ist, nie woanders als in Österreich sich aufhält, nur in Österreich lebt, ist für alle kein Inländer, sondern ein Mensch mit „Migrationshintergrund“, ein Mensch der „zweiten“, „dritten Generation“ und so weiter. Erfindungsreich sind hierin alle, Bezeichnungen für diese Menschen zu finden, nur um nicht sagen zu müssen, nur, um sie nicht als das anzuerkennen, was sie sind: Inländer und Inländerin.

Als wäre es bis heute nicht gelungen, nein, es ist bis heute nicht gelungen, sich von dieser Abstammungsobsession zu befreien, es will und will nicht der Abstammungsfetisch aufgegeben werden. Ganz im Gegenteil. Der Fetisch der Abstammung wird genährt, und jetzt wieder, auch wieder durch Gesetze, die sich die einfachste der einfachen Regierungen im Jahr 18 gibt.

PS Auch wenn es hier von keinem Interesse ist, „Tare“ war damals ein steuertechnischer Begriff.

PPS Nicht das gemeint wird, es werde hier die Zeit vor zweihundert Jahren gelobt. Sie kann nicht gelobt werden: zu viel Schatten, zu viel Abgrund. Ausländerinnen als Inländerinnen anzuerkennen, ist zu wenig, um ein gutes Licht auf diese Zeit zu werfen. Seltsam nur, dieses eine Gute will und will nicht übernommen werden, will nicht zur Tradition gezählt werden, ganz im Gegenteil, aber alles Schlechte ist weiter bereitwilligst Tradition in Österreich.

Es könnte viel aufgezählt werden, aber es soll beim Stichwort „Arbeitshäuser“ belassen werden.

Und das Schlechte repräsentieren in diesem uralten Österreich mit Fernsehen auch jene eindrücklich, die gar so stolz auf ihre uralte Abstimmung sind und in der Gegenwart, einfach wie kurz gesagt, ihr schlichte Gesinnung auf der Straße zur Schau stellen.

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